Einzelbild herunterladen

Samstag den 26. September

Rr. 224t

188»

zerger

Breil viertel jährlich 2 Mark 20 Pf. mit Prinfltriefai 2>urch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 «s.

M«eeO« r vchulstraße 7.

Erscheint tLßliH mit Bnlnichrne deL Mo »tags.

ilotte Mu; ün Wmctur; jucht fltodtift derWd^ b.%1

Ter Wasenmeister zu Butzbach Heinrich Frank ist zugleich als Wasenmeister für die Gemeinde Lang-Göns befteflt und als solcher verpflichtet worden Gießen, am 22. September 1885. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. Boekmann.

ee

lamintlicher Qualitäten ;u . , 6816 luhenn.

Politische Ueberfichr.

Gießen, 25. September.

Nun hat auch Stuttgart und damit zugleich auch das gesammte würt- . temberg^sche Land seine Kais er tage gehabt und man kann nur sagen, daß fie ihren Borgängern im benachbarten badischen Ländchen in keiner Weise nach- gestanden haben. Selbstverständlich bildete der greise Kaiser allüberall, wo er sich zeigte, sei es bei der großen Parade des württembergischen Armee-Corps, sei es bei den verschiedenen ihm zu Ehren in der Landes-Hauptstadt stattge­fundenen Festlichkeiten, sei es bei den Feldmanöoern der württembergischen i« Truppen den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses, und immer und immer wieder wurde der kaiserliche Herr von Tausenden und Abertausenden jubelnd begrüßt. Trotz der nicht zu unterschätzenden Anstrengungen, welche sowohl die - Truppen-Uebungen, als auch die eigentlichen Festtage in Stuttgart selbst sür den greisen Monarchen mit sich gebracht haben, ist das Befinden des Kaisers fortgesetzt, ein höchst erfreuliches. Am Mittwoch hat er, entsprechend den schon vorher bekannt gewordenen Dispositionen, Stuttgart wieder verlassen und sich nach Baden-Baden begeben. Bon Baden-Baden aus gedenkt sich der Kaiser nochmals nach Karlsruhe zu begeben, um dem Einzüge des neuvermählten erb- V großherzoglichen Paares beizuwohnen.

Officielle Depeschen aus Konstantinopel melden den Einmarsch k türkischer Truppen unter dem Oberbefehl des alten Mukhtar Pascha nach Rumclien. Hiermit ist der Ernst der Situation vollständig gekennzeichnet [ die Türkei will das abtrünnige Runulien mit Gemalt der Waffen wieder zum i Gehorsam zurückbringen. Die vereinigten Rumelioten und Bulgaren werden k jedenfalls verzweifelten Widerstand leisten und somit scheint sich ein neues bluti- E ges Drama auf der Balkan-Halbinsel unabweislich vollziehen zu wollen. End- l lich meldet noch dieAgence Havas", daß auch in Djäkowa (Albanien) auf- I ständische Bewegungen ausgetreten seien, die Lage wird also immer verwickelter.

Die am Dienstag vollzogene Eröffnung des österreichischen - Reichsrathes ist nur eine formale gewesen, die feierliche Eröffnung des neu* k gewählten Parlamentes wird vielmehr am SamStag, und zwar durch den [ ^iser in Person erfolgen. Noch vor Beginn der parlamentarischen Campagne I ft die Spaltung unter den Abgeordneten der Linken zur vollendeten Thatsache geworden. Der größere Theil der Deutschliberalen hat sich zu einemdeutsch-

K'S»-

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Ngm.

er in vermiklbrn j luhne senior, orftraße^

Mhorstraße 46. nd.-n.-ZLohnimg

mnn-r zu oer- i 2 Treppen.^ ' juoermietbcn.

Astmveg _4u.

5 Simmtr ntbft > auä) Äurjcken-. ttz anbtvrotü ju

i, Sütnswcg

billig Sj* > aufbitten?'11

ZM

** 4.üO-5(ii

in** 1.70-1.^

r(n

österreichischen Club" vereinigt, während der kleinere Theil, welcher die Männer der schärferen Tonart umfaßt, sich zu einemdeutschen Club" constituirt hat. Gegenüber den Bestrebungen der seudal-slavisch-ultromontanen Majorität ist und bleibt die Spaltung des deutschliberalen Elementes eine höchst bedauerliche Er­scheinung. Die Gerüchte von einer bevorstehenden Mobilisirung des 13. öster­reichischen Armee-Corps werden von unterrichteter Seite als völlig unbegründet bezeichnet.

Eine römische Depesche vom 22. September besagt, daß sich die Stimmung anläßlich der Cholera-Scandale in Sicllien gebessert habe, die Minister Tajani und Ricotti würden sich dorthin begeben; der Verkehr der Eisenbahnzüge sei wieder hergestellt. Im Ganzen seien 17 Bataillone für Si- cilien bestimmt, indessen solle die überflüssige Mannschaft sobald als möglich zu­rückgerufen werden. Messina seiziemlich" ruhig. Der Papst hat 40,000 Frcs. für die von der Cholera Heimgesuchten gespendet. Seit dem 6. August sind in Italien im Ganzen 1339 Personen an der Cholera erkrankt und 820 gestorben, wenigstens nach osficiösen Angaben.

Die Karolinen-Affaire ist in Folge der Ereignisse in Ost-Rumelien bedeutend in den Hintergrund getreten. Indessen liegen seit einiger Zeit in dieser Frage auch keine Meldungen von Belang vor und die vorliegenden De­peschen lassen überdies eine befriedigende Lösung des Conflicts mehr und mehr als wahrscheinlich erscheinen. Unter Anderm macht sich die Ansicht geltend, der deutsch-spanische Zwischenfall werde damit enden, daß Deutschland die Marschall-, Gilbrot- und Ost-Karolinen-Jnseln behalte, während Spanien das Uebrige nebst Dap und den Pelew-Jnseln zufallen würde. Letztere sind auch inzwischen bereits von spanischen Truppen besetzt worden, welche von dem Kriegsdampfer Aragon" gelandet wurden.

Das Wahlmanisest Gladstone's hat in England nicht den­jenigen Eindruck gemacht, welchen man eigentlich von der Kundgebung des Führers der liberalen Partei erwarten durfte. Selbst liberale Blätter finden, daß das Manifest flach und eindruckslos fei und die conseroative Presse hat für dasselbe nichts als Hohn und Spott. Übereinstimmend ist aber die ge­sammte englische Presse der Meinung, daß Gladstone durch seine Kundgebung seine Absicht dargethan habe, die liberale Propaganda während Der bevorstehen­den Neuwahlen zu leiten und nach denselben die Führerschaft der liberalen ! Partei im Unterhause wieder zu übernehmen. Auf das Gladstone'sche Wahl-

reckm

ratternder 6812

d. Bl.

Quantitäten im n können, nrttiin nter L- 0.713 m Ile:, grentfun

Döll

Mchen, iwIM und selbststöck, gesucht-

Uyelm Bögeo,

len.

ohe Abschluß eingeführte M' schäft» auch 2rl* Offerten unter U Ha»"*

ifabrikation

N>

glichen

Betreffend: Erhebung der Domanialgefälle. Grünberg, den 24. September 1885.

Die Großherzogliche Districts-Einnehmerei Grünberg

an die Großherzoglichen Bürgermeistereien de» Bezirk».

Wir ersuchen Sie, in Ihren Gemeinden alsbald öffentlich bekannt machen zu lassen, daß die am 30. September l. I. fälligen Domanialgelder für Holz, Heugras und Waldnebennutzungen bis zum 25. k. Mts. hierher zu entrichten sind und daß nach Ablauf dieser Frist gegen die säumigen Schuldner das Beitreibungsverfahren eingeleitet wird. Glock.

Landes- Baugewerkschule Darmstadt.

Die LandeS-Baugewerkschule zu Darmstadt beginnt ihren zehnten Jahre»-CurfuS am 16. November l. I.. welcher 4 Monate, also bis zum 15. März 1886 andauert.

Dieselbe soll, zwischen Handwerkerschule und technischen Hochschule die Mitte haltend, insbesondere Bauhandwerkern, sowie Maschinen- und Mühlen- bmiern, Gelegenheit bieten, sich die für einen selbstständigen Gewerbebetrieb erforderlichen theoretischen Kenntnisse und die nothwendigen Fertigkeiten im Zeichnen und Entwerfen von Plänen für die praktische Ausführung zu erwerben. Auch soll die Baugewerkschule zur Ausbildung von Werkmeistern, Parlieren, Bau- aussehern rc. dienen.

Der Unterricht wird an den Werktagen während der ganzen Tageszeit ertheilt. Die Schule umfaßt 2 Klaffen mit folgenden Unterrichtsgegen­ständen : Freihand- und geometrisches Zeichnen, darstellende Geometrie (einschließlich Schattenconstrnctionen und Perspective), Bauconstructionslehre (einschließlich Stabilitäts- und Festigkeitsberechnungen), Elemente der Maschinen-Constructionen, Fachzeichnen, Entwerfen von Bauanlagen, kunstgewerbliches Zeichnen technisches Rechnen, Algebra, Geometrie, Feldmeßkunde (einschließlich Planzeichnen), Materialienkunde, gewerbliche Buchführung, Theile der Bauführuna mit Ansertigen von Kostenvoranschlägen, Grundlehren der Physik und Mechanik, Modelliren in Thon, Holz rc.

Die Unterrichtslocale befinden sich Neckarstraße Nr. 3, unfern von den Bureaulocalitäten, der Bibliothek und der technischen Mustersammlung des Großherzoglichen Gewerbvereins, so daß die letzteren von den Schülern besucht und geeignet benutzt werden können.

Bedingungen zue Aufnahme find:

WttttTe Abtheilung, die 1. Klaffe: In der Regel werden nur solche Schüler ausgenommen, welche eine mindesten- ein­jährige Beschäftigung in einem technischen Gewerbe nachweisen formen; Ausnahmen hiervon werden nur in besonderen Fällen gestattet Von den Aufzunehmenden wird nur der. Nachweis der Kenntniffe verlangt, welche den von der Oberklaffe einer Volksschule Entlassenen zukommen sollen.

2. Für die obere Abtheilung, die II. Klaffe, muß außerdem der Nachweis ausreichender Kenntniß der niederen Arithmetik, einer an­gemessenen Fertigkeit im Freihand- und geometrischen Zeichnen, sowie in der Lösung einfacher Aufgaben der darstellenden Geometrie, und der Befähigung, sich im Deutschen gehörig schriftlich verständlich machen zu können, geliefert werden.

Das Schulgeld beträgt für die ganze Unterrichtszeit 30 Mark und ist beim Beginn des Curses vorauszubezahlen.

Anmelduugen zur Aufnahme wolle man möglichst frühzeitig und längstens bis zum 31. Oktober l. I. schriftlich bei der unterzeichneten Stelle oder auch mündlich auf dem Büreau derselben Neckarstraße 3 im HI. Stock bewirken.

Darmstadt, den 15. September 1885.

Großherzogliche Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbverein.

_____________________________________________________Fink. Busch.____________________________