brutschen Maler, wie Philipp Veit, I. I. Jung, Karl Trost, Karl Ballenbcraer, I. B. Zwecken, Adolf Teichs, Joseph Settengast, Joh- David Passavant, Lorenz Clasen, H. Stille, Ihle aus Kassel, P. Joseph Kinderich, Ed- Bendemann Dr. Ferd. Frllner, Karl Fr. Lessing, Adolph Rethel u- A., dem bewundernden Beschauer ein beredtes Bild unserer deutschen Geschichte geben. Um so schätzenswerter ist es, daß sich ein -fleißiger und talentvoller Modelleur gefunden bat, welcher noch diesen Wandgemälden die Köpfe sämmtlicher deutschen Kaiser, mit Kaiser Wilhelm 53 an der Zahl, in Wachs nachabmte, und ein strebsamer Unternehmer, welcher die großartige Kaifer-Gollerie von Ort zu Ort führt, um die herrlichen Charakterköpfe der deutschen Kaiser in seltener plastischer Vortrefflichkeit und Leben vor Augen zu führen- Gegenwärtig weilt dieser Unternehmer, F. Bayer, in Oswald's Garten, und wir können nicht genug auf sein Cabinet, auf die Gallerte sämmtlicher deutschen Kaiser aufmerksam machen, insbesondere Eltern und Lehrer.
— Auf dem Gauturnfcst in Alsfeld erhielten vom hiesigen Männer-Turnoerein die Herren Stud. Hof den L, Stud. Mobs den 4., Carl Wenzel den 8. und Louis Frech den 12. Preis.
50jährige Jubelfeier der technischen Hochschule ;u Darmstadt.
(Von unserm Specialberichterstatter.)
Darmstadt, 3. Juli 1886.
Den Nachmittag und Abend des zweiten Festtages füllte das Festessen, das Gartenfest und der Festball im Saalbau aus. Auch diese Feierlichkeiten waren überaus prächtig arrangirt und trugen zur Erzielung einer richtigen Feststimmung wesentlich bei.
Das Festessen, an welchem sich etwa 300 Personen betheiligten, verlief in sehr gehobener Stimmung; aus der großen Menge von Toasten, die dabei ausgebracht, heben wir nur diejenigen auf den Landesfürsten, den deutschen Kaiser, die technische Hochschule, das Staatsministerium, das Docentencollegium, die^Stadt Darmstadt, die Festgäste hervor.
An das Festessen schloß sich das Gartenfest mit darauf folgendem Balle an. Die geräumigen Localitäten des Saalbaues vermochten kaum die Theilnehmer alle zu fassen; insbesondere die Darmstädter Damen, die bekanntlich und unbestrittenermaßen sämmtlich schön und liebenswürdig sind, waren recht zahlreich erschienen und bildeten die entsprechendste Zierde des Festes,
In dem herrlich illuminirten Garten des Saalbaues concentirte die Kapelle des 115. Regiments, welche neben anderen erlesenen Piöcen auch eine Composition eines früheren Studirenden der Hochschule brachte, nämlich einen für die Jubelfeier von Herrn Dr. phil. Friedrich Muck aus Bochum verfaßten Marsch. (Der Verfasser, geborener Pfälzer, besuchte die chemische Schule in den Jahren 1851—54, gegenwärtig ist derselbe Vorsteher des bergwerkschaftlichen Laboratoriums und Lehrer der Chemie an der Westphälischcn Bergschule zu Bochum).
Der Festball, auf den nicht blos das jüngere Geschlecht sehnsüchtig gewartet hatte, dauerte bis zum frühen Morgen.
Darmstadt, 4. Juli.
Dem Frühschoppen im Garten des Saalbaues am Samstag Vormittag ging voraus eine Generalversammlung des Vereins ehemaliger Studirenden der Hochschule, in welcher u. A. als Ort für die nächstjährige Generalversammlung Mainz gewählt und der Vorstand ermächtigt wurde, im Falle sich ein Deficit bei der Jubelfeier ergeben sollte, zur Deckung desselben aus den Vereinsmitteln einen Zuschuß bis zu 500 Mark beizusteuern. Wird der Zuschuß nicht nöthig, so soll eine Summe bis zu dieser Höhe zur Abrundung des Stiftungsfonds verwendet werden dürfen. Heber diesen letzteren, dessen schon in einem früheren Berichte Erwähnung geschieht, der aus freiwilligen Beiträgen von Freunden früheren Schülern der Anstalt zusammen gekommen ist und gegen 7000 Mark beträgt, und seine Verwendung wurde in einer auf diese Versammlung folgenden Generalversammlung der Geber jener Beiträge Beschluß gefaßt. Es wurde eine Stiftung gegründet, aus deren Zinsenerträgniß strebsamen, talentvollen Studirenden der Darmstädter Hochschule durch Stipendien die Mittel gewährt werden sollen, „um lehrreiche Werke und Ausführungen der ibuftrie und Kunst älterer und neuerer Perioden und technische Etablissements keimen zu lernen." Ein Reisebericht kann verlangt werden. Die Verwaltung des Fonds steht der Direction der technischen Hochschule zu.
Hierauf folgte von 11—1 Uhr ein Frühschoppen, bei dem es natürlich wieder recht lustig herging.
Der Nachmittag war vorgesehen für die Besichtigung von Sammlungen, technischen industriellen Etablissements in Darmstadt und Umgebung, bezw. der städtischen Pumpstation bei Eschollbrücken. Wir machten die letztgenannte Parthie mit. Nachdem wir in von der städtischen Verwaltung zur Verfügung gestellten Wagen über Eberstadt, Pfungstadt und Eschollbrücken bei dem Wasserwerke angekommen, gaben die Herren Beigeordneter Riedlinger und Oberingenieur Müller einige Erläuterungen über die Versuche, für Darmstadt eine Quellwasserleitung zu schaffen, und über die schließlich ausgeführte Anlage.
Einige der Senkbrunnen und das Maschinenhaus wurden besichtigt, das vorzügliche Wasser gekostet und eine Anzahl Flaschen noch vorzüglicheren Weines, womit uns unsere Führer überraschten, auf deren Wohl und auf der Feststadt Wohlfahrt geleert, worauf man sich zur Rückfahrt rüstete. Ein kleines Häuschen, welches jetzt als Waagehaus benutzt wird und das früher auf der Mathildenhöhe bei Darmstadt stand, dort aber, als man das Hochreservoir anlegte, entfernt werden mußte und hier Unterkommen fand, hat ein gewisses historisches Interesse dadurch, daß in ihm in den ■30er Jahren die Darmstädter Demokraten zusammen kamen; wovon es noch jetzt das "Demagogenhäuschen" genannt. Von der Pumpstation fuhren wir zurück nach . Darmstadt und auf die Mathildenhöhe. Die eine Hälfte des Hochreservoirs war '«abgelassen worden. Zu Ehren der Festgäste war der große Raum mit unzähligen Jlluminationslämpchen reizend erhellt. Nachdem derselbe, wie die ganze Anlage eingehend besichtigt, war es die höchste Zeit aufzubrechen, denn es war mittlerweile 7 Uhr geworden — und um 8 Uhr sollte der solenne Festcommers beginnen.
_ Es ist bei einer Feier, wie sie hier von der technischen Hochschule oder Stadt Darmstadt geboten rourbe, schwer zu sagen, welches der schönste Theil, der Glanzpunkt derselben gewesen tft, und gerade in solchem Einverständniß liegt das höchste Lob für die Festveranstalter.
_ , „Wenn also nicht den Glanzpunkt, so doch einen der Glanzpunkte der ganzen Jubelfeier stellt der Festcommers dar, welcher unter riesiger Betheiligung - es mären gewiß mehr als 1000 Personen anwesend — um 8</< Uhr seinen Anfang nahm Der große wunderbar geschmückte Saal des Saalbaues bot ein reizendes Bild dar' saftig-grune Blattpflanzen, bunte Fahnen, Wimpel und Standarten und andere leblose Decorationsgegenstände bildeten einen prächtigen Untergrund für den lebensfrohen Schmuck der Festlichkeit, die Chargirten der Verbindungen in Wichs mit den blanken Schlagern, die bunten Mutzen, die lockige und greife Häupter zierten, und fonftige studentische Abzeichen; bic Krone von Allem aber war auf den Gallerien der Damen schöner Kranz, ein Kranz, von dem jedes Blatt eine holde Blume genannt werden muß; man wird gewißlich weder den alten noch den jungen Studiosi einen Vorwurf barem? ma$en, wenn sic unter diesen Umständen so sehr aufmerksam und häufig nach „Oben" auffchauten. v 10 '
Eine vorzügliche Musikcapelle spielte die fidelstm Weisen aus und in fröhlichem Gesänge erklang das Lob von Lieb', Lied und Wein.
Allein zu einem echten, feucht-frohen Commers gehören neben der Stimmung, die bmn Studenten übrigens ohne Zweifel als vorhanden zu vermuthen ist, noch zwei wichtige Faktoren, Bier und Toa,te, die sich gegenseitig ergänzen, denn 6
Wo gute Reden sie begleiten, Da fließt die Arbeit munter fort; bewes war m vorzüglicher Qualität und ungemeffener Quantität vorhanden. Den N«gen der Salamander eröffnete ein solcher auf den Großherzog, dem die auf Kaiser
• 2iehcn^wstd""olgten ^^roßherzog, welcher demnächst die technische Hochschule be-
Ms der Fluth von weiteren Toasten nennen wir einen humorvollen von
Zum Sisenbahn-Ungliick bei Wurzburg.
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Dr. Muck auf die Damen, sowie diejenigen des Universitätsprofessors Dr. Heß aus Gießen, der als Vertreter der Landesunioersiiät nochmals die Gleichstellung aller Wissenschaften, die Gleichberechtigung zwischen Uniöeifität und technischer Hochschule anerkannte und auf die „Verbrüderung" beider einen Salamander reiben ließ.
Der allgemeinen Freude über diese Anerkennung der Hochschule von so berufener Seile aus, wodurch die Existenz der technischen Hochschule von Neuem verbürgt werde, gab Professor Dr. Städ^el Namens der Hochschule Ausdruck, indem er für diese Sympathien dankte und auf die Universität Gießen einen Salamander rieb.
Nicht den kleinsten Antheil an der Erhaltung und Erhöhung der Feststimmun- kam den masseuhafr aus den verschiedensten Theilen des deutschen Vaterlandes einlaufenden Telegrammen zu, in welchen ehemalige Lehrer oder Schüler der Anstalt in dankbarer Erinnerung der an derselben verlebten Jahre der Feftversammlung Gruß und Glückwunsch entboten.
In hohem Grade trug zur allgemeinen Heiterkeit auch die 24 Seiten starke, höchst elegant ausgestattete Kneipzeitung bei, die voll urwüchsigen Humors ist.
So konnte es nicht ausbleiben, daß die Stunden unvermerkt entschwanden und < man plötzlich mit Schrecken gewahrte, daß, wollte man den Ausflug nach Auerbach mitmachen, „eim sei Gägewart annerscht wo nodwemstger wär".
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München, 4. Juli.
Die „Franks. Ztg." ist in der Lage, die nachfolgende officielle Darlegung zur Eisenbahn-Katastrophe bei Würzburg zu bringen. Dieselbe lautet:
Die Bahn zwischen Rottendorf und Würzburg ist nicht, wie mehrfach irrig angenommen wird, eine Doppelbahn, auf welcher grundsätzlich sämmtliche Züge derselben . Richtung auf dem rechtseitigen Geleisestrange zu verkehren haben Es ist vielmehr die Geleiseanlage in Rottendorf nur für einspurigen Betrieb eingerichtet, weshalb die beiden in Rottendorf einmündenden Bahnlinien von Bamberg und Nürnberg als von einander unabhängige eingeleisige Strecken Fortsetzung bis Würzburg finden. Der Betrieb zwischen Rottendorf und Würzburg, welcher ausschließlich unter Aussicht der Station Würzburg steht, ist daher so geregelt, daß das eine Geleise von den Zügen von und nach Bamberg, das andere dagegen von den Zügen von und nach Nürnberg benutzt wird, so daß die Kreuzungen oer Züge jeder Route fahrplanmäßig in Rottendorf oder Würzburg selbst stattzufinden haben. Nur bei erheblichen Verspätungen wird zur Vermeidung größerer Verzögerungen der Anschlußzüge ausnahmsweise das Geleise der Parallelroute, sofern dasselbe nicht durch Züge der eigenen Linie belegt ist, für Züge der anderen Strecke benützt und die Begegnung der Züge auf der Strecke angeordnet. In einem solchen Falle wird folgendes Verfahren beobachtet. Station Würzburg verständigt Station Rottendorf telegraphisch, auf welchem Geleise jeder der beiden Züge zu verkehren hat, woraus Station Rottendorf zum Nachweise richtigen Verständnisses das Telegramm nach seinem Wortlaute zurückgibt, die Betriebsbeamten in Würzburg und Rottendorf verständigen fodann die betheiligten Wechselwärter durch einen Dienstbefehl schriftlich von der getroffenen Verfügung gegen Unterschrift. Ferner werden die Oberconducteure der betr. Züge durch sachgemäßen deutlichen Vortrag auf dem Stundenpafse und die Locomotivführer durch gleichlautenden schriftlichen Befehl in Kenntniß gesetzt, sowie die Wagenwärter durch ihre Oberconducteure mündlich verständigt. Endlich hat jeder Zug, welcher das Geleise der anderen Strecke befährt, vorn an der Locomotive ein rothes Signal zu tragen, welches den Bahnwärtern die Berechtigung zur Fahrt auf dem sogen, falschen Geleise anzeigt.
Genau diesen seit einer langen Reihe von Jahren anstandslos in Anwendung gekommenen Vorschriften entsprechend, wurde am 1. Juli von dem Betriebsbeamten in Würzburg bestimmt, daß der von Bamberg kommende, um 16 Minuten verspätete ■ Postzug Nr. 49, welcher mit dem auf der nämlichen Strecke verkehrenden Courierzuge Nr. 53 fahrplanmäßig in Würzburg zu kreuzen hat, auf dem um diese Zeit freien Nürnberger Geleisestrange von Rottendorf nach Würzburg zu fahren und deshalb dem Courierzuge Nr. 53 auf der Strecke zu begegnen habe. Von dieser Verfügung, welche in Rottendorf dem gesammten betheiligten Personale vorschriftsmäßig bekanntgegeben und von diesem auch vollständig richtig vollzogen wurde, erhielt in Würzburg das Personal des Zuges 53 durch den Betriebsbeamten die vorgeschriebene Mittheilung durch Stundenpaßvortrag, schriftlichen Befehl für den Locomotivführer und münd- liche Verstandlgung des Wagcnwärters Außerdem wurde schriftlicher Dienstbefehl bei den betheiligten Wechselwartern durch einen Boten in Umlauf gefetzt, wobei jedoch in der Verständigung der Wärter eine Verzögerung eingetreten fein soll. Von dem Signalwärter wurde aus bis jetzt noch nicht aufgeklärter Ursache das von ihm ursprünglich richtig gezogene Signal Ausfahrt nach Bamberg frei" nach Ingangsetzung des Zuges 53 noch vor dessen Eintreffen am Signalbaume zurückgezogen und durch das Signal „Ausfahrt nach Nürnberg frei" ersetzt. Dies bestimmte den Wärter ber Ausfahrts- weiche, welcher nach seiner übrigens noch nicht erwiesenen Behauptung zur Zeit der Vorüberfahrt des Zuges 53 noch nicht verständigt gewesen fein will, den ausfahrenden Zug statt m das Bamberger tu das Nürnberger Geleise einlaufen zu lassen, auf weich' ' letzterem Führer, Ober-Conducteur und Wagenwärter ungeachtet des ihnen erteilten ausdrücklichen gegenteiligen Befehls den Zua unbegreiflicher Weise weiterlaufen ließen Auch von den beteiligten Bahnwärtern wurde demselben das Haltzeichen nicht aeaefaen obwohl Postzug 49 als auf dem Geleise der Nürnberger Strecke kommend, von Rotten-' dorf durch das Lautwerk dieser Strecke schon geraume Zeit abgeläutet war, und vb- gleich Zug 53 kein Signal trug. Hiernach wurden ganz bestimmte und klare Sicher- heitsvorschristen nicht beachtet.
Die Wirkungen des Zusammenstoßes waren so folgenschwer, weil an der Stell. be§^“iao™enrv6c6 ber n?c* beiden Richtungen ein äußerst b-schränkttr ist und die Zuge sich «egen des tiefe» Einschnittes und der starken Krümmung kaum auf eine Entlernung von 200 Meter in Sicht bekommen konnten. Bei dem Zusammenstöße blieben sofort 10 Personen tobt; 4 weitere sind bis jetzt ihren schweren'Ver- letzungen erlegen. (Folgen die bereits von uns zuerst mitgetheilten Itamen der 14 ©etobteten. Red. Die beiden Zugsmaschinen sind fehr ffnrf
Ettingshausen, 3. Juli. In der Nacht vom 30. Juni auf 1 -r„li
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Müller); 2) Kölner Club (Mayer); havarirt. -mnoacyer Ruderverein (Stadt-
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2400 Meter mit einem Drehpunkt. 1) Mainzer Ruderveren, Gesellschaft; leicht gewonnen. 8 ^uoeroerein, 2) Gießener Ruder-
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v. Junior Viers. Ehrenpreis der Stadt Ems oxnn *
einem Drehpunkt. Der Mannheimer Ruder-Club ging ahein^über Cr mit
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K°l«-n b« bereits von uns zuerst miMe^eüten Namm der . ,■). ^°.b°'den Zugsmaschinen sind sehr stark beschädigt Voll
ständig zertrümmert sind drei Personenwagen, ein Bahnpostwagen ein Dimstma^ und zwei Guterwagen; weniger- erheblich beschädigt acht Personenwagen, einBabnK wagen und em Dienstwagen. b ' 1,1
Sie straft-chtliche und administrative Untersuchung ist in vollem Gange.


