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Ursprünglich sind die Nadeln ein Stückchen meist aus Gußstahl bestehender Draht, welcher, zuerst in Ringen gewunden, gerade gerichtet und geschnitten wird. Diese Arbeit vollziehen heute praktische Richt- und Schneidemaschinen, denen die vor­maligen Handwerkszeuge, als Richtkandeln, Nichthaspeln und Handscheeren ichon längst weichen mußten. Ucbrigens haben jene neueren Maschinen noch den Vortheil, daß sie mit mathematischer Genauigkeit arbeiten, was Menschenhände niemals im Stande sind.

Die gewonnenen Drahtstückchen, Schäften genannt, kommen nun zur Schleif­und Feilmaschine, nachdem ihnen zuvor in den Stampfmaschinen Buchstaben, Firma, Zeichen, besonders aber die Furche oder Fohre eingepreßt wird, innerhalb welcher später das Auge (Ohr, Oehr), eingestochen werden soll. Den Schluß bilden die Scheuer­maschinen, in welchen die Nadeln blank geputzt werden, woran sich endlich die ziemlich mühselige Arbeit des Verpackens und Etikettirens anschließt. Zu 10, 20, 25 und mehr Stück werden die Nadeln inBriefe" und diese wieder in größere Packete verpackt, um endlich in alle Weltgegenden versandt zu werden und so wird denn die nähende, stickende, flickende, ausbessernde, schneidernde und Puh machende Menschheit, auch der Junggesell, der sich selbst Knöpfe annähen muß, mit Nadeln versorgt.

Wie nun aber in allen Unternehmungen der menschliche Geist nie ruht, wie er immer und immer zur Vollkommenheit strebt, wie er fort und fort die Arbeit durch Hilfe von Maschinen von sich abwälzt und sich so den größtmöglichsten Genuß mit möglichst weniger körperlicher Anstrengung zu verschaffen bestrebt ist, wie er endlich, um den Consum zu decken, erfinderisch werden mußte, so mar dies auch auf dem Gebiete der Näherei der Fall. Man strebte darnach, die Nähte mit mechanischen Vor­richtungen herzustellen und construirte Nähmaschinen.

Die Entwickelungsgeschichte der Nähmaschinen reicht viel weiter zurück, als man gewöhnlich annimmt. Schon zu Ende des achtzehnten Jahrhunderts waren einzelne bemüht, das Nähen mit der Hand durch die Arbeit eines Mechanismus zu ersehen, doch konnten diese Bemühungen keinen praktischen Erfolg haben, so lange man durch den Mechanismus die Bewegung der Hand mit Beibehaltung der gewöhnlichen Näh­nadel nachzuahmen suchte.

Das erste Patent auf eine derartige, constructiv noch höchst unvollkommene Maschine wurde 1790 dem Engländer Thomas Saint ertheilt; das zweite Patent nahmen die Engländer Thomas Stone und James Henderon im Jahre 1804 auf eine Maschine, mittelst deren man die überwindliche Macht herzustcllen im Stande war. Eine einigermaßen brauchbare Maschine, die aber gleichfalls noch auf dem Princip der Handnäherei beruhte, führte 1814 Josef Madersperger in Wien aus, die er im Jahre 1839 in eine Maschine mit zwei Nadeln umwandelte. Die erste Nähmaschine, welche in größerer Zahl angewendet wurde, war die im Jahre 1829 von Barthelemy Thimonnier erfundene, welche mittelst einer Hakennadel und eines fortlaufenden Fadens den einfachen Kettelstich berstellte.

Vollständig unabhängig von den genannten Erfindern construirte im Jahre 1830 Walter Hunt in New-York die erste Maschine für den Doppelsteppstich, der jetzt von der Nähmaschine fast ausschließlich erzeugt wird, indem die Nadel mit an der Spitze befindlichem Oehr für den Oberfaden und eine dem Webeschiffchen ähnliche Vorrichtung für den Unterfaden anwendete. Diese Eonstruction, welche die Grundlage der heutigen Schifichenmaschine bildet, blieb lange Zeit unbekannt, weil ihr Erfinder aus Mangel an Selbstvertrauen unterließ, sie der Oeffentlichkeit zu übergeben.

Als der eigentliche Schöpfer der Nähmaschine gilt daher gewöhnlich Elias Howe aus Spencer (Massachusetts), der sich im Jahre 1846 eine der Hunt'fchen Maschine vollständig ähnliche potentiren ließ. Der eifrigste Eoncurrent Howes war I. M. Singer, der Begründer der Singer-Manufacturing-Company in New-York, welcher sich große Verdienste durch mannigfache Verbesserungen der Schiffchenmaschine erworben hat. Im Jahre 1852 etablirte Allen B. Wilson in Gemeinschaft mit dem Kaufmann Wheeler in Bridgeport eine Nähmaschinenfabrik und zu derselben Zeit ließ sich Grover, der in Verbindung mit Baker eine Fabrik errichtete, eine Maschine patentiren, welche den doppelten Kettenstich erzeugte.

Gegenwärtig beträgt die Zahl der auf Nähmaschinen ertheilten Patente bereits mehrere Tausend.

Die größte Bedeutung unter den Nähmaschinen producirenden Ländern haben auch gegenwärtig noch die Vereinigten Staaten von Nordamerika mit einer Jahres- production von ca. 2 Millionen. In zweiter Linie steht seit dem Anfang der sechziger Jahre Deutschland, zu welcher Zeit die erste deutsche Nähmaschinenfabrik in Hamburg, die von Pollack, Schmidt & Co. errichtet wurde. Als größte deutsche Firmen sind Frisier & Roßmann, Seidel & Naumann, Baer & Rempel zu nennen und zwar sind die Hauptorte der Fabrikation Berlin, Dresden, Bielefeld und Kaiserslautern. Deutsch­land producirt jährlich gegen 3/< Millionen Maschinen. Die Zahl der Stiche der ver­schiedenen Nähmaschinen variirt zwischen 5001000 in der Minute.

Zum Schluß noch die kurze Bemerkung, daß auch auf dem Gebiete der Näh­maschinenfabrikation Deutschland jeder Concurrenz die Spitze bietet und daß diejenigen Personen, welche fremdes Fabrikat kaufen, schlechterdings keine bessere Waare erhalten, wohl aber dieselbe theurer bezahlen müssen.

Nähnadel und Nähmaschine.

(Nachdruck verboten.)

Das eigentliche Alter der Nähnadel ist wohl schwer zu bestimmen, reichen doch 'die Aufzeichnungen über ihr Bestehen bei den verschiedenen Völkern des Alterthums bis in die Mythenzeiten derselben zurück. Daß man jedoch bestimmt schon vor zwei­tausend Jahren Nähnadeln hatte, davon giebt Die Bibel im neuen Testament Zeugniß, dort wo es heißt:Es ist leichter, daß ein Kameel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher in's Himmelreich komme."

Doch abgesehen von dem Zeitpunkte ihres ersten Auftretens bleibt die Thatsache bestehen, daß die Nähnadel unstreitig eines der ersten und unentbehrlichsten Werkzeuge in Menschenhand gewesen ist, die .als vollkommener Fabrikationsartikel jedoch erst zu den neueren Werkzeugen gerechnet werden muß.

Bis vor etwa siebzig Jahren wurden die Nähnadeln mühselig und theuer und verhältnißmäßig unvollkommener vom Handwerker, vom zunftmäßigen Nadler, gemacht, und gewaltige Prozesse zogen sich diejenigen zu, welche dem ehrbaren Nadlermeister Nähnadeln nachmachten, bez. überhaupt solche anfertigten. Erst seit jener Zeit be­mächtigte sich allmälig die Maschine und die allmächtige Triebkraft des Dampfes dieses Deinen, glatten, spitzigen, einäugigen Instruments der modernen Cultur. Eine Statistik über den Gesammtverbrauch von Nähnadeln ist wohl noch nicht aufgemacht worden, da die Herren Statistiker, wahrscheinlich aus Furcht vor den ungeheuren Zahlen, die stch mit den Nadeln selbst in's Maßlose verlieren, den Nadelverbrauch von ihren Tabellen gestrichen haben. Wohl geben die Productions- und Versandtlisten der Fabriken Berichte über die Größe und den Umfang ihrer Erzeugnisse aus, ob und inwieweit aber solche Zusammenstellungen der Wahrheit bez. dem Consum nahe kommen, läßt sich wohl schwer beurtheilen.

Daß ein so unentbehrlicher und täglich gebrauchter Artikel, wie die Nähnadel, gegenwärtig in allen civilisirten Ländern hergestellt wird, braucht wohl kaum näher erörtert zu werden. Die Haupterzeugungsorte jedoch sind England und Deutschland geworden und geblieben und zwar weiß jede Frau, daß die besten Nähnadeln aus Aachen oder aus Redditch, Alcester (Worcester) und Hathersage (Derby) in England kommen, nur daß die große Mehrzahl der Frauen noch immer von dem Wahne befangen ist, wirklich gute Nähnadeln können nur in einer englischen Etikette stecken. Glücklicherweise nimmt dieser Jrrthum von Jahr zu Jahr ab und die Thatsache, daß deutsche Nähnadeln, weit billiger als englische, in fast allen Welttheilen das englische Fabrikat verdrängt haben, ist wohl der beste Commentar für ihre Güte und Preis- rvürdigkeit. Nur im Vaterlande theilen die einheimischen Nadeln noch immer viel zu viel das Schicksal der einheimischen Propheten.

Nach dem Urtheile Sachverständiger kann man wohl annehmen, daß trotz der neueren Fabriken in Frankreich, Oesterreich, Belgien, Rußland, sowie der in Deutsch­land zu Altona, Schwabach, Nürnberg, Iserlohn und vielen anderen Städten, doch ziemlich drei Viertel aller Nadeln aus den Fabriken Aachens und Englands bezogen werden. So sind in Aachen ca. 20 größere Etablissements mit der Herstellung guter Nadeln beschäftigt und in England waren im Jahre 1879 über 5500 Arbeiter und Arbeiterinnen in diesem Industriezweige thätig.

Es würde zu weit führen, die Herstellungsweise der Nähnadeln bis in das Kleinste zu durchsprechen und soll daher nur in der Hauptsache der hervorragendsten Fabrikations-Prozesse gedacht werden.

Wien, 4. October. Cholerabericht. Es erkrankten resp. starben in Triest 14/3, in Pest 17/6 Personen. t _

Szegedin, 4. October. Hier ist das Auftreten der Cholera constatirt. Brs Heute Nachmittag sind 8 Erkrankungen und 4 Todesfälle zu melden.

Kopenhagen, 4. October. Der dänische Reichstag wurde heute eröffnet. Berde Kammern wählten ihr bisheriges Präsidium wieder. Dem Folkething wird moraen das Budget für 1887/88 sammt einer Vorlage über Convertirung eines Theils der Staatsschuld vorgelegt.

Paris, 4. October. Die Abendblätter veröffentlichen Schreiben aus Tongking, welche melden, daß die den französischen Delegirten für die Grenzabsteckungscommission Leigegebene Eskorte, als sie den rothen Fluß wieder hinauffuhr, am 19. August 15 Kilometer oberhalb von Lao-Kai von Piraten, welche beide Ufer besetzt hatten, angegriffen wurde, wobei zwei Offiziere, sechs Soldaten von der Fremdenlegion und fünf Tongkingesen getödtet wurden. Die französische Commission ist nach Lao-Kai lurückgekchrt.

Bordeaux, 4. October. Bei dem gestrigen großen Festbankette zu Ehren Freycinet's sagte dieser in einer Rede, daß er überall, wohin ihn seine Reise führte, dem Sinne für Einigung begegnete; er erkenne an, daß noch mancherlei Reformen nothwendig seien und bitte die Zuhörer, der Regierung auf der Bahn des Fortschritts und der Freiheit zu folgen.

London, 4. October. Gestern Nachmittag fand in einer Kohlengrube bei Normanton in Yorkshire eine Entzündung schlagender Wetter statt. Von 30 Arbeitern, welche sich in der Grube befanden, sind bis jetzt erst 8, darunter 6 schwer verletzt, zu Tage gefördert.

Chester, 4. October. Gladstone empfing Deputationen der Municipalitäten von Crok, Limerick und Waterford, welche ihm das Ehrenbürgerrecht der betreffenden Städte überbrachten. Gladstone erklärt denselben, er habe seine Absicht, aus dem öffentlichen Leben zurückzutreten, nur in der Hoffnung aufgegeben, zur Regelung der irischen Frage beizutragen, womit das Interesse Englands in gleichem Maße verbunden sei wie das Irlands.

Brüssel, 4. October. An der gestern in Namur stattgehabten liberalen Kund­gebung , mir welcher gegen die Absetzung Ronvaux's als Kirchenvorsteher protestirt werden sollte, nahmen Delegirte aller liberalen Vereine des Landes Theil. Mehrere liberale Zeitungen sehen in der Kundgebung das Zeichen einer Aussöhnung der ver­schiedenen Schattirungen der liberalen Partei.

Madrid, 4. October. Die Vertreter der republikanischen Fraktionen unter Führung Salmerons wurden gestern bei Sagasta zu Gunsten der zum Tode Ver- urtheilten vorstellig. Sagasta erklärte, es sei die Pflicht der Regierung, über die großen ihr anvertrauten Interessen zu wachen. Der höchste Gerichtshof der Armee und der Marine wird heute in letzter Instanz über die Aufständischen urtheilen.

Sofia, 4. October. In der gestern stattgehabten Versammlung wurde ein russischer Unterthan gemißhandelt, weil er gerufen haben sollte:Nieder Bulgarien". Kaulbars erschien in der Versammlung und sprach sich näher über die Forderungen Rußlands betreffs Vertagung der Wahlen und Befreiung der Offiziere aus. Aus der Versammlung wurde hiergegen protestirt und die Vornahme der Wahlen in 8 Tagen, sowie Bestrafung der Offiziere verlangt. Kaulbars erklärte, die Verantwortlichkeit falle auf Diejenigen zurück, welche das Volk auf solche Wege treiben. Hierauf verließ Kaulbars die Versammlung. Es fand kein weiterer Zwischenfall statt. Die Negierung hatte Vorsichtsmaßregeln zum Schutze des russischen Consulats getroffen. Die Ruhe wurde im Laufe des Tages nicht gestört.

Newyork, 4. October. Der Gouverneur von Pennsylvanien richtete ein Schreiben an den Generalprokurator des Staates, in welchem er dessen Aufmerksamkeit auf das Verfahren der Coalition der Kohlencompagnien (coal pool) lenkt, welche die Kohlenpreise in die Höhe treibe, indem sie die Kohlenförderung beschränke. Der Gou­verneur sagt, das Publikum sei der Gnade der Coalition überliefert; die Coalition sei gesetzwidrig und dieser Zustand sei den Interessen des Publikums nachtheilig. Der Gourerneur spricht sich auch gegen die Trunkeisenbahn-Koalition aus und bittet den Generalprokurator, von Amtswegen gegen die Coalition einzuschreiten. Es heißt, der Generalprokurator werde sofort gegen die Kohlencoalition vorgehen.

Bombay, 4. October. Bei einem religiösen Feste in Etawah (am linken Ufer Les Jmnah) drohte zwischen den Hindus und Mohamedanern ein Streit auszubrechen. Die Behörde ließ einen eben eintreffenden Eisenbahnzug mit britischen Soldaten, welche für Birma bestimmt waren, anhalten. Durch das Erscheinen der Truppen wurde die Menge auf das Aeußerste erregt. Dieselbe stürzte sich auf die Bayonnette der Soldaten, wobei viele verwundet wurden, darunter mehrere tödtlich. In Allahabad find Vorsichtsmaßregeln getroffen; alle Personen, welche bewaffnet nach 9 Uhr Abends in den Straßen umhergehen, werden verhaftet.

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Lauter bach, 30. September. Gestern feierte die Freiherrlich Riedesel'sche Sammt - Familie das 300jährige Bestehen ihres Familienvertrags in sehr solenner Weise. Ein großes Festdiner vereinigte die Freiherrliche Familie und an 50 ge­ladenen Gästen, darunter die Freiherrlichen Beamten und die Vertreter der Großh. Behörden im Schlosse Eisenbach, in welchem s. Z. auch der Familienvertrag unter­zeichnet worden war, während in einer in der Nähe des Schlosses eigens erbauten Festhalle noch über 200 Personen, welche zu dem Freiherrlichen Hause und zu der Freiherrlichen Verwaltung in Beziehung stehen, insbesondere die niederen Beamten, die Dienerschaft u. s. w. bei Musik und Tanz festlich bewirthet wurden. Bei der Fest- ] täfel, während welcher die Kapelle des Kasseler Husarenregiments conccrtirte, wurden Toaste auf Kaiser und Großherzog, auf die Freiherrliche Sammt - Familie, auf die Damen dieser Familie und auf den noch zur Ordnung der Angelegenheiten des Fürsten Alexander in Sofia abwesenden Hofmarschall Baron Volprecht Riedesel aus­gebracht. Nach der Tafel nahm auch die Freiherrliche Familie mit ihren Tischgästen längere Zeit an den Vergnügungen in der Festhalle Theil. Ein des Abends ab- gebranntes großes Feuerwerk, das mit bengalischer Beleuchtung des reizend schön ge- I legenen Schlosses Eisenbach endete, hatte fast die ganze Bewohnerschaft von Lauterbach I und Umgegend angezogen. Das ganze Fest, das einen sehr schönen Verlauf nahm, 1 endete erst in später Abendstunde. (N. H. V.)

Seligenstadt, 1.October. Ein^entsetzliches Unglück ereignete sich heute gegen ! Abend am hiesigen Bahnhofe. Beim Entleeren einer dortigen Abtrittsgrube wollte ein Fuhrmann die etwas defect gewordene Pumpe reguliren und stürzte dabei, betäubt von den entwickelten Gasen, in die Cisterne. Drei andere Leute, welche zur Rettung des Versunkenen herbeigeeilt waren, erreichte dasselbe Schicksal. Mit vieler Mühe zog man sie alle wieder hervor, den einen der Rettenden, einen blühenden, 24jährigen und außerordentlich braven Burschen, leider aber nur als Leiche. Alle Wiederbelebungs- ! versuche blieben erfolglos. Die übrigen drei Geretteten, worunter der Bruder des Verunglückten, sind mehr oder weniger bedenklich erkrankt. Der Jammer der Eltern des Verstorbenen ist unbeschreiblich. Die ganze Stadt ist ob des Unglücks in Aufregung.

Mainz, 30. September. Ein junger Mann von 24 Jahren, Namens F., der lange Zeit m einem bekannten Eisengeschäft als Commis thätig gewesen war, wurde vor etwa sechs Wochen zum Militär einberufen, um feine zehnwöchentliche Uelmngszeit . ju erledigen, da er zur Ersatzreserve gehörte. Am verflossenen Sonntag hatte er sich einen vergnügten Tag gemacht, seine Braut gesehen, mit Bekannten einige Schoppen getrunken und kam am Abend noch in eine Weinwirthschaft, wo er früher schon zu < verkehren pflegte. Als es 1/20 Uhr mar, mahnten die Bekannten, er möge sich auf den Weg nach der in Weisenau liegenden Caserne machen und die Wirthin stellte ihm eindringlichst die Folgen einer Verspätung vor. Aber F. blieb, die Vorstellungen mit einer leichten Nedensar.t abweisend. Co war es denn später und später geworden, dem Uebertreter wurde es angst ob der Folgen. Statt aber jetzt noch in die Caserne zu gehen, machte er sich auf den Weg nach Wiesbaden und vergrößerte sein Schuldconto dadurch nur noch. Am Dienstag liefen Briefe von ihm ein, worin er andeutete, daß er sich der Strafe entziehen und dm Tvd suchen werde. Zwei Unteroffiziere forschten am Dienstag nach dem Verbleib des Verschwundenen und gestern zog man bei Schierstein seine Leiche aus dem Rhein.