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sEhrenbeleidigung oder nicht?) Die Londoner Schauspielerin Mrs. Abrams^ verklagte kürzlich den Kritiker Hudson, weil er in der Besprechung eines neuen Stückes von ihr geschrieben:Mrs. Abrams erinnert an die Ausgrabungen des Professors Schliemann sie ist eine echte Antiquität." Der Richter versuchte umsonst, die erregte Künstlerin zu beruhigen, indem er meinte:Wie werthvoll die ausgegrabenen Dinge sind, das beweist am besten der hohe Preis, den sie erzielen." Zornig erwiderte die Künstlerin:Ja, aber das große Publikum besteht nicht aus Alterthumsforschern, und seit jener Kritik bekomme ich täglich anonyme Briefe, in denen man mir schreibt,ob ich keine lateinischen Inschriften trage", oder die Verwunderung ausgesprochen wird, daßdie Gliedmaßen so gut erhalten seien" rc. Endlich kam ein Vergleich zu Stande und am nächsten Tage war in Hundson's Journal zu lesen: Wie wir erfahren, feiert unsere treffliche Künstlerin Mrs. Abrams demnächst ihren achtzehnten Geburtstag. Kinder und Enkel werden sich zahlreich an der Feier bethreligen."

(Der falsche Schwur.] Vor dem Schöffengericht eines bayerischen Provinzial­städtchens so berichtet dieAugsb. Abcndztg." hatte ein verdächtiger Zeuge einen Eid zu leisten. Nachdem er versichert:Gnad'n, Herr Richter, wos i g'sagt hab', dös is aa wahr, oader drauf schwiar i a Uramcnt", lud ihn der Vorsitzende des Ge­richts ein, laut und deutlich nachzusprechen. Vorsitzender:Ich schwöre." Zeuge:Ich schw . . . öre" Bors.:bei Gott" Zeuge:bei Gott" Bors.:dem Allmächtigen" Zeuge:dem All . . . . . mäch . . . .", bei diesen Worten fängt der Zeuge zu stottern an, seine Augen haften starren Blickes an der gegenüber befindlichen Thüre des Gericktssaales und mit wildem Schrei:Der Teufel kunmt der Teufel is da der Teufel holt mi scho", stürzt er besinnungs­los zu Boden. Während der Zeuge wieder zur Besinnung gebracht wird, findet man die Ursache zu seinem seltenen Benehmen. Die Frau des Oberamtsrichtcrs hatte in der Vergeßlichkeit dem Schornsteinfeger den Auftrag gegeben, im Gerichtssaale das Ofenrohr zu reinigen und der ahnungslose Schornsteinfeger öffnete gerade im Momente der Eidesabnahme die Thür. Wieder zum Bewußtsein gebracht, rief der Zeuge flehentlich:Gnad'n, .Herr Richter, i nimm alles, was i ausg'sagt hab', wieder zurück, denn seg'n S', Herr Richter, es is ja alles Stuck vüa Stuck von mir dalog'n."

sZugebunden.j In ein Wirthshaus, das wegen seiner Würste berühmt ist, kommt ein Fremder und fragt, was zum Essen da ist.Frische Blnnzen und Leber- wtzrscht", sagt der Kellner.Kommen S' mir nicht mit Würsten", sagt der Fremde, ich esse nie Würste, weil sie größtentheils aus Schweinefleisch bestehen und ich immer die Besorgniß habe, es könnten Trichinnen d'rin sein.Ah belei!" sagt der Kellner,da brauchen S' kan Angst«nit z'haben. Wie sollten denn da Trichinen hinein- fonnuen? Die Würscht san ja alle oben und unt' zugebunden."

Schifssnachrichten.

Bremen, 5. April. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfcr ?,< 6apt. R. Bussius, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 24. Marz von Bremen und am 25. März von Southampton abgegangen war, ist gestern 2 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Geschichts-Kalender.

8. April.

1525. Aushebung des deutschen Ordens. Albrecht von Brandenburg, erster Herzog von Preußen.

1655. Ludwig I., Markgraf von Baden, bedeutender Feldherr und Sieger über die Türken, zu Paris geboren.

1786. Kaiser Joief II. schafft durch ein Edict für die österreichischen Niederlande die geistlichen Brüderschaften ab und errichtetzur Erleuchtung der Priester­schaft" ein Generalseminar zu Löwen.

1803. Justus Freiherr v. Liebig, berühmter Chemiker, zu Darmstadt geboren. 183o. Wilhelm v. Humboldt, Gelehrter und Staatsmann, stirbt zu Tegel.

1861. Kaiser Franz Joseph von Oesterreich gewährt durch dasProtestanten­patent" seiner protestantischen Bevölkerung völlig gleiche Rechte und Frei­heiten mit der katholischen Kirche, ohne jedoch das Eoncordat mit dem Papste aufzuheben.

1866. Preußen schließt mit Italien ein Offensiv- und Deffensivbündniß ab und verpflichtet sich, demselben zu dem Besitz Venetiens zu verhelfen.

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Allgemeiner Anzeiger.

ObttljtssW

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Gießen, den 5. April 1886.

2652 Großherzogliche Direktion.

Bekanntmachung.

Der Kaufbrief des Johannes Maid IV. zu Watzenborn für Jacob Brücket III. daselbst über Flur XIV. Nr. 146,3 dasiger Ge­markung vom 13. Dezember 1880 ist verloren gegangen, der Kaufschilling soll aber ausbezahlt sein.

Wer Ansprüche an diesen hat, wolle dieselben so gewiß binnen 2 Monaten hier geltend machen, als sonst be­schränkt im Mutationsverzeichnisse soll gelöscht werden.

Gießen, den 1. April 1886.

Großh- Amtsgericht.

Langsdorfs. 2635

Holzversteigerung.

Montag den 12. April

soll in dem Ettings Häuser Ge­meindewald, in verschiedenen Distrikten nach verzeichnetes Holz versteigert wer­den:

I. Bau-, Werk- und Nutzholz.

13 Eichenstämme,

58 Eichen-Derbstangen,

39 Buchen-Derbstangen,

7 Fichtenstämme,

1464 Fichten-Reisftangen,

2 Kiefernstämme.

II. Brennholz.

37,2 Nmtr. Buchen-Scheitholz,

303,8 Knüppel,

71,5 Stöcke.

8135 Buchen-, Eichen- und Nadel- Durchforstungswellen,

4200 Buchen- und Eichen-Wellen Ast­reisig

Die Zusammenkunft und der An­fang ist Morgens 9 Uhr in der Sand­hecke, in der Nähe des Gabriels- zimmerplatzes, am Brennholz.

Ettingshausen, am 6. April 1886.

Großh. Bürgermeisterei Ettingshausen.

Launspach. 2639

Bekanntmachung.

Das Fahren der zwei städtischen vierrädrigen Gießsässer soll im Sub- missionswege vergeben werden. Die hierauf Reflectirenden wollen ihre Offerten binnen 8 Tagen von heute an verschlossen bei der unterzeichneten Stelle, wo­selbst die Bedingungen eingesehen werden können, einreichen.

Gießen, am 3. April 1886.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

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2651] Hansbnrsche von 15 bis 16 Jahren gesucht. Nab in der Erp, d. Bl.

2658 Ein braver Junge, der das Tapezierergeschäft erlernen will, sowie ein HauSbursche gesucht.

Näheres in der Exped. d. Bl-

Bekanntmachung.

Freitag den 9 ds. Mts, Nachmittags 2 Uhr,

werden im alten Rathhause dahier die an Großherzogliches Polizeiamt Gie­ßen abgelieferten gefundenen, von den Verlierern binnen der gesetzten Frist nicht reelamirten Gegenstände, darunter goldene Ringe, Medaillons, Porte­monnaies, Cigarrenipitzen, Uhrketten, Armspangen, Schirme rc. zu Gunsten der Armenkasse gegen Baarzahlung versteigert.

Gießen, den 6. April 1886.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

__A. Bramm. 2629

Das am 26. März d. I. versteigerte Holz im Wiesecker Gemeindewald Heide kann von Mittwoch den 7. April an abgefahren werden. 2634 Wieseck, am 4. April 1886.

Sommerlad, Bürgermeister.

Holzversteigerung.

Freitag deu 9. April,

Vormittags von 8 Uhr an, soll im Beuern er Gemeindewald folgendes Holz versteigert werden:

296 Rm. Buchen-Scheitholz, 6 Eichen-

193 Buchen-Knüppel,

27 Nadel-

6650 Wellen Buchen-Neisholz, 1700 Nadel-

124 Rm. Buchen-Stöcke,

14 Nadel-

6 Eichen

21 Eichenstännne mit 13,96 Fstm.,

2 Buchenstämwe 2,83

24 Nadelstämme 5,52

79 Nadel-Derbstangen, 4,69

Die Zusammenkunft ist oberhalb Fünshausen.

Beuern, den 6. April 1886.

Großh. Bürgermeisterei Beuern.

Otto. 2638

Samstag den 10 April,

Vormittags 11 Uhr, lasse ich an meinem Hause Thüren, Fenster, Treppen, 1 kupfer­nen Waschkeffel u- s. w. gegen Baarzahlung versteigern. 2656

Carl Ang. Faber.

2637] Ladenreale, wenig gebraucht^ billig zu verkaufen. Marktstraße 16.