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liorbnad)t verreist gewesen war, dann auf den Kaufmann Boß und dessen Vater und den jüdischen Handelsmann Josephson. Ein Arbeiter Mankowski hatte behauptet, daß er den letzteren als Träger eines Sackes am Morgen des 22. Januar gesehen habe, dagegen erklärte Mankowski einige Atonale später, daß er den Fleischermeister Behrendt mit voller Bestimmtheit als den Träger des Sackes erkannt habe und daß Behrendt verschiedene Male auf sein Zeugniß einzuwirken gesucht habe. Behrendt hat sich außerdem ttl der gerichtlichen Obdnction der Leiche und bei noch mehreren anderen Gelegenheiten durch Redensarten rc. sehr verdächtig gemacht. Bei der gerichtlichen Leichen-Obduction sagte der Besitzer Hoffmann zu Behrendt, die wissenschaftlichen Fortschritte sind jetzt drrartig, daß man durch das Photographiren des Auges des Ermordeten die Person de; Mörders erkennen kann. Behrendt soll infolge dieser Erzählung leichenblaß geworden sein, gezittert und laut gestöhnt haben. Da Behrendt außerdem über seinen Aufenthalt am Abende des 21. Januar widersprechende Angaben machte, er ferner der eiste war, der die Beschuldigung erhob, daß nur Juden den Mord begangen haben fönnten und als dieselbe Beschuldigung gegen ihn laut wurde, sehr niedergeschlagen war und auch nicht, wie er mehrfach georoht, diese Beschuldiger wegen Verleumdung verklagte, so wurde er am 10. Mai 1884 wegen Verdacht des Mordes verhaftet, Hosephon und die beiden Boß dagegen in Freiheit gesetzt. Behrendt soll nun mit der Zamilie Eybulla verfeindet gewesen sein. Aus diesem Umstande folgert die Anklagebehörde, daß der zu Gewaltthätigkeiten stark hinneigende Behrendt sein Müthchen an dem 14jährigen Onophrius Eybulla habe kühlen wollen und nachdem er denselben er- scklogen, er die Zerstückelung des Leichnams in der angedeuteten Weise vorgenommen habe, um die Schuld auf die Juden zu wälzen.
Danzig, 27. April. Fleischermeister Behrendt wurde in Folge des Wahrspruchs der Geschworenen von der Anklage der Ermordung des Knaben Eybulla freigesprochen und sofort in Freiheit gesetzt.
X. ¥. S. Anonyme Einsendungen finden keine Anfnahme. Red.
Handel und Verkehr.
ben 28« April. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfund 0.80—(X90, Hühnereier pr. St. 4—5 H, Enteneier St. 5—6 Gänseeier 10—11
Käse pr. Stück 4-8 Kasematte 2-3 H, Erbsen pr. Liter 22 Linsen 30
Tauben per Paar 0,50—0,80 Hühner per Stück 1.00-1.50, Hahnen pr. Stück 1-40—1.80, Enten per Stück <X 2.00—2.30, Ocksenfleisch per Pfund 68—00 H,
Kuh- "nd Rindfleisch 56—60 H, Schweinefleisch 50—60 H, Hammelflerich 64-70 H, Kalbfleisch 48—50 H, Kartoffeln per 1U0 Kilo 4.00—5.00, Milch per Liter 12—16 H, Zwiebeln per Gentner A 6.00-0.00-
Schiffsnachrichten.
Bremen, 25. April. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Donau, Eapt. R. Ringk, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 12. April Don Bremen und am 14. April von Southampton abgegangen war, ist gestern 11 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.
Verfälschte schtvarje Seide. Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert) und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich int Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Das Seiden-Fabrik- D^pöt von 6. Henneberg (Königl. Hoflieferant) in Zürich versendet gern Muster von seinen ächten Seidenstoffen an Jedermann, und liefert einzelne Roben und ganze Stücke zollfrei in's Haus, ohne Zollberechnung. Ein Brief nach der Schweiz kostet 20 H Porto. 922
Holzversteigerung
im Gießener Stadtwald.
Montag den 4. Mai 1885,
von Vormittags 9 Uhr an,
foü im Gießener Stadtwald in dem District Annaberg nachverzeichnetes tzolz versteigert werden:
A. Brennholz.
10 Rm. Erlen-Knüppelholz, 5612 Wellen Buchen Durchforstungs-
reifer,
3920 „ Eichen Durchsorftungs«
reifer,
300 n Nadel Reisholz.
k. Bau -, Werk- und Nutzholz.
o Nadelstämme mit 0,88 Festm.,
2 Eschenstangen „ 0,10 „
223 Nadelstangen „ 5,87 „
Die Zusammenkunft ist am Lumpen- MrmSbrunnen.
Gießen, den 28. Aprll 1885. Aro-ßherzogl. Bürgermeisterei Gießen 3289 A. Bramm.
flufTorilermifl.
Die Rechnungen über Lieferungen lliid Arbeiten für die Universitäts- Zustitute aus dem abgelausenen Rech- Nngsjahr — 1. April 1884/85 — sind, soweit dies noch nicht geschehen, alsbald bei den betreffenden Jn- Kuts-Directoren einzureichen.
Gießen, den 22. April 1885.
Großh. Universitäts-Rentamt. _________Schmitt._______3120
Mittwoch den 29. April,
Nachmittags 2 Uhr,
«rrden inderFlett'scheuHosraithe gegen Narzahlung versteigert:
1 Pianino, 1 Secretär mit Glas- Ichrank, 3 vollständige Betten, 3 So- ^ha's, 1 Spiegelschrank, Kleiderschränke Tuche, Spiegel, 1 Küchenschrank mit Glasauffatz u. a. Mobiliar, dann Meyer's Conversationslexikon (vollst.). Tie Versteigerung findet theilweise be- tfiimmt statt.
Hießen, den 26. April 1885.
Geißler,
______________________l Gerichtsvollzieher,
ffischerei-Verpachtung.
Die der Fürstl. Standesherrschaft »Ec>l ms-Braunfels zustehende Aschereiberechtigung in der Wetter, Gnarkung Nieder- Bessingen, M in der Horloff, Gemarkung jillngen u. Villingen, soll Donnerstag den 30. April,
Vormittags 10 Uhr,
N unferm Bureau dahier auf 6—9 Schice öffentlich verpachtet werden.
PLachtliebhaber werden hierzu einge- Wtt.
Langen, am 24. Aprll 1885.
Fürstl. Rentamt.
3155 Demme.
Allgemeiner Anzeiger.
Verpachtung
des Großherzoglichen Domanialguts Hof Dauernheim in der Welterau.
Das vorbezeichnete, zwischen Dauernheim und Geiß-Nidda, eine Stunde von Nidda gelegene, geschlossene Hosgut, welches außer den Gebäuden ca. 77 ha Ackerland und 17 ha Wiesen, zusammen also ca. 94 ha oder 376 Gr. Hess. Morgen enthält, soll auf dem Submisfionswege und zwar auf einen 18 jährigen Bestand, von Anfang 1886 an, weiter verpachtet werden.
Pachtliebhaber wollen sich wegen näherer Auskunftertheilung über die Verhältnisse des Gutes, über die Submissions- und Pachtbedingungen, sowie wegen Vorzeigung des Geländes u. s. w. an die unterzeichnete Stelle wenden und ihre versiegelten mit der Aufschrift „Submission auf die Pachtung des Dauernheimer Hofes" versehenen Gebote längstens bis zum 6. Mai l. I. bei uns einreichen.
Die Eröffnung der Gebote erfolgt in Gegenwart der erschienenen Sub mittenten am 7. Mai l. I , Vormittags W/a Uhr, auf dem Bureau hiesiger Oberförstern. — Später einlaufende Offerten können keine Berücksichtigung finden.
Bingenheim, 31. März 1885.
Großherzogliche Oberförsterei Bingenheim.
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Carl Hoffmann.
Versteigerung
von lsckirten und blanken Blechwaaren.
Mittwoch den 29. April,
Nachmittags 2 Uhr, werden im „Wiener Hos" (Lagerhaus) Neuenweg 62
eine Parthie lackirte Vogelkäfige, Kaffeefiltrirmaschinen, Kaffeemaschinen mit Spirituslampen, Spirituskochmaschinen, Besteckkörbe, Geldkörbe, Eiersieder, Feuerzeuge, Sparbüchsen, Brodkörbchen, Präsentir - Bretter, Schreibzeuge, Spucknäpfe rc.
versteigert.
Die Gegenstände können Vormittags von 9—12 Uhr gesehen und aus der Hand gekauft werden.
Hofsmann, 3163 Ortsgerichtsmann.
Ieikgeöotenes.
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