erste Leerstelle an der kath. Schule zu Bensheim präsentirte Schullehrer Victor Kempf daselbst bestätigt; am 6. Mai wurde dem Schullehrer Valentin Becker zu Undenheim die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lörzweiler, am 7. Mai wurde dem Schulamtsaspiranten Friedrich Scholl aus Aspisheim eine Lehrer- stelle an der Gemeindeschule zu Bubenheim, am 10. Mat wurde dem Schulamtsaspiranten Friedrich Karl Fay aus Grüningen die zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Villingen übertragen. (Schluß folgt).
Belgien.
Brüssel, 27. Mai. Charles Rogier, einer der Hauptgründer der Unabhängigkeit Belgiens und Mitglied der provisorischen Regierung von 1830 und des Congreffes von 1831, mehrere Male Minister und Chef des Ministeriums, ist heute Nachmittag im Alter von 85 Jahren gestorben. Er war allgemein als pater patriae geachtet und gehörte immer der gemäßigt liberalen Partei an. Er war noch Mitglied der Kammer für Tournai.. Er führte vor 50 Jahren die Eisenbahnen in Belgien ein. Die Kammer hob ihre Sitzung auf. Der Todesfall verursacht eine Nationaltrauer.(Fr. Ztg.)
Telegraphische Depeschen.
Wolff's telegr. Correspondenz - Bureau.
Darmstadt, 27. Mai. In der heutigen Sitzung der Allgemeinen deutschen Lehrerversammlung entbot der Dclegirte der französischen Regierung, Joste, den Versammelten die Glückwünsche aus dem Nachbarreiche, ebenso der serbische Delegirte, Petrowitsch, im Namen des Königs von Serbien. t p
Berlin. 27. Mai. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Dre Besserung des Kaisers ist durch das Hinzutreten von Unterleibsbeschwerden verzögert worden und mußte daher die in Aussicht genommene Ausfahrt bisher unterbleiben.
Wien, 27. Mai. Die Reichsrathswahlen haben heute mit den Wahlen der Landgerneinden von Salzburg und Nieder-Oesterreich begonnen. In ersteren wurden von dm bisherigen Abgeordneten Neumayer und Lienbacher wiedergewählt, in letzteren sind 7 Liberale und 1 Confervativer (Garnhoff gegen Granitsch) gewählt. In den Wahlbezirken Krems und Korneuburg ist je eine engere Wahl erforderlich.
PariS, 27. Mai. Das „Journal officiell" veröffentlicht ein Secret, welches die jetzige Kirche Sainte-Genevidve (das Pantheon) ihrer ursprünglichen Bestimmung wiedergibt, für berühmte und um Frankreich verdiente Männer als Begräbnißstätte zu dienen, ingleichen ein weiteres Decret, welches anordnet, daß die Leiche Victor Hugo's im Pantheon beigesetzt werde.
— Nach den neuerdings getroffenen Disposttionen dürfte die feierliche Beisetzung Victor Hugo's erst nächsten Montag stattfinden.
Petersburg, 27. Mai. Die Eröffnung des See-Canals wurde heute in Gegenwart des Kaiferpaares und der übrigen hier anwesenden Mitglieder des Kaiserhauses, des diplomatischen Corps, der Staatswürdenträger, einer Deputation der Petersburger Kaufmannschaft und eines zahlreichen Publikums feierlich vollzogen. Als zum Zeichen der Eröffnung die Kaiserin das über den Canal gespannte Band zerschnitt, donnerten die Kanonen, die kaiserliche Yacht „Derfhawa" mit dem Kaiserpaar und eine große Anzahl Dampfer fuhren in den Canal ein. „Dershawa" ging sodann auf die kleine Rhede hinaus, woselbst er die Kaiser-Fregatte „Skobelew" inspicirte. Danach begab sich das Kaiserpaar an Bord des Dampfers „Alexis" nach der großen Rhede, ließ das Eoolutionsgeschwader Parade passiren und kehrte zurück nach Peterhof.
Kopenhagen, 27. Mai. Bezüglich des dem Könige von Dänemark angetragenen Schiedsrichteramtes verlautet authentisch: Anfangs Mai richtete Rußland privatim die Vorfrage an den König, ob er geneigt fei, das Schiedsrichteramt zu übernehmen. Der König antwortete, er sei dazu gewillt, wenn beide Parteien ihn dazu aufforderten. Seit jener Vorfrage wurde die Angelegenheit jedoch nicht weiter erörtert.
Rom, 27. Mai. Der „Agencia Stefani" zufolge berichtete der Capitän Ferrari an den Minister des Aeußeren, Maneini, daß ihn der König von Abyssinien in bester Weife empfangen und den Wunsch ausgesprochen habe, mit Italien freundschaftliche Beziehungen zu unterhalten.
New-Bork, 27. Mai. Die große Möbelfabrik der Gebrüder E. Herrmann ist heute abgebrannt. Der Schaden wird auf eine Million Dollars geschätzt.
UrriverfitätS- Chronik.
— Der Professor der Theologie, Bredenkamp in Greifswald, welcher sich vor einiger Zeit durch Zerschneiden der Pulsadern das Leben zu nehmen suchte, wiederholte am Freitag seinen Selbstmordversuch, indem er aus seinem zwei Stock hoch gelegenen Zimmer der Klinik, wohin er nach dem ersten Selbstmordversuch geschafft worden war, durch das Fenster auf die Straße sprang. Er wurde zwar noch lebend, aber schwer verletzt in das Krankenhaus zurückgetragen.
— Der frühere Privatdocent an der Universität Kiel, vr. K. Gotische, ist nunmehr von Japan zurückgekehrt. Derselbe folgte vor einigen Jahren einem Rufe an die Universität in Tokio, hat dort Mineralogie und Geologie gelesen und im Jahre 1884 im Auftrage der koreanischen Regierung eine geologische Forschungsriese auf Korea unternommen, von der er Ende desselben Jahres zurückkehrte.
Verwischtes.
Mainz. Die Colossalsigur „der Genius des Dampfes und der Electricität" wurde am 22. Mai auf dem Portale des Centralbahnhofs aufgestellt. Zu dieser Aufstellung erforderte es die Anbringung eines äußerst kunstvoll gebauten Gerüstes, welches von Herrn Zimmermeister Heininger aufgestellt wurde, und ist das Gerüst durch 140 Mutterschrauben miteinander verbunden. Der Genius wurde von dem Vergolder Herrn Ledroit, in Firma Bauer, vergoldet und zwar der Körper desselben von rothem, die Flügel und das Gewand im gelben Gold. Es war keine kleine Arbeit, die Riesenfigur unbeschädigt auf das Gebäude zu winden, dieselbe wiegt nämlich dreizehn Centner ohne die beiden Sockelsteine, welche zusammen ebenfalls noch 22 Centner wiegen. Die Figur, bekanntlich von Herrn Bildhauer Scholl entworfen und in Berlin in Zink gegossen, hat eine Höhe üoii 3 Meter 60 Centimeter und mit ausgebreiteten Flügeln eine Breite von 2 Meter 25 Centimeter. x
Mainz, 25. Mai. ^Vorsicht ist die Mutter der Weisheit.) Den hiesigen Brauereibesitzern tft seitens des Proviantamtes der Festung Mainz folgendes Schreiben zugegangen: „Für den Fall einer Armirung der Festung Mainz soll, höherer Bestimm- ung gemäß, auch darauf Rücksicht genommen werden, daß die bei verschiedenen Ge- werbtreibenden z. B. bei Bierbrauern rc. gewonnenen Rückstände und Nebenproducte als Futtersurrogat bei Verpflegung des Schlachtviehes Verwendung finden könne. Zu den von uns schon im Frieden zu fertigenden Armirungsvorbereitungen ist es uns sehr erwünscht, über folgende Punkte Aufschluß zu erhalten: 1) Wie viel Malz wird in Ihrer Brauerei jährlich verbraucht? 2) Wie viel Treber und wie viel Malzkeimen werden daraus gewonnen? 8) Wie vertheilt sich der Bedarf auf die einzelnen Jahreszeiten? 4) Kann der Betrieb im Falle einer Einschließung der Festung fortgesetzt werden oder muß derselbe dann und eventuell wie beschränkt werden? 5) Dürfen Sie geneigt fein, die dann etwa gewonnene Treber und Malzkeimen dem königlichen Proviantamt in Mainz gegen Bezahlung zu überlafsen? — Man sieht hieraus wieder, wie vorsichtig unsere Militärverwaltung mitten im tiefsten Frieden alle Eventualitäten in's Auge faßt, um im Ernstfälle betr. der Verpflegung der Truppen durch nichts überrascht zu werden.
Frankfurt a. M., 20. Mai. Die kürzeste Ehe, welche bislang geschieden wurde, dürfte diejenige sein, welche heute zur^ Verhandlung stand. Am dritten Tage nach der Hochzeit bekam die Frau Schläge, die sie nicht ruhig hinnahm, am achten Tage war Hausscandal, so daß alle Welt zu- fammenlief, am zehnten Tage mußte die Polizei einschreiten, am vierzehnten Tage hängte sich der Mann auf. Die Frau kam „zu früh" und schnitt ihn ab. Statt ihr für die Erhaltung feines Lebens zu danken, wurde er grob und ging fünf Tage später nach Amerika durch.
Frankfurt a. M., 27. Mai. Gestern Nachmittag spielte sich bei den Austrat- Negern im Zoologischen Garten eine heitere Scene ab. Der kleine Saal war zum Erdrücken gefüllt; an einem Fenster stand ein behäbiger Odenwälder Bauer mit einem großen Familienschirm und wartete auf den Anfang der Vorstellung. Dieselbe begann und als die Tätowirten zu ihren Kriegsspielen übergingen und scheinbar einen Angriff auf das Publikum machten, schrie plötzlich der Bauer: „Alleweil suchen die sich Aan", sprang auf die Fensterbrüstung und von da in den Garten, wobei sein Schirm, den er später an der Kasse bezahlt haben wollte, zerbrach. Das Publikum schenkte der Darstellung der Wilden keine Aufmerksamkeit mehr, sondern stürzte an die Fenster und schaute dem schimpfenden Bauer, der trotz des hohen Sprunges keinen Schaden genommen, lachend nach. "
— (Ein frommer Dieb.) Unweit des Fahrthores verstand es ein Spitzbube, sich in das Wohn- und Schlafzimmer eines Papierhändlers Eingang auf unerlaubte Weise zu verschaffen. Der Spitzbube fand anfänglich gar nichts, was er für mit- nehmenswerth hielt, erst im letzten Moment entschloß er sich, ein Frankfurter Gesangbuch mitzunehmen. Wie sehr wird der fromme Spitzbube erstaunt gewesen sein, als er in dem Buche neben Communionzetteln auch zwei Frankfurter Baicknoten ä ICK) JL fand. Diese Bildchen werden ihm gewiß großen Spaß gemacht haben. Lange erfreute er sich jedoch dieses werthvollen Gebetbuchs nicht, denn die Polizei kam auf Grund einer gegebenen Personal-Beschreibung schon heute dem Thäter auf die Spur und brachte ihn hinter Schloß und Riegel. (F. I.)
— Wir berichteten vor einigen Tagen über den Unfall, der einen Velocipedfahrer jüngst in Bamberg betroffen hatte. Der Kassirer des Radfahreroereins in Schönebeck hat nun hierüber nähere Erkundigungen eingezogen. Danach hat^sich der Fall folgendermaßen zugetragen: „Ein Einzelfahrer aus dem eine halbe Stunde von Bamberg gelegenen Dorfe Bischberg, der nichts weniger als guter Fahrer ist, vehikelte am Sonntag vor acht Tagen nach Bamberg, belustigte sich in seiner Weise hier nach Möglichkeit und erkühnte sich schließlich (wie man sagt, in Folge einer Wette), den wegen seiner Länge. Steile und seines schlechten Pflasters für Velocipedisten unfahrbaren Kaulberg herabzufahren. Die natürliche Folge war, daß das Velociped sehr bald in ein sehr schnelles Tempo gerieth, um schließlich mit rasender Geschwindigkeit den letzten Theil des Berges herunter zu sausen. Da der betreffende Fahrer alle Geistesgegenwart verloren hatte und in keiner Weise mehr Herr seines Rades war, mußte er seine Tollkühnheit bitter büßen, indem er am Fuße des Berges mit voller Wucht mit dem Kopfe an das eiserne Fenstergitter eines Hauses fuhr. Mit einer nicht unbedeutenden Verletzung der Stirn stürzte er bewußtlos von der Maschine, letztere ist jedoch vollständig unbeschädigt geblieben. Sofortige ärztliche Hülfe brachte den Verunglückten sehr bald wieder zum Bewußtsein und es geht ihm jetzt auch schon wieder ziemlich gut."
Berlin, 21. Mai. Die heutige Schwurgerichtsverhandlung gegen heu Raubmörder Zwiebler, welcher den Knaben Anderkaft in der elterlichen Wohnung' überfiel, schwer verletzte und Geld und Geldeswerth raubte, ist unterblieben, da sich Zwiebler unmittelbar vor Abholung aus dem Gefängniß erhängt hatte. Den anwesenden ärztlichen Sachverständigen Professor Dr. Liman, Geheimrath Dr. Lewin gelang es, Zwiebler wieder ins Bewußtsein zurückzurufew; dieselben glauben, Zwieblers Leben zu erhalten. — Der Lieutenant v. Gußtorf aus Freystadt, der vor zwei Jahren bei den Cavalleriemanövern in Schlesien durch einen Sturz vom Pferde so schwer verunglückte, daß man alle Hoffnung für ihn aufgab, ist in der hiesigen königlichen Klinik so sorgsam gepflegt und behandelt worden, daß er nunmehr als geheilt entlassen werden konnte. (K. Z.)
Kiel, 21. Mai. Zwei Menschen verschwanden spurlos in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch von dem von hier nach Korsör in Fahrt begriffenen dänischen Postdampfer. Es waren ein als Arzt aus St. Thomas bezeichneter Mann mit seiner Tochter. Kurz vor Korsör wurden die Vermißten noch vom Capitän an Deck bemerkt, sie fehlten aber bei der Landung. Ein Selbstmord, in der Weise bewerkstelligt, daß die beiden Lebensmüden über Bord gesprungen, wird als wahrscheinlich angenommen.
Echzell. Auf Anordnung des Kreis-Gesundheitsamts wurde die Schule dahier geschlossen, da die Masernkrankheit unter den Kindern herrscht. Die Masernkrankheit ist von Gettenau, woselbst schon seit ea. 4 Wochen kein Unterricht gehalten werden darf, nach hier verschleppt worden.
Nürnberg, 22. Mai. Ein seit Jahren spielender Proceß erregt hier vieles Aufsehen, zumal jetzt auch das Leipziger Reichsgericht in der Sache gesprochen hat. Fabrikbesitzer Frhr. Lothar v. Faber in Stein, der Besitzer der bekannten Bleistift- fabrik A. W. Faber, will seinem Bruder Johann Faber, der früher mit ihm associrt war und unter der Firma Johann Faber eine Bleistiftfabrik dahier errichtet hat, das. Recht zur Führung der Firma Faber bestreiten. Nachdem sein desfallsiger Antrag von den hiesigen Gerichten in zwei Instanzen abgewiesen worden war, hat er sich an das Reichsgericht gewandt, welches ebenfalls zu Gunsten Johann Faber's entschied.
Hechingen, 26. Mai. Wie verlautet, ist der Zustand des Fürsten v. Hohen- zollern (Sigmaringen) besorgnißerregend geworden, so daß die entfernten Kinder zum Krankenbette des Vaters eilen.
— Aus Beckenried am Vierwaldstätter See wird der „Neuen Züricher Ztg." von amtlicher Seite berichtet, daß die Bergruffchungen oberhalb Schönegg, die übrigens jetzt wieder vollständig aufgehört haben, nur einen Theil der Anlagen rechts vom Cur- hause zerstörten, die drei Hauptgebäude desselben durchaus unbeschädigt ließen und sie auch, selbst wenn sie sich fortsetzen sollten, nie berühren würden. Die Fremden, die schon in der Zahl von fünfzehn eingezogen sind, fühlen sich denn auch ganz sicher und ruhig. Der Besitzer von Schönegg hat nach den ersten Anzeichen der Gefahr durch Fachmänner die Sachlage untersuchen lassen und hat auch im Verein mit den Behörden von Nidwalden alle nöthigen Schritte gethan, um weitere Abrutschungen zu verhindern und die Anstalt vor jeder Gefahr sicher zu stellen.
Stettin, 25. Mai. Seit längerer Zeit war die Berliner Criminalpolizei davon unterrichtet, daß aus einem hiesigen großen Etablissement Copieen von der Admiralität gehörigen Zeichnungen verschwanden, die nachher in dem in letzter Zeit mehrfach genannten Kopenhagener Bureau auftauchten. Die deßhalb bei einem hiesigen Techniker vorgenommene Haussuchung führte zu dessen Verhaftung.
— sMetallfässer.) Seit einiger Zeit werden in England und neuerdings auch in Deutschland Blechfässer in den Handel gebracht, welche besonders für den Versandt von Petroleum bestimmt sind. Der Bedarf solcher Blechfässer wird ohne Zweifel ein bedeutender werden, da die russischen und ungarischen Petroleumquellenbesitzer sich wohl für dieselben werden entscheiden müssen. Bisher konnten nämlich zum Versandt russischen und ungarischen Petroleums die von Amerika eingeführten billigen Petroleumfässer benutzt roeroen. Da nun aber in Folge dieser Concurrenz die Einfuhr anieri- kanischen Petroleums und damit auch der Fässer bedeutend abgenommen hat, so sehen sich die russischen und ungarischen Fabrikanten gezwungen, einen passenden Ersatz zu suchen. Holzfässer sind zu theuer zu beschaffen, Papierfässer kaum ausreichend, den Anforderungen zu genügen, so daß wohl Metallfässer verwendet werden dürfen. Von den Quellen ab bis in die Hauptbedarfsorte wird das Petroleum in großen eisernen . Kasten versendet, welche unmittelbar auf den Eisenbahnwagenrädern aufgebaut sind. Für den weiteren Versandt sind nun aber Fässer durchaus nothwendig. Bisher stellte man die hierfür vorgeschlagenen Metallfässer genau der Form der hölzernen Fässer entsprechend her. Man bog ein Blech in die geeignete bauchige Form und vernietete es längs, nietete dann die Böden auf, deren einer die verschließbare Füllöffnung erhielt, und legte noch etwa vier Versteifungsringe um. Die Fässer ließen sich ganz gut i ollen, erhielten aber leicht Beulen, verloren den Zinküberzug rc. Besonders aber brauchten sie einen großen Raum in den Versandtwagen, da sie ihrer bauchigen Form wegen sehr sperrten. Aus letzterer Erwägung wurden auch viereckige Kastenfässer vorgeschlagen, ivelche nur an beiden Enden Versteifungsbandagen erhielten. Diese aber lassen sich nicht gut rollen, sondern müssen zwecks Fortschaffung immer auf einen kleinen Wagen oder ein Wagengestell gesetzt werden, was umständlich und deßhalb nicht beliebt i|t. Die neueste Form ist nun das Wellblech-Faß eines großen deutschen Etablissements. Dasselbe wird aus einem verzinkten Wellblechcylindcr hergestellt mit einer Längsnaht; die Böden werden aufgenietet und an beiden Enden je ein Versteifungsreifen ausgezogen. Diese Fässer sind von ungemeiner Widerstandsfähigkeit; sie geben keine Beulen, sind in gewissen Grenzen elastisch und doch durchaus fest, Als einzigen Uebelstano möchte man anführen, daß auch diese Fässer sich nicht gut rollen lassen, wenigsten-» nicht so gut, wie ein bauchiges Faß; die Wellen sollen den Boden nicht berühren,


