Ausgabe 
31.5.1885 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

ISS»

Sonntag den 31. Mai

Preis vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. mit Bringerkhk Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pi.

Erscheint tsglich mit »«snahme des «ontch-s

Schulstraße 7.

emiihle

haft

roiro ui 1 ai48i' in Wohnungen m

^tjengesellschaft^ Mädchen, ivelchesM^

ixrausse. o Pfg.

icßcner Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

- GZU y U 1 Trimne hodl

«4

1« P

Darmstadt, 28. Mai. Schluß des Inhalts des Großh. Regie- rungsblattes (Vellage Nr. 8):

5. Dienstentlassung.

6. Ruhestandsversetzungen:

Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnadlgst geruht: Am 12. April den eoang. Pfarrer Georg Engelbach zu Butzbach auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. Mai an, in den Ruhestand zu versetzen.

Am i. Mai wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Wald- Amorbach, Philipp Schnellbacher, aus sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. Mai d. IS. an, in den Ruhestand versetzt.

7. Concurrenzeröffnungen:

Erledigt sind: Die provisorisch zu besetzende Stelle eines Landeskultur- Snaenieura mit einem Gehalt von 3000 bis 3300 Jt jährlich. Anmeldungen lind binnen 3 Wochen einzureichen. Bewerber, welche ihre Studien an einer technischen Hochschule absolvirt haben, werden vorzugsweise berücksichtigt werden. Die evana. Piarrstelle zu Brauerschwend. Den sämmtlichen Riedesel Freiherrn zu Eisenbach, steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. Die zweite eoang. Psarrstelle zu Butzbach. Die eoang. Pfarrstelle zu Groß-Zimmern. Die eoang. Psarrstelle zu Bischofsheim. Die eoang. Pfarrstelle zu Ober-Beerbach. Eine mit einem eoang. Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Flonheim mit einem Gehalt oon 900 M. Eine mit einem eoang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Egelsbach mih einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemeffenden Geyalt von 1'OOC bt8 1~5C'M- Zwei mit eoang. Lehrern zu besetzende Lehrerstellen an der Volksschule zu Mamz mit einem Gehalt von je 1200 M. Zwei mit kath. Lehrern zu besetzende Leh- rerstellen an der Volksschule zu Mainz mit einem Gehalt von i° 1200 Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an d-r Gememdeschule zu Finthen mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemeffenden Ge­halt von 1100 bis 1200 \ mit der Stells ist Orgamstendlenst verbunden.

Die mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Sonderbach mit einem Gehalt von 900 «X Vier mit kath. Lehrerinnen zu be­setzende Lehrerlnnenstellen an der Volksschule zu Mainz mit einem Gehalt von je 1200 X

8 Sterbesäüe *

Gestorben finb': Am 25. März der Reallehrer i. P. Nikolaus Sparschuh zu Main ; am 12. April der Lehrer i. P. Johann Faust von Eppertshausen u Main an dems. Tage der Landg.-Actuar i. P. Philipp Henning zu Durm- ftabt; am 19. April der Salinen-Faktor i. P. Johann Baptist Hoffmann zu Bad Nauheim; an dems. Tage der Ortseinnehmerei-Controleur i. P. Johann Kaspar Maqel zu Mainz; am 24. April der Güterexpeditor der Güterexpedülon Darmstadt der Main-Neckar-Elsenbahn August S<A>ittspahn zu Darmstadt ; am 2. Mai der Hofkirchendiener Johann Leonhard Schädel zu Darmstadt, am 8. Mai der Assistent bei den Kunstsammlungen des Museums August Zehfuß zu Darmstadt. ________

" - Ein furchtbares Feuer sand am 21. ds. in Cincinnati statt, welches in der

kurzen Seit um einer Viertelstunde den Tod von 15 Personen v-rurfachtc, ohne daß das Gebäude in welchem das Unglück sich ereignete großen Schaden erlitten hatte Ein Knabe, der ein Gesäß mit zwei Gallonen Benzm trug stolpere als.er gerade bi <rirurFprnrpfip nnrheiaiiia, unter der eine Gasflamme brannte. _ x)er leicht eiil- Kündbare Stoff brach in eine Flamme aus, die unverzüglich die auf TrockenWiuren »änamden Pavierboaen ergriff und durch diese den Elevator und die anstoßende Treppe mre?chte. Diese wann indessen die einzigen Wege, auf Em man aus dem fünften Stockwerk wo unaefabr 20 Mädchen mit Buchbinden beschäftigt waren, entfonnnen Mutt- Mehrere von diesen cHten auf das Dach beS .

Meise. Vier stürzten sich aus den Fenstern und wurden bei der großen Hohe auf der

Nr. 123 Zweites Blatt

GEN.

sche Mitel bekannt-m H i» stets inschtt M

ptfiN

B e r m i s cd t e s. .

Aus Süddeutschland. Am 23. Mai. ist in Wurzburg nach emem mel bewegten früchtereichen Leben, auch au Jahren reich em echter deuftcher Mann, der trübere Reichshandelsgerichtsrath Marquard Barth, im 76. Jahre gestorben. In der deutschen sowohl als der speciell bayerischen politischen Entwicklung hat er eine hervorragende Stellung eingenommen, von den Tagen des Frankfurter Parlaments an bis 'um ersten Reichstag des wiederhergestellten Deutschen Reiches, wo sich um ihn und seinen Freund Völk die liberale Reichspartei gesammelt hatte, deren Hauptcontmgent besonders liberale bayerische Abgeordnete bildeten, hat er namentlich den Gedanken dev preußischen Erbkaiserthums und eines gemäßigt liberalen.^rfassungslebens vertreten. Seine Ernennung zum Mitglied des Reichsoberhandelsgerichts schloß dann seme parla- mentarttche^Laufbahn^ab^^ ^EMMg-tretm-S Comitä fordert zu Beiträgen für -in Dr. dtachttgal dort zu errichtendes Denkmal auf. Sonn

Eine glückliche Gemeinde ist Sprott au, die Geburtsstadt Laube s, denn ihre Bürger kennen den Begriff Communalsteuern nur vom Hörensagen. Die Stadt hatte, trotzdem sie 13 500 J Schulden getilgt, bei einer Einnahme von 911179 Mark einen Ueberschuß von 69 023 Mark. Und das alles ohne Communalsteuer. Glück­licheP n« ^Efährliche Postsendung.^ Auf dem Geraer Bahnhofe ereignete sich am Dienstag Nachmittag ein tragi-komischer Vorfall. Bei dem eiligen Unlladen der Moststücke des eben angefonunenen Weimarer Zuges fiel nämlich etne nach Eichicht bestimmte Kiste auf den Perron und f/auf that sich der weite Zwinger , aus dem nun in lustigem Wirbel die Avantgarde emes robusten Bienenvolkes hervorbrach und m vollen Rügen sich an der wiedergewonnenen Freiheit berauschte. Der Perron mußte frei gemacht" und was von dem St. Stephan aiwertrauten Gute zu retten, noch ge- rettet werden. Die Kiste wurde also, so gut es in der Schnelligkeit ging selbst­verständlich unter Beobachtung größter Vorsicht - wieder zusammengefugt und der Post des Eichichter ßuge§ zur Weiterbeförderung übergeben. LaittVerlustliste wurden bei der Affaire 2 Arbeiter gestochen und etwa 100 der leichtbeschwingten Honigfabrikanten

Stein

. U

Stelle getödtet. Dabei wurden auch einige Männer, welche die Mädchen in ihrem Falle aufzufangen versuchten, erheblich verletzt. Ein braver Bursche ergriff em vom Dache herabhängendes Tau und hielt es stramm, indem er damit öurucktrat, so daß die Flammen es nicht erfassen konnten, und zwei Mädchen erreichten durch dieses Mittel sicher den Erdboden. Dann begann er an dem Tau hmaufzuklimmen, um andere noch oben befindliche Personen zu retten, als unglücklicherweise das ^Tau durch- brannte und der Mann hinabstürzte, was seinen augenblicklichen Tod zur .Folge hatte. Zehn Mädchen wurden auf ihren Plätzen erstickt vorgesunden, wahrend ihre Kleider nicht einmal versengt waren. Andere trugen Brandwunden und Gliederbruche davon, die, wie man befürchtet, in einigen Fällen ein tödtliches Gude nehmen muffen. -^edei- mann ist erstaunt über die Schnelligkeit, mit der sich die Katastrophe abroufelte, die m dieser Beziehung einer durch eine Explosion verursachten Zerstörung ähnelt.

- Vor einigen Tagen starb in Paris eine alte, nicht gerade in dem Rist einet Verschwenderin stehende Bürgerssran, welche ihr gesammtes Vermögen im Betrage von 3 000 000 Fr. testamentarisch ihrem Stubenmädchen hinterließ. Die glückliche Erbin stand seit 14 Jahren im Dienste dieser angenehmen Herrschaft. Die gegenwaitige Millionärin soll trotz ihrer 48 Jahre im Laufe von ,48 Stunden, wi° französisch- Blätter mittheilen, nicht weniger als 64 000 briefliche Heirathsantrage erhalten haben.

Ueber die Eismassen im atlantischen Oeean schreibt der Rewyorker Agent des Norddeutschen Lloyd an den Agenten derselben Gesellschaft m Southampton unterm 13. Mai wie folgt:Benachrichtigen Sie gefälligst die auslaufenden Capttane, daß ungeheuere Mafien von Eisfeldern und Eisbergen fortgesetzt von den wenigen wag­halsigen Fahrzeugen gemeldet werden, welche die nördliche Pafiage versuchten, und datz es nichts weniger als Tollkühnheit sein wurde, für die nächste Znt die Banken kreuzen zu wollen." Der am 21. in Southampton angekommene DampferFmda paffirte an demselben Tage Mittags im 41« 19 Mm. nordl. Brette und 51° 18 Mm. westl. Länge einen kleinen Eisberg. _ ,,, y r. c .

St Gallen. Auf der Alp Kafahren im Weißtannenthal smd m der kalten Nacht vom 15. zum 16. Mai 110 (von 302) ungarische Schafe erfroren

Figaro" reprobucirt folgende von einem Maler an feinen Kunstmacen gerichtete Apostrophe:Wenn Ihnen ein Maler sagt: Ich habe Talent . . - - ft können Sie sich darauf verlafien, daß feine Spur davon bei ihm zu finden ist. S> g er aber zu Ihnen: Ich habe kein Talent . . . . fo- tft er Zauz gewiß em G . (Pause! Nach einer Weile, nachläfstg hmgeworfen:)Was Mich betrifft, ich habe kein Taknt^^^^^ finb Me Namen, die man jedesmal erfand, um eine ehrliche Kriegserklärung zu vermeiden. So schickte Rußland im turkisch-seMschen Kriege Freiwillige" nach Serbien, Oesterreich besetzte Bosnien nicht etwa im Kriege, sondern m einein Oeeupations-Feldzuge", Frankreich hütete sich, gegen Tums Krieg zu fuhren, aber es unternahm eineExpedition zur Züchtigung der Krumw^i ,Euslaud zerstörte Alexandrien durch ein defensives Bombardement und die neueste Bluthe, Rechtsirrlehre war der französischeRepressalienzustand gegen China. Es lst nur gut, daß Russen und Engländer im Begriff stehen, sich gütlich zu eintgen, sonst hatte man vielleicht auch in Afghanistan eine neue und verzwickte Art der Kriegfuhruntzi erleben können, die es möglich machte, Krieg zu fuhren,, ohne un Kriegszustand begriffen zu fein. Mit dem Gefecht von Pendjeh war ichon em hübscher Anfang gemacht.

- iJn der Dorfschule.^ Lehrer: Liebe Kmder, beute erzähle ich euch zuerst eine Geschichte. Der Anton war ein guter Knabe, der durchaus keine Unart leiden tonnte Eines Tages sah er, daß böse Buben einen Hund nut Steinen warfen. Da sprach er zu ihnen? O, wie böse seid ihr! Aus der Stelle laß das Werses sem Die bösen Knaben hielten inne und nun rathet, was sie weiter gethcm haben. Alle Schüler mit einer Stimme: Sie haben den Anton mit Steinen geworfen.

Die Vrozeffe gegen die Bierfälfcher in Bayern nehmen ihren Fortgang. In Ansbach wurden am 15. d. fünf Brauer zu Geldstrafen von 180300 ,/fc und ^faWniß von 38 Tagen verurtheilt. An demselben Tage standen ui Augsburg 14 Angeklagte vor Gericht, ^von denen 12 zu Geldstrafen von 180400 JL und Gefangmß von 8 A ^Uebe?botem^ Jn^ein Amerikanisches Redaetionsbureau trat ein Heiner, sehr selbstbewußt auftretender Herr, mit einem 75 Pfennig-Diamanten m der'^avatte und bat, den Redaeteur für das Fach der^11^(1)611 ^ergnugungen ^^1)1

vorgestellt zog der Fremde ein ca. 10 Zoll un Quadrat haltendes Blatt Papier hervor S°LrÄ^aLHi-r ist meine Karte, ich wollte m,ch mit Ihnen wegen meines Circus besprechen, eines Riesen-Circus, des Circus der^ Smcufle, num ©en.^ Der Rebacteur antwortete ruhig:ym, wollen eurenPuff haben, nicht wahr. Gerade das", antwortete der Eigeitthumer des Riesen-Cireus.Beschreiben Sie, bitte, in Ihrem Blatt 4 Meilen Käfige für wilde Thiere, darunter allein 12 neue Arten von Elephartten und ein neuerdings erst entdecktesWunderthier aus Afrika, welches 3000 Pfund wiegt. Unser Personal besteht aus ^0-000 P^sonen. ich unportire Künstler ersten Ranges aus Europa zu 500 Dollars pro Woche, nur um dem Publikum stets das Beste zu bieten."Wirklich?"Ja, mein Herr, und em Mann wie Sie, dessen berühmte Feder in 2 Welttheilen . . ." ,,Wie mele Spalten wollen Sic haben?" unterbrach der Redacteur den Redefluß des Hemm Mannes. ,-lln möglich", lautete die Antwort, worauf der Redacteur ftagte, wann derEtrcus denn antommc?In einigen Monaten; der Transport erfordert viele Zeit ° ° wir nur langsam reisen können, außerdem aber reisen wir mehr des Vergnügens w-S-n, a s um Geld zu verdienen."Das kann ich nur denken', lautete die Antwoit^. ,,-rum unser Preis ist 150 Doll, per Spalte, un Voraus zu entrichten, außerdem 30pCt. von dn Einnahme jeder Vorstellung." Der Circusbesitzer zeigte -in rech ang-e' G-stchll Ist das nicht etwas viel verlangt?" sagte er.Das würde wohl rutresteii °e' einem kleinen Winkelblatt wie New-IorkerH-rald" oder den Londoiier Firnes , aberwir geben ein solches Ri-i-nblatt heraus, datz der Preis, den ich namhaft 'machte, wirklich gering ist. Wir brauchen täglich allem 14 Guterzuge Papier und unser,Blatt wird^auf 50 großen Walter-Pressen gedruckt, welche keine Minute still stehen burftn. Allem die Ausgaben für Dampf belaufen sich auf 10,000 ®On

Herausgeber das Format kürzlich um -men Achtel-Zoll verklemerte, yar ei 1° vwi erspart, daß er davon 4 Schulen, jede zu.40,000 Doll., hat bauen können, und autzeroem konnte 'er davon noch in jeder Commune der Veremigten Staaten zwei

errichten. Der Eigenthümer giebt das Blatt auch nicht des wegen heraus, sondern nur wegen seiner Gesundheit und aus Liebe zum Publttum. Allem die Werkstätten, in denen unser Blatt gefalzt wird, Dbl^ySagte sämmtliche Etabliffements zusammengenommenSind d /^Mat en hier. ftagte gedrückt der Circusmann.I, Gott bewahre! hier ist nur euw $tfwle fw toarö- anmeldungen. Unser Haupt-Bureau liegt. ..." Der Eircus-Direetor wartete das Weitere nicht ab, sondern machte schleunigst die Thur von Auß n zu.

- Der Pariser Modebericht eines österreichischen Blattes^meldet: Das neueste was die Pariser Moden von ihren Unterthanen verlangt, fft nicht mehr die übergroße Tournure, jene ungeheuerliche Betonung eines unnennbaren Korpertheils, sondern

-peisen und eines # :ei empsehle ich diesen c ;elegentlichste. 40:

Vilh MU.

lerwehr.

M

Camera) Spits

M M , K«

Der Iforstand.

i*

'stM

nni:

Cond

'A-RG.Nr.lls n 6. «rauhe.

Entree 30 Pfg,