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Handel und Verkehr.

EL fFrankfurter Börsenberichts Der erste Geschäftstag im neuen Jahre fiel ans einen Samstag und war somit nicht geeignet, als Maßstab für bte Geschäftsgestaltung zu dienen. Am Sonntag blieb der Privatverkehr wegen des Iubitäumsfestes Sr. Majestät des Kaisers geschlossen. Unterdesten hatte am Wiener Platze eine recht schwache Haltung die Oberhand gewonnen, welche sich am Montag nnd Dienstag auch über die hiesige und Berliner Börse ausbreitete. Man mottmrte diesen plötzlichen Umschwung in der Tendenz zunächst mit der ungünstigen Schilderung einiger Wiener Blätter über die Lage der Türk. Tabaksregie, bei welcher Gesellschaft die Creditanstalt, wie bekannt, hervorragend interefsirt ist. .

Der allzugroße Optimismus, mit welchem der Haustier den Monat Januar, von dem er sofortige Inangriffnahme aller in letzterer Zeit projectirten oder gerücht­weise in Aussicht gestellten Emissionen beanspruchte und mit welchen Erwartungen sich derselbe heute schon ziemlich getäuscht sicht, hatte eine leichte Deroute gebracht. Speculative Abgaben des Berliner Platzes verstärkten das Lager der Contremine, die eine lebhafte Thätigkeit entwickelte. Hierzu kommt noch die neuerdings wieder Miß­trauen erregende orientalische Politik, die Dementirung, welche ein Pester Blatt der angeblich beoorsteheuden Finanzirung des ungarischen Regaliengcschäftes angedeihen ließ, die Meldung über größere ausländische Fallimente, die Nachrichten über die Eonoertirung von 4proccntigen Preuß. Eonsols in eine 3%procentige und die Kette der deprimirenden Motive war ansehnlich genug, um dem Markte ein weniger zuver­sichtliches Gepräge aufzudrücken.

Die Speculation hat nicht verfehlt, die hohen Eourse der letzten Tage zur umfangreichen Realisation zu benutzen, in eingeweihtcn Kreisen herrscht jedoch die vor­nehmliche Ucberzeugung, daß größere Finanzgeschäfte noch im Laufe dieses Monates die Börsen wieder zu einer regeren Activität anspornen werden und daß die Eontre- minc gegenwärtig mit ihrer pessimistischen Anschauung keine Seide spinnen wird. Die Eapitalsmacht des Privatpublikums bewahrt noch immer ihre alte Spannkraft, es kann nicht fehlen, daß unter der Geldabundanz wie sie heute vorherrschend ist, solide Neuemifsioncn seitens des Capitals vielfach überzeichnet werden. Die Zeit wo das Eisen geschmiedet werden muß, ist gekommen und Die großen Banken und Bankhäuser» werden sich gewiß die Gelegenheit nicht entgehen lassen, Papiere mit solider Verzinsung, an denen noch lange kein Üeberfluß vorherrscht, an den Markt zu bringen. Im Frank­furter Eoursblatte ist mit dem 2. Januar eine anerkennenswerthe Neuerung eingeführt, indem bei in Procenten uotirten Effecten, analog Berlin, Decimalnotirung platzgegriffen Hal, während bei per Stück in fl. Oe. W. notirtcn Valeurs das V« System bei­behalten bleibt. Der Kapitalist wird darnach mit Leichtigkeit seine Börsenordres selbst conttoliren können und Frankfurt, sofern dies bis jetzt nicht geschehen, gerne als Handelsort benutzen.

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Aus dem Frankfurter Börsenverkehr find folgende Einzelheiten hauptsächlich bemerkeuswerth: Oesterr. Creditactien ca. 2 fl. matter, Disconto - Antheile verloren etwa 1,50%, Oesterr. Eisenbahnwerthe litten meist wegen der erheblichen Niinder- einnahmen empfindlich und zwar Buschtehrader 3% fl., Duxer 1% fl., Böhm. West, und Staatsbahn je 1 fl. Elbthal, Köflacher und Albrecht je % fl- einbüßend. Schweizer Actien eine Nuance schwächer. Deutsche Bahnen ziemlich fest. Hess. Ludwigsbahn %% erholt. Ausländische Renten still, Egypter Bruchtheile höher. Russen und Oesterr.- Ungar. Fonds preishaltend.

Am Anlagemarkt erfreuten sich die in Gold verzinslichen Oesterr., sowie ruh". Prioritäten bei regerem Geschäft größerer Beachtung. Amerikanische R. R. sehr fest. Man sieht einer weiteren Belebung, weil der größte Thcil der Tariferhöhungen erst mit diesem Jahre in Kraft getreten ist, entgegen. Milwaukee und Oregon-Stocks bevorzugt und höher. Die klebrigen ebenfslls sehr fest. Jndustrieacticn rubig, Brauerei Binding und Türkische Tabakregie je 1% nachgcbcnd, Westsregeln 1%, Bad. Zucker ca. 0,80% höher. Von sonstigen Banken erzielten D. Reichsbank 0,80%, Darm­städter und Württemberger Vereinsbank je 0,40% Preisbesserung. Deutsche Bank ver- loren ca. 1,20%, Privat-Disconto 3%.

Nervöse Erscheinungen (Palpitationen des Herzens, Kongestionen nach dem Kopfe 2C.) sind häufig die Folgen des Genusses starken Cafes oder Thees. Trotzdem bedarf der Magen eines solches Reizmittels, und dieses bietet sich im reinen, entölten Cacao, der einmal jene schädlichen, erregenden Wirkungen nicht hat, außerdem aber durch seinen hohen Gehalt an Protemstoffen an Nährwerth uene bei weitem übertrifft. Der Cacao muß natürlich rein und von feinstem Geschmack sein, und ist Blookers holländischer Cacao besonders zu empfehlen- 187

Nach Ausspruch

eines berühmten H- Universitäts-Professors wären bei künftigen Generationen wenig oder keine Kahlköpfe mehr zu erwarten, wenn man sich von Jugend auf statt der schädlichen Oelc und Pomaden ausschließlich des

«Haarwassers v. C. Netter, München bedienen würde, welches allein Alles enthält, was einer rationellen Haar- und Kopf- hautpflege dienlich ist. Zu haben um 40 Pfg. u. Mk. 1,10 bei I. «H. Fuhr* 584

Kirchliche Anzeigen der evsngel. Gemeinde.

Am Donnerstag, den 7. Januar, Abends 6 Uhr, Erbauung sstunde in der Kirche: Die Heiden im ganzen Leben Knechte der Todesfurcht, gezeigt aus dem Leben I Der Hindus, Missionsprediger Thumm aus Frankfurt a. M.

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HolMsteigermg

Sonnabend, den 16. d. Mts., von 6Nhr ab wird im Locale des Gastwirlhs La uz zu Wißmar nachoerz Holz aus dem Gem.-Walde Wißmar, Distr. Assclbach- Kühbach, Ruttersgrund, Winterberg und Wäldchen versteigert:

I. Stämme: a. Eichen: 1 St. 1. Kl. = 2,51 Feslm., 2 St. 3. Kl. = 0,66 Festm-; d. Fickten: 285 St. IH.-IV. Kl. = 55 39 Fcstm. II. Stangen: Fichten: 662 Si- 1HI- Kl. mit 38,73 Festm.; III. Brennholz: a. Buchen: 412 rni. Derbholz, 128 rm. Stöcke, 1038 rin- Reiser; d. Eichen: 24 rm- Derbholz, 1 rm. Stöcke, 20 rm. Reiser; «.Fichten: 10 rm- Kpl, 310 rm. Reiser; d. Gemischte Reiser 350 rm. 203

Crofdorf, den 5. Januar 1886.

Das Bürgermeisteramt.

Dienstag n. Mittwoch, den 12. u. 13. Januar, Nachmittags 2 Uhr, wird im Hause des Herrn Weinhändler C. Schwan, Seltersweg, II. Stock, Der Nachlaß des H.-rrn Director Stein, be­steh. in Möbeln, Betten und sonstigen Haushaltgegenständen, namentlich 1 Glas­schrank, Bettstellen, Sopha's, Tische, Stühle, Spiegel, Porzellan, Glas und sonstiges, versteigert.

181 Im Auftrag:

Fr. Müller, Ortsgerichtsmann.

Ieilgeöotenes.

Nürnberger Loose

Ziehung am T,S., 9. Januar.

Loose sind vorräthig. 198

Julius Wallach.

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den: i

1. Planirarbeiten

2. Maurerarbeiten

3. Brechen von Grundbau­steinen

4. Anfahren von Grund­bausteinen

5. Liefern zugerichteter Wandsteine

6. Liefern zerkleinerter Decksteine

Der Kreisingenieur: Gnauth.

625,

417,

7. Chaussirarbeiten

8. Liefern und Einbringen von Uebergründungs- material

Uergebung von Straßenbau-Arbeiten.

Die Ausführung der nachstehenden, zum Ausbau einer Kreisstraße von Göbelnrod nach Grün­berg erforderlichen Arbeiten und Lie­ferungen soll

Montag den 11. d. Mts., Mittags IVi Uhr, in dem Schulhause zu Göbelnrod in mündlichem Abstrich vergeben wer-

riefmarken zu Sammlungen verkauft, staust, tauscht und giebt Commissions- ckager mit 33%% 11

I G. Zechunyer, Nürnberg.

Cont.-Mk. ca. 200 S. p. Mill. 60 H.

Kostenvoranschlag und Bedingungen sind auf Großherzoglicher Bürger­meisterei Göbelnrod, sowie nebst Plänen und Erdberechnung bei dem Bezirksbauaufseher Maringer in Grün berg einzusehen.

Gießen, am 5. Januar 1886.

Holzverfteigermg.

Freitag den 15. d. Mts., von 9 Uhr ab, wird in hiesigem Gemeindehause nach­verzeichnetes Holz aus dem Gem.-Walde Crofdorf - Gleiberg, Disir. Krokcl, Krokclberg, Dickersau, Alterhau, Bruch- wies u. Seiles, versteigert: 1. Stamm­holz: a. Eichen: 102 Stck. IIV. Kl. = 1. 2,02 Festm., b. Fichten: 20 Stück III. u. IV. Kl. mit 4 Festm., c. Erlen: 138 Stck. II.IV. Kl. mit 47,15 Festm. II. Stangen: Fichten: 629 Stck. I.-I1I. Kl. mit 22,41 Festm. III. Brennholz rm: a. Derbbolz: 69 Eichen, 16 Buchen, 17 Fichten, 47,5 Erlen; b. Stöcke: 25 Eichen; c. Reiser: 303 Eichen, 2127 Buchen, 290 Erlen, 350 Fichten, darunter 120 rm Spalierholz.

Crofdorf, am 5. Januar 1886.

202 Das Bürgermeisteramt.

AllgrMZiKsr Anzeiger. Pfemüg-Sparkasse.

Die Einleger werden aufgefordert, Samstag den 9. Januar l. I. die Sparkassenscheine zum Zwecke der Einlage der Pfennigspargelder in die Spar­kasse dahier an die Pfennigsparkaffe-Erheber abzuaeben.

Gießen, 6. Januar 1886.

Plakat-Fahrplan

aller auf Station Gießen ankommenden und abgehen-

I den Züge für den Winterdienst 3885

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