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das Palais tragen. Soldaten und Bürger nahmen den Fürsten Alexander auf ihre Schultern und unter unbeschreiblichem Jubel trugen sie ihn in das Palais, das eine Viertelstunde vom Hafen entfernt liegt. Aus allen Fenstern in der engen Straße grüßten ihn Hurrahs und Blumen. Vor dem Palais verabschiedete sich der Fürst von dem jubelnden Volke. Er ging die Treppe hinauf, während die Bevölkerung und die Soldaten vor dem Palais weiter Hurrah riefen und das Verlangen äußerten, den Fürsten nochmals zu sehen. Alexander kam auf den Balkon. Die Soldaten in der Straße sanken in die Knie und hielten flebend die Hände zu ihrem Kriegsherrn empor, Verzeihung erbittend. Der Fürst nickte den Soldaten zu und verließ bald den Balkon.

Das war der erste Tag in Rustschuk.

Türkei.

Konstantinopel, 2. September. Der Secretär der russischen Bot­schaft, Neklindow, ist nach Sofia abgereist, um bett dortigen russischen Agenten Bogdanow zu ersetzen, der angeblich mit Urlaub abgereist ist.

Universttät» - Chronik.

Professor Eduard Zeller zu Berlin ist anläßlich seines 50jährigen Doctor - Jubiläums von der medicinischen Fakultät der Universität Marburg zum Doctor honoris causa ernannt worden. Zeller war von 1849 bis 1862 Pro­fessor in Marburg, Anfangs als Mitglied der theologischen, dann der philosophischen Fakultät.

Lokales.

Gießen, 3. Septbr. Herr Kapellmeister Wilh. G. Hilge, bei allen Concert- besuchern aus früheren Jahren sowohl als vorzüglicher Piston-Virtuose als auch als Dirigent einer Artillerie-Capelle in gutem Andenken stehend, wird nächsten Sonntag zum ersten Male mit seiner jetzigen, früher unter Adam's Leitung gestandenen Capelle des 115. Regiments in Stein's Garten concertiren. Wir verfehlen nicht, hiermit noch besonders auf den bevorstehenden musikalischen Genuß aufmerksam zu machen.

Das vom Bicycle - Club Frankfurt veranstaltete Rennen, welches nächsten Sonntag in der Nähe des Forsthauses abgehalten wird, scheint nach vorliegendem Programm großartig zu werden. Es haben sich 79 Wettfahrer aus allen Theilen Deutschlands angemeldet. Bei den Rennen, an denen sich der hiesige Radfahroerein be- theiligt, concurriren um die Preise 14 Clubs und 2 Einzelfahrer, im Ganzen 27 Fahrer. Darunter Hch. Aichele, Meisterschaftsfahrer der Schweiz, Böckeler, Bremen, Hartmann, Hannover, Haage, Erfurt, u. s. w.

Dir Ereignisse in Bulgarien.

Einen sehr lebendigen und anschaulichen Bericht über den Einzug des Fürsten Alexander in Rustschuk entnehmen wir demN. W. Tgbl." Derselbe lautet:

Das SchiffAlexander" verließ Giurgewo gegen 1 Uhr, um hinüber nach Rustschuk zu fahren. Unter den Hurrahs der rumänischen Bevölkerung und den Klängen der Militärmusik setzte sich die Nacht in Bewegung. Die Vorgänge auf der Nacht während der kurzen Ueberfahrt waren sehr interessant. Es gab kein Ceremoniell auf dem Schiffe. Keine Etikette herrschte hier, sowie während des ganzen Empfanges auch nicht eine Spur von einem Zwang, von polizeilichen Maßregeln wahrzunehmen war. Der Fürst kehrt nach einer infamen Verschwörung in's Land zurück, kein Zweifel, die Attentäter haben noch Genossen im Lande. Aber trotzdem sieht man nicht die uns im Centrum von Europa so genau bekannten Polizisten-Gesichter, kein Mensch bewacht den Fürsten das begeisterte Volk hat seine Augen auf ihn gerichtet; er istnur" seinem Schutze anvertraut. Der Fürst steigt in den Salon der Nacht. Stambulow, Oberst Fillew, Premier Radoslaw folgen ihm. Im Augenblicke ist der Salon gefüllt mit Menschen. Der Fürst neigt sein Ohr zu Stambulow, der viel kleiner ist, nieder und hört mit Aufmerksamkeit dem Manne zu, dessen Energie den Thron Bulgariens ge­rettet hat. Mit lebhaften Gesten begleitet Stambulow seine Erzählung. Es ist kein bureaukratischer, allerunterthänigster Vortrag, den Stambulow hält. Seine Hände fliegen förmlich durch die Luft, während er die Scene schildert, welche sich in der National-Versammlung von Tirnowo abgespielt hat, als die Versammlung die Contre- Revolution proclamirte und die Huldigung für den Fürsten aussprach. Lange hörte der Fürst zu. Da wird er müde, und ohne sich lange zu besinnen, setzt sich Fürst Alexander auf den Tisch des Salons. Stambulow erzählt weiter. Dann befragen Stambulow und Radoslawow den Fürsten über seine eigenen Wahrnehmungen. Die Beiden erhalten jetzt eigentlich den erften authentischen Bericht über die Vorgänge in Sofia am 21. August. Es herrscht ein zwangloser, man würde bei uns in Wien sagen gemüthlicher Ton auf dem Schiffe, welches Alerander I. zurückbringt in sein Lano.

Die Conversation wird durch Kanonenschüsse unterbrochen, welche von Rustschuk herüber den Fürsten grüßen. Fürst Alexander und sein Gefolge betreten das Deck. Der Fürst blickt hinüber nach Bulgarien, jetzt wieder sein Land. Drüben ist Alles schwarz von Menschen. Den langen Donau-Quai hin zieht sich in schier endloser Zeile hie Menschenmenge. Der Berg, an dem Rustschuk lehnt, scheint lebendig geworden zu sein. Ueber zwanzigtausend Personen mögen es wohl sein, die den Berg occupirt haben. Diese Tausende brachen in ein lautes Hurrah aus, als sie den Fürsten auf dem Verdeck erblickten. Fast eine Viertelstunde lang dauerte diese betäubende Ovation, welche der Fürst mit dem Schwenken des Hutes erwiderte. Die Begeisterung der Leute kannte keine Grenzen; immer erneuert sich die stürmische Begrüßung, daß die Luft davon erzittert.

Das Schiff legt an. Auf der Landungsbrücke erwarten die Vertreter der Stadt und die Mitglieder des Consularcorps den Fürsten. Der russische Consul ist in seiner grünen Uniform anwesend. Man bemerkt, daß er den dreispitzigen Hut erst lüftet, nachdem der Fürst die Landungsbrücke betreten hat und daß er der Erste ist, der sich sofort wieder bedeckt, nachdem oer Fürst, welcher ihm schweigend die Hand gereicht hat, an ihm vorbei ist. Das Volk auf dem Berge und am Quai schreit weiter Hurrah, es jubelt dem Fürsten zu, ein Blumenregen geht nieder. Da winkt Stambulow mit seinem Taschentuch das Volk schweigt. Die Musik verstummt. Hier findet die officielle Begrüßung des Fürsten, die Uebergade der Regentschaft in seine Hände statt. Kurz, über markig spricht Stambulow. Weithin ist seine sonore Stimme vernehmbar. Er begrüßt den Fürstenim Namen des Volkes" und übergiebt die Regentschaft Bulgariens seinem Fürsten unserem Fürsten! ruft Stambulow und wiederholt es dreimal; Nas Kajas!.....Da unterbricht ihn der Fürst, indem er dem Volksmann um

den Hals fällt und ihn küßt. Lange dauert die Umarmung und immer wieder küßt der Fürst den Mann, der ihm seine Treue in so hochherziger Weise bewiesen. Die Bevölkerung begleitet diese ungewöhnliche Scene mit stürmischen Hurrahs, welche während der langen Umarmung in lautes Schluchzen übergehen. Das Volk weint vor Rührung, vor Freude, vor Reue; es weint tief bewegt über die Scene, welche sich am Donau-Ufer abfpielt. Nachdem der Fürst, welcher tief ergriffen war, sich von Stambulow getrennt hatte, fährt dieser in seiner Rede fort, versichert den Fürsten der Treue des Volkes, das entrüstet sei über die Räuber, die den Fürsten gestohlen hatten und bittet ihn, das Land, das ruhig und zufrieden sei, wieder wie bisher zu führen. Neue Ovationen. Mit Mühe konnte sich Fürst Alexander Gehör verschaffen, welcher in bulgarischer Sprache Stambulow und dem Volke für die bewiesene Treue dankte und versicherte, daß erfür das Glück und den Fortschritt Bulgariens" mit allen Kräften einstehen werde. Ueber die Verschwörung ging Fürst Alexander hinweg, indem er sagte: Was geschehen ist, das war der Wille Gottes."

Nach dieser Begrüßung drängte sich das Volk um den Fürsten, welcher infein Palais gehen wollte. Aber das Volk ließ es nicht zu. Es wollte seinen Fürsten in

Telegraphische Depesche«.

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Berlin, 2. September. Anläßlich der Sedanfeier ist die Stadt reich geflaggt. Die Kriegervereine und patriotischen Gesellschaften veranstalten zahlreiche Festlichkeiten. Mittags fand auf der Plattform des Rathhaufes eine Musik-Aufführung statt, in allen Schulen wurden Festacte gehalten, die Theater geben Festvorstellungen. Zahlreiche Vorbereitungen zur Illumination sind getroffen; auch das Rathhaus wird be­leuchtet. Aus Breslau, Bremen, Weimar, Leipzig und anderen Orten liegen ähnliche Meldungen vor.

Pesth, 2. September. Bei der heutigen kirchlichen Feier anläßlich der Rück­eroberung Ofens wohnten die Minister, die Kardinäle, die Erzbischöfe, die Mitglieder des Reichstags, das Consularcorps, die Generalität, die Spitzen der Behörden und die Deputationen des Auslandes, an ihrer Spitze die preußische militärische Deputation, sowie die Nachkommen der Helden bet, welche bei der Wiedereroberung sich auszeichneten. Die Messe ward vom Cardinal-Primas Simon unter Assistenz der Bischöfe celebrirt. In seiner Kanzelrede wies der Cardinal-Primas auf die hohe Wichtigkeit der Ereig­nisse für die ganze Christenheit hin und gedachte anerkennend der Nationen, die daran theilgenommen. Die militärischen Ehren bei der Feier erwiesen mehrere Compagnien des gemeinsamen Heeres und der Honvedarmee. Die Feier schloß mit der Enthüllung der Gedächtnißtafel.

Bern, 2. September. Dem Bundesrathe ist die Uebereinfunft, betreffend Organisation der internationalen Erdmessung, welche namentlich die Einrichtung eines ständigen Centralbureaus in Berlin, sowie die Dotirung der genannten Commission durch die beseitigten Staaten zum Zwecke hat, zur Annahme vorgelegt. Gleichzeitig ift die Schweiz zur Beschickung der Conferenz der europäischen Gradmessungen ein- geladen, die behufs Ausführung der im Projecte vorgesehenen Maßregeln am 20. Octo­ber in Berlin zusammentreten soll. Der Bundesrath erklärte den Beitritt her Schweiz zu der Uebereinfunft und ernannte zum Vertreter an der Conferenz Professor Dr. Hirsch (Neuenburg).

Sofia, 2. September. (Telegramm derAgence Havas".] Die Gerüchte über Ruhestörungen und den Ausbruch des Bürgerkrieges in Bulgarien sind unbegründet. Cs herrscht die vollständigste Ruhe. Die Ankunft des Fürsten Alexander steht hier morgen Abend zu erwarten.

Rewyork, 2. September. Weiteren Depeschen zufolge ist Charleston buchstäb­lich ein Trümmerhaufen. Drei Stadtviertel müssen gänzlich wieder aufgebaut werden. Die Bevölkerung ist noch unter freiem Himmel. Die meisten bei dem Erdbeben Um- geFommenen sind Neger. Die Leichname liegen noch unbeerdigt auf der Straße. Die Telegraphenverbindung ist nur theilweise hergestellt. Vorläufig ist es unmöglich, den Schaden zu beziffern. Aehnliches Unglück traf den Norden und Süden Carolinas und Georgias.__

Garbenteich, 2. September. Vor einiger Zeit starb dahier die Gattin eines jungen Mannes und verfiel derselbe in einen Zustand, der oft zu Bedenken Anlaß gab. Heute Morgen nun lief die traurige Kunde durch den Ort, daß er sich entleibt und zwar mit einem Rasirmeffer den Hals abgeschnitten hatte.

Bad Nauheim, 2. September. Im Solsprudel dahier wurde heute Morgen die Leiche eines Soldaten des Infanterie-Regiments Nr. 116 aufgefunden; wie wir hören, diente er in der 8. Compagnie und hieß Pacher. Es soll unglückseliges Liebes- verhältniß als Motiv des Selbstmordes vorliegen.

Neu-Ulrichstein, 1. September. (Monats-Bericht der Arbeiter-Colonie pro August 1886.] Ultimo August waren in der Colonie arbeits-, resp. stellenlos ins- gesanimt 35.

Hiervon waren: Landw. Arbeiter rc. 9, Bäcker 3, Bergleute 1, Fleischer 4, Gärtner 1, Kaufleute (Commis) 1, Kellner 1, Klempner (Metalldrücker) 1, Lehrer 1, Müller 1, Schlosser 2, Schneider 1, Schuhmacher 2, Weber 1, Schreiber 3, Porte­feuille-Arbeiter 1, Scheerenschleifer 1, Buchdrucker 1.

Den Staaten nach kommen auf: Großherzogthum Hessen 9, Nassau 4, Bayern 2, Württemberg 1, Sachsen 1, Thüringen 1. Von Preußen auf die Pro­vinzen : Brandenburg 2, Hannover 2, Hessen (Cassel) 9, Schlesien 1, Rheinprovinz 2, Hamburg 1.

Abgegangen sind im Laufe des Monats August 10.

Davon gingen auf eigenen Wunsch 8, entlaufen 2.

Im Ganzen wurden seit Eröffnung der Anstalt ausgenommen 332 Colonisfen.

Wetzlar, 1. September. Gestern Abend ist der Commandeur der 42. In­fanterie-Brigade, Herr Generalmajor v. Stockmarr, in hiesiger Stadt angekommen. Heute früh fand bei Rechtenbach die Besichtigung des 80. Regiments durch den Divisions - Commandeur, Herrn Generallieutenant v. Boehn, statt. Wie wir ferner hören, wird die Ankunft des Corpsbefehlshabers Generals der Cavallerie, Frei- Herrn v. Schlotheim für die nächsten Tage in hiesiger Stadt erwartet. (W. A.)

Wetzlar, 2. September. Unterhalb des Platzes, wo früher die Badeanstalt der Jäger gestanden, ist soeben ein Soldat, der Füsilier Jagemann von der 9. Com­pagnie des 80. Regiments, beim Baden in der Lahn im Angesichte feiner Kameraden ertrunken. Die Rettungsversuche der letzteren Hieben erfolglos. Wahrscheinlich ist der Unglückliche, welcher schwimmen konnte, von einem Krampfe erfaßt worden. Der Er­trunkene, ein Wiesbadener, diente im zweiten Jahre.

Homburg, 31.August. Heute Nachmittag gegen V,3Uhr wurde unsere Feuer­wehr allarmirt und rückte dieselbe alsbald mit der Landspritze nach dem benachbarten Kirdorf aus, wo großes Feuer ausgebrochen war. Es brannte die Scheuer und ein daranstehendes Gebäude der verwittweten Frau Bürgermeister Raab daselbst nieder. Das Feuer hatte sich auch auf ein danebenstehendes Wohnhaus des Schmiedemeisters Born ausgedehnt, das zur Hälfte niederbrannte und wodurch zwei Familien obdachlos geworden sind. Das Feuer soll, wie erzählt wird, dadurch entstanden fein, daß Kinder in der Scheune mit Streichhölzchen gespielt haben.

Aachen, 1. September. Dem Vernehmen nach ist Seitens des Ministers des Innern die Genehmigung ertheilt worden, daß in den Städten Aachen und Burtscheid vom 1. Januar 1887 an eine städtische Brau-, bezw. Biersteuer erhoben werde. Von dem bezeichneten Termin an erfolgt ein communaler Zuschlag von fünfzig vom Hundert zur staatlichen Brausteuer und die Erhebung von 65 H für jeden eingeführten Hecto- liter fremden Bieres.

Der Stadtrath zu Gotha erläßt eine Warnung vor Ankauf eines mittelst Flugblattes von einem Fabrikanten G. Seifert in Dresden-Trachenberg empfohlenen Heilmittels gegen gichtische und rheumatische Leiden, welches nach von dem Königl. Polizeipräsidenten zu Hannover veranlaßter chemischer Untersuchung aus präparirter Schafwolle besteht, die lediglich die in derselben vorkommenden Fette, Wollschweiß und die dem Reinigen der Wolle entstammenden Seifen und Salze auffinden ließ. Der reelle Werth des Päckchens Wolle, welchem die angepriesene Heilkraft nicht innewohnt, beträgt 10 Pfennige, es wird aber vom Verfertiger für drei Mark verkauft.

Winningen a. d. Mosel, 29. August. Die aus fünf Herren bestehende Commission zur Untersuchung unserer Weinberge auf das Vorhandensein der Reblaus hat nun, nachdem sie 15 Tage hier thätig war und eine Fläche von etwa 160 Hectar mit größter Gewissenhaftigkeit untersucht hat, ihre Arbeit dahier beendet. Zu unserer größten Befriedigung ist festgestellt worden, daß wir noch von diesem gefährlichen Feind verschont sind. Daß die Leitung dieser Commission einem praktischen Winzer anver­traut war, hat nicht allein die Untersuchung wesentlich gefördert, sondern auch bei den Winzern mehr Vertrauen erweckt und vielfach Gelegenheit zum Austausch gegenseitiger Erfahrungen und Ansichten gegeben. (Cobl. Ztg.)

Heidelberg. Ueber den Weinconsum auf dem jüngst verflossenen Heidelberger Universitätsjubiläum ist bereits berichtet worden; nichts verlautete aber bisher über den uns Deutschen mindestens ebenso nahe berührenden Consum des Bieres. Wir können da mit recht interessanten Daten dienen. Die mit diesem Theil der Feierlich­keiten betrauten Herren des badischen Ministeriums, wohl wissend, daß bei einem studentischen Fest dieBierfrage" eine eminent wichtige ist, sahen sich nach edlem, der hohen Feier würdigen Bierftoff um, und ihre Wahl, sicherlich nicht leicht bei so vielen guten Quellen, fiel auf das Gebräu der Brauerei G. Pfchorr in München. Trotz der nahe herangerückten Festzeit gelang es Herrn Louis Schaaff, dem Wirth zum weißen Bock (welchem ehemals Heidelberger akademischen Bürger kommt bei Nennung dieses Namens nicht manche wehmüthig-freundliche Erinnerung), rechtzeitig 6 Waggons, jeder mit 10 000 Kilo Bier beladen, von München heranzuschaffen; eine bei dem coloffalen Verkehr vor und während der Festtage wahrhaft großartige Glanzleistung, die dem Bockwirth und der mit dem schmeichelhaften Auftrage bedachten Brauerei alle Ehre macht. Ein Theil des Bieres wurde im weißen Bock, der andere Theil in einem noch gut erhaltenen Gewölbe der herrlichen Schloßruine eingekellert und ca. 9000 Kilo EiL hinzugethan. Auf dem Schloßfest liefen sich unser Kronprinz, der Großherzog voa