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Geschichts-Kalender.

6. Mai.

1757. Schlacht bei Prag, Friedrich II., König von Preußen, schlägt _bie wohl- verschanzten Oesterreicher. Der blutige Sieg war durch Gras Schwerins Heldentod erkauft.

1849. Beginn der drei Tage dauernden Barrikadenkämpfe in Dresden. Die vom König von Sachsen herbeigerufenen preußischen Truppen fanden einen ver­zweifelten, hartnäckigen Widerstand in den demokratischen Streitern, welche erst am dritten Tage der Uebermacht erlagen.

1859. Alexander von Humboldt, der tiefste Kenner und wirksamste Förderer aller Naturwissenschaften, der Aristoteles des 19. Jahrhunderts, stirbt in Berlin.

Lebensversicherungsbank für Deutschland in Gotha.

Die vorgenannte älteste und, hingesehen auf die Höhe der Versicherungssumme, größte deutsche Lebensversicherungsanstalt hat im vorigen Jahre 4767 neue Ver­sicherungen abgeschlossen und dadurch 3986 neue Teilhaber, sowie 36500 900 neue Versicherungssumme gewonnen. Nach Abzug des Abgangs, welcher durch Sterbefälle, sowie durch Ablauf, Aufgabe oder Erlöschen von Versicherungen eintrat, erhielt der Dersicherungsbestand der Bank durch obigen Neuzugang einen reinen Zuwachs von 1960 Versicherten und 23 244 800 <X Versicherungssumme und erhöhte sich infolgedessen auf 66 502 Personen mit 490 637 800 Jt Versicherungssumme.

Auch in finanzieller Hinsicht erwiesen sich die Geschäftsergebnisse im Jahre 1885 wieder durchaus günstig.

Als reiner Ueberschuß des Jahres 1885 ergab sich die Summe von 6 205 442 Jt, ein Betrag, welcher in gleicher Höhe noch in keinem früheren Jahre erübrigt worden ist. Dieses günstige Ergebniß ist hauptsächlich dem über das rechnungsmäßige Er- forderniß (die Bank hat ihren Berechnungen vorsichtiger Weise nur einen Zinsfuß von ZpEt. zu Grunde gelegt!) immer noch weit hinausgehenden Zinsertrag von dem Bank­vermögen, sowie dem außerordentlich niedrigen Aufwand für Verwaltungskosten, welche einschließlich der Agentenprovisionen und Arzthonorare im Ganzen nur 4,86 pCt. der Jahreseinnahme ausmachten,, zu verdanken. Weiter trug jedoch auch der günstige Verlauf der Sterblichkeit unter den Versicherten wesentlich mit zur Erzielung jenes hohen Ueberschusscs bei.

Während nach den Nechnungsgrundlagen der Bank eine Sterbefall-Ausgabe von 9 953 246 X für 1496 Personen zu erwarten war, wurden im Ganzen nur 8 530 800 für 1390 Gestorbene, demnach aber 1422 446 Jt weniger, als erwartet werden mußte, zahlbar.

Der zum größten Theil gegen hypothekarische Sicherheit ausgeliehene Bankfonds erhöhte sich um 7 253 799 3t und wuchs dadurch auf 128 930 321 3L an, wovon 99 994157 3t die erforderlichen Prämien-Reserven und -Ueberträge begreifen und weitere 2 212 711 3t zur Deckung sonstiger Verflichtungen dienen, die übrigen

26723453 3t aber reine Ueberschüsse bilden, welche in den nächsten 5 Jahren an die Versicherten als Dividende zur Vertheilung kommen.

Im Jahre 1886 beträgt diese Dividende nach dem alten Vertheilungssystem 43 pC. der im Jahre 1881 eingezahlten Normalprämien und nach dem im Jahre 1883 eingeführten neuengemischten" Vertheilungssystem 33pCt. der im Jahre 1881 ein­gezahlten Normalprämien und 2,2pEt. der für die betreffenden Versicherungen am Schlüsse des Versicherungsjahres 1881/82 vorhanden gewesenen Prämienreserve.

Obwohl die Dividende nach demgemischten" Vertheilungssystem in diesem zweiten Vertheilungsjahre natürlich noch nicht ihre normale Höhe hat erreichen können, erhebt sich dieselbe für einzelne ältere Versicherungen doch schon bis zu 115pCt. der Jahresprämie, so daß also was noch bei keiner anderen Anstalt eingetreten ist thatsächlich bereits Versicherte lediglich durch die Dividende volle Beitragsfreiheit und sogar auch schon eine baare Herauszahlung erlangt haben. In wenigen Jahren aber wird die Reservedividende auf ihre normale Höhe von 3pEt. gestiegen sein und die Dividende nach demgemischten" System sich dann noch wesentlich höher stellen.

Im Ganzen hat die Bank während ihrer nun 57jährigen Wirksamkeit bereits 165 Millionen Mark an fällig gewordenen Versicherungssummen ausgezahlt und 80 Millionen Mark an Dividenden an ihre Versicherten zurückgewährt.

Schiff-nachrichten.

Bremen, 4. Mai. sPer transatlantischen Telegraph.^ Der Postdampfer Aller, Capt. F. Hamelmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 24. April von Bremen und am 25. April von Southampton abgegangen war, ist gestern 12 Uhr Mittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

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Briefkasten.

Herrn I. L. Es heißt nach neuerer in Erinnerung gebrachter Verfügung Großen-Linden und nicht Groß-Linden, wenn auch der Poststempel letztere Bezeichnung tragt. Freundl. Gruß. D. Red.

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Grasversteigcrnng.

Die diesjährige Grasnutzung an den Gräben und Böschungen der Staats­straßen im Baubezirk Gießen soll an den nachbenannten Terminen an Ort und Stelle loosweise versteigert werden und zwar:

Montag den 10. Mai

auf der Straße von Gießen nach Rodheim, Anfang Morgens 8 Uhr jenseits der Lahnbrücke.

An demselben Tage, Nachmittags 3 Uhr, auf der Straße von Klein- Linden nach Dudenhofen, Anfang am Ort Klein-Linden-

An demselben Tage auf der Straße von Lich nach Butzbach, Morgens 7 Uhr, Anfang bei der Stadt Lich.

Dien-tag den 11. Mai auf der Straße von Gießen nach Lang-Göns, Anfang Morgens 7 Uhr in der Nähe der Veterinäranstalt.

An demselben Tage auf der Straße von Lich über Langsdorf nach Ber­stadt, Anfang Morgens 7 Uhr, bei der Stadt Lich.

Mittwoch den 12. Mai auf der Straße von Lich über Stein­bach nach Gießen, Anfang Morgens 7 Uhr bei der Stadt Lich.

An demselben Tage auf der Straße von Lang-Göns bis Butzbach und von Pohl-Göns gegen Nieder-Kleen, An­fang Mittags 12 Uhr, bei Lang-Göns.

Donnerstag den 13. Mai auf der Straße von Lich über Hessen­brückerhammer nach Hungen, Anfang Morgens 7 Uhr bei Lich.

An demselben Tage auf der Straße von Gießen nach Marburg, Anfang Nachmittags 1 Uhr bei Stein Nr. 5 bei der Stadt Gießen.

Montag den 1*7. Mai

auf der Straße von Gießen über Reiskirchen bis Abth.-Stein 54, An­fang Morgens 7 Uhr, in der Nähe des Schützenhofs bei Gießen.

Gießen, den 3. Mai 1886.

Großh. Kreisbauamt Gießen.

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Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

Diejenigen Steigerer, welche am 16. und 30. November v. I., sowie am 4. Januar d. I. im Gießener Stadtwalde in den Districten Neuhege, Heingesboden, Fernewald und Bruderwinter Holz gesteigert haben, werden aufgefordert, dasselbe binnen 14 Tagen abzufahren, widrigenfalls gegen die Säumigen Anzeige erhoben wird.

Gießen, den 4. Mai 1886.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

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