Erstes Blatt
Sonntag -en 7. März
Nr. 56
1886
TresS vierteljährlich 2 Mari 20 Pf. mit
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mari M H
Erscheint tLgiich mrt Ä««nrhme bed MontagS.
Schulftratze 7.
Betreffend: Dle Krankenversicherung der Arbeiter, hier: der Kreisstraßenwarte.
Gießen, am 3. März 1886.
Quittungen hierüber, in Empfang zu nehmen.
Dr. Boekmann.
fr. n
Jlnjeigen.
Mensch qK Ha«S> otb. b- Bl.
kS*
Gefunden: 1 Hemmgeschirr, 1 Knabenhandschuh, 1 Fächer, 1 Palentin.
Ferner auf der Eisbahn gesunden: 14 einzelne Handschuhe, 1 Paar Handschuhe, 1 Armband, 3 Schlüssel, 1 silberner Ning, 1 Cigarrenspitze, 1 Loupe, 3 Taschentücher, 1 Stück Kattun, 1 Pulswärmer, 1 einzelner Schlittschuh, 1 grauer Knabenüberzieher, 1 Federhalter.
Zugelaufen: 1 kleiner gelblichbrauner Hund (Dogge), 1 kleiner schwarzer Dachshund mit weißer Brust und gelber Pfote.
Gießen, am 6. März 1886. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
__________________________Fresenius.___
Das Großherzoglichc Kreisamt Gießen
an die Großherzoglicken Bürgermeistereien -er Landgemeinden des Kreises
Sie wollen die Gemeinde-Einnehmer anweisen, bezüglich der bis Ende December v. I. aus den Gemeindekassen für die Kreisstraßenwarte vorlagsweise gezahlten Beiträge zu den Kassen der Gemeinde-Krankenversicherung sofort mit der Kreiskaffe abzurechnen und die Vorlagen, gegen Abgabe der
England.
London, 5. März. Im weiteren Verlaufe der Debatte im Unterhause über den Antrag Holmes erklärte Lord R. Churchill, das Land müsse aus die wirkliche Gefahr aufmerksam werden; es gebe zwei Regierungen in Irland: diejenige der Nationalisten und diejenige der Königin; letztere sei ohnmächtig; die Nationalisten seien jetzt ruhig, würden aber den Kampf wieder beginnen, wenn die RegierungS'Projecte sie nicht befriedigen und dann stehe ein Kampf auf Leben und Tod zur Herstellung der Ordnung bevor. Em Antrag auf Vertagung der Debatte wurde von der Regierung bekämpft und mit 364 gegen 204 Stimmen abgelehnt, woraus der Unterantrag von Holmes abstimmungslos verworfen wurde. Das Unterhaus nahm sodann mit 106 gegen 79 Stimmen in zweiter Lesung die Bill, betreffend die Entschädigung der Opfer der jüngsten Exceffe, an.
— Von gut unterrichteter Seite verlautet, daß Gladstone entschloffen sei, seinen Vorschlägen bezüglich Irlands die Bildung einer eigenen irischen Regierung mit einem Parlamente in Dublin zu Grunde zu legen, da er hierin die einzige Lösung der irischen Frage erblicke. Man glaubt, Treoelyan werde seine Ent- laffung nehmen, ebenso soll der Rücktritt Chamberlain's und einiger anderen Mitglieder des Cabinets bevorstehen.
— Bei dem gestrigen Jahreseffen der Gesellschaft zur Unterstützung noth- leidender Ausländer hielt Waddington, welcher den Vorsitz fühlte, eine Ansprache, in welcher er sagte, daß er die Gefühle der französischen Republik wie die feini* gen ausdrücke, indem er erkläre, Frankreich wünsche, während es die Macht besitze, seine Interessen und seine Ehre zu vertheidigen, in Frieden und Eintracht mit der ganzen Welt zu leben.
Hriechenlanv.
Athen, 4. März. (Meldung der „Agence Havas.") Wie es heißt, hätte die griechische Regierung, weil die Türkei ihre Truppen an der Grenze verstärkt, die Einberufung von zwei weiteren Klaffen der Reserve bejchloffen-
Amerika.
New-Nvrk, 5. März. In Folge allgemeinen Strikes der Angestellten der Pferdebahn wurde der Betrieb der hiesigen Pferdebahnen heute eingestellt. Gestern begleitete eine starke Polizeiabtheilung einen Pferdebahnwagen, um demselben den Durchgang durch die Menge zu verschaffen, die für die Stickenden Partei genommen hatte. Die Menge griff Vie Polizei an, welche mit der Waffe vorgehen mußte.
Lokale-.
Gießen, 6. März. Am gestrigen Tage versandte die Maschinenfabrik von Heyligenstädt u. Comp. die 20,000ste Maschine, »ährend dieselbe unterm 3. September 1883 die 10,OO0ste abgehen ließ. Diese Zahlen geben gewiß glänzendes Zeugniß für die Leistungsfähigkeit der Fabrik wie auch über die Intelligenz und Rührigkeit ihres Chefs.
Arliss- iur .Last bä
rt>n*
Telegraphische Depeschen.
Wolff'- telegr. «orrespondeirz-Brrrea«.
Berlin, 5. März. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Der Reichskanzler leidet leit drel Tagen an einem schmerzhaften MuskelrheumatiSnius in der Brust und in den Schultern. Seiner Absicht, sich dennoch wenigstens heute an der Reichstagsdebatte über das Branntweinmonopol zu betheiligen, ist im Hinblick auf frühere Anfälle von Lungen- und Brustfellentzündung ärztlicherseits so bestimmt entgegengetreten worden, daß dararlf verzichtet werden mußte.
Berlin, 5. März. Reichstag. Fortsetzung der Berathung über das Branntweinmonopol. Dr. Buhl befürchtet eine Reihe wirthschastlicher Schäden durch das Monopol und bezweifelt die Richtigkeit der Berechnung über den finanziellen Ertrag. Wenn man auch für eine erhöhte Besteuerung des Branntweins stimmen könnte, so sei doch das Monopol für ihn und seine Freunde unannehmbar. Trotzdem sei er für Commlssionsberathung in der Hoffnung auf Verständigung über andere Regelung der Branntweinbesteuerung.. Der Finanzminister Scholz ist gegen diese Ausführungen und spricht seine Freude über die Möglichkeit einer Verständigung aus- Die Bedenken gegen das Monopol seien keineswegs durchschlagend. Die Steigerung des Consums ist durchaus nicht gleichbedeutend mit der Vermehrung des Alkoholismus, da der Spiritus auch andere Verwendungen habe. Scholz widerlegt die gestrigen Ausführungen Richters. Die Regierung habe keineswegs an eine Überrumpelung deS Reichstages gedacht und ebensowenig sei von einer nationalen Bewegung gegen das Monopol die Rede. Bewillige man das Branntweinmonopol, so habe die Regierung keinen Anlaß, mit dem Tabakmonopol zu kommen und hätten defien Gegner somit Grund, das Branntweinmonopol zu unterstützen- Der Minister hofft trotz der gemachten Ausstellungen eine Verständigung über die Branntwein-
:£)trrciiu. tarnen, jant nnb neu, billig verleiben unb zu Serien. ZAwantti'U.
6 Kanin-Besatz, rer per Meter con ) an bei M Kretzschmar, TülntzM 41.
Marm sucht M zu miethen- licht- Ttb- b. Bl-
Psg. gewaschen, 1408
Jllinger^ m fürehtet -troffen wurde, oder ,wdel, Ladungen, krankhaften Nener tie Broschüre,,Lebet -u.Heilung*.3 A,8J indw--B«’Aillor‘8arrt n Vilshofen, Bayern
ngffucht ,,
auf M-
i M-E" ;u wollen-
LchMrE^-
v GilhU UN» finden W
‘Wen.
^'che D.r k-,
'hen. • M Qllt^
end. in „LMmen
besteuerung. — Kröber lVolkspartei) ist gegen Commissionsberathung und für die einfache Ablehnung. Der bayerische Bundesrathsbevollmächtigte Graf Lerchenfeld bestreitet, daß Bayern ein Reservatrecht aufgegeben habe. Bayern halte eine Steuerreform für nöthig und von allen Steuerobjekten fei das Branntweinmonopol das beste- Bayern müsse sich erst mit dem Landtage über das Monopol einigen; fei aber das Monopol erst cingefübrt, so dürsten in Bayern viele Gegner des Monopols ihre Ansicht ändern — Kardorff hält das Monopol wegen der Notwendigkeit der Erhöhung der Reichseinnahmen für nothwendig. — Schubmacher (.Socialist) (st gegen das Monopol aus ethischen und wirthschaftlichen Gründen und empfiehlt die sofortige Ablehnung. Eine Commissionsberathung sei zwecklos. — Szanieki behält die Stellungnahme feiner Partei vor, bis die Sache in ein weiteres Stadium getreten. — Simonis bezeichnet Namens der Elsässer das Monopol für unannehmbar. — Rickert spricht gegen das Monopol.
Hieraus wird die Sitzung auf morgen vertagt.
Dresden, 5. März. Die erste Kammer bewilligte die Mittel zum Bau einer neuta Kunstakademie und eines KunstauLstellungsgebäudes in Dresden nach den Be- schlüssen der zweiten Kammer.
Karlsruhe, 5. März. Der Crbgroßherzog hatte eine unruhige, durch Athem- beschlberden gestörte Nacht. Heute Morgen ist das Fieber geringer, die Alhmung freier, im klebrigen ist der Zustand unverändert.
Bremen, 5. März. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd, „Ems", ist gestern Nachmittag 4 Uhr in Southampton eingetroffen.
Paris, 5. März. Gegen Schluß der Börse feuerte ein Unbekannter von der inneren Borsengallerie mehrere Nevolverschüsfe auf die Besucher der Börse im Saale; einer derselben wurde ganz leicht verwundet. Der Thäter verweigert die Angabe seines Namens und erklärte, er fei Anarchist und wolle die Kapitalisten bestrafen, welche das- Volk ausbeuteten. — Nachrichten aus Decazeville zufolge scheint die Lage sich etwas zu bessern.
Paris, 5. März. Der Mensch, welcher heute mit einem Revolver in den Börsenraum für Effectenhandel schoß, warf in den inneren Börsenraum auch eine Flasche, welche mit einer ätzenden Flüssigkeit gefüllt gewesen sein soll. Eine Kugel schlug nahe den Rentenmaklerschränken ein, zwei andere trafen das Gesims oberhalb der Pfeiler unter dem Telegraphenbureau. Der Verhaftete nennt sich Petrovich uno ist anscheinend dreißig Jahre alt. In seinen Kleidertaschen wurden zahlreiche Nummern von anarchistischen Journalen gefunden. Dem „Soir" zufolge gab der Attentäter bei der polizeilichen Vernehmung an, er beabsichtige schon lange, die Börse in die Luft zu sprengen und habe deshalb chemische Studien gemacht, Mischungen von explodirenden Stoffen vorgenommen und Bomben angefertigt, Letztere hätten aber nicht explodiren wollen, infolgedessen habe er sich entschlossen, den Revolver zu gebrauchen. Das Wesen des Verhafteten machte den Eindruck eines geistig Gestörten.
London, 5. März. Die Königin hatte heute Nachmittag im Buckinghampalast eine längere Conferenz mit Gladstone. Vorher hatte die Königin Rosebery und Granville empfangen.
— Der Assisengerichtshof verurtheilte acht wegen Theilnahme an den Ruhestörungen vom 8. Februar Angeklagte und zwar einen zu fünfjähriger, drei zu anderthalbjähriger, die übrigen zu dreimonatlicher bis einjähriger Zwangsarbeit. — Die der socialdemokratischen Föderation affiliirtcn socialdemokratifchen Vereine in Manchester und Salford beriefen für Sonntag eine Versammlung ein, wozu auch arbeitslose wie beschäftigte Arbeiter von Manchester cingeladen sind. Als Zweck der Versammlung wird angegeben, die Regierung zur Beschaffung von Arbeit für diejenigen zu veranlassen, welche gegenwärtig Hunger leiden, sowie zum Beginn der öffentlichen Arbeiten, die den dabei Beschäftigten einen für ihren Lebensunterhalt ausreichenden Lohn sichern.
London, 5. März. Unterhaus. Labouchcre begründete seinen Antrag bezüglich der Reform des Oberhauses. Eine aus erblichen Mitgliedern bestehende Legislatur sei unverträglich mit den Prinzipien einer repräsentativen Regierung. Gladstone bekämpfte den Antrag als zu weit gehend, eine Reform des Oberhauses werde allseitig für nothwendig gehalten, die Aushebung des erblichen Princips sei aber nicht zu billigen; bai Haus dürste der künftigen Behandlung dieser wichtigen Frage durch einen derartigen Antrag keine Fesseln anlegen. Darauf lehnte das Unterhaus den Antrag Labouchere mit 202 gegen 166 Stimmen ab.
London, 5. März. Das Unterhaus nahm mit 199 gegen 34 Stimmen einen Vertrag mit der Castern und brasilianischen submarinen Telegraphen-Compagnie an wegen Herstellung einer unterseeischen Telegraphenverbindung zwischen St. Vincent, Insel Sanel Jago, Bathurst, an der Westküste Afrikas Sierra Leone, Akkra, Lagos, unb der Nigermündung.
Athen, 5. März. Das österreichische Kanonenboot „Kerka" und die englische Nacht „Samte Marie" sind von der Sudabay im Piräus eingetroffen.__________
Wrützch.
NHwWH 38. X>“ °?»iL ■Mm fcefftS fx Zubehör, 11 Garttnamhäl, ift ■ vermietden.
Wag. Slub?H I“ cennitltoi.
täö Zimmer mit ,tT ftliiüt ju otts
n 'N der Erp. b- Bl.


