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kündeten den Gefühlen seiner wärmsten Theilnahme Ausdruck gegeben, begleiten auch die Völker Oesterreich-Ungarns das schöne Fest im Hause Hohenzollern mit ihren herzlichsten Sympathien und aufrichtigsten Glückwünschen, von der Ueberzeugung aus­gehend, daß der feste Bund der beiden Regentenhäuser nicht nur den Völkern der beiden Staaten, sondern ganz Europa Segen bringe."

Wien, 3. Januar. Die Wiener Blätter nehmen durch Festartikel Theil an dem heutigen Regierungsjubiläum des deutschen Kaisers. DasFremdenblatt" sagt, Europa verehre in dem ehrwürdigen Monarchen einen Fürsten des Friedens. Werthvoller als dei' Lorbeer des Siegers sei ihm die Palme des Friedens geworden; die Machtstellung des deutschen Reiches in Europa, das innige Freundschaftsband des deutschen Reiches rind seines Herrschers mit unserer Monarchie und unserem Kaiser seien zur vornehmsten und stärksten Bürgschaft des europäischen Friedens erwachsen. Die Macht dieses Friedensbollwerks habe sich in mancher politischen Krise bewährt und stets war es Kaiser Wilhelm, der das Gewicht seiner alloerehrten Persönlichkeit einsetzte, um den Gefahren eines europäischen Konfliktes zu begegnen. Die Völker Oesterreich-Ungarns verehren in Kaiser Wilhelm den Freund ihres erhabenen Monarchen, den Schützer und Schirmer des europäischen Friedens. DieWiener Allgemeine Zeitung" schreibt: Kaiser Wilhelm ward das Glück zu Theil, das; er nach einer ruhmgekrönten, kriegerischen Lausbahn auch noch die Rolle eines Friedensfürslen übernehmen konnte. Diese Friedens­mission wie die weltbewegenden Kriegsereignisfe nnt.r seiner Regierung bilden einen Markstein nicht nur in der Geschichte Deutschlands, sondern auch Europas, und in anerkennungsvoller Würdigung begrüßen heute Völker und Fürsten den greisen Mo­narchen, dessen Leben als Bürgschaft des Friedens gilt.

Petersburg, 3. Januar. Zur Feier des Regierungsjubiläums des Kaisers Wilhelm finden Festgottesdienste in der deutschen reformirten Kirche und in der katho­lischen Katharinenkirche statt. Gestern Nachmittag hatte sich Großfürst Wladimir in Preußischer Galauniform mit dem Bande des Schwarzen Adlerordens in die deutsche Botschaft begeben und den Botschafter, General von Schweinitz, ersucht, dem deutschen Kaiser die Glückwünsche des russischen Kaisers, sowie seine eigenen, des Großfürsten zu übermitteln. Die hiesigen Zeitungen, bringen heute dem Kaiser Wilhelm ge­widmete Artikel voll herzlicher Sympathie. DasJournal de et. Pötersbourg" konstatirt bei dem heutigen Anlasse, inmitten welcher Schwierigkeiten, Kämpfe und Wunder das Werk der deutschen Einheit durch Geschicklichkeit und Festigkeit sich vollzogen habe, und sagt, nach seiner Aufrichttmg genoß das deutsche Reich Dank der Weisheit seines er­habenen Monarchen, des Wiederherstellers des Reiches, und durch die Geschicklichkeit des berühmten Staatsmannes, in welchen Kaiser Wilhelm sein Vertrauen setzte, sowie einer in ihren hohen und soliden Eigenschaft allseitig anerkannten Armee, fünf­zehn Jahre des Friedens. Das Journal erinnert sodann daran, daß der Monarch, um solche Resultate zu erreichen, unbeirrt um die Volksstimmung, stark im Bewußt­sein seiner Pflicht, seinen Weg verfolgte, ohne jemals von demselben abzuweichen, und sich der Größe seiner Nation widmete, welche ihm heute aus vollstem Herzen mit Dankbarkeit vergilt. Der Ehrerbietung der deutschen Nation gesellt sich die Be­wunderung der ganzen Welt. Rußland hegt die aufrichtigsten Wünsche, daß die Vor­sehung dem erlauchten Monarchen, dessen Gesinnungen der Freundschaft für unsere Dynastie und unser Reich sie kennt und schätzt, noch lange Jahre gewähren möge. Die russischeSt. Petersburger Zeitung" sagt, eingedenk der Verwandtschaft und Freund­schaft, welche das preußische Königshaus mit der russischen Kaiserfamilie eng verbinden, sowie der vom deutschen Kaiser gepflegten Freundschaft mit Rußland nimmt letzteres den wärmsten Antheil an der heutigen Jubelfeier. Nachdem das Blatt die großen weltgeschichtlichen Verdienste Kaiser Wilhelms heroorgehoben, gedenkt dasselbe auch des Antheils, welchen Fürst Bismarck daran habe.

Deutschland.

Darmstadt, 31. Decbr. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 28) enthält:

1. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung von nachträglichen Bedürfnissen der Ge­meinde Höchst pro 1885/86.

2. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens.

3. Namensveränderung.

4. Zulassung zur Rechtsanwaltschaft:

Am 17. Noobr. wurde der Gerichtsasseffor Eduard Ziegler in Mainz zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Alzey zugelassen; an dems. Tage wurde der Gerich-saffessor Hermann Jäger in Bud Nauheim zur Rechtsanwaltschast bei dem Amtsgericht Lorsch zugelaffen; am 12. Decbr. wurde der Gerichtsasseffor Heinrich Reh in Darmstadt zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Alsfeld zugelassen; am 18. Decbr. wurde der Gerichtsasseffor Dr. Thedor Jourdan in Mainz zur Rechtsanwaltschast bei dem Oberlandesgericht und dem Landgericht der Provinz Rheinhessen zugelaffen; am 24. Decbr. wurde der Gerichtsasseffor Dr. Theodor Schmidt in Worms zur Rechtsanwaltschast bei dem Landgericht der Provinz Rheinheffen, Kammer für Handelssachen in Worms, zugelaffen.

5. Aufgabe der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft.

6. Dienstnachrichten:

Am 22. Novbr. wurden dem Schullehrer Karl Kraußmüller zu Oppenrod und dem Schulamtsaspiranten Christian Schäfer aus Flonheim Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Steinbach, im Kreise Offenbach, übertragen; an dems. Tage wurde der von dem Herrn Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg und dem Herrn Grasen von Erbach-Schönberg aus die erste Lehrerstelle an der evang. Schule zu Lützel-Wiebelsbach präsentirte Schulamtsaspirant Michael Steinmann aus Grat-Ellenbach für diese Stelle bestätigt; am 25. Novbr. wurde dem Schullehrer Johann Georg Fehr zu Falken-Gesäß die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wünschenmooö'Zahmen, an dems. Tage wurde dem Schul­amtsaspiranten Georg Delp aus Ober-Modau eine Lehrerstelle an der Gemeinde­schule zu Rüsselsheim übertragen; am 27. Novbr. wurde der von dem Herrn Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg und dem Herrn Grasen zu Erbach- Schönberg aus die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Langen-Brombach präsentirte Schulamtsaspirant Georg Christoph Schmidt aus Groß-Zimmern für diese Stelle bestätigt; am 28. Novbr. wurde dem Schulamtsaspiranten Peter Herpel aus Eberstadt eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kelsterbach, am 4. Decbr. wurde dem Schulamtsaspiranten Johs. Metzler aus Hackenheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hackenheim übertragen; an dems. Tage wurde der Hülsslehrer an der Taubstummen-Anstalt zu Bensheim Johann Platz zum Lehrer an dieser Anstalt unter Belassung in der Kategorie der VolkS- schullehrer, am 5. Decbr. wurde die Gefangenwärterin am Landeszuchthause zu Marienschloß Karoline Schwindt zur Oberaufseherin am Landeszuchthaus auf Widerruf ernannt; am 8. Decbr. wurde der von dem Herrn Grafen zu Dsenburg und Büdingen in Meerholz aus die Lehrerstelle an der Gemeinde­schule zu Alt-Wiedermus präsentirte Schullehrer Philipp Eduard Ackermann zu Langenbergheim für diese Stelle bestätigt; am 12. Decbr. wurde dem Georg Maurer aus Lindenfels das Patent als Geometer 2. Klasse für den Kreis Bensheim ertheilt; am 20. Decbr. wurde dem Schulamtsaspiranten Albert Boßler aus Heuchelheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rupperten­rod, am 23. Decbr. wurde der Schulamtsaspirantin Anna Friedrich aus Merlau die Lehrerinnenstelle an der Gemeindeschule zu Psungstadt übertragen.

7. Ertheilung des Diploms als Consolidations-Geometer von Seiten der technischen Hochschule:

Dem Geometer 1, Klasse Philipp Hammer aus Elsheim wurde aus Grund der an der technischen Hochschule bestandenen theoretischen Prüfung, sowie der vorgeschriebenen Consolidations-Arbeit das Diplom als Consolidations-Geometer ertheilt.

8. Charakterverleihungen.

9. Dienstentlassung:

Ain 22. Novbr. wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Bru­chenbrücken Johann Heinrich Maul, mit Wirkung vom 1. December d. Js. an vom Dienste entlassen. (Schluß folgt.)

Berlin, 2. Januar. Der Kronprinz mit dem Prinzen Heinrich besuchte gestern den Reichskanzler, ebenso Prinz Leopold.

Der Großherzog, die Großherzogin und Prinz Ludwig von Baden stnd Vormittags 11 Uhr eingetroffen. Sic wurden am Bahnhose von dem Prinzen Heinrich und der Prinzesstn Victoria empfangen.

Die Verhandlungen zwischen Deutschland und der Türkei, bett, die künftigen türkischen Eingangszölle, führten denBerl. Polit. Rachr." zufolge zu einem befriedigenden Ergebnisse. Der neue Taris, welcher nur nach dem Abschlüsse des neuen deutsch - türkischen Handels-Vertrages und Annahme des Tarifs Seitens der anderen Vertragsmächte in Kraft treten kann, wird eine gleichmäßigere Behandlung aller Importeure als bisher zur Folge haben.

Potsdam, 2. Januar. Dem heutigen Bulletin zufolge schlief Prin­zessin Wckhelm Nachts einige Stunden gut. Das Fieber ist bedeutend gefallen, die Gestchrsschmerzen haben ausgehört, das Allgemeinbefinden ist befriedigend.

Potsdam, 2. Januar. Der Verwaltungsrath der Hamburg-Südame- rikanischen Dampfschifffahrts-Gesellschaft hat bisher keine Bestätigung der Nach­richt von dem Verluste des DampfersMontevideo" erhalten. Der Verwal­tungsrath theilt mit, der Dampfer habe am 18. December Teneriffa verlassen und könne nicht in annähernd 12 Tagen Montevideo erreicht haben.

Karlsruhe, 2. Januar. Die Erbgroßherzogin ist in Königstein am Katarrh erkrankt und mußte auf ärztlichen Rath ihre Reise nach Berlin auf- geben. Der Erbgroßherzog reift heute Abend nach Berlin ab.

München, 2. Januar. Der zum bayerischen Gesandten bei dem ita» lienischen Hofe ernannte Gras Moy ist heute nach Rom abgereist.

Stuttgart, 2. Januar. Wie derStaats Anz. sür Württemberg" meldet, tritt die Ständeversammlung am 19. d. Mts. zusammen-

ArunLrctch.

Paris, 2. Januar. Bei dem gestrigen Neujahrscmpfange im Elysäe beglück­wünschte der päpstliche Nuntius den Präsidenten Greoy zu seiner Wiederwahl, sowie zum Jahreswechsel und gab dabei dem Wunsche für die Erhaltung des Friedens und die Wohlfahrt Frankreichs Ausdruck. Greoy dankte für die dargebrachten Wünsche und fügte hinzu, Frankreich könne denselben nicht besser entsprechen, als dadurch, daß es stets bemüht sei, die guten Beziehungen, in welchen es zu den Mächten stehe, auch fernerhin aufrecht zu erhalten.

Freycinet hat heute mit mehreren politischen Persönlichkeiten Besprechungen gehabt, es scheint aber bisher unentschieden, ob er die Bildung eines neuen Cabinets über-nehmen wird. Der ,Temps" sagt, die Stellung Freycinet's innerhalb der republikanischen Partei mache ihm diese Aufgabe leichter als jedem andern. Frcy- cinct sei ein Mann der Versöhnung und Niemand verkenne die Nothwendigkeit einer solchen.

Der Gouverneur von Cochinchina telegraphirt, der Chef der Provinz Bapnon, ein Freund der Franzosen, habe einen bedeutenden Erfolg über einen Rebellen­häuptling davongetragen.

England.

London, 2. Januar.Times" undDaily Telegraph" bringen anläßlich des Jubiläums des Kaisers Wilhelm sympathische Artikel. DieTimes" sagt, das Jubiläum bilde die Krönung eines Zeitabschnittes, worin ein neues Bollwerk des Friedens, der Ordnung und der Achtung vor den Rechten Anderer in's Dasein gerufen wurde.

General Stephenson meldet aus Koshch (Egypten) vom 31. December: Die Kavallerie und die beritten gemachte Infanterie sind heute srüh nach Koyek nil- aufwärts abgegangen und werden morgen nach Said Effendi gehen. Die übrigen Truppen rücken nach Koyek vor. General Stephenson schützt die Stärke des Feinoes in dem Gefechte am 30. December auf 6000 Mann und fügt hinzu, der Feind sei voll­ständig überrascht worden, da sich die englischen Truppen vor.seinen Positionen be­fanden, ehe der Feind ihre Anwesenheit bemerkte.

Die Richtigkeit der Meldung von dem Verluste des Schraubendampfers Montevideo" der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschifffahrts-Gesellschaft wird von Lloyds" bezweifelt. Das untcrgegangene Fahrzeug war wahrscheinlich ein fremdes Segelschiff gleichen Namens.

Rußland.

Petersburg, 2. Januar. Anläßlich des Regierungs-Jubiläums des Kaisers Wilhelm bringt derHerold" schon heute einen der gesegneten Thätig- keit des Kaisers gewidmeten Artikel, in welchem der Wunsch ausgesprochen wird, daß die in drangvoller Zeit erprobte Waffenbrüderschaft Russen und Deutsche noch lange zum Heile Europas verbinden möge.

Serbien.

Belgrad, 2. Januar. Nach osficieller Mittheilung halten die Bulga­ren, entgegen der Waffenstillstands-Convention, Bregovo mit zwei Compagnieen besetzt. Dieselben untersuchten gestern die Brücken bei Bregovo und sandten den Timok auswärts und abwärts Recognoscirungs-Patrouillen.

Das serbische Kloster Rzana im Kreise Pirot wurde von bulgarischen Truppen geplündert.

Kriechenland.

Athen, 2. Januar. Die Observation von venetianischen Provenienzen ist aus 5 Tage erhöht, gegenüber Triest dauert sie unverändert 48 Stunden.

Spanien.

Cadix, 2. Januar. Die Cholera ist in Algesiras ausgebrochen. Am ersten Tage sind 16 Todesfälle constatirt.

Telegraphische Depeschm.

Wolff's telegr. Eorresporrdenz - Brrr-arr.

Potsdam, 3. Januar. Nach dem heute ausgegebencn Bülletin ist Ihre König- lichc Hoheit die Frau Prinzessin Wilhelm heute nach einer ziemlich guten Nacht voll­ständig fieberfrei, und sind sämmtliche Masernerscheinungen in der Rückbildung.

Potsdam, 3. Januar. Se. K. Hoh. der Prinz Wilhelm hat heute Nachmittag die erste Ausfahrt gemacht.