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administrativen Untersuchung, über die Wablen vorliege. Principiell sei man einig 1 darüber gewesen, daß bezüglich der Güter der Prinzen keinerlei Sequestrations- oder Confiscationsmaßregel eintreten solle.

Der Ministerrath beschloß heute Vormittag, unter einigen Vorbehalten an der Konstantinopeler Conferenz theilzunehmen. Nach der Sitzung empfing Herr v. Frey- cinet den türkischen Gesandten Essad Pascha.

Der Minister des Aeußern zog den Gehalt zweier in Disponibilität befind­lichen Gesandten zurück, weil sie das Wahlmanifest der Conservatioen unterzeichnet haben. Die anderen Minister werden gleichfalls strenge gegen diejenigen Be­amten einschreiten, welche sich ein ähnliches pflichtwidriges Verhalten zu Schulden kommen ließen.

Die Nachricht, der Ministerrath befaßte sich bereits mit der eventuellen Ausweisung der Prinzen, wird von derAgence Haoas" als unrichtig bezeichnet.

Dänemark.

Kopenhagen, 24. October. Die auswärtigen ZeitungS'Nachrichten von ernsthaften Unruhen Hierselbst, Ausbietung von Polizei und Truppen zur Zerstreuung der Aufläufe, bevorstehender Garnisonverstärkung rc. find völlig un­begründet. Die öffentliche Ruhe ist ungeachtet der leidenschaftlichen Sprache und der Aufforderung zu Gewaltthaten Seitens der radikalen Presse keinen Augen­blick gestört. Es verlautet, die Regierung beabsichtige eine zusätzliche Strafbe­stimmung zu erlassen analog den Artikeln 130 und 135 des deutschen Strafgesetzes.

England.

Birmingham, 24. Octbr. Lord R. Churchill sprach gestern in einer Wählerversammlung über die birmanische Frage und erklärte, das Resultat des angedrohten Krieges würde wahrscheinlich die Annexion Birmas sein oder doch wenigstens ein Arrangement, das einem solchen sehr ähnlich sehe. Eine feste Politik sei zum Schutze der englischen Interessen unumgänglich nothwendig.

Rußland.

Petersburg, 24. October. Der Schluß der Schifffahrt wird dem­nächst erwartet. Die Kälte beträgt 8V2 Grad. Es weht starker Nordwind.

Moskau, 24. October. Der Minister des Innern, Tolstoi, ist heute zu mehrtägigem Aufenthalte hier eingetroffen.

Tiflis, 24. October. Fürst Dondukoff überreichte heute dem neuen arme­nischen Katholikos, Markarius, in feierlicher Weise den kaiserl. Jnvestiturbrief.

Italien.

Rom, 24. October. Prinz Friedrich Leopold dinirte heute bei dem italienischen Königspaar in Monza.

In der Stadt Palermo kamen gestern 22 Cholera Todesfälle vor.

Spanien.

Madrid, 24. October. Hier wurden zwei Individuen bei der Verthei- lung republikanischer Proklamationen betroffen und verhaftet.

Serbien.

Belgrad, 26. October. Gestern Abend fand wiederholt eine Versamm­lung der Vertreter der Großmächte bei dem hiesigen italienischen Gesandten statt, um den Text der an Serbien behufs Abmahnung von Rüstungen zu rich­tenden Erklärung sestzustellen. Der türkische Gesandte wohnte der Versamm­lung nicht bei.

Nach einer Meldung aus Nisch begiebt sich der König demnächst nach Pirot.

Montenegro.

Cattaro, 24. October. Hier eingegangenen Nachrichten zufolge feuerte gestern ein Albanese mehrere Revolverschüffe auf den montenegrinischen Kriegs­minister Plamenatz, den Präsidenten der Commission zur Regulirung der mon­tenegrinisch-türkischen Grenze. Plamenatz blieb unversehrt. Der Attentäter gestand, einer Verschwörung anzugehören, welche sich gegen die Grenzberichti­gung richtet.

Telegraphische Depeschen.

Wolsf'S telegr. Corresponderrz - Brrrearr.

Berlin, 25. October. Der Kaiser empfing heute Mittag um 12^2 Uhr im Beisein des Unterstaatssecretärs Grafen Herbert von Bismarck den wieder ernannten griechischen Gesandten Rhangabe.

Kopenhagen, 25. October. Anläßlich des Attentats auf den Ministerpräsidenten Estrup fand heute eine großartige Ovation der Bevölkerung für denselben statt. Gegen 12,000 Personen begaben sich durch die von einer zahlreichen Volksmenge besetzten Straßen im Zuge nach der Wohnung des Ministerpräsidenten und brachten demselben enthusiastische'Kundgebungen dar. Estrup dankte und brachte ein Hoch auf das Vater- lano aus. Die Kommunalverwaltung hatte dem Ministerpräsidenten gestern durch ihren Präsidenten ihren Glückwunsch aussprechen lassen.

Paris, 25. October. DerTemps" spricht sich mit Entschiedenheit dagegen aus, Tonkin zu räumen oder die Okkupation auf das Delta zu beschränken.

Rom, 25. October. Der apostolische Vicar von Siid-Japan überreichte am 12. d. M. dem Kaiser von Japan ein Schreiben des Papstes, in welchem um den Schutz der Christen in Japan nachgesucht wird. Der Kaiser sagte zu, den Christen dieselben Freiheiten zu gewähren, wie den Japanern und wird einen außerordentlichen Botschafter nach Nom entsenden.

Konstantinopel, 25. October. * Die meisten Botschafter haben bereits ihre Instructionen für die Konferenz erhalten; die Instructionen für den englischen Bot­schafter sind noch nicht eingetroffen. Dem Vernehmen nach soll der französische Bot­schafter Noailles instruirt sein, in dem Falle, daß die Konferenz beschließen würde, eine Sommation an den Fürsten Alexander zu richten, gewisse Vorbehalte zu machen, da dies Sache der Pforte und nicht der Konferenz sei. Graf Corti erwartet gleichfalls für diesen Fall noch Instructionen.

Sofia, 25. October. sTelegramm derAgence Havas".^ Nach hier einge­gangenen Mittheilungen haben die serbischen Truppen gestern Abend gegen 9 Uhr die Grenze bei Klisura in der Richtung auf Trin (oder Trn) überschritten. Nähere amt­liche Berichte sind noch nicht eingegangen.

Sofia, 26. October. (Havas-Meldung.) Die Nachricht von dem Einmarsch der Serben in Bulgarien bestätigt sich nicht. Die Serben besetzten nur ein Zollhaus bei Trn an der Grenze.

Konstantinopel, 25. October. Die von Drummond Wolff mit der Pforte abgeschlossene Convention ist gestern Nachmittag 31/z Uhr unterzeichnet worden.

Athen, 25. October. Der Minister des Auswärtigen, Delyannis, erklärte in der Kammer, das Programm der Negierung sei, mit allen gesetzlichen Mitteln den durch die Revolution in Numelien gefährdeten Hellenismus zu vertheidigen. Lom- bardos billigte im Namen der Opposition diese Erklärung. Die beiden Reden wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen.

Das Iriedensbediirfniß.

Fürsten und Völker sind vom Friedensbedürfnisse beherrscht, umsomehr, als die Finanzlage fast aller Staaten Europas eine mißliche ist, das Deficit selbst in den Vor­anschlägen ein ständiger Gast der Finanzminister wird und bei dem allgemeinen Dar­niederliegen aller Geschäfte die Steuerkraft der Völker fchon auf das Aeußerste an­gespannt wurde. Die Opfer, welche unter solchen Umständen der Krieg oder selbst die Kriegsbereitschaft erheischen würde, wären unerschwinglich. Darum ist auch das Bündniß zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn, das keinen anderen Zweck haben kann, als die Sicherung des europäischen Friedens, überall populär geworden; es ent­spricht den Bedürfnissen der Zeit, in ' welcher die Westmächte ihre Freundschaft gelöst haben, welche ihnen eine führende Rolle im europäischen Eoncerte sicherte. Das Friedensbündniß der zwei Kaiser und das staatsmännische Genie Bismarcks beherrschen die Lage und waren bis jetzt im Stande, nicht nur den Frieden zu erhalten, sondern auch der Geschäftswelt das Gefühl der Sicherheit cinzuflößen.

Auf die allgemeine Abneigung gegen jeden Krieg der europäischen Mächte zählend, konnte Rußland es wagen, bis an die afghanische Grenze vorzudringen und Herat, die Pforte Indiens zu bedrohen, ohne daß England es auf das Aeußerste ankommen ließ. Auch die Karolinen-Frage, die für einen Moment eine ernste Wendung zu nehmen schien, da sie sich zu einer Ehrenfrage zwischen Deutschland und Spanien zuspitzte, ist auf dem besten Wege der Lösung, da im Nothfalle die Vermittlung des Papstes, dieser geniale Schachzug des Fürsten Bismarck, ihre guten Dienste nicht versagen dürfte. Schon die Annahme dieses Vorschlags genügte, um die Leidenschaften der Spanier zu besänftigen und eine ruhige Erörterung möglich zu machen.

Die Erweiterung des mitteleuropäischen Friedensbündnisses zu einem Dreikaiser­bund, die Zusammenkunft in Skierniewice und Kremsier wurden als neue Bürgschaft des europäischen Friedens dargestellt, erhielten aber durch die Ereignisse auf der Balkan- Halbinsel eine unliebsame Auslegung. Die Großmächte waren durch den rumelischen Putsch wirklich überrascht, doch die öffentliche Meinung wollte der allgemeinen lieber; raschung keinen Glauben schenken. Indessen scheint aus den Thatsachcn hervorzugehen, daß die Bulgaren ohne Einverständniß der Mächte auf eigene Faust ihre Revolution in's Werk gesetzt haben. Sie bauten auf das allgemeine Friedensbedürfniß und zweifelten kaum daran, daß die vollendeten Thatsachcn trotz aller Proteste gegen den Bruch der Berliner Conferenzbeschlüsse anerkannt werden würden.

Der Sultan zögerte, von seinem Rechte der Intervention Gebrauch zu machen, um Rußland keinen Vorwand zu ernsterem Einschreiten zu geben und unterbreitete den Fall den Conferenzmächten, indem er sich von ihnen Rath erbat, dabei aber langsam rüstete, denn die bulgarischen Vorgänge fanden in Serbien und Griechenland ernsten Widerhall. Die kleinen Balkanstaaten machten nämlich die Entdeckung eines politischen Gleich­gewichts der Balkanstaaten und verlangten Territorial-Compensation für die Störung dieses Gleichgewichts durch die Vereinigung Bulgariens mit Numelien. Serbien und Griechenland rüsten, die Türkei ebenfalls und es schien als ob der Zusammenstoß un­vermeidlich wäre.

Doch diesen Befürchtungen gegenüber haben die Friedensaussichten jetzt bereits bedeutend die Oberhand gewonnen. Das Einverständniß der drei Großmächte ward durch die orientalischen Verwicklungen nicht erschüttert. Sobald es klar wurde, daß diese Bewegung auf keine specielle Begünstigung irgend einer Großmacht zählen könne, und im Nothfalle der Sultan ermächtigt würde, in Numelien einzuschreiten, hörte auch die Gefahr eines Gewitters in den Balkanländern auf. Die corrccte Haltung der Türkei giebt keinen Anlaß für Serbien, einen Einfall nach Macedonien zu wagen, das übrigens durch hinreichende türkische Truppen besetzt ist. Es ist denn auch mehr von einem Einfall nach Bulgarien die Rede, um Serbien bis Widdin abzurunden. Sollte dies geschehen, so genügen das Einverständniß der Großmächte und die türkische Auf­stellung, um Den Kampf zu lokalisiren. So gefährlich auch die Lage noch erscheint, so hat die Diplomatie doch genügend bewiesen, daß sie immer die Mittel in Händen hat, um den Frieden zu erhalten. Die Großmächte haben auf's Bündigste erklärt, daß sie sich von den kleinen Balkanstaaten keine kriegerische Politik aufdrängen lassen, und die Wirkung dieser Abmahnung vom eigenmächtigen Vorgehen tritt schon deutlich zu Tage, und die geplante und bereits gesicherte Conferenz der Großmächte dürfte vollends den Frieden sichern.

Lokales.

Gießen, 26. October. (Mittelrheinischer 46. Kreisturntag.) In den am ver­gangenen Samstag und Sonntag in Darmstadt tagenden Sitzungen des Kreisaus­schusses sowohl als des Turntags des Mittelrheinkreises machte sich wieder eine Ver­mehrung der Vereine innerhalb des Mittelrheinkreises bemerkbar. Es wurden neu in den Kreis ausgenommen: Damm, Isenburg, Meder-Ramstadt, Rüsselsheim, St. Ing­bert, Wöllstein, Höningen. Ausgetreten resp. ausgeschlossen: Oberroßbach, Rendel und Wehrheim. Die meiste Zeit nahm die Umarbeitung der Kreissatzungen resp. der Kreis­wettturnordnung in Anspruch, dieselben wurden aber fast durchweg, wenn auch erst nach längerer Debatte, nach den Vorschlägen der Siebener-Commission angenommen. Die Hauptabänderungen bestehen nunmehr darin: es besteht jetzt ein technischer Unter­ausschuß, welcher alles Turnerische im Kreise zu leiten hat; derselbe bestimmt die Frei- und Ordnungsübungen für die Kreisfeste, die volksthümlichen und Pflichtübungen für die Kreiswettturnen, welche auch außerdem zeitig vor dem Feste bekannt gegeben werden. Das Fechten soll obligatorisch eingeführt werden. Der Kreisausschuß wurde von zwölf auf fünf Mitglieder reducirt. Die Beschwerde des Gauturnwarts Engel- Marburg, die Nichtaufnahme der academischen Turnvereine von Marburg in den Gau Hessen, ist nach den Kreissatzungen nicht Sache des Kreisturntages, sondern des Kreis­ausschusses. und auch da muß die Beschwerde direct von den Vereinen eingereicht werden und nicht, wie im vorliegenden Falle, durch einen Dritten. Der Kreisausschuß hat' aber, falls eine directe Beschwerde einlaufen würde, einstimmig beschlossen, den Beschluß des Gauturntags vom 11. Juli er. in Lieh aufzuheben. Dieser Beschluß wurde dem Kreisturntage mitgetheilt und fand derselbe auch allseitige Beistimmung; es mußte aber nach den Kreissatzungen zur Tagesordnung übergegangen werden. Die Eingabe des Turnvereins Worms, zu dem nächstjährigen Kreisfest den Oberrhein (X. Kreis) einladen zu dürfen, wurde abgelehnt. Wegen der nun vorgerückten Zeit mußten einige noch zu erledigende Punkte vertagt werden.

Vermischtes.

sKaffeeversandt.^ Folgende Bekanntmachung hat dieser Tage der Karlsruher Orts-Gesundheitsrath erlassen, durch welche die Praxis auswärtiger Firmen bei dem in den letzten Jahren so sehr ausgedehnten Kaffeeversandt gekennzeichnet wird. Die Veröffentlichung lautet:Die Firma C. Retelsdorf, Dampf-Kaffec-Brennerei en gros in Hamburg, empfiehlt durch gedruckte Eirculare, welche an zahlreiche Adressen ver­sandt werden, verschiedene Sorten rohen und gebrannten Kaffee's. Die Zusendung geschieht bei Abnahme von 43/4 Kg. zollfrei und franco gegen Nachnahme. Da die billigen Sätze des Preisverzeichnisses Bedenken bezüglich der Reeüität der Waare wach­rufen mußten, so ließen wir durch eine Mittelsperson Bestellungen machen, um die Waare untersuchen zu können. Dabei ergab sich folgendes Resultat: Statt des be­stellten Perl-Ceylon wurde zu 1,05 das Pfund westindischer Perl (Engropreis 85 $ das Pfund) geliefert; statt des bestellten Plantagen-Ceylon zu 1 das Pfund gleichfalls ein westindischer Kaffee (Engrospreis 85 ^); statt des bestellten Mocca­kaffees ju 1 4 das Pfund ein ausgesiebter Drittel- oder südamerikanischer Kaffee (Engrospreis 72 ^); statt des bestellten Gold-Jaoakaffee's zu 95 das Pfund ein mit Eisenocker künstlich gefärbter Brasilkaffee (Engropreis ca. 65 In keinem Falle wurde also die bestellte, in der Preisliste bezeichnete Kaffeesorte geliefert, sondern jedes­mal eine andere, mindenverthige; der Preis der wirklich gelieferten Sorten war in allen Fällen höher als der in jedem soliden hiesigen Geschäfte beim Detailverkauf ge­fordert wird. Wir halten uns für verpflichtet, das Publikum auf Obiges aufmerksam zu machen und demselben Vorsicht bezüglich der von unbekannten auswärtigen Firmen ausgehenden Reklamen zu empfehlen."

Mannheim, 24. October. Wie dieNeue Badische Landeszeitung" meldet, erstickten heute Mittag bei den Fundamentirungsarbeiten für eine neue Drehbrücke im Hafen in Folge Platzens eines Luftzuführungsrohres zu einem Caisson 2 italienische Arbeiter; ein dritter wurde schwer verletzt.

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Die verstorbenen - fttl Eheleute vo felden haben die markung

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die beiden andere! Wng zu fordern, i mich! nachgewiesen wer!

Peter Magel, 1l. September 1793, i .Zeit nach Amerika aus dort angeblich verstärke da vorgenannten hei Eheleute ergeht an deni ER' sich fpätefti msternnne

Morgens 9 T SU melden, qe, W erilärt würde?

'Manna R 2 A.'u Amerika,