Samstag den 28. März
Nr. 74.
188»
elger
>q
H
: Schul st raße 7.
A
rast 32.
lüa^
getM11,1 ««'?
(innen, #*•
in*SeCj Same«' Sje,'/, N|
'<SV' it NI*
DarmKüdt 25 Märr. Se. Königl. Hoheit der Grobherzog empfin- gen heute Vormittag' nach der Beisetzung die außerordentlichen Abgesandten im Neuen Palais: den Königl. Württembergischen Gesandten Frhrn v. Soden, dm Königl. Sächsischen Gesandten Frhrn. v. Fabrice, Obersthofmeister Ihrer Majestät der Königin-Mutler von Bayern Gras Max zu Pappenhenn, dm Großh. Badischen Öberstkammerherrn Frhrn. v. Gemmingen, den GE Sächsischen Sausmarschall Gras v. Wedell, Se. Erl. den Erbgrafen zu Mnburg- Meerholr als Abgesandten Sr. Durchl. des Fürsten zu Reuß, Se. Erl. den Grasen *u Erbach - Kürstenau den Kammerherm I. K H. der verwlttweten Landgräfin von Heffen, v. Donop, sowie den Kammerherrn des Prinzen Alexander Georg von Hessen, v. Poseck-
und die übrigen Fonds, welche ungefähr dieselbe Höhe erreichen dürften, zur freien Verfügung de« Reichskanzlers für öffentliche Zwecke zu stellen. Am Schluffe der Dienstagssttzung des Comitös theilte der Herzog von Ratibor noch mit, daß der Kaiser, dessen Genehmigung die Annahme der Ehrengabe Seiten» des Reichskanzlers untersteht, über den Plan und die Verwendung die größte Befriedigung ausgesprochen habe. Die Ueberreichung der Urkunden soll durch Mitglieder des geschästssührenden Ausschusses am Jubiläumstage erfolgen. Man hat wohl in diesem Beschluß des Berliner Central.Comites einen Compromiß mit Dem Berliner conservativen Comitö zu erblicken, welcher freilich mcht allent- hüöen die Billigung der Geber gesunden hat. Unter den obwaltenden Verhältnissen ist aber dieser Ausweg trotzdem als der beste und zugleich einfachste zu bezeichnen.
Die bevorstehende Feier des 70. Geburtstages des Fürsten Bismarck hatte auch unter den Deutsch-Oesterreichern lebhaften Anklang ge- funden und - in verschiedenen deutsch - österreichischen Städten rüstete man sich, diesen Tag in würdiger Weise mitzufeiern. Auch in Graz, der urdeutschen Hauptstadt der Steiermark, gedachte man, den Tag, an welchem der deutsche Reichskanzler sein 70. Lebensjahr vollendet, entsprechend zu begehen. Um jedem „Mißverständnisse" Seitens der Polizeibehörde vorzubeugen, erklärte das betr. Grazer Comit6 im Voraus, daß man ein nationales, kein politisches Fest feiere, dem jeder demonstrative Charakter fern liege, es gelte nur, in dem Fürsten BtS- marck den Mann zu ehren, der den deutschen Namen wieder zu vollen Ehren gebracht habe und daran könne sich auch der Deutsch-Oesterreicher beteiligen. Trotzdem verbot die Polizei die Vorbereitungen des Grazer Comrtes zur Bis- marckseier und ist auch trotz aller Vorstellungen von diesem Verbote nicht abzu- brinqen gewesen, indem sie u. A. daraus hinwies, daß eine Bismarckseier nach Oben Anstoß erregen würde." So, die Bismarckfeier erregt in Oesterreich trotz des vielqerühmten innigen Bündnisses mit Deutschland gerade nach „Oben An- stoß ? Wie so etwas möglich sein kann, Angesichts des auch von den Wiener Osficiösen immer wieder betonten ausgezeichneten Einvernehmens beider Staaten, ist vollständig unfaßbar — oder steckt maßgebenden Ortes der Wunsch dahinter, die so empfindsamen slavischen Nerven zu schonen?
Die Verhandlungen zwischen England und Rußland wegen der afghanischen Grenzsrage nehmen einen sehr langsamen Verlauf, indessen hat dieselbe vorerst keine gefahrdrohende Seite aufzuweisen. Zwar ist von der englischen Regierung die Mobilisirung zweier indischer Armee-Corps angeordnet worden, wahrscheinlich bezweckt man aber in London mit dieser Maßregel weiter nichts, als dem Petersburger Cabinet zu beweisen, daß man vor einem etwaigen Vorstoß der Russen nach der afghanischen Grenze auf der Hut ist.
Die Kämpfe der Engländer gegen die Schaaren Osman Dig ma's in der Umgegend von Suakim sind mit dem «m Sonntag stattgesun- denen Gefecht zu einem vorläufigen Abschluß gelangt. Auch letzteres Gefecht hat den Engländern verhältnißmäßig starke Verluste gekostet. Em officreller Be richt giebt dieselben auf 72 Tobte und 115 Verwundete an; außerdem werden noch einige Mann vermißt.
SSm* itbie 2*861*
Betreffend: Gaben und Colleeten für kirchliche Zwecke. Lang-Gons, den 26. Marz 188o.
Das Großherzogliche evangelische Dekanat Gießen
an sämmtliche Pfarrämter des Dekanats»
mnn lArokberroalickem Superintendenten bin ich beauftragt worden, ein genaues Verzeichniß obiger Gaben und Colleeten aufzustellen. Sie wollen , , f {bock sick im voriaen ^abr belaufen haben: 1) die Neujahrscollecte, 2) die Buchsengelder, 3) die sonntäglichen Kirchenopfer, Ow ft »Äfc » 1Ä M »« «MM»..-. W. Ml »-E-
Politische Uebersicht»
Gießen, 27. März.
Das leichte Unwohlsein, welches sich der Kaiser in Folge der ein. Getretenen rauhen Witterung zugezogen hat, warf auch seine Schatten auf die ??eier des 22. März am Berliner Hofe und konnte der Kai,er wegen semer Unpäßlichkeit diesmal nicht, wie sonst, Vie zahlreichen Deputationen und persön- lichen Gratulationen empfangen. Der hohe Herr ist zwar mcht bettlägerig, immerhin wird aber sein Gesundheitszustand durch-die gegenwärtige unbestän- dige und rauhe Witterung in ungünstiger Weise beeinflußt, fo daß ersuch seine gewohnten täglichen Ausfahrten schon seit ca. 2 Wochen hat emstellen müssen Grund zu ernsteren Besorgnisten ist indessen nicht vorhanden und wird der greife Herrscher mit der Wiederkehr besseren Wetters jedenfalls auch wieder zu erwünschtem Wohlsein gelangen. f f ...
einem an den Reichskanzler gerichteten Erlaß spricht der Kaiser in sehr bewegten Worten seinen Dank für die überaus zahlreichen und mannigfachen Kundgebungen innigster Teilnahme aus, die ihm ackäßlich seines 88jührigen Geburtstages aus Nah und Fern zugegangen sind. „In der allaemeinen, durch das ganze Land gehenden Bewegung giebt sich oas wohckhuende Vertrauen kund^ mitdem die Nation Meine ernsten Bestrebungen um des Volkes Wohl begleitet. Gestützt auf diese ermuthigende Erfahrung werde Ich nicht müde werden, bis Gott Meinem Wollen und Können em Ziel setzt, der Mrsorae für Mein geliebtes Vaterland Meine ganze Kraft zu weihen. Dazu gebe Gott seinen Segen! Möge unter seinem Schutz und Beistand Deutschland ru allen Zeiten in friedlicher Entwickelung blühen und gedeihen!
Der Reichstag hat nach Schluß der Dienstags-Sitzung seine bis zum 14. April währenden Osterferien angetreten, an welchem Tage er seine Arbeiten mit der weiteren Berathung der Zolltarif-Novelle fortletzt. Am Montag genehmigte der Reichstag noch in dritter Lesung die Dampfer-Vorlage unverändert nach den Beschlüssen der zweiten Lesung und hat ec somit m dem ersten Abschnitte der Session von größeren Gesetzentwürfen außer dem Etat wenigstens diese hochwichtige Vorlage definitiv erledigt. Am Dienstag erledig e das Haus verschiedene kleinere Vorlagen, mußte aber die hieraus fortgesetzte Beratbuna der Zolltarif-Novelle abbrechen, da sich bei einer Abstimmung die Beschlußunsähigkeit des Hauses herausstellte. - Die Vertagung des Reichstages giebt dem vreußischen Abgeordnetenhause Gelegenheit, seine Arbeiten dis zum Eintritt der Osterpause möglichst zu fördern, ob es aber noch zur Erledigung der Steuerreform-Gesetze in der gegenwärtigen Session gelangen wird, ist nach wie vor sehr zweifelhaft. Der Gesetzentwurf über die Schadloshaltung des Herzoglich Schleswig-Holsteinischen Hauses ist vom Abgeordnetenhause am Dienstag in dritter Lesung definitiv angenommen worden und verdient die Lin* müthiakeit hervorgehoben zu werden, mit der sich alle Parteien in der Austastung dieser Frage begegneten. Am vorhergehenden Tage machte der Eisenbahnminister, Herr Maybach, dem Hause Mittheilung davon, daß von Staatswegen für die Hinterbliebenen der Opser des Unglückes in der Camphausen-Zeche in ausreichender Weise gesorgt werden solle. Man darf vertrauen, daß auch ohne Inanspruchnahme von außerordentlichen Crediten von Seiten des Staates das Erforderliche zur Unterstützung der Hinterbliebenen der Opfer jener erschütternden Katastrophe, und zwar sowohl für den Augenblick, als auch für die Dauer, geschehen wird. Ebenso darf man wohl erwarten, daß auch die Privatwohlthättg- keit zur Unterstützung der ihrer Ernährer beraubten Bergmanns-Familien das Ihre beitragen werde. Das Elend der Waisen und Wittwen zu mildern, ist ■ Ein edles Werk, und den Verwaisten wird es zum Trost gereichen, wenn man ' ihrer, deren Angehörige in treuer Erfüllung ihres schweren Berufes von einem iahen'Tode ereilt wurden, in werkthatiger Liebe gedenkt.
Die so viel Staub auswirbelnde Frage über die Verwendung der Bismarck-Spende ist nunmehr entschieden. Das Berliner Central- Lomitö, unter dem Vorsitze des Herzogs von Ratibor, hat beschlossen, zum Ankauf des Stammgutes Schönhausen 1,150,000 A zur Anzahlung zu verwenden
Bekannt m a ch n n g.
S.S.M W W JS. «w.
®ie Amtstag- bleiben, wie bisher auf Dienstag und Samstag bestimmt und find Äo Bureaustunden des Vormittags von 8-12 Uhr und d-s Nachmittags E^2-4 Uhr ftstgesitzi. Großherzogliches Steuer-Commiffariat Gixßen.
, w Prei» vier-ieljährlich 2 Mar? 20 Pf. mit Bring.rlcchn-
Erichemt mu AusnLMk.e des M0trrKgs. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf.
*« «.ÄH ------Saajabtft
olldts
und mitKiltz. SÄ', MrliW die Gärtnerei zu tr[erp. Wtiftigen Bedingungen^ Wn eintreten.
Heise, Gärtm, ^Hardthof b. Gießen.
Arbeiter sucht A Becker, Bahnhosstrake t Lehrling von einem^ haft gesucht.
L^r_§P_eLLÄ‘ _ Logis von 4-5 Zim für eine kleine Family icht- Schriftliche an die Exped. b.JL n HauSknechtsücht
Emil Pi^ erfahrenes DienstmW vent. auf Johanni M Amtsrichter Ltavmln- rfmifem her
ÄrmsmdMihr xit in ein WiMj. QMrn MM K. M wn T. Km
s Lehrling sucht


