Bseu,
Wmluiij
Muat (r.
um boll, ’ftanb,
Pleire und fä S .Chemil£er und ^Uchnuche Schale das Sommer.
, 'n'. Pro8ramtn8
'omr$ta$ g nehmen.
kÜavd.
en
w ▻
slraje<
Nr. 53 Donnerstag den 4. Marz i8S6
Gießener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
«»«««> Schu'ftraß- 7. Er'ch-m' «»«'ich mit »«-"«hm- M »-««.«-. ffÜrch'bl-VW^ 2"“wTT
..................... 11MMMMMMMM—IMMKWM MB WC jM KJI HIT M11 ll I .....................W1 WH B« MII
Amtlicher Hheil.
Betreffend: Die Fahrbarmachung der Kreisstraßen bei Schneefall. Gießen, am 3. März 1886.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Wie in unserem Amtsblatt Nr. 4 vom 20. December 1883 näher ausgeführt, geschieht das Schneeräumen auf den Kreisstraßen auf Kosten des Kreises; es ist jedoch bei jedem größeren Bedarf von Arbeitskräften das erforderliche Aufgebot an Arbeitern — nöthigensalls mit Androhung von Zwang in Gemäßheit des § 360, pos. 10 des R.Str Ges. — von Ihnen zu veranlassen, desgleichen auch die Ausführung der Arbeit durch Sie, aber womöglich im Einvernehmen mit den Straßenwarten und Bezirksbauaussehern, zu leiten, während die Auszahlung der Löhne auf Grund Ihrer Bescheinigung nur vorlagsweise aus der Gemeindekasse zu erfolgen hat.
Für Berechnung des Lohnes empfehlen wir einen Satz von 15—20 Pfennig pro Arbeitsstunde, wobei wir von Ihrer Gewiffenhaftigkeit erwarten, daß Sie jeden unnützen Aufwand von Mitteln im Interesse des Kreises und seiner Gemeinden vermeiden werden.
> vr. Boekmann.
Betreffend: Frühjahrs-Control-Versammlungen. Gießen, am 2. März 1886.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Die nachstehende Bekanntmachung wollen Sie in Ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise veröffentlichen lassen.
Dr. Boekmann.
Gießen, den 27. Februar 1886.
Bekanntmachung.
Die diesjährigen Frühjahrs-Control-Versammlungen werden im Kreise Gießen wie folgt abgehalten werden:
I. Im Bezirke -er I. Compagnie (Gießen).
1) Zu Gießen am 2. April 1886, Vormittags, im Oswald'schen Garten
und zwar um 7 Vs Uhr für sämmtliche Reservisten der Infanterie, sowie sämmtliche zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, um 83/< Uhr für sämmtliche Wehrleute der Infanterie, um 10 Uhr für sämmtliche Reservisten und Wehrleute der übrigen Waffen.
Hierher gehören die Orte: Annerod, Burkhardsfelden, Gießen (mit Schiffenberg und Herrnwald), Heuchelheim, Klein-Linden und Oppenrod.
2) Au Lollar am 3. April 1886, Vormittags, neben dem neuen Bahnhofsgebäude
und zwar um 9 Uhr für fämmtliche Reservisten, sowie zur Disposition dec Truppentheile und der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, um 10 Uhr für sämmtliche Wehrleute aller Waffen.
Hierher gehören die Orte: Allendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen (mit Heibertshausen), Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda., Trohe und Wieseck.
3) Zu Grünberg am 3. April 1886, Nachmittags, an dem Vahnhose und zwar um 12Vs Uhr für sämmtliche Reservisten sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, um IVt Uhr für sämmtliche Wehrleute aller Waffen.
Hierher gehören die Orte: Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg (mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelhütte, Latzmühle), Hattenrod, Harbach (mit der Kolbenmühle und Sommermühle), Kesselbach (mit der Rabenau'schen Papiermühle), Lauter (mit der Arztmüyle, Bingmühle, Georgetthammer, Strellesmühle und Walkmühle), Lindenstruth, Londorf (mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmidtmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte), Lumda (Groß- und Klein-), Odenhausen (mit Appenbörnerhof), Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen (mit Bolln- bach, Veitsberg und Wirberg), Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain (mit dem Hainer-Hof), Winnerod.
II. Im Bezirke der II. Compagnie (Lich).
1) Zu Hungen am 10. April 1886, Vormittags 11% Uhr, am Friedhose
für sämmtliche Reservisten und Wehrleute sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen.
Hierher gehören die Orte: Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim, Nonnenroth, Obbornhofen. Rabertshausen (mit Ringelshausen), Rodheim (mit Hof Graß), Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen.
2) Zu Lich am 10. April 1886, Nachmittags, am Bahnhose
und zwar um 3 Uhr für sämmtliche Reservisten sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, um 4 Uhr für sämmtliche Wehrleute aller Waffen.
Hierher gehören die Orte: Albach, Allendorfa.d.Lahn, Birklar,'Dorf-Gill, Eberstadt (mit Arnsburg), Ettingshausen, Garbenteich, Großen-Linden, Grüningen, Hausen, Hof-Gill, Holzheim, Lang-Göns, Leihgestern, Lich (mit Albacher-Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen) Münster, Rieder-Bessingen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Steinbach, Watzenborn mit Steinberg.
Es haben aus den genannten Orten zur bestimmten Stunde sämmtliche im betreffenden Bezirke wohnenden Offiziere und Mannsckasten des Beurlaubtenstandes aller Waffen des deutschen Reiches zu erscheinen, welche zur Reserve und Landwehr gehören, zur Disposition der Truppentheile beurlaubt oder zur Disposition der Ersatz - Behörden entlassen sind. Die Ersatz-Reservisten haben nicht zu erscheinen.
Dispensationen können nur in ganz dringenden Fällen eintreten und müssen.darauf bezügliche Gesuche spätesten- 8 Tage vor den betreffenden Control- Versammlungen auf dem Dienstwege eingereicht werden. Die ohne Entschuldigung fehlenden Mannschaften haben sich der gesetzlichen Strafe zu gewärtigen.
Es wird noch bemerkt, daß die Leute mit dem Militär-Paß und Führungs-Attest versehen in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen haben, und vor dem Beginn der Control-Versammlung Schirme, Stöcke, Pfeifen rc. fortzulegen sind. Frhr. v. Röder,
Oberst z. D. und Bezirks-Commandeur.
Politische Usberficht.
Gießen, 3. März.
Ein Unfall, welcher den Kaiser beim letzten Hosboll im königlichen Schlosse betroffen, ist glücklicherweise ohne ernstere Folgen für den hohen Herrn geblieben. Die Verletzung besteht lediglich in einer ganz leichten Schürfung der linken Hüfte und wurde dadurch herbeigeführt, daß der Kaiser, als er die Frau Kronprinzesstn zu Tasel führte, auf dem' glatten Parketboden strauchelte. Die gewohnte Thätigkeit des greisen Monarchen hat durch das Vorkommniß keinerlei Unterbrechung erlitten, nur erscheint hierdurch für einige Zeit ein etwas ruhigeres Verhalten gebot«n.
In dieser Woche soll die Berufung der Abteilungen des preußischen Staatsrathes für Inneres und für Landwirthschaft erfolgen. Die Abthei- lungen werden bekanntlich Beschlüsse hinsichtlich der Jmmediat-Commission zu fassen haben, welche zur Ausführung der Ansiedelung deutscher Bauern in den gemischt-sprachigen Landestheilen eingesetzt werden soll. Die Absicht geht dahin, die Commission so einzurichten, daß ihr ein mit weiten Vollmachten versehener verantwortlicher Vorsitzender gegeben wird, dem die Mitglieder berathend zur Seite stehen. Die Commission würde unmittelbar unter dem Gesammt-Ministe- rium stehen und nicht etwa unter den einzelnen Fachministern.
Zwei erlauchte Sprossen des österreichischen Kaiserhauses haben am Sonntag ihre Vermählung gefeiert — Erzherzog Karl Stephan,


