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und denken keinen Augenblick daran, Vertraulichkeiten der Oeffentlichkeit zu entziehen, ' dem „Humoristischen Deutschland" entgegengebracht worden ist.
Richtung einer steten Uebereinsttmmung mit der gesetzlichen öffentlichen Armenpflege zu sichern."
Die Fragen „Arbeitsnachweis und Arbeitercolonien" konnten wegen vorgerückter Zeit nicht mehr zur Besprechung gelangen. Die Bestimmung des Ortes der nächsten Versammlung wurde dem Ausschüsse überlassen. nr .
Wohl alle Besucher des diesjährigen Kongresses haben von ihrem Aufenthalte in Stuttgart und dem Besuche der dortigen trefflichen Wohlthätigkeitsanstalten die freundlichsten Eindrücke in ihre Heimath mitgenommen. Die persönlichen Beziehungen zahlreicher Armenfreunde und Verwalter des Armenwesens sind neu belebt und befestigt und neue Lust zur Mitarbeit an der Linderung der socialen Noth ist wiederum in weiten Kreisen angeregt worden.
Das erste Heft des zweiten Jahrgangs bringt den zahlreichen Freunden des „Humoristischen Deutschland" eine gewiß sehr willkommene Ueberraschung. Die Hefte bringen Illustrationen bedeutender Künstler und so wirken die humoristischen Novellen doppelt freundlich, zwiefach fesselnd durch Inhalt und Bild. Das erste Heft, das zugleich in vergrößertem Format erscheint, bringt eine Novelle von König „In Civil" mit 10 Illustrationen von L. Bechstein, eine Humoreske von Förderreuther „Verirrt" mit 7 reizenden Illustrationen von C. Zopf, das wohlgetroffene Portrait Ernst v. Wolzogens nebst dessen Autobiographie, Gedichte von Bodenstedt, Georg Bötticher und S. Koch. Ferner eine Novelle von D. Haek „Meine jüngste Liebe" und eine von Spielmann „Auch ein Intransigent" und schließt mit einer Humoreske aus der Feder des Herausgebers Julius Stettenheim: „Nach der Badereise", dem Gespräch zwischen einer aus der Sommerfrische heimkehrenden Frau mit ihrem Gatten- Es ist in diesen neun humoristischen Merkchen, aus denen das Heft sich zusammensetzt, ein reicher, pikanter und herzerfreuender Unterhaltungsstoff geboten, wie er selten zu finden sein wird. Die folgenden Hefte werden nicht minder Interessantes und Neues vom Felde der humoristischen Literatur bringen und so das lebhafte Interesse rechtfertigen, welches
Literarisches.
DaS Humoristische Deutschland tritt mit dem Octoberheft in den zweiten Jahrgang ein und ein Blick in den stattlichen Band, der die bisher erschienenen 12 Hefte vereinigt, wird dem Leser sagen, daß das interessante und originelle Unternehmen mit schönem Eifer sein Programm erfüllt hat. Unsere hervorragendsten Humoristen haben ihre besten Arbeiten beigetragen :unb es gereicht dem Ganzen zur Ehre, daß es sich von jeder Trivialität und von Allem ferngehalten hat, was den Geschmack eines gebildeten Lesers verletzen könnte. Unsere Literatur besitzt kein ähnliches humoristisches Werk.
die bei uns selbst in den untersten Volkskrelsen nicht geduldet würden. Hier ist es, wo die Vorbereitungen zur Heiiath getroffen werden." Und das nennt nd) als Nation die „große", die solche wahrhaft blödsinnigen Lügen druckt, liest und vielleicht auch — glaubt.
— Ebenso wie die großen preußischen Gewehrfabriken in Spandau, Erfurt und Danzig ist auch die Gewehrfabrik in Amberg, wie das dortige „Tageblatt" meldet, mit der Anfertigung der Repetirgewehre, und zwar für die bayerische Armee, stark beschäftigt. Nachdem bereits vor längerer Zeit die nöthige Vergrößerung der Arbeitsräume vorgenommen und eine Anzahl neuer Maschinen aufgestellt worden, ist auch der Stand der Arbeiter nahezu auf 600 erhöht, welche Zahl in nächster Zeit noch erheblich vermehrt werden dürfte, und es wird dem Vernehmen nach in Bälde auch Nachtarbeit eingeführt werden. Zum Anschüsse der neuen Gewehre wurden Officiere, Unterofficiere und Mannschaften des 6. Infanterie-Regiments kommandirt.
— Die Nachricht der „Köln. Ztg.", wonach 12 Landwehrleute in Hamburg zu schwerer Festungsstrafe verurtheilt wären, ist falsch. Wegen Aufruhr sind nur 5 in Haft, über welche, der „Nordd. Eorresp." zufolge, das Kriegsgericht noch nicht ab- geurtheilt hat und die Untersuchung fortdauert.
— Das Reinigen der Bierdruckapparate wird in dem Fürstenthum Reuß ä. L. (Greiz) sehr streng genommen. Die Wirthe auf dem Lande müssen den Tag, an welchem sie reinigen wollen, anzeigen. Bei der Reinigung findet sich dann ein Gensdarm ein und überzeugt sich, daß die Ausführung auch dem Gesetz» entspricht. (Auch anderwärts zu empfehlen.)
— Da- Schöffengericht zu Kassel verurtheilte einen jungen Philologen, den Dr. phil. Friedrich Paul Müller aus Schkeuditz bei Leipzig wegen Eigenthumsverbrechens zu 3 Monaten Gefängniß. Es machte einen überaus peinlichen Eindruck, als der anständig gekleidete, 26 Jahre alte Mann auf der Anklagebank Platz nahm. Mittellos und ohne Stelle hier in Kassel angekommen, fand Müller in dem Hause des Vor- standes einer Privatschule vorläufig Aufnahme, wo er gegen freie Station die Arbeiten der Schüler zu überwachen hatte und sich von da aus nach einer für ihn passenden Lehrerstelle umsehen konnte. Mit dem Buchhalter der hiesigen Filiale des Losterie- geschäftes der Firma A. Fuhse in Mühlheim (Ruhr) bekannt geworden, besuchte er iesen tagtäglich auf dem Comptoir, wo auch die G.ewinngegenstände der Kasseler St. Martinslotterie aufbewahrt wurden. Inmitten all der Herrlichkeiten ließ sich der junge Mann einen kolossalen Vertrauensbruch zu Schulden kommen, indem er eine goldene Remontoiruhr und einen Diamantring entwendete. Erstere repräsenttrte einen Werth von 100 JL, letzterer einen solchen von 200 JL. Der Angeklagte hatte eben auswärts eine Hauslehrerstelle angetreten, als ihn der Arm der Gerechtigkeit erreichte.
Wiesbaden, 26. September. Zwei Jünger Nimrods, welche der Jagd zeitweise obliegen, übergaben diese Woche einem hiesigen Wirthe einen ihm versprochenen abgezogenen Hasen. Das Wildpret wurde schön zubereitet und Abends von einer munteren Gesellschaft mit dem größten Appetit vermehrt; nur die Spender der Mahlzeit hatten die Einladung abgelehnt. Mit gutem Grunde, denn wie sich am anderen Tage herausstellte, war das wohlschmeckende Gericht kein Hasenbraten, sondern eine —Katze gewesen. Von einem der Betheiligten, welchem der Schmaus schlecht bekommen ist, ist Strafantrag g^stellt^wo ^stnachtschmetterlings.) Der Correspondenz der König!. Lehranstalt für Obst- und Weinbau zu Geisenheim a. Rh. entnehmen wir folgende zeitgemäße Mittheilung: „Bezugnehmend auf eine Mittheilung von diesem Frühjahre versäumen wir nicht, die Besitzer von Kirschbäumen darauf aufmerksam zu machen, daß der richtige Moment zur Bekämpfung des Frostnachtschmetterlings demnächst herankommen wird. Der bewährteste Raupenleim zum Wegfangen der an den Bäumen aufsteigenden Weibchen und auch Männchen ist derjenige von Polborn (Berlin 8., Kohlenufer 1—3), von dem das Kilo 1 «X 20 kostet, bei Entnahme von größeren Quantitäten nur 1 Jt Dieser Leim behält seine Klebrigkeit 6-8 Wochen und darüber. Bei älteren Bäumen wird er in der Breite von 10 Etm., über dem Boden 1 Mtr. hoch,' unmittelbar auf die Rinde gestrichen und zwar so, daß keinerlei Lücken im Ringe sind. Bei jüngeren Bäumen, deren Rinde noch glatt ist, binde man zuerst einen 10 Ctm. breiten Papierstreifen mit 2 Bindfaden (oben und unten) fest um den Stamm und streiche dann den Leim auf das Papier. Von Zeit zu Zeit sehe man nach und reinige den Klebstreifen, wenn sich etwa eine so große Zahl von Schmetterlingen darauf gefangen haben sollte, daß neu hinzukommende über die festgeklebten hinwegkriechen könnten, ohne mit dem Leim in Berührung zu kommen. Wir machen darauf aufmerksam, daß einzelne Gemeinden den Leim gemeinschaftlich und faßweise beziehen und so das Klebmaterial zu einem ganz mäßigen Preise und billiger Fracht erhalten. Die Kosten für einen Klebgürtel belaufen sich auf 4—6 es können dadurch leicht Kirschen im Werthe von 15 bis 20 und noch mehr Mark erhalten werden. Man lege die Klebgürtel Mitte October, auf der Höhe schon Anfang October an."
— Ein Theil der französischen Presse gefällt sich bekanntlich darin, sein Leserpublikum mit den verlogensten Berichten über Deutschland zu regaliren und kein Mittel ist schlecht genug, es wird von diesen edlen Vertretern des Journalismus angewandt, um die Deutschen als den Ausbund aller Schlechtigkeit und Gemeinheit erscheinen zu lassen. Das Neueste in dieser zu einer gewissen Virtuosität gediehenen Kunst niederträchtigster Verleumdung leistet die in Nizza erscheinende Zeitung „Le petit Niyois". Dieselbe veröffentlicht unter der Ueberschrift „Die Deutschen zu Hause" eine Artikelserie, die sich u. A. auch mit den zu Wiesbaden veranstalteten Bällen befaßt und über den Verlauf derselben die handgreiflichsten Unwahrheiten mit schamloser Dreistigkeit in die Welt setzt. Nachdem der saubere Artikelschreiber in der Einleitung über die Deutschen im Allgemeinen gesagt hat, daß sie große Freunde des Tanzvergnügens sind, behauptet er von den deutschen Bällen, daß dieselben weniger lustig als die französischen seien, daß man sich auf ihnen dagegen mit einer Freiheit bewege, welche die Sitten und das züchtige Deutschland vortrefflich kennzeichne. Dann wird von den Wiesbadener Bällen insbesondere folgende anmuthige Schilderung entworfen: „Um die Mitte und das Ende des Abends werden Tische und Stühle in den Tanzsaal gebracht und man reicht eine kleine Erfrischung. Alle jungen Herren setzen sich und die jungen Damen setzen sich ihnen auf den Schooß. Jedes Pärchen trinkt aus ein und demselben Glase und girrt wie Turteltaube und Täuberich. Die Mütter betrachten sich dieses Schauspiel, indem sie dasselbe mit breitem Lächeln ermuthigen
Allgemeiner Anzeiger.
6889] Montag, 4. Oktober, Abends 8 Uhr, beginnt die Fortbildungsschule ihren Unterricht in diesem Winterhalbjahr. Zum Besuch derselben sind alle diejenigen jungen Leute verpflichtet, die in den letzten drei Jahren aus der Volksschule entlasten worden sind. Die Prüfung und Ein- theilung in Klaffen erfolgt für die Vierzehnjährigen im Saal Nr. 3 im Schulhaus in der Neustadt, für die Fünfzehnjährigen im Saal der vierten Klaffe im Schulhaus am Asterweg, für die Sechszehnjährigen im Saal der fünften Klaffe im Schulhaus in der Schulstraße.
Sämmtliche Schüler wollen sich mit Feder und Papier versehen. Etwaige Gesuche um Dispensation sind rechtzeitig bei Großherzoglicher Kreis Schulcommisfion Gießen einzureichen.
Wir ersuchen nunmehr die Meister, Lehrherrn und Arbeitgeber, die gesetzlich verpflichtet sind, ihren Lehrlingen und Arbeitern die zum Besuch der Schule nothwendige Zeit einzuräumen, diese auf die Wichtigkeit des Unterrichts in der Fortbildungsschule aufmerksam zu machen und sie zu einem pünktlichen und regelmäßigen Besuch derselben während der vier Wochenstunden anzuhalten.
Für die Schüler, die am Abend nicht abkommen können, soll, wenn sie sich in genügender Zahl melden, Tagesunterricht eingerichtet werden.
Gießen, 28. September 1886.
Für den Schulvorstand Gießen:
A. Bramm Vigelius.
Bürgermeister. Director.
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Gießen, am 27. September 1886. Gr. Direction der Entbindungsanstalt.
Kaltenbach. 6931
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