DreS-en, 30. September. Erzherzog Otto, der Bräutigam der Prinzessin Maria Josepha, traf heute 81/* Uhr am Bahnhofe ein, woselbst er von einer Ehrencompagnie, sowie von dem König, den Prinzen Georg, Friedrich August, Johann Georg und Max und der gesammten Generalität begrüßt wurde. Die Mitglieder der hiesigen österreichischen Gesandtschaft, sowie die zum Ehrendienst commandirten Kavaliere waren dem Erzherzoge bis Tetschen entgegengefahren.
Pefth, 30. September. Abgeordnetenhaus. Beantwortung der Interpellationen in der bulgarischen Frage. Ministerpräsident Tisza erklärt, in erster Linie weise er die Annahme zurück, daß das Ministerium des Auswärtigen die Absetzung des Fürsten von Bulgarien in Aussicht genommen habe oder gar von dem gegen den Fürsten verübten Attentat zum Voraus unterrichtet gewesen sei und dasselbe unter irgend welcher Bedingung gutgeheißen hätte. Diese und die darauf folgenden Vorfälle hätte das Ministerium des Auswärtigen ebenso wenig missen können, als daß der Fürst von Bulgarien, wie aus einem Telegramme hervorgehe, seine Krone als direct vom Kaiser von Rußland empfangen angesehen und sein Bleiben von dessen Zustimmung abhängig gemacht habe. Es bestehe keinerlei Uebereinkommen zwischen der österreichischungarischen Regierung und Rußlands betreffs eines im westlichen oder östlichen Theile der Balkanhalbinsel auszuübenden Einfluß, es konnte demgemäß letzterer auch an keine Bedingungen geknüpft werden. Die der österreichisch-ungarischen Monarchie durch den Berliner Vertrag eingeräumte Stellung, die die Regierung entschieden festhalte, entspreche bei Aufrechterhaltung der Bestimmungen des Berliner Vertrags den Interessen Oesterreich Ungarns ganz genügend. Don dem gemeinsamen Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten sei in Bezug auf die Verschwörer gegen den Fürsten Alexander im Interesse Bulgariens selbst vor übereilten Entschlüssen und deren Consequenzen wohl gewarnt worden. es sei jedoch keinerlei Schritt zum Schutze und im Interesse der Urheber des Sofiaer Attentates geschehen. Der Ministerpräsident fuhr darauf fort: „Ich gehe jetzt zu meiner in Aussicht gestellten Erklärung über. Als meine individuelle Ansicht habe ich mich —' als ich im Jahre 1868 zuerst Gelegenheit hatte, mich über die orientalische Frage zu äußern — im Hinblik auf die kommenden Ereignisse dahin ausgesprochen, daß, falls dort Veränderungen geschehen müßten, unsere Interessen erheischen würden, daß die dort lebenden Völkerschaften ihren Jndioiduali- läten entsprechend sich zu selbstständigen Staaten herausbildeten. Im Einklänge mit -unserem auswärtigen Amte bin ich der Meinung, daß dies auch heute den Interessen der Monarchie am besten zusagt und daß die Monarchie, indem sie jede Vergrößerungsoder Eroberungsgelüste von sich weist, ihr Bestreben mit allem Einfluß darauf richten muß, daß eine in den Verträgen nicht bestehende Festsetzung eines Vrotectorats oder eines bleibenden Einflusses einer einzigen freniden Macht nicht Platz greife. In unseren Bündnißbeziehungen zu den fremden Mächten ist keine Aenderung eingetreten, dieselben bestehen daher unverändert so fort, wie sie der gemeinsame Minister des Auswärtigen in den Delegationen desinirt hat. Mit Deutschland stehen wir auch deute auf der alten Grundlage, eben deßhalb dürfen wir nicht daran zweifeln, daß mit Rücksichtnahme auf die gegenseitigen Existenzbedingungen wir vereint diese auch werden wahren können ohne Gefärdung des allgemeinen Friedens. Unsererseits betrachten wir den Berliner Friedensakt, trotzdem daß derselbe in einzelnen Fällen — unter denen der im vorigen Jahre in Ostrumelien vorgekommene der folgenschwerste war — verletzt worden ist, auch heute als in Kraft stehend und als einen solchen, der aufrechtzuerhalten ist. Auch ist uns von keiner der anderen Mächte ein gegentheiliger Standpunkt bekannt gegeben worden. Die Regierung hält auch an der wiederholt ausgesprochenen Ansicht fest, daß nach den bestehenden Verträgen auf der Balkanhalbinsel, falls die Türkei das ihr zustehende Recht nicht in Anspruch nimmt, Niemand anderes zu einem einstigen bewaffneten Einschreiten oder zu der Aufstellung eines Protektorates berechtigt ist, daß überhaupt jede Aenderung in den staatsrechtlichen oder Machtoerhältnissen der Balkanländer nur im Einvernehmen der Signatarmächte geschehen darf. Dies find die allgemeinen Umrisse unseres Bestrebens, dessen Erfolg wir im Einvernehmen mit den Mächten ohne Störung des Friedens zu erreichen wünschen und hoffen. Die Erreichung dieses Ziels werden wir durch vorzeitige Abgabe von Erklärungen in tönenden Worten nicht gefährden, auf dieses Ziel werden wir mit der in kritischen Zeiten doppelt nöthigen Ruhe und Mäßigung, zugleich aber mit allem Ernste und mit Entschiedenheit hinwirken." Horvath, Jranyi und Apponyi erklären sich von der Antwort Tisza's nicht befriedigt, verweisen insbesondere auf die Vorgänge in Sofia und verlangen die Einleitung einer Debatte. Ministerpräsident Tisza antwortet, eine ausführlichere Antwort könne Niemand ertheilen. Hierauf wird die Antwort Tisza's mit großer Majorität zur Kenntniß genommen.
— Gegenüber den Ausführungen verschiedener Redner bemerkte noch Tisza, seine Aufklärungen gingen weit über die Erklärungen anderer Regierungen, beispielsweise der englischen, hinaus. Sollte die allgemeine Richtung der österreichisch-ungarischen Politik eine Aenderung erfahren, so würde er seine Pflicht kennen. Heber den Zeitpunkt einer Vorlage von Dokumenten könne er sich nicht äußern. Die Frage eines Abgeordneten, ob die Regierung betreffs des russischen Candidaten für den bulgarischen Thron irgendwelche bindende Verpflichtungen eingegangen sei, beantwortet der Ministerpräsident entschieden mit „Nein" und bittet, schwebende Fragen nicht einer parlamentarischen Discussion zu unterziehen, er würde hierin ein Mißtrauen erblicken und seinen Platz einem Anderen räumen, in der Hoffnung, daß auch sein Nachfolger diese Forderung nicht erfüllen werde.
Newyork, 30. September. Gestern wüthete in den Gebieten an der Mündung des Rio Grande del Norte ein heftiger Sturm. In Brownsville (Texas) sind 20 Häuser zerstört und viele andere beschädigt, in Matamoras (Mexikos sind 300 Häuser zerstört und viele beschädigt. In Matamoras sind gegen 400 und in Brownsville 150 Familien obdachlos.______________________________________________
Congreß der Vereine für Feuerbestattung?u Gotha
am 26. und 27. September.
Unter dem Vorsitz des Herrn Obermedicinalraths Dr. Vix begann Montag 9V1 Uhr die Sitzung des Feuerbestattungs - Congresses im großen Rathhaussaale mit einer kurzen vertraulichen Besprechung. Nach Constituirung des Bureaus nimmt Herr Oberbürgermeister Hünersdorf das Wort. Er begrüßt die Erschienenen im Namen der städtischen Behörden und weist auf die Wichtigkeit des Tages hin. Er wisse es der herzoglichen Negierung Dank, daß sie so vorurtheilslos gewesen, der Sache entgegenzukommen. Die Erfahrung von viertehalbhundert Fällen habe die Nützlichkeit der Einrichtung erratenen und die Spötter zurückgewiesen. Aber darum sei in Gotha das Interesse für die Vertreter dieser Bestrebungen in ganz Deutschland doppelt rege. Er heißt die Versammlung nochmals herzlich willkommen. — Der Vorsitzende weist nach dieser Rede auf die nationalen und culturellen Verdienste Gothas hin. Er hoffe, daß bald Gotha nicht mehr der alleinige Ort für die Feuerbestattung in Deutschland sein werde. Zum Dank für die thatkräftige Unterstützung bringt er ein Hoch auf den Herzog, seine Negierung und die städtischen Behörden aus, in welches die Versammlung begeistert einstimmt.
Zwei Glückwunschtelegramme, eins aus Heidelberg und eins aus Varese (Italien) werden verlesen, worauf die Versammlung in die Tagesordnung eintritt.
Von Seiten der lega italiana ist eine Antwort auf die Letchenverbrennungs- encyclica veröffentlicht worden, welche eingegangen ist und von Herrn Dr. v. Ritter, Vertreter der Feuerbestattungsvereine Mailands, übersetzt wird, welcher hierauf von der Versammlung gebeten wird, die Sympathie und den Dank der hier versammelten Vertreter der lega italiana zu übersenden. — Es gelangt hierauf ein Antrag des Vereins Frankfurt zur Debatte, betreffend Satzungen eines Verbandes der Vereine für Reform des Bestattungswesens und fakultative Feuerbestattung.
Die Satzungen wurden nach den Anträgen des Frankfurter Vereins mit geringer Abänderung angenommen. Zur Wahlbesprechung wird eine kurze Pause eingeschaltet. Nach Ablauf derselben wird eine Einladung des Oberbürgermeisters von Darmstadt mitgetheilt, den nächsten Verbandstag in Darmstadt abzuhalten. Die Einladung wurde mit Dank angenommen und beschlossen, den Oberbürgermeister Ohly zu Darmstadt telegraphisch hiervon zu benachrichtigen.
Per Acclamation wurden zum Vorstände gewählt die Herren: Obermedicinal- rath Dr. Vix-Darmstadt, Redacteur Julius Stein-Berlin und Wilh. Prösler- Frankfurt a. M. — Die Frage über die Bestimmung eines Verbandsorgans beschloß man bis auf den nächstjährigen Verbandstag zu vertagen.
Die Versammlung wendet sich alsdann zu dem Punkte betreffs eines internationalen Congresses für Feuerbestattung. Hierzu verliest Dr. v. Ritter eine Adresse Les Vereins in Mailand, welche mit dem Anträge schließt, daß der deutsche Verband
t mit den ausländischen Vereinen in Verbindung treten möge, um einem internationalen Verbände die Wege zu bahnen. Hierzu ertheilte die Versammlung ihre Zustimmung. Der Verein in Berlin beantragt hierzu, im Einverständniß mit der internationalen
» Commission für (Kremation in Mailand, die Abhaltung eines internationalen Con- ! gresses für Feuerbestattung im Jahre 1888 in Berlin zu veranlassen, ein Antrag, der ohne Debatte angenommen wurde. — Zu dem Anträge, ein Gesuch an die Eisen- bahndireetion um Herabsetzung der Preise für den Leichentransport nach Gotha zu richten, schlägt Dr. Schüler-Dresden vor, eine solche Petition an den geschäftsführenden Ausschuß für Tarifwesen der deutschen Eisenbahnen zu richten, cd. geeignete andere Schritte zu thun. Damit gelangt die Versammlung zu der Berichterstattung der einzelnen Vereine über die Stellung der Landesregierungen zur Feuerbestattungsfrage. Aus dem Berichte geht hervor, daß die sächsische Regierung sich absolut gegen diese Frage verschließt, nicht viel besser steht es mit der preußischen Regierung, die wegen des mangelnden Interesses im Volke ein Nähertreten abgelehnt habe. Für den Augenblick aussichtslos steht es in Oesterreich, während der Hamburger Delegirte die frohe Kunde bringt, daß dort sofort, nachdem Kapital und die Betriebsmittel vorhanden seien, die Regierung ihre Zustimmung zur Erbauung eines (Krematoriums geben würde. Jedoch ginge der Bescheid dahin, daß nur mit der Voraussetzung die Concession ertheilt würde, daß Hamburger Leichen dort bestattet werden müßten.
Heber die Verhältnisse im Großherzogthum Hessen berichtet Herr Geh. Rath Weber, daß die Regierung abschlägig geantwortet habe, da kein Bedürfniß vorhanden sei. Da jedoch keine Gesetze entgegenftünben, würde die Angelegenheit im nächsten Landtage zur Berathung kommen.
Theilnehmer des Congresses waren: Professor Dr. Reclam - Leipzig, Kaiserl- Regierungs- und Obermedicinalrath a. D. Dr. Vix Darmstadt (hessischer Landesverein)» Director Schüler-Dresden („Urne" Dresden), Adolph Kugler-Frankfurt a. M. (Verein „Liegnitz"), Oskar Siedeck-Wien (Schatzmeister des Vereins „Flamme"), Wilhelm Prösler-Frankfurt a. M., Dr. Adolph Weber - Darmstadt (Ober - Ingelheim), John Storer Cobb-London, Dr. Paul v. Ritter-Basel (Verein in Mailand und italienischer Verband), Redacteur Stein-Berlin, Stadtratb Flesch-Frankfurt, C. F. Abel-Berlin, Fabrikant Rengert-Berlin, Kaufmann Marcus-Berlin, Kaufmann Astel-Berlin, Generalagent der Gothaer Feueroersicherungsbank, Wolff-Frrinkfurt a. M., Dr. K. Krause- Hamburg, Lehrer emer. Stahlknecht-Chemnih, Dr. Sandow-Hamburg, D. S. Hauß- mann-Straßburg (als Gast), 17 Vertreter für 10 Vereine.
Nach einer gemeinsamen Mittagstafel, welche durch zahlreiche Toaste gewürzt war, fand unter der liebenswürdigen Führung des Oberbürgermeisters und des Baumeisters am (Krematorium Nachmittags 3Vs Uhr eine Besichtigung des (Kolumbariums- und des Verbrennungsofens statt. Es wurde der vollständig geheizte Apparat in Thätigkeit gesetzt und so den Beschauern ein klares Bild von dem Proceß der Feuerbestattung gegeben. Abends V27 Uhr kamen die Vertreter zur Fortsetzung der Vormittags ausgesetzten Verhandlung im Rathhause wieder zusammen. Vor Eintritt in die Tagesordnung zeigte der Herr Oberbürgermeister einige Knochenüberreste von dem Körper von einer vor Kurzem verbrannten jungen 23jährigen Dame, welche testamentarisch bestimmt hatte, daß ihre Asche in alle Winde zerstreut würde. — Alsdann tritt man der Berathung näher betreffs einer öffentlichen Kundgebung zu Gunsten der Feuerbestattung unter Appell an die Toleranz und unter Zurückweisung der von geistlicher und weltlicher Seite erhobenen Angriffe, wozu der Frankfurter Verein einen Entwurf eingebracht hatte. Nach kurzer Debatte entscheidet sich die Versammlung generaliter für Erlaß einer Kundgebung. Von dem Wiener Verein war ein Amendement eingebracht worden, jedoch wird der Frankfurter Antrag mit geringen Aenderungen angenommen. Auf Antrag von Astel-Berlin wird der Beschluß gefaßt, den Zeitungen oen Aufruf zur Aufnahme zuzusenden.
Zu dem Capitel der gemeinsamen Agitation liegt ein Antrag des Liegniher Vereins vor, Reisesprecher zu engagiren, welcher Antrag jedoch vom Vertreter des Vereins zurückgezogen wird, da der Antrag durch die Satzungen erledigt sei. Damit schließt der officieüe Theil des Congresses.
Zum Schlüsse dankt Herr Wolff dem Vorsitzenden für dessen vortreffliche und unparteiische Leitung.
Lokale-.
A Gießen, 1. Oct. Ein feierliches Ereigniß fand gestern Abend 6 Hhr beim Schichtenwechsel des Personals in der hiesigen Gasanstalt statt. — Der seitherige langjährige Besitzer und Director des Gaswerks, Herr August Heß, hatte die sämmtlichen Beamten und Arbeiter seiner Anstalt im Retortenhause um sich versammelt , um seinen „lieben Mitarbeitern" aus Veranlassung des Hebergangs seiner Gasanstalt in städtischen Besitz tiefempfundene Worte des Abschieds auszusprechen. Er erinnerte nach einer herzlichen Einleitung daran, daß die Anstalt, welcher er seit einem Vierteljahrhundert seine beste Arbeitskraft gewidmet, ihm während langer Jahre mehr Sorgen verursacht, als die meisten ahnten und daß ihm dieselbe dieser- halb nicht minder, als infolge ihrer in späteren Jahren erfolgten gedeihlichen Entwickelung an's Herz gewachsen sei, wie ein solches Kind, welches lange Jahre hindurch besorgt mache und Dank liebevoller Pflege schließlich doch heranreife zu einem tüchtigen Manne. — Daß ihm die plötzliche Trennung von diesem seinem geliebten Kinde, das er mit aller Hingabe und rastloser Thätigkeit groß gezogen, wehe thue, sei unter solchen Hrnständen wohl zu verstehen. — Dank müsse er aussprcchen allen seinen Mitarbeitern, durch deren harmonisches Zusammenwirken und treue Pflichterfüllung ihm die Leitung der Anstalt wesentlich erleichtert worden sei. — Herr Heß mahnte sodann alle seine seitherigen Mitarbeiter, mit derselben Pflichttreue ihren geschäftlichen Obliegenheiten unter der städtischen Verwaltung der Gasanstalt nachzukommen, deren Leitung seinem langjährigen Techniker Herrn Bergen übertragen sei. Allen seinen Beamten und Arbeitern, die ihm zum Theile seit beinahe 25 Jahren treu zur Seite gestanden, wünsche er ferneres Wohlergehen, der städtischen Gasanstalt alles Gedeihen! Schließlich fühle er sich gedrungen, auch als ein äußeres Zeichen seiner Dankbarkeit allen ein Geschenk von dauerndem Werthe zu überreichen. — Diese mit den wohlmeinendsten Wünschen überreichten namhaften Geschenke bestanden in zinsbringenden. Papieren.
Hierauf sprach Herr Bergen im Namen des gesammten Fabrikpersonals ihrem hochverehrten scheidenden Director Herrn Heß den herzinnigsten Dank aus für sein allen seinen Beamten und Arbeitern erwiesenes Wohlwollen. Es sei Allen stets eine Freude gewesen, unter der Leitung eines solch kenntnißreichen, mit dem umfassendsten Wissen ausgerüsteten Mannes, unter dem Pünktlichkeit, Ordnung und Pflichterfüllung verlangenden Dircctor, aber einsichtsvollen und stets wohlwollenden, humanen Prinzipal zu arbeiten. In Hochachtung und Verehrung seien und blieben ihm alle seine Leute ergeben, wie sie auch seinen Schmerz zu würdigen wüßten, den die jüngstverflossene Zeit rhm verursacht und die plötzliche Trennung von der ihm so liebgewordenen Stätte ersprießlichen Wirkens! Für das allen Mitarbeitern und ihren Angehörigen wie so oft doch, in der innigsten Theilnahme erwiesene Wohlwollen nochmals herzlichst dankend, sei ihnen das soeben aus seinem Munde vernommene Zeugniß seiner steten Zufriedenheit sicher nicht minder erfreulich, wie die erhaltenen werthvollen Andenken selbst Die an die Anwesenden gerichteten Mahnungen des Herrn Heß, auch unter der neuen Verwaltung ihren Obliegenheiten gewissenhaft nachzukommen, mache auch er zu den seinigen. Redner werde Klbft, ferner großen Verantwortlichkeit bewußt, in gewissenhafter Ausführung seiner geschäftlichen Obliegenheiten, wie nicht minder auch ihr bewährter Gas- melster, Herr May, dem Personal als gute Beispiele voranzugehen bestrebt sein, er Ne, daß unter der neuen Verwaltung sich die Anstalt auch fernerhin zum Nutzen der Stadt entwickeln werde. Des von seiner ihm so lieb und werth gewordenen lang- lahrigen Arbettsstatte scheidenden Directors Herrn Heß würden alle seine Leute aber zeitlebens m Dankbarkeit und Verehrung gedenken, ihre herzlichsten Wünsche ferneren Wohlergehens gelteir dem jetzt von seinen Mitarbeitern geschäftlich sich trennenden unvergeßlichen Principal und seiner werthen Familie.
Hierauf reichten alle Anwesenden in tiefster Rührung dem selbst so ergriffenen Herrn Heß nochmals wärmstens dankend die Hand.
£„, , Hetzen, A September. (Schwurgericht.) Ein an sich geringfügiger Anlaß, führte heute den 21 Jahre alten Karl Herchenröder, den Johannes Wolf und den Fuhrmann ^acob Türk, sämmtlich von Düdelsheim, auf die Anklagebank, um sich wegen des schweren Verbrechens des Meineids bezw. der Verleitung zu solchem zik verantworten. Der Sachverhalt ist folgender:
Der Dienstknecht Karl Herchenröder versetzte dem 14 Jahre alten Sohne be^ Jakob Türk am Abend des 14. März d. I. auf der Ortsstraße zu Düdelsheim mehrere


