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veroffentlrcht, welche in großer fetter Schrift heroorspringcnd die Worte aufwiesen ZwungSoertaus tm Namen der tön.glichen Negierung"; en. wenn man näher zusah, k"ldeckte man in ganz kleiner Schrift, daß die Negierung nur demZwangsoerkaufe"' nar nichts zu rhun habe, daß es sich vielmehr nur um eine verweigerte Baugenehmigung bandele. Weiter noch war in den Inseraten angekündigt, daß Holz jetzt Waaren um den halben Preis und noch billiger, wie er sie früher verkauft, ablasse. Diese In­serate veranlaßten die Amtsanwaltschaft zum Einschreiten, da sie in denselben einen heillosen Schwindel" erblicke und in der That erfolgte die oben erwähnte Ver- nrtbeilung. In der Begründung des Urtheils war ausgeführt, daß ein anständiger Kaufmann sich nicht derart selbst herabsetze und an den Pranger stelle, nur um Käufer anzulocken; jeder reelle Kaufmann müsse derartiges Neklamemachen, welches die Grenzen des Erlaubten weit übersteige, verurteilen. Erwähnt sei übrigens, daß Holz seine Inserate anfänglich stets mit dem Zusatzeaus Berlin" unterzeichnete; dieser Zusatz unterblieb erst, als aus hiesigen Geschäftskreisen eine Anfrage an das Berliner Polizei- ptändiuin gerichtet und auf diese die Antwort eingelaufen war, daß es eine Firma Alexander Holz" in ganz Berlin nicht gebe.

Der Herzog der von den Jenenser Studenten gegründeten Bier-Monarchie zu Lichtenhain bei Jena führt den erblichen TitelThus" und ist zugleich gefürsteter Graf der Bier-Republik zu Ziegenhain ebendaselbst. Nur Derjenige, welcher im Bier­trinken alle überwindet, ist fähig und würdig, den Thron zu besteigen. Ein gewisser I. führte lange Zeit mit ausgezeichnetem Ruhme unter sehr drohenden Zeitverhält­nissen die sorgenvolle Herrschaft. Er litt, wie alle hohen Häupter, an der Leidenschaft der Jagd. Da es sich nun unglücklicherweise traf, daß der regierende Fürst des Hauptlandes die Jagd zu seinem Kronrechte gemacht hatte und Thus ihm die amtliche Nachricht von seiner Bierherrschaft nicht mitgetheilt hatte, so war er genöthigt, nur gewissermaßen verstohlenerweise zu jagen. Unglücklicher- oder vielmehr glücklicherweise triftt er eines Tages während des Jagens einen fürstlichen Reoieraufseher, der ihm seinen Jagdschein abfordert, und da er keinen zeigen konnte, fragt ihn dieser nach seinem Namen.Ich bin Thus, Herzog von Lichtenhain", antwortete I Der Auf­seher, sich nicht in einer so vornehmen Nähe ahnend, tritt ehrerbietig drei Schritte zurück und kann sich kaum von seinem Schrecken erholen und die allerunterthanigsten Ausdrucke hervorbringen, in welchen er die fürstlichen Gnaden um Verzeihung seines Versehens bittet. Thus versichert ihn seiner Gnade und entläßt ihn. Bald darauf begegnete er einem fürstlichen Förster, der ihm dieselbe Frage vorlegt, allein derselbe bittet, ihm eine kleine Bescheinigung zu geben. Thus, hierin gern einwilligend, schreibt rhm wlgende Bescheinigung:Daß Wir, Thus, Herzog zu Lichtenhain, Graf zu Ziegen­hain u. ). w., dem Förster N. befohlen haben, Uns ungehindert jagen zu lassen, be­scheinigen Wir hiermit. Thus." Der Förster händigt diesen Schein seinem Oberen nn und so gelangt derselbe endlich, nachdem er durch mehrere Hände gegangen mar auch zum Landesherrn, dem dieser Witz so gut gefiel, daß er von einer weiteren Ver­legung der Sache nicht nur abstand, sondern an den Herzog von Lichtenhain unter Benutzung der unter Regierenden gebräuchlichen TitelVetter" undLiebden" eigen­händig die Bitte richtete, künftig doch auf eigenem Gebiete zu jagen.

Eine für alle Krankenkassen wichtige Entscheidung wurde kürzlich vorn Leip­ziger Schöffengericht gefällt. Das Mitglied einer Ortskrankenkasse hatte sich auf Grund eines ärztlichen Zeugnisses krank gemeldet, aber es war ermittelt worden, daß der Betreffende wahrend der Zeit seiner angeblichen Krankheit fortgearbeitet hatte. Der Fall wurde der Staatsanwaltschaft angezei^t und vor dem Schöffengerichte zur Ver­handlung gebracht, welches hierauf den Betreffenden wegen Betrugs zu 10 Tagen Gefangniß verunheilte.

Eingesandt.

ot, *** e Juli. lZitherconcert des Wohlthätigkeitsvereins.) Der gestrige Abend tmWiener Hof" gestaltete sich zu einem wahren Volksfest. Alles fand man dort vertreten ini bunten Durcheinander. Da waren Bäckerjungen, die alles Mögliche ausboten, Apfelsinenverkäufer, Hausirerinnen mit schwedischen Streichhölzern, Illumi- nation, Feuerwerk, Luftballon und Publikum ohne Zahl. Wer keinen Sitzplatz erwischen konnte, mußte promeniren und deshalb war der Garten als ßuftcurort .gerade nicht zu empfehlen- Natürlich ist bei solchen Gartenvergnügungen der Lärm immer ziemlich groß und das war denn auch die Ursache, daß mit genauer Noth nur bjejenigen Zttherpiöcen, welche mit Streichquartett begleitet wurden, zu hören waren, alles Andere verschwand im Gewirr lachender, scherzender und lärmender Zuhörer oder besser gesagt Zuhörerinnen- Die Nummern, welche wir vernehmen'konnten zeugten von recht guter Schulung, besonders die für Zither nicht leichteDichter und Bauer -Ouvertüre- Herr Brand birigirte aber auch mit wahrem Enthusiasmus

Feuereifer- Am Schluß des ersten Theiles drängten sich die Schaulustigen nach dem Buffet, wo der Luftballon steigen sollte. Der Kerl ließ sich aber lange nöthigen

Einfliegen würde, vielleicht nach xrYrV uach Schiffenberg oder nach der Lahn; da plötzlich ein lautes Bravo und er beb sich, nm die Neugierigen aller Sorgen um seinen Verbleib zu überheben indem uns hoch in den Lüften von den Flammen verzehrt wurde Im zweiten Theil dev Concerts ries Brand's MarschAuf nach Kamerun" große Bemifttruna hervor und wurde sturmffch da Capo verlangt- Dieselbe Ehre würbe dem Vortrag? auf t>em Xplogbon, von Herrn Grünebaum gegeben, zu Theil. An Beifall fehlte nicht und erst lange nach 11 Uhr hatte die Freude ein Ende Jz e§

Schiffs-Bewegung

Postdampfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft.

. c. ,/Sueoia , 26. Ium von New-York nach Hamburg.Teutonia", von Wesff mdlen kommend, 27. Ium in Hamburg angekommen.Saxonia", 2. Juni von Hamburg nach Mexico, 29. Juni in Vera Cruz angekommen.Hungaria", 24. Juni 27U 4?mTblnn0 Mtmblen , 29. Sunt von Havre weitergegangen.Rugia", Hamburg nach New-Dark, 29. Juni von Havre weitergegangen

14$4uni' nJn £°- §uni Hamburg angekommen.Holsatia"^

St. Thomas nach Hamburg, 1. Juli von Havre weitergegangen.

Lösing , 1. Juli von New-York nach Hamburg.Moravia", 1. Juli von Stettin Hammoma", 20. Juni von Hamburg, 1. Juli in New-York an-

Handel und Berketzr«

£3, 2uli. tFruchtpreise.) Weizen A 17.00, Korn JL 1430, ^^0, Erbsen JL 00 00, Linsen 00.00, Lein JL 00.00, Samen JL 21.00, Kartoffeln JL 3.00, Wicken 00.00.

r-duli. Auf dem heutigen Markt kosten: Kartoffeln per ^'00, Eier das Hundert JL 4.506.00, Butter per Pfund 100 b s 1- 0, W-.ßkraut per Stüd 00-00 A Rothkraut per Stück 00-00^^ Kchlrabi Ochsenflelsch per Pfund 45-70 H, Kuh- u. Rindfleisch 45-60%

1 W «n_i60Ä Schweinefleisch 65-70 Hammelfleisch 50-70%, 1 Hahn ITaube M 1 ®nnS M ^00-8.üv

Kepertoir der vereinigten Ztadttheater;u Frankfurt

Leitung des

Venedig.

Opernhaus»

Ensemble-Gastspiel des k. k. priv. Theaterß an der Wien zu Wien, unter t Directors Franz Jauner.

Dienstag den 6. Juli: Zigeunerbaron.

Mittwoch den 7. Juli: Die Fledermaus.

Donnerstag den 8. Juli: Der Bettelstudent.

Freitag den 9. Juli: Der Zigeunerbaron.

Samstag den 10. Juli: Gasparone.

Sonntag den 11. Juli: Der Bettelstudent.

Montag den 12. Juli: Zigeunerbaron.

Dienstag den 13 Juli: Zum ersten Male: Eine Nacht in Operette in 3 Akteir von Johann Strauß.

c. an dieser Stelle besonders darauf aufmerksam gemacht, daß um mehrfach ^ef^eateHeitung gelangter SBunfAe auswärtiger Theaterbesucher nachzukommen die Ensemble-Gastoorstellungen des Theaters an der Wien im hiesigen Opernhauft' wie sonst üblich, wieder um V27 Uhr ihren Anfang nehmen. ' '

Temperatur in Gießen.

Juni 1886.

NArst-.......+ 6,5 «K.

Mittlere.......+13 45

Mittel früherer Jahre . . . . + 13'18 "

Höchste . ......+ 22'5 "

Zttcderschlag an 16 Tagen .... 4,74 Par Zoll

im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen 2,90 Die Vegetationsstufe ist am Ende des Monats normal. '

Temperatur der Lahn.

Am 5. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17°, Luft 200 R. im Schatten.

___________________ L. Ehr. Rübsamen.

Freitag den 9. Juli,

Nachmittags 2 Uhr, werden in dem G- Patz'scheu Hause (Schiffenbergerweg 21) die zur Hinter­lassenschaft der Frau Assessor Langer- mann gehörigen Möbel, Haus- u. Kuchengeräthe, wobei insbe­sondere Sopha, Tische, Stühle, Kleiderschrank, Küchenschrank, Küchen­einrichtung 2C., versteigert.

4932 Im Auftrag:

Hoffmann, Ortsgerichtsmann. Der Grassamen aus d. Gemeinde-Walddistr'cten Wißmar 15.22, Odenbausen 4a, Dorlar 3ab, soll Freitag den 9. d. M., um 11 Uhr, dahier verkauft werden-

Crofdorf, den 3. Juli 1886.

4917 Das Bürgermeisteramt-

Keikgeöotenes.

Wichtig für jede Haushaltung!

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Ehr. Rosenberg,

____Seltersweg 3.

Ein kleiner EisschranlT ifi billig abzugeben. Näherer in der Ejrped. d, Bl. 4927

Allgemeiner Anzeiger.

Neue Litteratur.

Soeben erschien und ist bei mir vorräthig:

Jahresberichte über Veränderungen und Fortschritte im Militärüresen, von v. Löbell, Oberst. XII. Jahrgang 1885. Mk. 10,50.

Loreys Handbuch der Forstwissenschaft.

Lfg. 1. Mk. 1, 4936

Letzteres Werk, an welchem auch Herr Prof. Dr. Schwappach Mitarbeiter ist, erscheint in 25 Lfgn. ä Mk. 1,. Ausführlicher Prospect und die erste Lieferung zur Ansicht stehen zu Dienst.

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Fr. Seibel.

Irauenbildungs -Verein zu Frankfurt a. M.

_ Da im Juli die Einmachskurfe unserer Hochschule beginnen, erlauben wir uns hiermit unser Pensionat in Erinnerung zu bringen, welches jungen Mädchen Ge­legenheit bietet, sich wissenschaftlich wie praktisch auszubilden. Alles Nähere be­sagen die Prospecte, die gratis und franco versandt werden. Mündliche Besprech­ungen erbittet unsere Vorsteherin an den Wochentagen von 93 Uhr.

Der Vorstand, 4826 ____________Töngesgaffe 40.

Verloren 1 Medaillon, mit Photo­graphie l silbern) vom Bahnhof bis Neu­städter Thor- Gegen gute Belohnung in der Exped. d. Bl- abzugeben. 4930

4935 Gesucht für Mitte Juli auf einige Wochen ein sauberes Mädchen zur Wartung eines Kindes.

Schulstraße 10 IL