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UuLverfitätS - Chronik.
— In Breslau starb am 13. d. M. Professor Dr. Haeser, 74 Jahre alt. Der Heimgegangene wurde 1811 in Rom als Sohn eines namhaften Musikers geboren Nach Rückkehr seiner Eltern nach Deutschland erhielt Haeser seine Erziehung in Weimar, studirte in Jena und Wien Medicin und Naturwissenschaften. Er war aber auch ein außerordentlich tüchtiger Musiker und trat als Sänger bis in sein spätes Alter auf. 1836 habilitirte er sich in Jena, wurde 1839 außerordentlicher, später ordentlicher Professor der Medlcin und gründete hier eine Kinderheilanstalt. 1849 wurde er nach Greifswald berufen, 1862 nach Breslau.
Lokale-.
Gießen, 23. September. Schwurgerichtsverhandlung am22.September, Vormittags, gegen Konrad Marboth von Laubach wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg.
Derselbe war beschuldigt: _ . , . o l -v t
daß er am 15. Juli 1885 auf der Freedrichshutte bet Laubach den Johannes
Müller von Gonterskirchen durch einen Stich mittels eines Messers vorsätzlich an seiner Gesundheit beschädigt habe und hierdurch der Tod des
Verletzten verursacht worden sei. . . .
Die Geschworenen erkannten den Angeklagten für schuldig und wurde derselbe demgemäß in eine Gefängnißsttafe von 1 Jahr und 6 Monaten, abzüglich 2 Monaten Untersuchungshaft, verurthcilt.
— Schwurgerichtsverhandlung am 22. September, Nachmittags, gegen Johannes Hansel von Wallenrod wegen Versuch der Nothzucht.
Die Geschworenen erfamiten den Angeklagten für tchuldig und wurde derzelbe in eine Gesängnißstrafe von 9 Monaten, abzüglich 2 Monaten Untersuchungshaft verurteilt.
Gießen, 23. September. ^Mechanisches Theaters Das Morieux'sche mechanische •Theater welches seit einigen Tagen bereits seine Visitenkarten zu Gießeii in Gestalt aroßer Plakate an den verschiedenen Straßenecken abgegeben hatte, hat sich auf dem ^swald's (harten gestern vollständig häuslich eingerichtet und am Abend schon vor dichtgedrängter ^uschauermenge in einem mit allem Comfort versehenen Zelte die Reihe seiner Vorstellungen eröffnet. Wir bekennen nun gern, daß, so viel wir auch über tue kleinen mechanischen Wunder des Theaters Morieux's schon in den Blättern gelesen, uns dieselben doch noch die angenehmsten Ucberraschungen bereiteten und daß wir nichts von dem zu ihrem Lobe da oder dort Gesagten übertrieben fanden. Für Alt und Jung dürfen wir vielmehr dieses Wiederspiel der Welt im Kleinen als ein ebenso belehrendes wie unterhaltendes Amüsement bezeichnen. Bejonders ansprechend ist eme Reise um die Welt, welche wir im Theater Morieux in erstaunlich kurzer Zeit und auf die erdenklich bequemfte Art bei den Klängen lustiger Tanzweisen mitzumachen gezwungen waren. Vorzüglich ist hierbei die kaum von „Stangen" stnmger zu trenende Auswahl der in allen 5 Welttheilen sehenswerthesten Punkte, die eme durchweg wahrhaft künstlerische Nachbildung gefunden haben. Höchst unterhaltend ist zugleich die mittelst eines kunstvollen Mechanismus zum Leben gebrachte manutgfalhae Staffage zu dem prächtigen Wandel-Diorama: Vögel, Fiiche, Menschen, Last- und Jagdthiere, Schifte lammt Bemannung u. dgl. mehr. Auch in der märchenhaftesten ^eenene leistet das Morieur'sche Theater Stauncnswerthes und große Freude bezeigte die Jugend über die Künste der Seiltänzer-Automaten. Den Schluß der Vorstellung bilden Nebelbilder, Ehromatropen und Farbenspiele. Einen, ja sogar einen wiederholten Besuch ist das Morieur'sche Theater ohne Frage vollauf werth.
Verwischtes.
Darmstadt, 21. September. [^ramiirt.] Auf der Antwerpener Weltaus- stellimg wurden folgende Firmen aus dem Großherzogthum Hessen mit Preisen ?c. bedacht. Ehrendiplom: I. Schröder in Darmstadt, 'Peter Joseph Valckenber-g m Worms. Goldene Medaille: I. Schröder in Darmstadt, A. Le Eoq u. Eo. daselbst, Gebr. Heine in Offenbach, Fr. I. Brodt Nachf. (Jak. Mayer) in Bingen, Joh. Jak. Hoffmann in Mainz. Silberne Medaille: G. H. Jochem in Worms, Gustav Bohm in Offenbach a. M., Ferd. Flinsch daselbst, Blaufarbenwerk Marienberg in Bensheim, Emil Heiden-Heimer in Mainz, G. W. Leoni daselbst, A. Le Eoq u. Eo. in Darmstadt. Broncene Medaille: Emil Heiden-Heimer in Mainz. Ehrenvolle Erwähnung: Rheinische Schiefertafelfabrik in Worms, Hermann Bücking Söhne in Alsfeld.
— «Neueres über Deutschlands Arbeitercolonieen und Verpflegungsstationen.^ Nach der Monatsschrift „Die Arbeitercolonie" betrug der Bestand Ende Juli in den 12 Eolonieen 855 Personen. Entlassen wurden während destelben Monats 385 unb zwar fanden 124 (111 durch die Eolonie, 13 durch eigene Bemühung) anderwerte Beschäftigung, 197 verließen die Anstalt auf eigenen Wunsch, 21 mußten wegen schlechten Betragens, 26 wegen Ablauf der 4 Monate, 3 wegen Arbeitsunfähigkeit entlasten werden, während 4 der Anstalt entliefen, 5 zu ihren Familien zurückkehrten und 4 von Behörden requirirt wurden. — Ende Juni war der Bestand 918 unoentlaßen wurden während dieses Monats 399. — Nach dem von der Colome Wilhelmsdorf erstatteten Jahresbericht konnten in derselben seit ihrem Bestehen bis 1. Jutt 1885 2999 Eolonisten aufgenommen werden. 1998 derselben sanden durch Vermittelung der Anstalt anderweitig Stellung. Während des Berichtsjahres, wurden 1089 Eolonisten in 94,301 Pflegetagen verpflegt, die Verpflegungskosten für dieselben betragen 88,520 ju, Pro Kopf und Tag also 93,83 An Einnahmen find dagegen nur 5t,<82 zu verzeichnen. Die Deckung dieses Deficits an 30,738 hängt besonders davon ab, ob der nöthige Dünger zu dem 3—4 Fuß umrajoUen Land beschafft werden kann. Ist dies der Fall, dann würde der Arbeitstag (ca. 60,000 waren davon 1-884 gu verzeichnen) minvestens 50 H werth sein und das Deficit wäre gedeckt, andernfalls mutzte mit Aufforsten begonnen werden und der Erttag wäre erst in 50—60 Jahren zu er
warten. An dem Gelingen des Ehaufteebaues, die das Gebirge mit dem Kreise Wiedenbrück verbinden soll und Wilhelmsdorf durchschneidet, liegt die Hoffnung auf eine rationelle, mit nicht übertriebenen Opfern verbundene Bewirthschaftung Wilhelmsdorfs. Tenn hierdurch würde es möglich, Dünger theils von Bielefeld, theils von den Eavallerieställen von Neilhaus ohne übertriebene .Poften zu beschaffen. Das Activ- kapital der Anstalt beträgt 283,940 Jt, die Passiven stellen sich dagen auf 277,445 Jt. Einesteils als Folge der günstigen Wirkung der Eolonie, anderntheils auch der der Verpflegungsstationen — in den westfälischen Kreisen bestehen insgesammt 111 — und in fast allen Kreisen eine erhebliche Abnahme der Bettelei constatirt. Die Abnahme der Zahl der verhafteten Bettler difterirt zwischen 50—85 pEt.
— Der Vertbeidlger des Julius Lieske, Herr Dr. Fester, hat, wie die „Fr. Z." schreibt, ein Begnadigungsgesuch für seinen Clienten eingereicht; Lieske selbst hat eine Wiederaufnahme des Beweisverfahrens beantragt. Denn er will von dem geplanten Morde wohl Kenntniß gehabt, ihn qber nicht ausgeführt haben. Er soll den XI)ater und Mitschuldigen genannt haben. Einige der Genannten sollen in Amerika leben, andere nicht aufzufinden sein.
— Die neueste Damenmode in Berlin ist der Tyrolerhut mit goldener Schnur und Quaste; dieser Tage zeigte sich das erste Exemplar dieser Gattung unter den Linden und wird jedenfalls bald eifrige Nachfolger finden. Natürlich jodeln die Damen auch und reden alle hübschen Männer mit Du an. Tyrolerhut und Tournüre oder gar — Krinoline, in der That eine recht passende Zusammenstellung!
— Ein amerikanischer Zeitungsherausgeber, dem seine Gattin ein neues Pfand der Liebe geschenkt hat, sucht die harten Herzen seiner rückständigen Abonnenten durch folgende gefühlvolle Berufung zu rühren: „Wenn wieder ein Kindlein kommt, um gleich einem Sonnenstrahl das Heim des Herausgebers zu erhellen, gleicht es einem stummen und doch beredten Aufruf an die rückständigen Abonnenten, sofort in die Office der Zeitung zu eilen und nicht nur alle Rückstände, sondern auch noch ein Jahr im Voraus zu bezahlen, als Glückwunsch zu dem bedeutsamen Ereignisse." — Wie viele Dollars der glückliche Vater daraufhin eingenommen bat, davon schweigt die Geschichte.
— Das Verkehrswesen der Stadt New-Bork hebt sich von Jahr zu Jahr in eminentem Grade; jetzt wird es zu seinen Pferde- und Hochbahnen noch ein ganzes Netz von Kabelbahnen erhalten, wodurch es ermöglicht werden soll, zu allen Tageszeiten für 5 Cents schnell von einem Ende der Stadt zum andern zu fahren.
— Kenntnisse sind oft gefahrbringend. Im Staate Nevada wurde neulich ein Jndianerweib getödtet, weil sic französisch sprechen konnte. Die Indianer glaubten, Französisch sei eine Hexensprache. Bei der Hinrichtung that der eigene Mann des unglücklichen Weibes Henkersdienste.
— Damit bei dem Ernst der deutsch - spanischen Frage der Humor nicht zu kurz kommt, erlaubte sich ein ftedeler Herr in Frankenthal dem tatendurstigen General Marmel Salamanca Negrette in Madrid eine Sammlung deutscher Soldatenbilder und Bleisoldaten zur einstweiligen Ansicht zu übersenden. Die Sachen werden dem Herrn hoffentlich viel Freude bereiten.
Literarische-.
— Falsches Spiel von F. W. Hackländer. Jllustrirt von H. Schlittgcn. (Verlag von C. Krabbe in Stuttgart. Preis 1 *X) Hochwillkommen kann nur ein Heft fein, das Schlittgens Namen neben dem des allbeliebten, allgekannten Erzählers .Hackländer trägt. „Falsches Spiel" ist eine der spannendsten, bestdurchgearbeiteten Novellen Hackländers und kein geringerer als Schlittgen, der elegante, geistreiche Zeichner, hat diese Novelle mit der ihm eigenen pikanten Schärfe illustrirt. Wer auf die graciöse junge Dame des Umschlags erst einen Blick geworfen hat, verschmäht es sicher nicht, sich von dem liebenswürdigen Schlingel auf der ersten Seite Karten legen zu lassen; daß cr's nicht sehr ernsthaft meint, sagt ja der Titel.
Heining mit Gascokes.
Beim Herannahen der Bedarfszeit erlauben wir uns, unsere aus westphälischen
Kohlen gewonnene
GaScokes
als gutes und besonders reinliches Heizmaterial für Wohnräume, Geschäftslokalitäten und Säle in empfehlende Erinnerung zu bringen.
Die Gascokes gewinnen als beliebtes Heizmaterial auch hierorts wie anderwärts immer größere Verbreitung und sind insbesondere ein vorzügliches Heizmaterial für die verschiedenen Constructionen von Füllöfen.
Es ist für das gute Brennen der Cokes von besonderer Wichtigkeit, daß dieselben in möglichst gleichmäßiger Größe — Nußgröße — verwendet werden und sind wir durch die Anwendung einer Cokesmühle in den Stand gesetzt, unsere Gascokes in der zweckmäßigsten Größe zerkleinern und liefern zu können.
Um einen Versuch mit denselben zu erleichtern, geben wir solche schon in halben Gentnern ab; auch sind wir gerne bereit, in solchen Fällen, wo es gewünscht wird, sachkundige Anleitung zum Heizen mit Cokes zu ertheilen.
Da wir bei dem häufigen Zusammentreffen zahlreicher Bestellungen im Winter mitunter nicht alle Aufträge so schnell wie wünschenswerth ausführen können, empfiehlt es sich, uns den betr. Bedarf möglichst zeitig vorher aufzugeben.
6425 Gießener Gaswerk.
neu,leicht,solid,elegant, preiswürdig. Abbild, gratis
HUloverveln-WllgkN- [6612J J. G. Rumpf, Eis. Hand, Frankfurt a/M.
Dr. Gensch,
prakt. n. Specialarzt für Bant-, Frauen- u. Geschlechtskrankheiten (Syphilis) etc. Frankfurt a. M. Stiftetr. 22, fr. Aseist. Prof. Ricord*«. Aasw. brieft
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Allgemeiner Anzeiger.
241. Wanderversammlung des Oberhessischen Bienenzüchter-Vereins.
Einladung?n einer Localcomitesitzung
Donneistag den 24. Septbr., Abends 6 TJh,r,
auf dem Lenz'fcheu Felfenkeller.
Tages-Ordnung: Rechnungsablage.
Entlastung des Rechners.
6805________________________________ Der Vorsitzende.
Von Bremen nach Newyork in ■=■ 9 Tagen — mittels ven neu eingerichteten Dampfern des ^Norddeutschen Ideyd.
Zur Beförderung von Auswanderern nach allen Häfen Amerika’s und Australiens zu gleichen Preisen wie an Hafenplätzen hält sich unter Zu- sicherung reeller Bedienung bestens empfohlen 323 Carl Loos, am Kirchenplatz.
C. W. Dietz Nachfolger.
Strümpfe, Socken, Beinlängen, eigenes Fabrikat, empfiehlt in großer Auswahl
Fr. Teipel.
NB. Extra Anfertigung resp. Anstricken schnell und billig._______6695
©■ Hsyer, Mechaniker,
Neue Baue Burckhardffches Hau»
empfiehlt sich zu Anlagen von 1820
Elect. Haus- und Holel-Telrgraphen, Schellen, Trtephons etc.
Für 2 Pfennige
entfernt man durch SS. Engeliohann's Tinkalin jeden Zahnschmer, sofort Allein echt zu belieben gegen Einsendung von 1 M. u. 10 H Porto durch den Erfinder
S ' W. Gngeliohann, Berlin, Ltndenstratze 20. 4310


