Warum tragen so vielsälttg die Bäume nicht, oder warum werfen fie die bereit« angesetzten Flüchte roteber ab?
Di-srS tbun fi- einfach darum, weil ihnen ihr Standort mit der Reihe mb Jahren feine Nahrung mehr gewähren kann. Man beobachte einmal einen Bau«, welcher tn einem Gelände ft.Hk. In einem «eiten Umkreise sieht mau lauter Mager« frucht, da die Wurz ln b<§ Baume« die Bodenkiäfte anszehren. Wie viel mehr Nahrung bedarf der Pflanz n iese „Dbßbaum* gegen die Zoergpsianzen ,@ra« Oder Äraut*?* Warum bedenkt man da« nicht und glaubt man so gerne, daß da« Blühe» und Tragen nur immer do i selber so fortgehe? W-nn man davon spricht, daß der fortgesetzte F uchtdau b*e Bobenkraft erschöpft, sollte mau nicht auch daran denken, daß da« noch viel mchr der Obstbau ihue?
Wenn ich von Düngung spreche, so habe ich nicht etwa dlo« größere tragenbe BLüme, sondern auch. und die« insbesondere, frisch angelegte Baumpflanzungen im Auge.
Die in den früheren Jahren begonnenen Versuche der Düngung der Oastbäame sind an der Köntgl'chen L-Hraastalt für Obst- und Wctnbau tn Geisenheim fortgesctzt worden und haben zu dem R sultate geführt, baß mau im Frühjahr und im Sommer am zweckmäßigsten mit verdünnter Jauche und Jauche zu gleichen Thetlen.
auf je 20 Liter de8 G?m scheS e>nc Hand voll Holzasche, mehrtägige« Stehenlasien bei öfterem Umrühren) bflnot und so auf kräftige« HolzwachSthum und die Ausbildung bet Früchte htnwt'kt. Für den Herbst, resp. für die Ze t der Veranlagung von Blüthe»- knoSpen für da« nächste Jahr empfiehlt sich dagegen die Verwendung von Äalt» Ammoniok-Superphokp'rat. m l-te« man um die Bäu?te streut und leicht unterbaut Dieses Düngemittel führt den Bäumen die für genannte Function uö htgev Nährstoffe zu. ohne rndeß zu neuem HolzwachSthuw zu reizen. Die Menge de« Dünger« richtet sich nach her Größe de« Baumes; jüngere Pyramiden bekommen 1—2 Gießkannen voll obiger Mischung ober 1—2 Hände voll deS künstlichen Dünger« (eine Hand voll wiegt ca. 60 Gramm. Aeltere Pyramiden erhalten 3—4 Hände voll, Hochstämmige 5—8 Hände voll Kunstdünger. Je älter der Baum, desto weiter vom Stamm weg urb desto tiefer muß der Dünger untergebracht werden; in sandigem Boden wirkt bie Düngung viel schneller als tn schwerem Boden und ist beßhalb unmittelbar vor der Zett, für welche sie berechnet ist. anzubringen.
Gerippe. Der Stetnsarg scheint au« der Römerzett herzurühren. Man hat den Sarg mit seinem Inhalt an derselben Stelle, wo er aufgefunden wurde, stehrn gelaffen.
Dresden, 17. März. Endgültig «st von den acht Entwürfen zur Festhalle für da« sechste deutsche Turnfest der mit dem Motto »Deutschland"'bezeichnete angenommen, welcher au5 dem Atelier der Architecten Adam und Schubert h-rvorgegangen ist. Der Mittelbau zeigt über dem Hauptportal die Königsloge, zu der an beiden Setten Freitreppen emporführen. Die Flügel schließen durch Thürmchen und an den Schmal- seffen angebrachte Zerraffen ab, welche unter ihrem Zeltdach einen Blick auf den Festplatz gestatten.
— Nach dm statistischen Ermittelungen deS Vereins deutscher Eisen-und Stahl- industrieller belief sich die Roheisenproducfton deS deutschen Reichs (einschließlich Luxemburgs) im Monat Februar 1885 aus 296 927 Tonnen, darunter 164 583 Tonnen Puddelrohetsen, 10 056 Tonnen Spiegeleisen, 36 250 Tonnen Bessemerrohetsen, 44 560 Tonnen ThomaSrohetsen und 39178 Tonnen Gießereiroheisen. Die Production im Februar 1884 betrug 273 375 Tonnen. Dom 1. Januar bis ult. Februar 1835 mürben producirt 616728 Tonnen gegen 563 437 Tonnen tm Vorjahr.
LandwirthschaftlicheS.
Düngung und pflege der Gbstbäume.
Im Drange der gewöhnlichen Geschäfte und tu der süßen Angewöhnung des alten Schlendrian« vergißt der Laubmann zu häufig, daß nächst der Pflege seiner Aecker. seiner Wiesen, seines Ltehstande« e« auch noch eine andere Pflege für ihn gibt: die Pflege seine« Baumgartens, welcher entweder seine liebe Heimstätte umgibt oder draußen in dem Felde einen Hügel oder Bergabhang ziert. Ich weiß wohl, baß man recht vielen Lavdwlrthen nicht zu sagen braucht: Schauet nach euren Obftbäumm, sie sind von Jugmd auf daran gewöhnt. Da sie mit dem Ertrage ihrer Obstbäume jährlich rechnen müssen, so wissen sie auch dieselben gehörig zu schätzen. Anders ist cs bet den Landwtrthen mit größeren Gütern, welche bis dahin in deren Ertrag eine hinlängliche Rente fanden und den mehr zufälligen Nutzen ihrer Bäume eben nur auch so Mitnahmen- Wer tn einer Landesgegend ausgewachsen ist oder tu einer solchen gewohnt hat, wo die Pflege der Odstbäume mit in b»e JahreSrechnung ausgenommen ist, mach! oft blöde Augen, wenn tr tn eine solche gelangt, wo die« nicht her Fall ist. Zmrst fallen ihm jene „HauSgSrttn" auf, welche so dicht mit hochausgeschoss'-nen Zwetschen-, Hirn- uno Aepselbäumcn stehen, daß man glaubt, einen Oostbaumwald vor sich zu haben. Jeder Baum, daS sollte man doch wissen, bedarf eine« gewissen freien Raumes za seiner gehörigen Ausbildung und Entwickelung, der enge Stand Der Obstbäume ist die Ursache, daß diese hoch ousschießen, kein Astwerk ansetzen. «S von unten auf bald wird r verlieren — und sich auch noch »unter dem Boden" beschädigen, da dieser unmöglich für „so viele" hinreichend Nahrung gewähren kann. W<nn es nun auch so wett kommt, daß die geschilderten Baumkrüppel blühen, so vermögen sie doch keine ober nur wenig Früchte anzusetzen ober solch- zu ernähren. Die Bäume tn der Ti-fe ober Mitte des Garten« stehen zumeist leer; bte am Rande entwickeln ein reicheres Astserk gegen die Außenseite des Gartens und sind auch zumeist mit Obst behangen.
Der andere Mangel ist die Vernachlässigung der Bäume rücksichtlich bei' AuS- putzevS der Atsie und der Reinigung von kraftentziehenden Schmarotzern. Das Astwerk mancher Bäume verdichtet sich gern; die Neste durchkreuzen sich, hängen zu dicht übereinander ober wachsen zu t<cf nach unten. Da muß für „Licht" und „Lust" gesorgt, d. h. dem Astwerk Raum verschafft werden. Zu dem AuSputzen und Reinigen gehört auch da« Entfernen des Mooses und der Mistel. Beide Schmarotzer entziehen dem Baume die Kraft, außerdem, daß ersteres noch die FLulniß begünstigt und schädlichen Insekten zum Schlupfwinkel dient
Eine Hauptsache bei her Pflege her Obstbäume ist bte Düngung. In einem Garten befand sich ein Birnbaum und in seiner Nähe bie AborlSgrube. Ter Birnbaum bekam feinen Anlhcll davon und in einem Zeitraum von 20 Jahren ist ed te'.n einziges M"l Vorkommen, daß der Baum versagte.
Aufruf I
Eine entsetzliche Katastrophe hat in der Saargegend zahlreiche Opfer gefordert. Fast 500 Wittwen und Waisen betrauern den Verlust ihrer Ernährer. Zu dem Schmerz gesellen sich die Sorge und das Elend. Da gilt es helfen und je schneller die Hllfe zur Stelle ist, um so größer wird ihr Segen sein. Wir wenden uns deshalb an das Mitgefühl und den Wohl- thätigkeitösinn unserer Leser mit der Bitte, die noch immer von Erfolg gewesen ist: Nehmt Euch der Unglücklichen an, spendet für sie Jeder nach seine» Kräften!
Redaktion und Expedition des „Gießener Anzeiger",
Die Expedition des „Gießener Anzeiger" erklärt ft*
I zur Annahme von Gaben für die Hinterbliebenen der Opfer I der Cawphaufen-Grube bereit.
A l l q r M e i a e r Anzeiger.
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HvlZversteigerung in der Frttherrlichen Oberförsterei Rabenau.
Es werden versteigert:
Freitag den 27. März l. I., Vormittags 9 Uhr beginnend, aus den Distrikten Steinberg, Rinnwege, Katzengeheeg, Sickler« gehe eg und Hainstruth:
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5 Buchen- „ „ 38—49 „ „ „3-6 „ „
5 Kiefern- „ „ 30—40 „ „ „ 7 — 13 „ „
259 Nadel-Reisstngn- „ 3—6 „ „ „6—8 „ „ „
Ferner Brennholz:
Scheiter nn Knüppel rm Reiser rm
Buche 96 36 1290
Eiche 18 22 162
Nadelholz 4 2 —
Erle, Aspe :c. — 8 108
Die Zusammenkunft findet Vormittag- 9 Dietrichswiese am Rüdding-Häuser Feld statt.
3,02 „
4,97 „
Stöcke rm
26
15
4
Uhr auf der
Bemerkt wird, daß die im Distrikt Steinberg, Abth. 4, lagernden Eichen-Stämme, sowie die im Distrikt Katzengeheeg lagernden N adel-Reis stan gen bei der Versteigerung nicht vorgezeigt werden, vielmehr im Distrikt Hainstruth zum Ausgebot kommen. Steigliebhaber wollen sich daher wegen vorheriger Einsicht derselben an den Freiherr!. Forst- wart Rabenau zu Londorf wenden.
Papiermühle, am 21. März 1885.
Frei der rli che Oberförsterei Rabenau.
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