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Absatz 2 und ML m 8. Juli 1884, M* l Einkommen unterML e Majorität und In tot malme btt MMnO
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erbeben wird, welches, gepaart mit strenger Gottesfurcht, die wirksame Waffe gegen manche in unseren Tagen hervortret«nden betlageuswerthen Verirrungen bildet.
Möge sich der Magistrat überzeugt halten, daß Ich dem Bestreben, auch seinerseits mr Hebung wirHschaftlicher Schwierigkeiten beizutragen, und die in steter Ausdehnung begriffene Großstadt Berlin auf geistigem wie sittlichem Gebiete durch immer neue Einrichtung, n mit den steigenden Anforderungen in Einklang zu erhalten, gern Meine unge- theilte'Anerkennung zolle.
Berlin, den 25. März 1885. gez. Wilhelm.
London. Im Unterhause gelangte eine Botschaft der Königin zur Verlesung, Inhalts deren die Königin angesichts der Lage der Staatsangelegenheiten und^ der an die militäri- jchen Streitkräfte gerichteten großen 'Anforderungen zum Schutz der Interessen des Reichs beschlossen hat, die Reserve und die Milizrescrve einzubcruien.
London, 26. März. Das Unterhaus hat die Bcrathung der Botschaft der Königin auf Momag festgesetzt. — Gladstone erklärte, die Negierung habe protestirt gegen die Erklärung Frankreichs, wonach dasselbe Reisladunqen, die für die nördlich von Kanton gelegenen .v-äfen bestimmt sind, als Kriegscontrebande ansehe. Ueber den Stand der englisch-russischen Beziehungen, betreffend Afghanistan, beabsichtige er am Montag keinerlei Erklärung nbzugeben. — EHilders hofft, das Budget am 16. April vorlegen zu können. Gladstone beantragte einen Beschluß des Sauses, welcher die Ermächtigung zur Uebernahme der Zinsengarantie für die egygtische Anleche ausspricht. Der Schritt sei nothwcndig und «s gebe kein Beispiel, daß eine Zinsengarantie das Recht der Einmischung involvire.
Paris, 26. März. Ein Telegramm des Generals Negrier aus Dong- dang vom 24. d. Mts., 11 Uhr Abends, meldet, die Chinesen hätten den Posten in Dongdang am 22. d. Mts., um 2 Uhr Morgens, angegriffen, die Franzosen hätten am folgenden Tage die erste Linie des verschanzten Lagers in Bangbo genommen, aber die Operationen seien am 24. ds. an der bedeutenden Heber* zahl des Feindes gescheitert. Gegen 2 Uhr habe sich die Artillerie, welcher die Munition ansgegangen war, aus dem Gefechte zurückziehen müssen, so daß die Franzosen gegen 7 Uhr Abends wieder nach Dongdang zurückgegangen seien. Alle Verwundeten seien nach Langson zurückgebracht worden. Die Verluste der Franzosen betrügen 200 Todte oder Verwundete.
PortSmouth. 26. März. Die Eigenthümer von 5 engl. „Schmacks", welche angeklagt sind, im Vorjahre das deutsche Schiff „Anna" geplündert zu haben, sowie die Eigenthümer von drei andern englischen Fischerbooten, welche eines ähnlichen Vergehens gegen das deutsche Schiff „Dietrich" beschuldigt werden, sind an die Assisen verwiesen.
Suakim, 26. März. „Neuter's Bureau" meldet: Eine heute früh von hier nach der Zareba aus dem Wege nach Tamai abgegangener Proviantzug wurde unterwegs von den Aufständischen angegriffen, letztere sind jedoch zurückgeschlagen worden und haben gegen 100 Mann an Todten verloren. Von den Engländern sind 3 Mann verwundet. Der Prooiantzug ist heute Nachmittag in der Zareba angekommen.
London, 27. März. (Privat-Depesche.) Die „Times" schreiben: Rußland müsse sehen, daß England lieber die Gefahren und Opfer eines Krieges ertrage als die Verletzung der Rechte Englands und dessen Bundesgenossen, sowie die Bedrohung Indiens dulden werde. — „Standard" meldet: Auf dm Staatswerften werde die Ausrüstung einer Panzerflotte für Operationen in nördlichen Meeren vorbereitet.
Lokales.
Gießen, 27. März. [Kircheu-Concert.j Unser evangelischer Kirchengesang- nercin verfolgt einen edlen hoch schätzbaren Iweck, wenn er es unternimmt, die bessere Musik auch dem unbemittelten Stande zugänglich zu machen. Es giebt wohl viele • Menschen, die für ihr Leben gern einmal etwas Gutes hören möchten, aber es fehlt ihnen das Geld, ein Eoncertbillet zu kaufen und so müssen sie sich einen Genuß versagen, der mit Kosten verknüpft ist. Der oben genannte Verein hat mit Mühen und Opfern dafür gesorgt, daß auch solchen Musikinteressenten ein Concert zu Theil wurde, welches gewiß manches dankbare und andächtige Gemüth gefunden hat.
Die Schütz'sche Passion: „Historia des Leidens und Sterbens unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi", welche am Donnerstag zur Aufführung kam, ist ein Werk, welches in jeder Hinsicht seine gerechte Würdigung verdient, wenn man es vom rein kirchlichen Standpunkt aus betrachtet. Mag es auch in unserer ewig fortschreiten- . den Zeit zopfig und veraltet erscheinen, so ist ihm doch der echte musikalische Werth t nicht abzusprechen. Es entbehrt eben nur des modernen Schmucks, da es im wahren Kirchenstyl gehalten, von dem Geist echter Frömmigkeit durchdrungen und ohne jede bestechende Effecthascherei ist. Schütz wird mit Recht der Vorgänger Bach's genannt; denn wäre seine Passionsmusik nicht gewesen, wir glauben kaum, daß wir eine Mat- chäuspassion besäßen- Was Schütz harmlos und einfach anlegte, daß gab dem großen Geiste Bach's Anlaß zu jenem unvergleichlichen Werke, welches in der Nachwelt stets ? als hohes nub höchstes Kunsterzeugniß fortleben wird, und wie man den Oratorien Bach's das größte Interesse entgegenbringt, so wird man auch stets an Heinrich " Schütz denken müssen, der entschieden den Grundstein legte zu dem Oratorienstyl, dec allerdings in der heutigen Zeit manche vortheilhaften, aber auch manche nachtheilige Varianten erfahren hat.
Die Aufführung in der Stadtkirche war eine durchaus befriedigende. Die Chöre zeugten vom eifrigsten Studium und vom besten Fleiß des Dirigenten, Herrn Steiner.
Was bei den Altstimmen hier und da zu Ausstellungen Veranlassung geben konnte, das wußten die Soprane durch ihren angenehmen Klang wieder gut zu machen unb da das Ganze einen recht guten Eindruck machte, halten wir uns von jedem Tadel fern.
Die beiden Solisten, Herr Dietzel aus Zürich und Herr Müller ausFrank- furt erweckten das höchste Interesse, ersterer durch seine kräftige und doch sympathische Tenorstimme, letzterer durch sonoren, ausgiebigen und modulationsfähigen Baß. Beide Herren wußten chre Partien tief ergreifend auszustatten und somit die Hörer vollständig zu fesseln.
Die Orgelbegleitung hattte in Herrn Cantor Simon aus Wetzlar einen schätz- ' baren Vertreter gefunden. Möge der Kirchengesangverein in seinem löblichen Streben sortfahrcn nnb ferner bemüht sein, der altclassischen Musik eine bleibende Stätte zu sichern. —a—
Beemffcbte».
Gießen, 25. März. Die von der Strafkammer zu Gießen am verflossenen Montag vertagte Verhandlung in der Sache Major Hinze contra Rechtsanwalt f>r. Iöckel wird voraussichtlich im Mai zur Erledigung gelangen. Herrn Major Hinzes Anwalt, Herr Dr. Gutfleisch hatte schon vor einiger Zeit an das Kriegsministerium das Ersuchen gerichtet, die als Zeugen geladenen Ofsiziere, wie z. B- den - Commaudeur des ersten Hess. Infanterieregiments Nr-81, Herrn Obersten v- Struen- f<e, ihrer Amtsverschwiegenheit zu entbinden. Es traf jedoch kein Entscheid ein und - so mußte eine Vertagung stattfinden. Es dürfte wenig Aussicht vorhanden fein, daß dos Kriegsministerium dem Wunsche entsprechen wird, sonst hätte es wahrscheinlch schon in erster Instanz den Offizieren zit reden erlaubt. (F. Z.)
Gingejanvt.
Sietzen, 26. März.
Es ist wohl der Wunsch eines jeden Bürgers unserer Stadt, daß der Wenzel'sche Garten dem Gießener Publikum erhalten bleiben möge und ist auch dSeserhalb an unsere Herren Stadtverordneten das Anfinnen gestellt worden, die Stadt solle daS Grundstück erwerben, damit eS derselben erhalten bleibe. Für dieses ist jedoch lebt wenig Aussicht vorhanden, da der Stadtsückel durch die demnachstige Erwerbung das Gaswerks so sehr in Anspruch genommen wird.
Wie nun die Sache jetzt liegt, so ist es sehr leicht möglich, daß das Etabliffemevi in den Privatbesitz übergeht und damit unserem Gießener Publikum oerschloffen würde, oder durch Ausschlachtung seinen Hauptre'z verliert, was wohl, wie Einsender glaubt behaupten zu dürfen, recht sehr bedauert werden kann. Deshalb tritt Einsender an die hiesige Bürgerscyast mit der Bitte und folgenden Vorschlägen heran:
Die B'tte geht dahm, daß sich eine Anzahl Bürger findet, die zusammentreten, um die nötigen Schritte zur Gründung einer Gesellschaft zu oeranlaffen und mit folgenden Vorschlägen an die Bürger herantrete: Das Wenzel'sche Etablissement wird von Setten der Gesellschaft erworben mit der Bedingung, daß nichts davon veräußert wird, d. h. es dürfen keine Bauplätze verkauft werden und bleibt erhalten wie es eben ist. Zu diesem Behufe werden Aathetlschetne ä 200 oder mehr ausgegeben, deren Zinsen sich je nach der Rentabilität richten.
Es ist zu bezweifeln, daß bet einem so kleinen Risiko sich Bürger, deren Mittel es erlauben, ausschließen werden und kann jeder je nach seinen Verhalts Nissen zeichnen so vt-l ihm beliebt, zumal ja das Object immer bleibt und eine Rente, wenn auch nicht zu 5pCt, so doch zu 3-3'/2vCt. mindestens gesichert erscheinen dürfte.
Auf diese Weise würde das Etablissement vorerst einige Jahre erhalten bleiben und für den Fall die Gesellschaft aufgelöst würde, der Stadt für den Kaufpreis anzubieten und die Rentabilität nachzuweisen sein.
Ist es rathsam, daS Etablissement als VergnügungSort der Stadt zu erhalten und, wenn nöthig, aus dem Stadtsäckel eine Zubuße zur Deckung der Zinsen zu gebm oder nicht?
W-rd Letzteres bejaht, nun dann mag es gehen wie es will und wäre dann nur noch übrig, das Anwesen aus freier Hand zu verkaufen oder unter den Hammer zu bringen; daß sich dann später eher Liebhaber dazu finden, ist doch wohl anzunehmen, zumal wenn ein Wirth darin reusstrt hat. Daß aber erstere Frage eher bejaht wie verneint werden kann, ist auch anzunehmen, zumal in jeder Stadt für Verschönerung derselben erhebliche Summen verausgabt werden.
Zu empfehlen dürste deshalb sein, daß die Sache so rasch wie möglich in die Hand genommen wird, um zu sehen, ob der Vorschlag d<s Einsenders Anklang findet und durchzuführen ist und ob durch Subscription die Anzahl der Actien aufgebracht werden kann, um nöthigenfalls, wenn möglich und gesetzlich zulässig, das Anwesen auS freier Hand mit Genehmigung sämmtlicher Gläubiger zu erwerben. X.
ö und Berke vT.
Herborn [an der Köln-Gießener Eisenbahns, den 26. März 1885. Auf den heutigen hiesigen Markt rvurden gebracht: 5.8 Stück Rindvieh und 574 Schweine- Der nächste Markt ist am Montag den 13. April d. I-
Limburg, 26. März. Rother Weizen Jt. 16 00, weißer Weizen Jü 00.00, Korn JL 1150, Gerste 10.70, Hafer J4 7.90, Kartoffeln ä 100 Pfund 0.00, Erbsen ä 100 Pfund 00.00.
Frankfurter Stadttheater.
Für die diesen Sonntag den 29. d. M. im Schauspielhause stattfindende Darstellung der ganzen „Wallenstein-Trilogie" in einem Tage, sind die Preise für diejenigen Besucher, welche Billets für beide Vorstellungen lösen, bedeutend ermäßigt worden. Für die Einzel-Vorstellungen jedoch bleiben die normalen Preise in Kraft. Die Ausgabe der Billets findet bereits Samstag statt. —Die Preise für beide Vorstellungen zusammen sind folgendermaßen festgesetzt worden: Parguet und Orchester 6 «A, 11. Rang Mittelloge 6 Jl., II. Rang Seitenloge 5 «X Nummerirtes Parterre 3 <X, Stehparterre 2 ät Nummerirte Gallerie 1,50 Jt, Seitengallerie 1,20 Jt. I. Rang Fremdenloge 10 II. Rang Fremdenloge 8 Jl, Parterreloge 7 JL, I. Rang- loge 7 dl.
Für die in der Grube „Camphausen" Verunglückten gingen ferner bet un« ein: G. H. Schirmer 20 J4, A. G. 5 J4, I. N 1 «X, E. Heß Ww>. 5 A D. Mook Wwt. 3 A A. B. 3 A Prof. Taschs 3 A Brüder Schmidt 5 A Prof. Braune 6 A E 2 A P Ruckstuhl 2 50 A G. F. 5 A L. W- 2 A Aug. Will 3 A Ludw. Plock 3 A » B- 2 A Unbekannt 1 A C. I Keller 1 A N- N. 3 A Müller Christ, Lollar 10 A Ltesel und Gustel 1 «X I Reifenberg 10 A Kreisgertchtsrath Zterenberg 10 A Summa 106,50 JL — Jnsgesammt 802.62 <X Hiervon haben wir gestern an Herrn Commerzienrath Haldy tn St. Johann 700 X abgksandt-
Weitere Gaben nimmt die Exped. d. Bl- gerne entgegen.
Berichtigung.
Bet der gestrigen Veröffentlichung der Sammlung muß es tn der otertletzten Zeile statt „Joh- Seipp 15 A Leihgestern 0,50 A‘ heißen: „Joy. Setpp XV,, Leihgestern 0.50 Jt.
Kirchliche Anzeigen der Stndt Greffen.
Evangelische Gemeinde.
G o t k e s d i e li st.
Sonntag Palmarum, 29. März.
Allgemeiner Buß- und B e 11 a g- Vormittags 9*/2 Uhr: Pfarrer Schlosser. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey.
Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für diejenigen hilfsbedürftigen inländischen evangelischen Gemeinden, die an Orten mit überwiegend katholischer Bevölkerung bestehen.
Kinderkirche, Nachmittags 2 Uhr, Pfarrer Schlosser.
Am Gründonnerstag, 2. April, wird Vormittags ein Gottesdienst und in demselben Beichte und heiliges Abendmahl gehalten werden.
Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 29. März bis 4. April besorgt Pfarrer Schlosser.
Katholische Gemeinde.
Palm-Sonntag.
Von 6 Uhr an Beichte. 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der hl. Communion. Um 83/< Uhr: Palmenweihe. Von 9—10 Uhr: Religionsprüfung der Schulkinder. Um 10 Uhr: Hochamt, darunter die Passion- Um 2 Uhr: Fastenandacht.
Am Mittwoch von 5 Uhr an: Beichte-
Gründonnerstag.
Von 6 Uhr an: Beichte. Um 7 und 8 Uhr: Austheilung der h. Communion. Um 9 Uhr: Hochamt.
Charfreitag.
Um 9 Uhr: Hochamt, darunter die Passion. Während des ganzen Tages Anbetung des h. Sakramentes. Um 5 Uhr: Predigt und Schlußandacht.
C h a r s a m s t a g.
Um 7 Uhr: Weihe der Osterkerze und des Taufwassers. Um 8 Uhr: Hochamt. Von 5 Uhr an: Beichte.
Gottesdienst in der Synagoge.
Freitag Abend 6 Uhr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr, Samstag Abend 715 Uhr-
Osterfest.
Montag Abend 6 Uhr, Dienstag Morgen 83» Uhr, Dienstag Mittag 3 Uhr, Dienstag Abend 71* Uhr, Mittwoch Morgen 8>o Uhr, Mittwoch Mittag 3 Uhr, woch Abend 715 Uhr. ___
Pfennig Sparkasse.
Die Einleger werden ausgefordert, Samstag den 28. März L I. die Sparkaffenscheine zum Zwecke der Einlage der Pfennigspargelder in die Sparkasse dahier an die Pfennigsparkasse-Erheber abzugeben.
Bei Herrn Fischbach werden die Scheine den ganzen Tag abgenommen. Gießen, den 26. März 1885.
Das Curatorium.


