Generale Walbersee, Stichle, Albedyll und den Kriegsminister und machte Nachmittags eine Spazierfahrt. — Ihre Majestät die Kaiserin machte ebenfalls eine Spazie- fahrt und empfängt um 4 Uhr die Prinzen und Prinzessinnen des Königshauses.
— Die socialdemokratische Partei des Reichstags beantragt eine Novelle zr-r Gewerbeordnung, wonach die Vereine behufs Erreichung besserer Arbeitsbedingungür sich sollen miteinander verbinden und alle gewerblichen Arbeiter ohne Rücksicht auf dcß Lebensalter sollen aufnehmen können und den Vereinsgesetzen nur insoweit unterlieget, als es sich um Anmeldung von Versammlungen handelt.
Itzehoe, 2. December. Die norwegische Barke „Valborg", mit einer Ladun; Salz nach Savannah und 13 Mann Besatzung, ist vor der Elbemündung gestrande!. Die Besatzung wurde zum Theil durch ein Rettungsboot von Station Buesum auZ gerettet.
Bremen, 2. December. Die Rettungsstation Cuxhafen telegraphirt: Ast 1. December von der Norweger Bark „Valborg", Capitän Joersen, gestrandet aif Frischensand, zwei Personen gerettet durch das Rettungsboot des zweiten Elbfeuev schiffes. Sturm aus West - Nord - West mit Hagel. Rettungsboot 34 Stunde» unterwegs.
— Die Rettungsstation Buesum telegraphirt: Durch das Rettungsboot de: Station Buesum sind 7 Personen von der auf Frischensand gestrandeten norwegischer Bark „Valborg" gerettet worden.
Paris, 2. December. Vice-Admiral Graf Gueydon ist heute gestorben.
Paris, 2. December. Ministerpräsident Freycinet theilte in dem Minister rathe mit, nach Depeschen ,aus Hanoi sei an der Grenze in der Nähe von Hankoi eil der Abgrenzungs-Commission beigegebener Dolmetscher mit seinem Secretär und fünf Chasseurs von Piraten niedergemacht morden.
London, 2. December. Der General - Consul in Sofia, Lasselles, ist zun Gesandten in Bukarest, und Legationsrath O'Connor in Washington zum General- Consul in Sofia ernannt. — Dem Vernehmen nach wird die Regierung ein Privatunternehmen zur Aufsuchung Emin Bey's, der sich noch im L-udan befindet, unterstützen. Die demnächst abgehende Expedition trägt keinen militärischen Character und wird von Stanley oder Johnson geleitet sein.
— In der Kohlengrube Elemare bet Aurham fand heute eine Entzündung schlagender Wetter statt. In der Grube befanden sich vierzig Arbeiter, wovon drei getödtet wurden, zwölf bis vierzehn sind noch verschüttet. Die Uebrigen sind gerettet.
Petersburg, 2. December. General v. Kaulbars, welcher gestern hier eingetroffen ist, begab sich im Laufe des Nachmittags nach Gatschina.
Sofia, 2. December. Die aus Grekow, Stoilow und Kaltschew bestehende Deputation an die Mächte ist heute Vormittag nach Belgrad abgereist, wo sie einen eintägigen Aufenthalt nimmt.
Konstantinopel, 2. December. sMeldung der „Agence Havas".] Ein hier heute eingelangtes russisches Circular gibt eine geschichtliche Darstellung der Ereignisse in Bulgarien und von dem Verlaufe der Mission des Generals Kaulbars, die keineswegs mißglückt sei, vielmehr zur Constatirung der Thatsache führte, daß die Ansichten des bulgarischen Volkes absolut feindlichen Abenteurern gegenüberstehen, welche die Macht in Händen haben, und schließt mit dem Ausdrucke der Hoffnung auf eine Lösung durch friedliche Mittel.
L o k a S e 4»
Gießen, 3. December. Die jüngst auch in diesem Blatte mitgetheilte Aufforderung der Direction Großh. Realschule ist vielfach mißverstanden worden. Es gilt, von den Tausenden von Schülern der Anstalt in den 50 Jahren ihres Bestehens die Lebensstellung und den Wohnort zu erfahren, um ihnen eine Einladung zur Festfeier zusenden zu können. Viele der ehemaligen Schüler sind über die ganze Erde zerstreut, aber wenn möglich soll ihnen doch die Einladung zukommen. Freilich sind auch viele schon gestorben. Aber gerade für die geplante Zusammenstellung aller Schüler wäre erforderlich, daß im Verzeichniß möglichst wenige Lücken bleiben und ergeht daher an alle Freunde der Anstalt, die Schüler und ihre Väter die nochmalige dringende Bitte, soweit möglich Auskunft zu geben über den Verbleib derer, die in der Realschule sich die Kenntnisse erworben, um im Leben bestehen zu können.
Gießen- 3. December. Die Gemäldeausstellung im Schloß auf dem Brand zieht viele Kunstfreunde an; Diejenigen, welche sie noch nicht besucht haben, werden nochmals dringend darauf aufmerksam gemacht. Eine Herbstlandschaft von Wimmer in München, ein Bild aus den steirischen Hochalpen von Zeller in Salzburg, der Obersee von Paul Weber in München und mehrere andere sind vortrefflich ausgeführt; prachtvoll ist Max Rentels in Weimar alte Frau, die sich bemüht, eine Radel einzufädeln; nicht minder schön ist sein anderes Bild, die Scene im Nachen. Ein Stillleben ist nicht Jedermanns Liebhaberei, aber das von Osiermeier in München wird Vielen gefallen. Die kleinen Gemälde von Heilmayer in München mit ihren Lichteffecten sind vortrefflich gemalt, was man von der doppelten Lichtwirkung bei einem Studicnkopf von Kröh in Darmstadt nicht gerade sagen kann. Wir haben nur wenige Repräsentanten erwähnt, ohne deshalb die nicht erwähnten dadurch zurücksetzen zu wollen.
Gießen, 3. December. (Theater.] Die mit so großem Beifall aufgenommene Posse „Der Walzerkönig" wird am Sonntag noch einmal zur Aufführung gelangen. Gegenwärtig wird v. Moser's neuestes Lustspiel „Der Bureaukrat" und Kneisel's neuester Schwank „Die große Unbekannte" einstudirt. Letzteres Stück wird bereits Anfang nächster Woche in Scene gehen. Auf die vielfachen Anfragen von Abonnenten hin sind wir ermächtigt, bekannt zu geben, daß mit Ausnahme der Benefize alle Novitäten im Abonnement gegeben werden.
Vermischtes.
Neu-Ulrichstein, 1. December. sMonats - Bericht der Arbeiter-Colonie pro November 1886.] Etatmäßige Plätze seit dem 15. November: 120. Ultimo November waren in der Colonie arbeits-, resp. stellenlos insgesammt 109.
Hiervon waren Landwirtschaftliche Arbeiter rc. 28, Bäcker 2, Barbiere 1, Beamte (Straßen-Aufseher) 1, Bergleute 3, Brauer 1, Buchdrucker 1, Cigarrenmacher 2, Fleischer 2, Former (Sand) 2, Gärtner 2, Glasarbeiter 1, Kaufleute 1, Kellner 1, Klempner 3, Korbmacher 1, Maurer 1, Sattler 1, Schlosser 7, Schmiede 2, Schneider 5, Schuhmacher 8, Steindrucker 1, Stellmacher 1, Scheerenschleifer 1, Tischler 4, Weber 3, Zimmerleute 1, Kutscher 1, Lithographen 1, Weißbinder 4, Seemann 1, Schornsteinfeger 2, Schreiber 5, Schriftsetzer 2, Techniker 1, Uhrmacher 1, Pflasterer 1, Metallschleifer 1. . > ) .
Den Staaten nach kommen auf: Großherzogthum Hessen 35, Nassau 14, Thüringen 2, Baden 3, Bayern 5, Oldenburg 1, Sachsen 3. Von Preußen auf die Provinzen: Brandenburg 3, Hannover 1, Hessen (Nassau) 15, Posen 1, Ostpreußen 1, Schlesien 5, Sachsen 3, Rheinland 9, Westfalen 2, Elsaß-Lothringen 1, Amerika 2, Russisch-Polen 1, Oesterreich 1, Schweiz 1.
Abgegangen sind im Laufe des Monats November 42.
Davon gingen auf eigenen Wunsch 32, durch eigenes Bemühen in Stellung 2, durch Entlassung 3, durch Entlaufen 1, in ihre Familie 1, zum Militär 2, durch Requisition der Behörde 1.
Abgewiesen wurden 14.
Verpflegungstage wurden 2931 geleistet.
Im Ganzen wurden seit Eröffnung der Anstalt ausgenommen 468 Colonisten.
Dortelweil, 30. November. Am vergangenen Donnerstag Miltag ereignete sich bei der hier in Thätigkeit befindlichen Dreschmaschine ein bedaueruswerlher Unglücksfall. Nachdem das Haltesignal zur Mittagspause ertönt war, wollte ein mit dem Einlegen der Frucht beschäftigter Arbeiter noch ein Bündel zusammengelesener Aehren in die Maschine bringen. Zu diesem Zwecke half er ein wenig mit dem Fuße nach. Doch der Fuß wurde von der Trommel erfaßt und so das Bein bis zum Knie buchstäblich zermalmt. Sicherlich hätte der ganze Körper dasselbe Schicksal gehabt, wenn nicht in Folge des ungeheuren Widerstandes der Treibriemen gefallen und dadurch der Dreschwagen zum Stillstand gekommen wäre. Der Unglückliche wurde in's Bezirks- Irankenhaus zu Vilbel gebracht, wo sofort zur Amputation des Beines geschritten wurde. Nachts um 12 Uhr erlöste ihn der Tod von seinem schweren Leiden. Der Verunglückte ist aus dem Kreis Schotten gebürtig und stand im 21. Lebensjahre. (Wett. B.)
m D ^armftabt.' L December. sPostpersonalveränderungen.] Versetzt sind der Postmeister Danzinger von Nidda nach Osthofen, der Postsecretair Rispel von Friedberg (Hessen) nach Nidda zur Verwaltung des Postamts in letzterem Orte, der Postsecretair Bredel von Mamz nach Offenbach (Main).
Angestellt ist der Postassistent Schupke in Offenbach (Main).
Ernannt ist der Telegraphenassistent Maurer in Darmstadt rum Ober-Tele- graphenassistenten.
In den Ruhestand treten der Postmeister Metzger in Osthofen und der Postverwalter Rebscher in König.
△ Aus Rheinhessen, 1. December. Die neue Verbindungsbahn zwischen Nheinheffen und der bayrischen Pfalz, die für Rheinhessen wie die bayrische Pfalz gleich wichtige Eisthalbahn ist jetzt bis nach Offstein fertiggestellt und fand gestern in Anwesenhest mehrerer Reglerungsvertreter die Probefahrt statt. Außer den hessischen Ortschaften roelc^e die Bahn berührt, wird bis zu deren vollständigem Ausbau zunächst die Sucfer- fabr f Offstein einen großen Vortheil von der Bahn haben, indem das Schienengeleise sozusagen an der Hausthür von der Fabrik vorübergeht. Die Eröffnung der Balm wird voraussichtlich den 4. December stattfinden.
r; Opp enh eim,1 December. Heute Nachmittag fand hier die im vorigen
Jahre verschiedener Umstande halber ausgefallene zwölfte Hauptversammlung des ^U,^^crd?§r tllr Großherzogthum Hessen statt. Dieselbe war von etwa 50 Mitgliedern besucht, den Vorsitz führte Herr Geh. Oberschulrath Greim aus Darmstadt. Außerdem waren von Vorstandsmitgliedern anwesend die Herren Kreisthierarzt 0r. Schäfer und Director Dr. Boßler von Darmstadt, von Ausschußmitgliedern die Herren Oecononuerath vr. Weidenhammer (Darmstadt), Kreisschulinspector Schäffer Mroß-Gerau), Kreisschulinspector Krämer (Bingen) und Notar Wolf (Ober-Ingelheim) Nach Begrüßung der Erschienenen durch den Vorsitzenden und Verlesung des Protokolls der im December 1884 in Hungen abgehaltenen elften Hauptversammlung folgte der Vortrag des Rechenschaftsberichts für 1885 und 1886 durch den wegen Ueberhäufuna nut Amis- und Berufsgeschäften die Aemter eines Vercinssecretärs und Redacteurs der Zeitschrift niederlegenden Herrn Kreisthierarzt Dr. Schäfer, dem die Versammlung durch Erheben von den Sitzen die verdiente Anerkennung für seine elfjährige ersprieß- liche Thätigkeit bezeugte. Der zum Nachfolger in den genannten Aemtern gewählte Herr Director Dr. Boßler legte alsdann die Nechnungsablage für 1884 und 1&5 sowie den von dem Rechner erstatteten Kassenbericht für 1886 vor, die keinerlei Ein' wand fanden. Ebenso einstimmig erfolgte darauf die Genehmigung der Voranschläge für 1886 und 1887, sowie die statutenmäßige Erneuerung des Ausschusses der durch das Loos als ausscheidend bezeichneten Mitglieder. Schließlich wurden noch den Ausschußanträgen entsprechend für 64 Gensdarmen und Polizeibeamte Geldprämien im Gesammtbetrage von 237 JL bewilligt und nach einer kurzen Erörterung der in Bezug der Tierquälerei bei den Wettrennen aufgeworfenen Frage die Versammlung von dem Vorsitzenden geschloffen.
Gladenbach, 29.Novbr. Der im hiesigen Arresthaus seit dem 24. September d. I. in Untersuchungshaft befindliche Schuhmacher Johannes Förster aus Hermannstein hat seinem Leben durch Erhängen in seiner Zelle heute Morgen ein Ende gemacht Derselbe war verdächtig, den Schreiner Welker in Hermannstein in der Nacht vsm 23. zum 24. September er. auf dem Heimwege aus dem Wirthshause durch Messerstiche ermordet zu haben. Auch sollte demselben, wie wir hören, ein Meineidsoerbrechen zur Last gelegt und sollte morgen nach Marburg gebracht werden. Johannes Förster ein Mann inmitten der fünfziger Jahre, ist wohlhabend, verfügt über ein bedeutendes Kapitalvermögen und hinterläßt eine Frau, aber keine Kinder.
Langenselbold, 30. November. Verflossenen Mittwoch wurde, der Kl Pr. zufolge, in unserem Walde ein junger Mann tobt aufgefunden und das Geruchi verbreitete sich hier und in der ganzen Umgegend, daß derselbe von drei Burschen ermordet worden sei. Dieser traurige Vorfall ist aber, wie wir erfahren, ein ganz anderer. Der freiwillig dienende Musketier Wilhelm Merk von Hanau, welcher vor etwa vierzehn Tagen von seinem Regiment (97.) desertirte und am folgenden Tage sich in Offenbach als „Kunststückemacher" in einer- Wirthschaft producirte, hat durch einen tiefen Schnitt in den Hals feinem Leben ein Ende gemacht. Das Motiv dieser schrecklichen That ist folgendes: Merk wollte am 13. November seinen Kameraden welche auf der Hauptwache waren, Branntwein bringen und ging deßhalb in einen in der Nähe befindlichen Laden, um denselben zu holen. Das Gewünschte wurde ihm erst nach langem Befragen verabreicht, nachdem M. angegeben, er gehe in die Kaserne Die Ladenbesitzerin?, welche sich überzeugen wollte, ging ihm nach und sah, wie er den Branntwein auf die Hauptwache beförderte. Auf die Bemerkung der Ladenbesitzerin, sie wolle ihn anzeigen, antwortete der Soldat erschrocken: „Thun Sie jetzt was Sie wollen, ich bin jetzt unglücklich", und ging seines Weges fort. Von da an war der Unglückliche verschwunden.
Frankfurt a. M., 1. December. Gestern Nachmittag ist es den Bemühungen der Polizei gelungen, Denjenigen zu ermitteln und festzunehmen, welcher das schändliche Attentat am Rödelheimer Sandwege gegen die einundachtzigjährige Wittwe aus Bockenheim verübt hat. Der Thäter ist ein Arbeiter aus Rödelheim; derselbe wurde von der mißhandelten Frau nicht allein auf das Bestimmteste roiebererfannt, fonbern hat auch bereits seine That vor bem Amtsrichter eingeftanben.
Lübwigslust, 29. November. Das mörberische Attentat eines Realschülers auf einen Schulkameraben bilbet seit einigen Tagen bas Gesprächsthema in unserer sonst so stillen zweiten Residenzstabt bes Laubes. Zwei Pensionäre in ber Pension des Realschuldirectors Sonnenburg, welche schon längere Zett miteinanber grollten, gerieten bieser Tage in Streit, ber rasch in Thätlichkeit überging. Fast gleichzeitig zückten beide Schüler die Messer aufeinander und in demselben Augenblick lag auch schon ber eine, ein Mexikaner, blutüberströmt am Boben. Der Messerstich Halle alsbald den Tod zur Folge. Die gestern vorgenommene Section der Leiche ergab, daß der Stich bis in's Herz gedrungen war. Der ©etöbtete ist ber einzige Sohu feiner Eltern; er wirb auf bem hiesigen katholischen Friebhof begraben werden. Von ber Verhaftung des Attentäters hat man gegen Hinterlegung einer Cautton von 5000 X Abstand genommen.
Brüssel, 27. November. Als der Expreßzug, der um 3V- Uhr in der Frühe aus Ostende abgeht, beute Morgen um 8 Uhr 37 Minuten in Verniers eintraf, bemerkten die Postbeamten, daß die englische Post beraubt worden fei. Die gejammte, aus England kommende und nach Deutschland, Oesterreich-Ungarn und dem Orient bestimmte Correspondenz wird bei bem Abgang aus Ostenbe in wohlverschlossenen Waggons untergebracht. Früher begnügte man sich mit bem Bleiverschluß, feit ungefähr zwei Monaten jeboch werben biefe Waggons mit sehr starken und schweren Vorhängeschlössern zugeschloffen. Als die Postbeamten bei ber Ankunft in Verviers bas Umlaben ber Corresponbeuz für ben Transit vornehmen wollten, bemerkten sie, daß statt des neuen vorschriftsmäßigen Vorhängeschlosses ein anderes den Wagen schloß, bas von Weitem gesehen und bei Nacht leicht mit einem richtigen verwechselt werden konnte. In Gegenwart von Zeugen schritt man sofort zur Oeffnung des Wagens. Derselbe enthielt 80 bis 90 Felleisen, die aus starken Lcdersäckeu bestehen. 22 von diesen waren ausgeschnitten worben unb enthielten nur noch bi; gewöhnliche Corresponbeuz, bagegen waren alle chargirten Senbungen, sowie bie Avisscheine, welche diese begleiten, herausgenommen worden. Man stellte sogleich Nachforschungen an, da aber bie Avisscheine fehlen, kann man nur vermuthen, baß etwa 140 bis 150 djargtrte Briefe geraubt worden, ohne baß man über bie oerschwunbenen Werthe bis jetzt trgenb welche Angaben hätte. Die Säcke mit ben gewöhnlichen Briefen und sonstigen Briefsenbungen würben intakt befunben unb mit bem Expreßzug, ber um 1 Uhr von Verviers abfährt, roeiterbeförbert. Der Raub ist wahrscheinlich unterwegs ausgeführt worben, wie vermutbet wird, von Dieben, die schon in Ostende vor dem Abgänge des Zuges Wittel und Wege gefunden, das Vorhängeschloß zu öffnen oder zu erbrechen und sich in bem Wagen einzuschließen, wo sie dann mit aller Muße zu Werke gehen konnten. Bis jetzt fehlt jedoch jede Spur von den jedenfalls außerordentlich kühnen Räubern. Ihre Entdeckung wäre im Interesse der Sicherheit des Posttransitverkehrs durch Belgien driugenb zu wünschen. (F. Z.)
Wir batten Gelegenheit, das neueste Musteralbum der Firma Seyffert Sohn in Greiz (Wollwaarenfabrikation) zu sehen, welches eine große unb sehr geschmackvolle Auswahl ber mobernften Damenkleiderstoffe enthält und zwar zu recht mäßigen Preisen. Es dürste sich darin ohne Zweifel für das bevorstehende Weihnachtssest manches Empsehlenswerthe bieten.


