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vorgerusen, die horten ihre Lieben begraben missen. In Massengräbern ruhen hier meist die Tapferen, die für das Paterland starben, und ihr Andenken rühmen Denkmäler mit ehrenden Inschriften. Die Pflege dieser Gräber und Grabstätten haben sich schon feit längerer Zeit die Kriegervereine angelegen fein lassen, die sich auch in den neuen deutschen Reichslanden gebildet haben. Doch ihre Anzahl ist gering, ihre Mitgliederzahl dünn und deßhalb reichen -ihre Mittel nicht dazu hin, ihr Ehrenamt der Gräberschmückung so durchzuführen, wie sie gerne möchten. Was ist nun natürlicher, als daß sic sich an ihre Kameraden im Reiche wenden und diese um Unterstützung bitten, welche ihnen auch stets geworden ist. Doch nicht nur die Mitglieder der Krieger- und Militär-Pereine, sondern auch mancher andere deutsche Patriot würde gewiß gern sein Scherflein zu diesem edlen Werke beitragen, wenn ihm Kenntniß davon geworden. Hierauf aufmerksam zu machen, ist der Zlveck dieser Zeilen und gewiß finbet sich überall ein Kriegerverein, der etwaige Geschenke gerne annimmt, um sie zu übermitteln. Auch dürften birecte Sendungen an den „Vorstand des Kriegervereins Metz" dort ebenso willkommen sein. ,
— Der „Frkf. Beob." schreibt: Eine Herrath im „High - Life" macht gegenwärtig in einem benachbarten Badeorte Aufsehen. Ein ehemaliger Eavallcrieofsieier entrirte vor Jahren ein Liebesverhältniß zu der Gattin eines Kameraden, die den Rana einer Prinzessin einnahm. Der Gatte schien das Anfangs nicht zu bemerken und verlangte auch nicht die übliche Genugthung von dem Liebhaber seiner Gattin, als die Sache gar zu auffällig wurde. Beide Dfficiere traten aus der Armee aus; die Prinzessin erhielt von ihrem Gatten gleichfalls den Abschied; später aber versöhnten sich beide wieder. Da ging der Liebhaber von ehedem in Baden-Baden die Wette ein, cr werde die hübsche Frau entführen und brachte das auch durch heiße Liebesbetheuerungen u. s. w. fertig. Das Paar reiste nach Amerika, von wo der Liebhaber kürzlich ohne die Dame zurückkehrte. Er hat sich nun mit einer in vornehmen Kreisen eine Atolle spielenden Dame verlobt und wird nun hoffentlich nach so viel Abenteuern ein lebhafter Ehemann werden.
— Die ,Germania" theilt ans einem Briefe des deutschen Eonsuls in Adelaide an einen Kaufmann in Pr. - Friedland über die Verhältnisse in Süd- Australien folgende Stelle mit: „Es thut mir leid, daß ich Ihnen entschieden ab- rathen muß, hierher zu kommen, wenn Sie in Ihrer alten Heimath irgend ein Auskommen finden. Das, worüber Sie klagen, ist auch hier der Fall. Alle jungen Leute, die hierher kommen, sind ebenso wie Sie, angehende Kaufleute; unsere ganze eigene Jugend hier will gern Kaufmann werden, und bei unserer kleinen Bevölkerung ist das zu viel. Wird hier in einem Geschäfte ein junger Mann gewünscht, so kommen wenigstens 50 bis 60 Anerbietungen. Dagegen schmachtet unsere Eolonie ordentlich nach Maurern, Zimmerleuten, Klempnern, kräftig ausdauernden Arbeitern u. s. w., und so lange bis dieses nicht besser wird, können hier die Jndustrieen nicht aufkommen." __ ,(F- <§•).
— (Was Elternliebe nicht vermag.^ Dem kleinen Söhnchen eines Restaurateurs, in Meißen war bei einem Sturze von einem Bierwagen die Wade des einen Beines vollständig abgefahren worden und das kranke Glied konnte trotz ärztlicher Hülfe nicht zur völligen Heilung gebracht werden. Nachdem auch verschiedene Ver- luche, das Fleisch von einer operirten Person zum Anwachsen an die Wunde des Kindes zu bringen, mißlungen mar, entschloß sich der Vater des kleinen Patienten, das Fleisch aus seinem Körper ausschneiden zu lassen. Er überstand die Operation glücklich und die Aufopferung für seinen Knaben hat auch den ersehnten Erfolg gesunden: die Wunde des Kindes ist in voller Heilung begriffen.
— (Heiteres vom Tage.s In einem Hause nahe einer Easerne. Die Gnädige ist auf bem Lande. Der Hausherr kommt unvermuthet in der Dämmerung nach Hause und sagt bem Stubenmädchen: Anna, nähen Sie mir rasch einen Knopf hinten an meinen Frack an. Ich bin zu einem Souper geladen! Anna bringt nach zwei Minuten den Frack, der Hausherr schlüpft hinein und eilt von dannen. Beim Souper große Heiterkeit. Man zischelt, lacht und betrachtet den Rücken des Hausherrn mit unverhohlenem Vergnügen. Anna hatte sich nämlich in der Dunkelheit geirrt und einen Knopf des siebzehnten Jägerbataillons an den Rock genäht.
— sVacante Stellen für Militäranwärter im Bezirke des 11. Armee-Corps.^ Cassel, Postamt, Packetträger, 750 JL Gehalt und 180 Wohnungsgeldzuschuß. — Frankfurt, Telegraphenamt, Briefträger, 800 JL. Gehalt und 240 JL Wohnungsgeld- zuschuß. — Hofgeismar, Amtsgericht, Eauzleigehilfe, für eine Seite Schreibwerk 5 bis 8 H. — Laurenburg, Postagentur, Landbriesträger, 450 JL Gehalt und 60 jtL Wohnungsgeldzuschuß. — Königl. Eisenbahn - Betriebsamt Altena, 2 Lademeister- Aspiranten, beim Eintritt eine diätarische Monatsremuneration von je 75 jt, welche nach 6 Monaten auf 80 JL und nach einem Jahre auf 87 je 50 $ erhöht wird. — Gießen, Landesuniversität, Bibliothekdiener, 1500 A Gehalt.
Handel und Verkehr.
Gießen, den 25. August. Auf dem heuttgen Martt kostet- Butter per Pfund jH 0.85—095, Hühnereier pr. Stck. 5—6 Enteneier St. 7—0 H, Käse pr. Et. 4—8 4,, Käsematte 2—3 Erbsen pr. Liter 20 Linsen 30 H, Tauben per Paar 0,50 bis 0,75 H, Hühner per Stück 0 90—1.50, Hahnen pr. Stück JL 0.45—0.75, Enten per Stück .*L 120—1.60, Ochsenfleisch per Pfund 68—00 H, Kuh- und Rindfleisch 56—60 H, Schweinefleisch 50—60 H, Hammelfleisch 64—70 Kalbfleisch 48—50 -t>», Kartoffeln per 100 Kilo JC 5.00—6.00, Milch per Liter 12—16 H, Zwiebeln per Gentner JL 7.00-0.00.
Frankfurt, 24. August. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer Jt 17,25—17,50, fremder 17,00—18,0), Roggen eff. hies. 14,75—15,00, fremder JL 14,50—15,00, Gerste effektiv hiesige und Wetterauer JL 15,50—16,50, fremde .X 15,50-17,00, Hafer eff. dies. JL 13,75-00,00 fremder JL 13,75—15,00. — Nüböl, eff. ohne Faß hies. in Parthien von 50 Ctr. JL 26,50. Branntwein eff. ohne Faß JL 38.
Frankfurt, 24. August. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Ange- trieben waren 414 Ochsen, ca. 28 Bullen, ca. 345 Kühe und Rinder, ca. 305 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. 6'i—68, 2. Qual. «4t 63—65, Kühe und Rinder 1. Qual. Jl. 54—56, 2. Qual. «X 46—50, Kälber 1. Qual. 55—60,2. Qual. J4 45—50 per 100 Pfund Schlachtgewicht.
Herborn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 24. Augusts Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 1130 Stück Rindvieh und 808 Stück Schweine. Der nächste Markt ist am Montag den 28. September d. I., zugleich Pferdemarkt.
Temperatur der Lahn und der Luft
nach Reaumur gemessen am 25. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 12Vi9, Luft im Schatten 14°.
L. Ehr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer.
MrheMe Eisenbahnen.
Für die Dauer eines Jahres werden mit Gültigkeit vom 25. d. M- ab die Frachtsätze für Eisensteintransporte in vollen Wagenladungen von Mücke, Grünberg iinb Hungen nach Gießen um je 3 JL pro Wagen ermäßigt.
Gießen, den 22. August 1885. 6082
_______Großherzogttche Direktion._______
GrummetgmS- Versteigerimg
bei der .Stadt G-iessen.
Montag den 31 August und Dienstag den 1. September d. I., jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, soll das Grum- «etgraS von den städtischen Wiesen versteigert werden, und zwar:
Montag den 31. August von den Wiesen vor der Neustadt, am Neuenwegerthor, am Fürstenbrunnen im Wieseckthal und im Heegstrauch,
Dien-tag den 1. September von den Ochsenwiesen, den Wiesen im vorderen und Hinteren Stolzen- morgen und am Altentisch.
Die Zusammenkunft ist Montag den 31. August am Neustädterthor, und Dienstag den 1. September an den Ochsenwiesen.
Gießen, den 24. August 1885. Großh erzogt. Bürgermeisterei Gießen.
A. Heß,
__Beigeordneter.______6067
Freitag den 28. I. MtS.,
Vormittags 9 Uhr, "soll aus dem Bureau des Unterzeichneten für 525 Pflastererarbeit versteigert werden.
Gießen, den 25. August 1885.
Stief,
6080 Stadtbaumeister.
Mittwoch den 26. August,
Nachmittags 2 Uhr, werden in der Flett' schen Hofraithe dahier Sopha's, Kommoden, Kleiderschränke, Tische, Spiegel, Uhren, Bilder, ein Stoßkarren u. a. m.
gegen Baarzahlung versteigert.
Geißler,
<6054 Gerichtsvollzieher.
Allgemeiner Anzeiger.
Regenmäntel
in allen Größen, neuester Fa?ons, von Mk. 6.— an,
F. Holberg,
5785 Kirckeuplotz.
Plakat-Fahrplan
aller auf Station Gießen ankommenden und abgehenden Züge für das Sommerhalbjahr 1885 ist in der Expedition ds. Bl. sowie durch die Zeitunqsträqer ä 20 zu beziehen.___________________________
Sämmtiilhe Neuheiten in
Kleiderstoffen find eingetroffen. eosi
l Wi'iiiiiislii'iiii Milifeer.
iMwli der M (liessen für 9885
Eremplare deffelben sind ä 3 Mark in der ($rpe= dition dcS „Gießener Anzeiger" zu haben.
Fritz Scharmann,
Schlohgasse 15 Uhrmacher Schloßgaffe 15 empfiehlt sein Lager in
goldenen und silbernen Herren- und Damen - Uhren, Regulateuren, Weckern und Schwarzwälder Uhren.
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Grnmmetgras- Versteigerungen.
Das diesjährige Grummetgras von den Domanialwiesen wird versteigert:
1. Mittwoch den 2 September, Vormittags 10 Uhr, bei Wirth Rabenau zu Alten-Buseck aus der Gemarkung Alten-Bufeck;
2. Donnerstag den 3. September, Vormittags 10 Uhr, in der Wirtschaft von Georg Dorfeld Wwe. zu Wies eck, aus der Gemarkung Wieseck;
3. Donnerstag den 3. September, Nachmittags 2 Uhr, bei Wirth Leib im Philosophenwald, aus der Gemarkung Gießen.
Gießen, den 25. August 1885.
Großh. Obersörsterei Gießen.
Block. 6006
Aeilgeöotenes.
6079 Ein Amerikaner Ofen billig zu verkaufen. Näheres in der Expeb. b. Bl.
Sammete
für Sammettaillen und Kleiderbesatz, in allen denkbaren Farben empfiehlt zu sehr billigen Preisen 6076
A.» Fangmann,
Die erwarteten lackirten billigen
Wassereimer pr.Stk.Mk. 2
sind wieder eingetroffen. 6023
Gg. Stoffer, Neuen Baue 7.
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zum Färben blonder, rolher und grauer Kopf- iinb Barthaare, aus ber königl. bayer. Sosparfümerie-Fabrit von C. D. Wunderlich in Nürnberg. Große Medaille Bad. Landesausstellung 1882.
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