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Nr. 250 Dienstag den 27 Oktober 188S

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

öurfdti: Schulftraße 7.

Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.

kreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brtngerlohn, urch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 P».

Deutschland.

Darmstadt, 24. October. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:

Am 14. d. Ätö. den Ministerial-Calculator 2. Klasse Karl Friedrich Büttel znm Ministerial-Calculator 1. Klasse bei der Buchhaltung des Mini­steriums der Finanzen zu ernennen;

am 17. d. Mts. den Schaffner bei den Oberhesssschen Eisenbahnen Konrad Kuhl wegen geschwächter Gesundheit in den Ruhestand zu versetzen.

Darmstadt, 25. October. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 29 enthält: Bekanntmachung Großh. Staatsministeriums, den zwischen Hessen und Preußen wegen Erbauung einer festen Brücke über den Main bei Offenbach ab­geschlossenen Staatsvertrag betreffend.

Darmstadt, 24. October. Schluß des Inhalts des Großh. Regie­rungsblattes (Beilage Nr. 25):

11. Dienstnachrichten:

Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 24. August den von sämmtlichen Riedesel, Freiherren zu Eisenbach. Erbrnar- schallen zu Hessen, präsentirten ev. Pfarrer Otto Buttron zu Ober-Oensisheim, Großherzogthum Baden, für die eoang. Psarrstelle zu Brauerschwend zu bestä- iigen; am 16. September den von Sr. Durchl. dem Herrn Fürsten zu Solrns- Hohensolms-Lrch für die evang. Pfarrstelle zu Langsdorf präsentirten Pastor Johannes Deggau in Berlin für diese Stelle zu bestätigen; an dems. Tage dem evang. Pfarrer Otto Wissich zu Wenings die evang. erste Psarrstelle zu Rodheim v. d. H., an dems. Tage dem evang. zweiten Pfarrer Anton Orth zu Rodheim v. d. H. die evang. Pfarrstelle zu Okarben zu übertragen.

Am 28. August wurde dem Schullehrer Nikolaus Senger zu Lindenfels eine erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Finthen übertragen; am 2. September wurde der von dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau auf die Dritte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Michelstadt präsentirte Schullehrer Georg Diehl daselbst für diese Stelle bestätigt; am 4. September wurde dem Schullehrer Adam Siegler zu Heusenstamm eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Worms, am 9. September wurde dem Schulamtsaspiranten Peter Hunkel aus Neu-Wenburg eine Lehrerstelle an der evang. Schule zu Lampertheim, an dems. Tage wurde dem Schullehrer Adam Faustmann zu Nackenheim eine erle­digte Lehrerstelle an der kath. Schule zu Lampertheim, an dems. Tage wurde dem Schullehrer Daniel Hahn zu Neckarsteinach eine Lehrerstelle an der evang. schule zu Lampertheim übertragen; am 18. September wurde der von dem kath. Pfarrer zu Ober-Mörlen auf die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Mörlen präsentirte Schullehrer Johs. Busch für diese Stelle bestätigt; am 21. September wurde dem Schulamtsaspiranten Konrad Zorn aus Hoch- Weisel die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Deckenbach, an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Johann Valentin Rettig aus Rimbach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Flonheim, an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Heinrich Neeb aus Heimertshausen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Büdesheim übertragen.

12. Dienstentlassung.

13. Concurrenzeröffnungen:

Erledigt sind: Die erste evang. Psarrstelle zu Münzenberg; das Präsen­tationsrecht zu dieser Stelle steht diesmal dem Herrn Fürsten zu Solms-Braun­fels zu. Die erste evang. Psarrstelle zu Großen-Linden. Die evang. Pfarrstelle zu Vilbel. Die evang. Psarrstelle zu Monsheim. Die evang. Psarrstelle zu Bellersheim; das Präsentationsrecht zu dieser Stelle steht dem Herrn Fürsten zu Solms-Braunfels zu. Eine (die erste) mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rimbach mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 900 bis 1200 »X; dem Herrn Grasen zu Erbach-Schönberg steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; mit derselben ist Organistendienst verbunden. Eine (die erste) mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Beerfelden mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 1000 bis 1500 <x; dem Herrn Grasen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hausen mit einem Gehalt von 900 .X Eine (die fünfte) mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Michelstadt mit einem Ansangsgehalt von 1000 «X, von 5 zu 5 Jahren um je 100 »X aufsteigend bis zu 1500 «X jährlich; dem Herrn Grafen zu Erbach- Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Zwingenberg mit einem nach Dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 900 bis 1000 JL.; mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rein­heim mit einem Gehalt von 950 c/fL; mit der Stelle ist ein Theil des Orga­nistendienstes verbunden. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrer­stelle an der Gemeindeschule zu Lollar mit einem Gehalt von 900 «X; mit Der Stelle ist Organistendienft verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu be­setzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wahlen, im Kreise Alsfeld, mit einem Gehalt von 900 eX; mit der Stelle ist KirchenDienst verbunden. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Albig mit einem Gehalt von 900 ^.; mit der Stelle ist Organistendienst ver­bunden. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Ge­

meindeschule zu Schornsheim mit einem Gehalt von 900 .X Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Fauerbach bei Nidda mit einem Gehalt von 900 <X; mit der Stelle ist Organistendienst ver­bunden. Eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Bensheim mit einem Anfangs- gehalt von 1000 Jt, von 5 zu 5 Jahren aufsteigend um je 160 bis zu 1800 eX Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Ge­meindeschule zu Ober-Mörlen mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 1000 bis 1200 dl Eine (die erste) mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Klein-Steinheim mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 900 bis 1000 tX.; Organistendienst ist mit der Stelle nicht verbunden. Dem Großh. Kreisrath zu Offenbach, dem kath. Pfarrer und dem Ortsvorstande zu Klem-Steinheim steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu.

Berlin, 24. October. sGeneralsynode.) Beim Bericht der Finanzcommission über die Anträge, betreffend die Dotation der evangelischen landeskirchlichen Pfarrer aus den Staatsfonds wird eine Resolution angenommen, den Oberkirchenrath zu er­suchen, namentlich die Bewilligung ausreichender Staatsmittel zur Befriedigung der kirchlichen Baubedürfnisse, zur Entschädigung der Superintendenten rc. herbeizuführen. Hierauf werden mehrere Petitionen nach den Eommissionsanträgen erledigt. Der Antrag der Brandenburgischen Provinzialsynode betreffend die Inanspruchnahme der Ver­waltung der Kirchencollecte für hülfsbedürftige Studirende der Theologie wird ange­nommen. lieber den Antrag Levetzow, betreffend Mitwirkung der durch die Provinzial­synodalvorstände erweiterten Consistorien bei der Neubesetzung der Superintendenturen 2c. wird die motivirte Tagesordnung beschlossen, da bei derartigen Neubesetzungen der Oberkirchenrath nie einseitig vorgehe. Der Antrag Eichler, betreffend die Irrlehre, wird angenommen. Nächste Sitzung Montag um 9 Uhr.

DerRcichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Grafen Wilhelm v.. Bismarck zum Landrath in Hanau.

Braunschweig, 24. October. DemBraunschweiger Tageblatt" zufolge soll dem Staatsminister Grafen Görtz-Wrisberg bei seiner morgen erwarteten Rückkehr von Kamenz eine volksthümliche Ovation dargebracht werden.

Braunschweig, 24. October. Heute Abend war Hierselbst eine glänzende Festversammlung sämmtlicher Krieger-Landwehrvereine Braunschweigs zu Ehren der Wahl des Prinzen Albrecht zum Regenten mit etwa 2000 Teilnehmern versammelt. Anwesend wären der Migadecommandeur, General Sobbe,' die Regimentscommandeure und viele Landwehr-Offiziere. Der Festredner, Präsident des Braunschweigischen Land­wehrverbandes, Hauptmann Frühling, brachte einen zündenden Toast auf den Kaiser aus und hielt eine Festrede auf den Prinzen. Die Versammlung sandte folgendes Telegramm an den Prinzen in Kamenz:Die zur festlichen Begrüßung der Wahl Ew. k. Hoheit zum Regenten Braunschweigs versammelten 2000 Mitglieder der Krieger- Landwehroereine der Stadt Braunschweig bringen für sich und in Vertretung des Braunschweiger Landwehrverbandes Ew. Königlichen Hoheit ein freudiges bewillkomm­nendes Hoch." Auch von anderen Vereinen des Herzogtums wurden ähnliche Tele­gramme an den Prinzen gesandt.

Kamenz, 24. October. Die braunschweigische Landtags-Deputation ist gestern Abend 63/4 Uhr eingetroffen. Sie wurde von prinzlichen Wagen auf dem Bahnhofe abgeholt und ist im Schlosse abgestiegen. Der Empfang durch den Prinzen findet heute Vormittag statt. Der Prinz conferirte Nachmittags mit Görtz. Die Abreise des Prinzen von hier ist auf den 1. November festgesetzt.

Kamenz. 24. October, 4 Uhr. Prinz Albrecht empfing Vormittags 11 Uhr in der Festhalle des hiesigen Schlosses die vom Grafen Görtz-Wrisberg geführte Depu­tation und erklärte nach einer Ansprache des Grafen endgiltig die Annahme der Würde eines Regenten von Braunschweig. Nach beendetem Empfang stellte der Prinz die Braunschweiger Herren der Prinzessin vor, worauf zu Ehren der Deputation ein Dejeuner stattfand.

Kesterreich.

Wien, 24. October. Der Schluß der kaiserlichen Ansprache an die Delegationen lautet:Die Kriegsvermaltung nimmt von Ihrer, wie ich dankend anerkenne, stets bewährten Opferwilligkeit die Mittel in Anspruch, um ohne Steigerung des Gesammt- Erfordernisses die einer Abhilfe dringend bedürftige Lage der unteren Officierschargen und Kadetten zu verbessern. Die fortschreirende Entwickelung meiner Kriegsmarine auf Grundlage der im vorigen Jahre festgestellten Principien der Küstenvertheidigung empfehle ich Ihrer wohlwollenden Fürsorge. Die kulturellen und wirthschastlichen Ver­hältnisse in Bosnien und der Herzegowina sind in stetigem erfreulichem Fortschritte; auch diesmal ist es möglich geworden, die Verwaltungsauslagen aus der eigenen Ein­nahme dieser Länder zu decken. Ein Zuschuß aus den gemeinsamen Mitteln wirb nicht beansprucht. Meine Negierung hat für das nächste Jahr abermals eine Ver­minderung des für die Truppen in Bosnien und der Herzegowina erforderlichen Cre- dits in Aussicht genommen. Mit Vertrauen und voller Zuversicht rechne ich auf die Hingebung und Einsicht und den patriotischen Eifer, mit welchem Sie meine Regierung in der Erfüllung ihrer wichtigen Aufgaben unterstützen werden. In diesem Sinne heiße ich Sie herzlich willkommen!"

Gutem Vernehmen nach sind alle Zeitungsnachrichten, wonach der persische Gesandte Mirza Mohsin Khan gelegentlich seines letzten Besuches bei dem Grafen Kalnoky oder sonst eine Mittheilung über den Zweck seiner Mission in Berlin, ins­besondere über die Haltung Persiens im Falle eines russisch-englischen Krieges gemacht haben, vollständig unbegründet.

Einem Wiener Berichte derNowojeva Wremja" gegenüber, wonach Kal­noky die bulgarische Deputation empfangen uno derselben gesagt hätte:Denken Sie niemals an Macedonien; wenn Sie dorthin gehen, wird Macedonien das Grab Ihrer Selbstständigkeit werden" bemerkt dasWiener Fremdcnblatt", daß Kalknoky die bulgarische Deputation gar nicht gesehen und daher keine Ansprache an dieselbe ge­richtet habe.

Amrrkreich.

Paris, 24. October. Die Münz-Conferenz beschäftigte sich mit dem in der vorigen Session ausgearbeiteten neuen Eonventionsentwurf und berieth die damals zurückgestellten Punkte, namentlich den legalen Cours. Eine Entscheidung ist noch nicht getroffen; die Berathung wurde auf Montag vertagt.

DemSoir" zufolge berieth der Ministerrath gestern Vormittag über das Vorgehen der Prinzen von Orleans und ihrer Agenten bei den Wahlen und erwog die Frage, ob die Prinzen, weil sie Prätendentenakle vorgenommen, auszuweisen seien. DerSoir" will wissen, die Entscheidung sei vertagt worden, bis das Ergebniß der