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Friedberg, 25. August. Tas Feuer im Hause des Gerichtsvollziehers König war von dem Dienstmädchen Königs angelegt worden. Das Mädchen befindet sich bereits im Gesängniß unb soll gestanden haben.
Darmstadt, 24. August. Wie verlautet, ist Aussicht dafür vorhanden, daß dem Anträge des Abgeordneten Ctanji wegen 'Vorlage eines Gesetzentwurfs, durch welche das gesammte Feuerlöschwesen in unserem Vanbe geregelt werben, wie solches auch anderwärts der Fall ist, entsprochen wirb. Das Bebürfniß hierzu kann nicht in Abrede gestellt werden.
Mainz. Am 19. Juli l. I. ist bekanntlich die Laible'sche Bauschreinerei und Klstenfabrik mit Dampfbetrieb vor dem Binger Thore niedergebrannt. In Folge der bedeutenden Holzvorräthe hat sich hierbei eine so große Hitze entwickelt, daß in ziemlichem Umfange vom Feuerherd alle Pflanzungen zu Grunde gegangen sind. Das Obst ist auf den Bäumen vollständig gedörrt, die Gentüse sind in den Gärten vertrocknet n. s. w. Hierdurch ist ein ziemlich beträchtlicher Schaden entstanden, von dem zumeist weniger bemittelte Leute betroffen wurden, und fragt es sich jetzt, an wen diese ohne ihr Verschulden benachtheiligten Personen Regreß nehmen sollen. Eine Versicherung von Cerealien gegen Hitze bei einem Schadenfeuer gibt es bis jetzt nicht und die Landesbrandkasse, in welcher die Immobilien gegen Feuerschaden versichert sind und welche auch in der Regel die in Folge von Rettungsarbeiten bei Bränden vor- kommenden Schäden vergütet, lehnt vorliegend die Entschädigung ab. Sie sagt eben, daß Gärten für sie keine Versicherungsobjecte bilden, daß der schaden auch nicht direcl durch Feuer oder Arbeiten zu dessen Bekämpfung entstanden, vielmehr eine Folge von Hitze sei, für deren verderbliche Wirkung sie nicht einzustehen habe. Auf den weiteren Verlauf dieser prineipiell nicht unwichtigen Frage darf man gespannt sein.
Mainz, 25. August. (Einweisung des Bürgermeisters.^ Heute Morgen um 11 Uhr fand in einer eigens hierzu berufenen Stadtoerordneten-Versammlung die Einweisung des neuen Bürgermeisters in sein Amt statt. Herr Provinzialdireetor Küchler, der den Vorsitz in dieser von 24 Mitgliedern besuchten Versammlung führte, betonte nach einigen einleitenden Worten, die wesentlichste Pflicht eines Bürgermeisters sei treue, gewissenhafte Dienstführung. Er halte es nicht für nöthig, Herrn Dr. Oechsner, der eine so langjährige Praxis in Verwaltung städtischer Aemter besitze, auf die Einzelheiten seiner Dienstpflichten aufmerksam zu machen. Was seine Stellung zu der Bevölkerung betreffe, so sei ja eine Amtsführung, die alle Wünschen entspreche, nicht denkbar und könne auch nur dazu führen, auf zwei Achseln tragen zu wollen; der Beamte habe lediglich, basircnd aus den bestehenden Gesetzen, seine Entscheidungen so zu treffen, daß er sich mit seinem Gewissen in Uebereinstimmung befinde. Sollten Lücken der Gesetzgebung hier und da Eonflicte veranlassen, so seien diese leicht zu lösen, wenn er von seinem geraden Sinne sich leiten lasse; seiner (des Provinzial- dircetors) Unterstützung in vollstem Maße und in jeder Lage dürfe er sich versichert halten, da sie ja ein gemeinsames Ziel erstrebten, das materielle Wohlergehen und Gedeihen der Stadt Mainz.
Hierauf erfolgte die Beeidigung des neuen Bürgermeisters, worauf Herr Provinzialdireetor Küchler demselben noch seine persönlichen Glückwünsche^darbrachte.
Herr Dr. Oechsner erwiderte hierauf Folgendes: Erlauben Sie mir, geehrte Herren Stadtverordneten und geehrter Herr Provinzialdireetor, daß ich, anknüpfend an das soeben Geschehene einige Worte an Sie richte: Archon gelegentlich meiner Wahl habe ich den Herren Stadtverordneten meinen Dank ausgesprochen und zugleich sämmtliche Herren gebeten, mich in meinen Bestrebungen, die nur dem Wohle der Stadt Mainz gewidmet sein könnten, zu unterstützen. Alle die großen Unternehmungen, die uns eben beschäftigen, erfordern unsere ganze Kraft und unsere weitere Anstrengung, um zum ersprießlichen Ziele zu gelangen; und hier gilt vor Allem der Grunosatz: „Einigkeit macht stark." Ohne Sie kann der Bürgermeister nichts Bedeutsames wirken, mit Ihnen vereint vermag er gewiß manches Gute zu vollbringen. Und auch Ihnen, Herr Provinzialdireetor, glaube ich für Ihre wohlwollenden Worte meinen innigsten Dank aussprechen zu sollen. Sie haben bei allen Gelegenheiten Ihren Sympathien für unsere Vaterstadt Ausdruck gegeben. Sie sind gar oft für bi^ntereffen von Mainz mit Wort unb That eingetreten, so daß ich Sie wohl mit Rechf als „Freund unserer Vaterstadt" bezeichnen kann. Ich bin überzeugt, baß Sie auch in Zukunft mit gleichem Wohlwollen unserer Vaterstadt entgegenkommen werden. Schließlich gebe ich dem gewiß von Ihnen Allen getheilten Wunsche Ausdruck: „Möge der heutige Tag der
Beginn einer segensreichen Zukunft bedeuten. Das walte Gott!" Hiermit war die Sitzung ausgehoben. (W.
Main z, 25. August. Heute Rächt um * i */i nach 1 Uhr ertönte Feuerlärm; in einem einzeln stehenden Hause vor dem Viehhofe im Gartenfeld, in welchem sich seit fahren eine kleine Wirthschaft befand, war so plötzlich Feuer ausgebrochen, daß die Bewohner des aus Hol; ausgeführten Hauses nur mit Roth das nackte Leben retten konnten. <>ni Rn stand das ganze Häuschen, welches der Besitzer im verflossenen
•• 111 ^00 erworben hatte, in Flammen und brannte vollständig nieder. Die Militär- und freiwillige Feuerwehr war ausgerückt, ohne indeß etwas ausrichten zu können Von dem ganzen Hänschen wurden nur einige Stühle, welche im Hof beficlben standen, gerettet. Der in dem Häuschen befindliche Balkenkeller stürzte zusainmeu und begrub das darin befindliche Getränke, Aepselwcin, Bier re. mit seinen Trümmern.
— Herr Kammersänger Hill, das langjährige Mitglied der Hosoper in Schwerin, hat die Directioii des Stadttheaters in Nürnberg übernommen.
Leipzig, 24. August. Gestern warb hier die 1. orbentliche Genossenschaftsversammlung ber Deutschen Buchdruckerberufsgenossenschaft abgehalten, in der 33 Ab- gesandte anwesend waren. ^Der seitherige Genossenschaftsvorstand ward endgültig als Vorstand gewählt. Als Ort der nächstjährigen Versainmlung ward Hamburg bestimmt. An die Versammlung schloß sich eine außerordentliche Generalversammlung oes Deutschen Buchdruckervereins an, welche den Entwurf des ditrchgesehenen Vereinsstatuts in Bausch und Bogen annahm. Auch dieser Buchdriickeroercin ivählte Hamburg zum Sitz seiner nächstjährigen Generaloersaminliing.
Weimar, 23. August. Aus Gastein wird von der „Weimarischen Zeitung" an bevorzugter stelle gemeldet, daß die Großherzogin von Weimar kürzlich in großer Lebensgefahr geschwebt hat. Bei einer Rückkehr von der Promenade, welche sie in Begleitung des Oberhosineisters v. d. Gabelentz und des Hoffräuleins v. Beaulieu in einem geschlossenen Landauer angetreten hatte, wurde ihr Wagen in einem steilen Abbange plötzlich von einem Einspänner dermaßen angefahren, daß die Deichsel desselben durch das Fenster ihrer Equipage drang, an dem Kopfe der Großherzogin vorbeiging und Fräulein v. Beaulieu an der Wange verletzte.
— lieber den großen Brand in 6ibin gen bei Rüdesheim berichtet ber „M- A." Folgenbes: Morgens 1/2W Uhr fing es, bis jetzt noch auf unaufgeHärte Werse, in einem Hause an zu brennen unb staub basselbe nebst Scheuer bald ganz in Flammen. Da die erwachsenen Einwohner fast alle um diese Zeit auf dem Felde beschäftigt waren, so eilten die angsterfüllten Kinder zu diesen hinaus. Ehe die Leute aber ordentlich an's Löschen kamen und weitere Hülfe von Rüdesheim herbeieilte, waren 8 Hauser nebst Scheuern dem Feuer zum Opfer gefallen. Zum Glück sollen die meisten Betroffenen versichert sein.
Gießen. Welche Deutung kann wohl eine an einen Viehhändler gerichtete, für diesen unb feinen Geschäftsfreunb höchst wichtige Depesche in ben Augen eines Uneingeweihten erhalten? So z. B. lautet eine bi ei er Tage an einen Viehhänbler gelangte Depesche wörtlich: „An den Viehhändler X. Morgen alle Schweine am Bahnhof. Sie erwarte ich auch. Kann erst morgen kommen, da Schnellzug keine Ochsen niitnimmt. Rindvieh im Preise gestiegen, sehen Sie sich vor. Wenn Sie Ochsen gebrauchen, denken Sie an mich."_______________________________
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Limburg, 26. August. Rother Weizen Jt 13 90, weißer Weizen Ji. 13 50, Korn JL. 10.55, Gerste JL 8 00, Hafer JL 7.40, neu JL 6.45, Kartoffeln ä 100 Pfund JL 0.00, Erbsen ä 100 Pfund JL 00.00.
Für die. Abgebrannten in Appenrod gingen ferner bei uns ein: Jost 1 jl, Pfarrer Heberer, Allendorf a. d. Lumda 3 JL A. K. 3 vtt Summa 7 jl Ins- gesammt 44.75 JL
Weitere Gaben werden von der Exped. b. Bl. gerne entgegengenommen.______
Temperatur der Lahn und der Luft
nach Reaumur gemessen am 27. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags.
Wasser IS1/:0, Lust im Schatten 15°.
L. Ehr. Rübsamen, Turm- unb Schwimmlehrer.
Georg Leopard,
'aus eine Dotimiz Bellersheim 30 *
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Bekanntmachung.
Jakob Gerhard III. Eheleute zu Gießen haben nach Steigbrief vom 21. März 1877 in der Gemarkung Steinbach Flur XV Nr. 371,9, 372 und 375 an Karl Keßlers Eheleute daselbst versteigert, und diese sollen den Steigpreis an den Vorschuß-Verein daselbst als den Eessionar bezahlt haben. Da die Erwerbsurkunde verloren gegangen ist, werden Alle, welche aus den Steigpreis Ansprüche haben sollten, aufgefordert, solche so gewiß binnen 2 Monaten hier geltend zu machen, als sonst die Cesfion und Zahlung als richtig angenommen und die zur Löschung des beschränkten Eintrags im Mutations - Verzeichnisse erforderliche Verfügung ertheilt werden soll.
Gießen, den 22. August 1885. Großherzogliches Amtsgericht.
Langsdorfs. 6115
Samstag den 29. d. Mts-
Mittags 2 Uhr,
werben auf meinem Bureau versteigert: 1 Kleiberschrank, 1 Küchenschrank, 5 Strobstuhle, 2 Tische, 1 Kommobe, 1 Handkoffer, 1 Ofen :e.
Tie Versteigerung findet bestimmt statt. Gießen, ben 27. August 1885.
Bühner,
6124 Gerichtsvollzieher.
Aeilgeöoienes.
Gebrochene Aepsel
Tafelobst, verkauft
Gg. Möhl,
6112 Bahnhofstraße 44.
Allgemeiner Anzeiger.
Sämmtliche Neuheiten in
Kleiderstoffen
find eingetroffen. 6081
8. VVeimtTsheim MIW.
Gerlrudis-Brnnuen.
Fürstlich Solms-Braunfrls'sche Brunnen-Verwaltung
zu BiSkirchen, Raff. Bahn.
Vorzügliches Mineral- und Tafelwasser.
In einem Briefe d. d. Ems, den 5. Juli 1883 äußert sich Seine Excellenz der .General-Stabs-Arzt der Armee, Professor Dr. von Lauer, Leibarzt Seiner Majestät des Kaisers, über den Gertrudis-Brunnen wie folgt: 5977
„Es ist dasselbe ein leicht verdauliches erfrischendes Getränk von vorzüglichem Wohlgeschmäcke, welches ich für meine Person in dieser letzteren Beziehung wegen des geringeren Vorgeschmackes des Kochsalzes dem Selters-Wasser vorziehen würde.
Rücksichtlich der Wirkung auf die Schleimhäute dürfte dasselbe anderen ähnlichen Wässern gleichstehen.
Bei reichlicherem und fortgesetzten Genüsse möchte wohl auch der Lithion Gehalt in der diesem Stoffe eigenthümlichen Richtung sich geltend machen können.
Ich wünsche, daß das Wasser eine recht weite Verbreitung finden möge." Alleinige Niederlage bei L. Kalkhof, Seltersberg, Gießen.
Regenmäntel in allen Größen, neuester Faeons, von Mk. 6.— an, empW,t F. Holberg, 5785 Kirchenplatz^
Brauerei
Gebe- Röhrle.
Nachdem der Ausschank des vorzüglichen Bieres von obigen Herren begonnen, beehre mich mein
Flaschenbier in empfehlende Erinnerung zu bringen, Vi Masche 20 4 l/2 Nasche 10 H frei in's Haus geliefert. 6111
P. Jmmel, Restaurateur.
Don heute ab treffen in Cis verpackt täglich frisch ein:
Schellfische, Hechte, 6122
Zander.
Rhein- und Weserlachs, Feinste Kieler Sprotten und Bücklinge, Sardinen, Sardellen, neue Häringe rc.
bei A. Hoch, Hamburger Fischhandlung.
6113 Bei Jakob Helfenbein kann täglich
weißer Streusand geladen werden. Die Grube ist an der Marburgerstraße.


