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her benachbarten Universität Marburg, die erst in neuerer Zeit errichtet wurden, einer eingehenden Besichtigung unterworfen. Als Resultat derselben setzte sich die Anschauung fest, daß in der That die bisherigen Localitätm ebensowohl im Interesse der Umoersttat Gießen wie der Heilung suchenden Kranken und Pfleglinge nicht beibehalten werden können, was im Speciellen motioirt wird. Daraufhin kam hauptsächlich noch in Frage, ob es zur möglichsten Sicherheit bezüglich der zweckentsprechenden Anlage, sowie mit Rücksicht des bedeutenden Kostenpunktes nicht angezeigt sei, die Entwerfung der Pläne und Kostenvorauschläge zur öffentlichen Concurrenz auszuschrerben oder doch wenigstens die vorliegenden Pläne und Kostenvoranschläge einer Superrevision durch eine besondere Commission zu unterwerfen. Dem gegenüber verhielt sich jedoch dre Negierung ablehnend, worauf der Ausschuß diese Sache unter der Anerkennung, daß die Pläne und Voranschläge, denen auchErläuterungen" beigegeben sind, allerdings sehr vorsichtig und sachgemäß aufgestellt seien, wieder fallen ließ. .Was nun die Prüfung der Bauten an sich betrifft, von denen angenommen fit, daß sie in 2Vz Jahren fertiggestellt seien, so beantragt der Ausschuß kurz: 1) zur Errichtung der oben be­zeichneten Gebäude und ihrer Ausstattung ?c. der Regierung nach Abstrich von der angeforderten Summe von 1,441,800 X, der Beträge von 54,000 X für Zinsen während der Bauzeit und von 171,400 X für Einführung der Dampfluftheizung in der inedicinischen und gynäkologischen Klinik und nach weiterem Abstrich an der Rest- sunlme von 10 pEt. somit den Betrag von 1/W4C00 x als Pauschsumme mit der Beschränkung zur Disposition zu stellen, daß Ersparniffe durch Abgebote an den Vor­anschlägen nur soweit zur Verwendung kommen dürfen, als sie zur Deckung von Auf­geboten über die Voranschläge oder zu Fundamentirungs - Arbeiten nothwendig sind;

2) unter gleicher Beschränkung zur Bestreitung der Kosten der Heizungs-Einrichtung in der medicinischen und der gynäkologischen Klinik 154.260 X im Höchstbetrage zu be­willigen, ohne daß Ersparnisse an diesem Betrag der Summe sub 1) zugewendet werden dürfen- 3) behufs dieser Bauten die Zustimmung zur Aufnahme eines höchstens zu 4 pEt. verzinslichen Anlehens zu ertheilen; 4) die Regierung zu ermächtigen, die Zinsen für das flüssig gemachte Kapital während der Bauzeit aus den Ueberschüssen der Hauptstaatskasse zu decken; 5) sich damit einverstanden zu erklären, daß die Tilgung so erfolge, daß die jeweilig durch den Etat dazu bestimmt werdenden Mittel zum An­kauf einer entsprechenden Anzahl von Schuldverschreibungen verwendet werden, und daß dem Staate nicht aber auch den Inhabern der Schuldverschreibungen das Recht vorbehalten bleibt, die ausgegebenen Schuldverschreibungen auch zur Einlösung mittelst Baarzahlung des Nominalbetrags der Kapitalien zu kündigen; 6) zu ge­nehmigen, daß 6200 X, welche von dem in der Finanzperiode 188285 für Umbauten in der dermaligen Entbindungsanstalt vorgesehenen Betrage von 10,330 X noch dis­ponibel sind, für die Kosten der Einrichtung derselben für die Zwecke des physiologischen Instituts Verwendung finden. (F- &)

TekgrilMche Depeschen.

Wolff - telegr. Eorrespondeirz - Durra«.

Berlin, 5. Januar. Eine königliche Verordnung beruft den preußischen Landtag auf den 14. Januar ein.

Paris, 5. Januar. Gutem Vernehmen nach werden Goblet, Carnot und Sarrien in das neue Cabinet Freycinet eintreten. Alle übrigen von den Blättern be­züglich des neuen Ministeriums gebrachten Nachrichten sind zweifelhaft.

Madrid, 5. Januar. Sagasta verlas in der Kammer und im Senat das Decret, welches die Sitzungen suspendirt.

London, 5. Januar. Eine Depesche Lord Dufferin's meldet, daß die Dacoits 24 Meilen von Mandalay 3 Europäer getödtet haben.

Ein Telegramm aus Abri von gestern meldet, die Aufständischen hätten sich weiter zurückgezogen, in Kaibar befänden sich nur noch Nachzügler. Nach den im arabischen Lager aufgefundenen Angaben bestehe die Streitmacht der Aufständischen aus nahezu 11,000 Mann.

UniverfitätS - Chronik.

Marburg, 4. Januar. Die hiesige Universität hat Sr. Majestät, dem Kaiser und König zu Allerhöchstdessen fünfundzwanzigjährigem Regierungs - Jübiläum ihre Glückwünsche durch nachstehende von Herrn Professor Dr. Cäsar verfaßte und von Herrn Professor l)r. Justi in überaus künstlerischer Weise ausgeführte, in einem prachtvollen Einband liegende Adresse übersandt:

Allerdurchlauchtigster, Großmächtigster Kaiser und König! Allergnädigster Kaiser, König und Herr!

Die bevorstehende Jubelfeier des Regierungsantritts Eurer Kaiserlichen und Königlichen Majestät als Preußens König mahnt den akademischen Senat der Uni­versität Marburg, seine ehrfurchtsvollsten Wünsche darzubringen und um deren huld­reiche Aufnahme allerunterthänigst zu bitten. Hat diese Universität, seitdem sie in Eurer Majestät ihren hohen Herrn und Beschützer verehrt, durch besondere Erweisungen landesväterlicher Gnade schon wiederholte Gelegenheit zum Ausdrucke innigsten Dankes gefunden, so theilt sie bei dem gegenwärtigen Anlaß die allgemeine Festfreude nicht nur aller Unterthanen Eurer Majestät, sondern der weiten Kreise, welche in unserem Kaiser und König den weisen und gerechten Förderer des Volkswohles erkennen. Erinnerungstage wie dieser weisen den Blick zurück über den Zeitraum, dem sie zu­nächst gelten, hinaus auf ein langes, mit großen freud- und leidvollen Erfahrungen erfülltes Leben in einer der entwickelungsreichsten Periode der Menschengeschichte; aber insbesondere die letzten fünfundzwanzig Jahre haben Euere Majestät in einem meist dem Nachlassen von rüstiger Arbeit sich hingebenden Alter unter Gottes Segen einen Reichthum schaffender Thätigkeit entfalten sehen, welcher der Nachwelt wie den Zeit­genossen ein Gegenstand verehrender Bewunderung sein wird.

Gestatten Eure Kaiserliche und Königliche Majestät uns zur Jubelfeier mit der Versicherung unverbrüchlicher Treue den dankerfüllten Wunsch auszusprechen, daß es unserem greisen Fürsten vergönnt sein möge, die Früchte Seines Wirkens in einer großen Zeit Seinen hochherzigen Absichten entsprechend ferner in Frieden gedeihen zu sehen.

In tiefster Ehrfurcht verharren wir Eurer Kaiserlichen und Königlichen Majestät allerrlnterthänigste, treugehorsamfte

Rector und Senat der Universität Marburg.

Lokale».

G. Gießen, 6. Januar. (Sterblichkeit in Gießens Die Zahl der Todesfälle vermehrte sich im Laufe der Woche vom 27. December bis 2. Januar wieder und stieg bis auf 8. Es wurden 2 Kinder und 6 Erwachsene betroffen. Bei einem Kinde im ersten Lebensjahre wurde Lungenblutschlag als Todesursache bezeichnet, bei einem zehn­jährigen Knaben Gehirnentzündung. Von den erwachsenen Personen starben 2 an Lungenschwindsucht, eine an Leberentartung, eine an Blinddarmentzündung. Ein Mann wurde durch unglücklichen Zufall von einer Locomotive überfahren und in einem Falle, in dem keine ärztliche Beobachtung stattgefunden hatte, konnte eine bestimmte Todesursuche nicht angegeben werden.

Veranlaßt durch das regnerische Wetter der letzten Tage sind Lahn und» Wieseck wiederum bedeutend gestiegen. Die städtische Pumpstation bewährt sich bei dieser Gelegenheit wieder ganz glänzend. Von gestern Abend 8 bis 12 Uhr und heute Morgen 5 bis 12 Uhr arbeitend, ist es ihr gelungen, die innere Stadt ganz wasser­frei zu halten.

Vermischtes.

Aus dem Großherzogthum Hessen, 2. Januar. Man erinnert sich, daß nuf dem dermaligen Landtag gleich nach Beainn desselben die von dem verflossenen Landtag verneinte Frage wegen Uebernahme der mit den Gymnasien verbundenen Vor­schulen durch den Staat alsbald wieder angeregt wurde. Nachdem nämlich der Ab­geordnete für Gießen, Metz, die Vereinigung der Gießener Vorschule mit dem dortigen Gymnasium beantragt hatte, folgten die Abgeordneten für Darmstadt, Wolfskehl und Ohly, mit einem gleichen Antrag bezüglich der Vorschule in Darmstadt, und der Ab­geordnete für Worms, Reinhart, generalisirte sodann die Sache durch den Antrag: die principielle Uebernahme der Vorschulen der Gymnasien auf Staatskosten zu bc- fchließen". lieber diese Anträge hat jetzt der Finanzausschuß zweiter Kammer Bericht erstattet. Wir ersehen daraus, daß die Großherzogliche Regierung, im Einklang mit Ler auf dem vorigen Landtag eingenommenen Stellung, fiir die Anträge eintritt; im

Ausschuß hat sich aber, wie früher, eine Mehrheit und eine Minderheit gebildet. Die erstere beantragt,die Großherzogliche Regierung zu ermächtigen, die zu Darmstadt, Gießen, Worms und Bensheim bestehenden Vorschulen als organisch mit den Gymnasien verbundene Staatsanftalten zu übernehmen", die letztere dagegen will sämmtlichc Anträge abgelehnl wissen, indem sie eine Reihe von Bedenken gegen die Uebernahme der Vorschulen durch den Staat äußert, die aber von der Mehrheit für zu weitgehend bezeichnet werden. t . (Fr- I.)

Hanau, 31. December. Ein Act roher Brutalität, der seines Gleichen iud)t, wurde dieser Tage auf der Straße von hier nach Klein-Steinheim an einem jungen Manne verübt. Derselbe wurde, wie man demMainz. Anz." schreibt, ahnungslos von zwei ihm auflauermden Individuen überfallen,- die ihm mit einem Instrumente oder Steine ca. fünfzehn Zähne einschlugen. _ Wie wir hören, soll es dem Bedanerns- werthen infolge dieses Attentates auf seine Kiefer kaum im Leben mehr möglich werden, feste Speisen zu genießen. , p

Liegnitz, 3. Januar. Ein Neujahrsgeschenk, das eine große Anzahl von Familien erfreut, ist die Begnadigung der wegen Insubordination beim Baden zu längeren Festungsstrafen verurtheilten Königsgrenadiere zur Hälfte ihrer Strafe. Nur dem mitschuldigen Einjährigfreiwilligen ist die Begnadigung nicht zu Theil geworden, wohl weil diesem bei seiner höheren Bildung eine größere Verantwortlichkeit für seine Weigerung, zu gehorchen, beigemessen ist.

Frankfurt a. DL, 2. Januar. Als heute Mittag ein Geldbriefträger einem jungen Manne, Merzbach aus Oehringen, Geld abliefern wollte, fand er den Adressaten als Leiche; derselbe hatte sich kurz vorher erschossen und wahrscheinlich vergebens auf das Geld gewartet. Kürzlich starb hier eine alte, anscheinend gebrechliche und in ärmlichen Verhältnissen lebende Handwerkers-Ehefrau, die sogar in sogen, gebildetcir Kreisen ein gewisses Ansehen als Kartenschlägerin genoß. Wie sich jetzt herausstellr, hat sie ein Vermögen von 60,000 X hinterlassen. Anläßlich des^25jähriaen Regierungs - Jubiläums des Kaisers hat der Sohn einer altfrankfurter Familie der hiesigen Stadtbehörde ein Standbild des Kaisers aus Bronce angeboten. Illach dem Wunsche des Stifters soll die Statue auf die zukünftige Fußgängerbrücke die jetzige Eisenbahnbrücke, oberhalb des ehemaligen Grindbrunnens so zu stehen kommen, daß der Blick des Kaisers auf die Stadt fällt. Das Standbild soll ein Gegenstück zur Statue des Kaiser Karl auf der alten Mainbrücke bilden.

Wie man zum Glück fommt.J Ein Mann kommt zu einem Bankier und verlangt ein Loos, es müßte aber Nr. 42 sein. Der Bankier bedauert, die Nummer nicht zu haben.Ich bitte Sie. verschaffen Sie mir dir Nummer; ich zahle Ihnen den doppelten Preis". Der Bankier verspricht, sein Möglichstes zu thun. Nach einigen Tagen gelingt es ihm in der That, die Nummer 42 aufzutreiben und er schließt mit dem Mann, der ihm nicht recht bet Trost erscheint, den Handel ab. Die Ziehung er­folgt. Höchster Gewinn Nr. 42. Als der Mann sein Geld holt, sagt der Bankier: Nun, bitte, sagen Sie mir, wie kamen Sie denn eigentlich dazu, gerade Nr. 42 zu setzend"Ja, sehen Sie, das ist so. Ich halte einen Traum. Es ging die Thüre auf und es kommt eine große Nummer 7 herein und hinter ihr wieder eine und dann noch eine und so fort, bis das ganze Zimmer voller Sieben war. Ta denk' ich mir, das hat was zu bedeuten. 7 mal 7 ist 42; da setzt du in die Lotterie, da gewinnst du. Und so war es auch!"

Ein Dampfvelociped hat sich I. Schweizer in Solothurn patentiren lassen. Nach kostspieligen Versuchen ist es ihm gelungen, seine Erfindung so weit zu vervoll­kommnen, daß er sein Fahrzeug auf den Markt bringen darf. Die Idee ist nach der N. Zür. Ztg." folgende: An der Hinterseite eines Tricycles wird ein Dampfkessel angebracht, der einen Motor speist, welcher speciell für diesen Zweck conftruirt ist. Die Maschine wiegt nur 12 k, bei einem Cylinder-Durchmesser von 10 cm, und es ist für die beste Ausnutzung des Danlpfes durch Expansion gesorgt. Mit dem Motor selbst ist eine Luftbremse verbunden, mittelst deren man beim Heruntersahren die Fahr­geschwindigkeit vollständig in der Hand hat. Die Leistungen sind ziemlich große, da Schweizer bei seinen Probefahrten mit Leichtigkeit 20 km pro Stunde zurückgelegt hat. Steigungen bis 10 Grad werden gut überwunden. Die Maschine arbeitet ruhig und geräuschlos. Das Dampftricycle wird ein- und zweisitzig conftruirt und kommt auf etwa 12001500 Franken zu stehen. Das neue Modell erhält ein Dach mit seitlichen Stören und einer Schutzwand, die Passagier und Kessel von einander trennt. Neben dem letzteren ist ein Reservoir für Wasser und ein Korb für Kohle, vorn auf dem Fußbrett Raum für Gepäck. Das Gewicht des ganzen Fahrzeuges ist 110 k, wenn Kessel und Reservoir gefüllt finb.~ In 20 Minuten ist das Dampftricycle immer fahr­bereit und man hat nur jede Stunde etwas Kohle nachzulegen. Schweizer gedenkt Weingeistheizung anzuwenden, was die Speisung wesentlich vereinfacht, den Kessel ver­kleinert und die Reinlichkeit erhöht. Zwei Kilogramm Kohlen oder ein Liter Spiritus genügen in der Stunde zur Speisung. Ein Dampf-Bicycle mürbe kürzlich in New- Aork von seinem Erfinder Mr. Copeland vor Tausenden von Zuschauern und Hunderten von versammelten Bicyclistenvorgeritten". Nachdem dasselbe nur fünf Minuten zum Anheizen gebraucht hatte, schwang sich der Erfinder in den Sattel und durchfuhr die vorhandene Kreisbahn im schnellsten Tempo länger als eine halbe Stunde. Der kleine Röhrendampfkessel, welcher sammt dem kleinen Dampfmotor hinter dem Reiter an­gebracht ist, wird mit Gasoline geheizt und hat eine Spannung von 60 Pfund pro Quadratzoll. Die Maschine macht 180 Umdrehungen in der Minute und wirkt direct auf die Achse des kleinen, hinteren Rades, dessen Durchmesser sich zu dem des großen Rades wie 1 : 9 verhält. Ein kleines Wasserreservoir enthält zwei Liter Wasser und ist ebenfalls über der hinteren Achse niontirt. Der Erfinder wird nunmehr ein Bicycle mit größerer Dampfkraft Herstellen, welches auf die Dauer von zwei Stunden Laufzeit berechnet ift

Konstanz, 4. Januar. Wie gerüchtweise mitgetheilt wird, soll das Urtheil des Kriegsgerichts über Lieutenant Hellwig, das zur Zeit dem Kaiser Wilhelm zur Be­stätigung vorliegt, auf 4 Jahre Haft (wegen Duells) und Ausstoßung aus dem Heere (wegen Ehrenwortbruched lauten.

Wie der erste Kuß schmeckt.) In dem Tagebuche einer jungen Dame fanden wir darüber Aufzeichnung:Am 20. Mai küßte mich R. zum ersten Diale! Ich fühlte mich wie in einem Kübel mit Rosen, die in Honig, Eau de Cologne und Champagner schwammen; als ob etwas auf Diamantenfüßen über meine Nerven liefe und viele kleine Gondeln mit Engeln durch meine Adern strömten und als ob durch meinen ganzen Körper ein magisches Regenbogenlicht sich ergösse!" Das genügt.

sVacante Stellen für Militäranwärter im Bezirk des 11. Armcecorps.1 Blankenhain, Großh. Directorium des Karl-Friedrich-Hofpitals, Hilfswärter, 18,50 bis 25 X monatlich bei vollkommen freier Station. Eschweae, Postamt, Postschaffner, 800 X Gehalt und 108 X Wohnungsgeldzuschuß. Meschede, Stadtvorstand, Nacht- ivächter, 105 X, bei den Staatschausscen im Amtsgerichtsbezirk Allstedt 1, event. 2 Chausseewärter, 40 X monatlich. Ruhla, Großh. Bezirksdircctor in Eisenach, Chausseewärter, 40 X monatlich.

Literarische-.

sUnioersu m.) Zur Feier des fünfundzwanzigjährigen Regierungs-Jubiläums Sr. Dtajeftät des deutschen Kaisers als König von Preußen bringt das siebente Heft desUniversum", illustrirte Zeitschrift (herausgegeben von Eugen Friese, rebigirt von Jesko von Puttkamcr) ein vorzügliches Portrait bes greisen Helben nach bem Gemälbe von G. Richter, mit einer von patriotischem Feuer burchglühtcn Wibmung. Zum 2. Januar 1886". Die spannenbe Novelle von Moritz von Reichenbach:Rouza" zeichnet sich bnrch eigenartiges Colorit aus;Der Ring bes Polykrates", eine Er­zählung von Ernst von Walbow, führt uns einen Frauencharakter vor, welcher in feinen tief psychologischen Zügen burch Lebenswahrheit zugleich fesselt unb erschreckt. Von ganz hervorragenber Bebeutnng ist bie außerorbentlich interessante, physiologische und psychologische Betrachtung der Brüder Adolf und Carl Müller:Der Instinkt und bie Hanblungen ber Ueberlegung in ber höheren Thierwelt"; ber sich nicht minber vortreffliche Aufsätze, wie:Die Betheiligung bes Offiziers an unserer mobernen Literatur" von Dr. I. Steinbeck unbAbolf Menzel" (mit Portrait) von A. Stein, anschließcn. Die Plauberei von A. v. WinterselbDie kleine Garnison" ist ebenso humoristisch wie unterbaltenb unb Em er ich Graf Staoion'S Ritornelle:Giftblüthen" eigenartig unb packenb zugleich. Außer bem erwähnten Bilb:Kaiser Wilhelm I." enthält bas siebente Heft an Kunstbeilagen noch:König Friebrich Wilhelm!, begegnet einem Zuge Salzburger Emigranten" von F. Neuhaus unb:Winterlanbschaft" von C. Scherres in bekannter vortrefflicher Ausführung.