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d^r. 46 Dienstag den 24. Febrnar 1886

Gießener Anzeiger

Amts- und Anzcigtblatt für den Kreis Gießen.

B«rea» t Schulstraße 7.

Betreffend: Den im März 1885 vorzunehmenden Wiesengang. ©iefccn, am 20. Februar 1885.

Das Großhcrzoglichc Kreisamt Gießen

an die Grotzherjogliche» Bürgermeistereien des Kreises.

Nach «rtild 7 der Wiesenpolizei-Ordnung ist im Monat März der Wiescngang von den Wiesenvorständen unter Zuziehung der Feldschützen und WiejenwäNer ^nehmen dieselben hierzu baldigst aufzufardern und die über den Wresengang aufzunehmenden Protokolle bi, längsten» zum

Ende k M. haben die Wiefenvorftünde, wa. Sie denselben noch besonder« eröffnen wollen hauptsachttchsolgende Punkte auszunehmen.

' 11 ob hie Anordnungen welche Sie bei dein im October v. I. vorgenommenen Wiesengang getroffen haben, befolgt worden |tnb und welche nicht, 2) welche Anordnungen von den Wiesenvorständen zur Beseitigung der bei dem btesmaltgen Wiesengang Vorgefundenen Mängel von Ihnen ge roffen ~ worden sind oder^vorgeschlagen werdens hierbei wird den Wiesenvorständen besonder« empsohlen, ihr Augenmerk namentlich auch auf bte Reinigung bet Wiesen von Gestrüpp, Gesträuch, Moo« 20.; auf die Entfernung bei Herbstzeitlosen, bes Erbauswurf« au» den Be-und Cnb wäfferuugogräben, aus die Verebenung der -Maulwurfshügel und dergleichen und auf die Unterhaltung der Be- und Entivaerung»graben zu 3) Verbräfernngrvorfchläge^in^BeMg^auf°gröbere Wiesenfluren, namentlich solche, zu deren Ausführung da« Wiesenculturgefetz vom 7. October 1830, *'ii Rr^^ ettäuttm nür^daß Sie in "der RegH^ insofern kein besonderer Anstand vorliegt, jedem der betreffenden Wiesenbesitzer spenell eröffnen wollen welche Mängel der Wiesenvorstand vorgesunden hat und daß diese Mängel binnen der vom Wiesenvorstandzn bestimmenden Inst |o gerotB zu beseitigen M öl, sonst da n°t^ge7 Herstellungen aus Kosten her Säumigen angeordnet würden. Nach fruchtlosem Ablauf der gesetzten .Frist wollen S,e nach Anhörung de» Wiesenoorstandes wettere Anträge stellen. Jedenfalls sind die von Ihnen getroffenen Anordnungen in den von Ihnen einzu,endenden Protokollen einstweilen^ ifi uon aöen Thellnehmern zu unterzeichnen. War ein Mitglied des Wiesenvorstande« verhindert, am Rundzange

2 bet! zu ^'°2üiesenvors"anch^^^^^ d7n °(g?oßherzoglichen Bürgermeister oder Beigeordneten, mindesten« noch au» zwei Ortseinwohnern, welche Wiesen besitzen. oder^folche zu benutzen oder zu verwalten haben, bestehen soll, nicht mehr vollständig sein, so wollen Ste den Gemetnderath wegen Ergänzung bei Wiesenvorftandcs üentebnien und uns die Anträge des Gemeinderathes in besonderer Verhandlung vorlegen.

vr. Boekma^ri. ' » . - ' ' '

« . . «reit vierteljährlich 2 Warf 20 Pf. mit Bringert*.

erfchemt täglich mtt Ausnahme des Montag». £Ur<b bie Post bezogen merieljährlich 2 Mark 50 Pi.

Bek an ntmächun g.

(Mrofebenoalidie« Ministerium de« Innern und der Justiz hat dem Ortsvorstande zu Aliendors an der Lumda die Erlaubniß ertheilt, in Ver­bindung mit dem 'im Aprll l. I, daselbst stattfindenden Alarkte eine Verloosung eon Vieh und landwirthschafllichen Gegenständen zu Veranstalter ^bur babei höchsten« 5000 Loose i 1 JL zur Ausgabe gelangen und müssen mindesten« 70% de« Brnttoerloses aus den Loosen zum Ankäufe von Gewinns verwendet werden, Der Vertrieb der Loose ist im Großherzogthum gestattet worden,

Gießen, am 20. Februar 1885. Großherzogliches Ärcisamt Gießen.

Dr. Boekmann.

Deutschland.

Darmstadt, 21. Februar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog em» pnngen heute den Oberst v. Älüber, Commandeur des 1. Großh. Dragoner- Regiments (Garde-Dragoner«RegimentS > Nr. 23, den Secondlieutenant Frhrn. Schenk zu Schmittburg, den Zahlmeister Fuchs von demselben Regiment, den Oberst Ruti, Commandeur des Großh. Gensd'armerie - Corps, den Major v. Stockhaujen, Commandeur des Schleswig-Holsteinischen Husaren-Regiments Nr. 16, den Major v. Lübbers vom 2. Niederschlesischen Infanterie-Regiment Nr. 47, Adjutant de» 7. Armee-CorpS, den Major Frhrn. v. FolleniuS, Gensdarmerie-Districis-Lommandeur der Provinz Oberhessen, den Secondlieute- nant Schenk zu Schweinsberg vom 1. Großh. Infanterie- (Leibgarde.) Regiment Nr. 115, den Oderamt-nchter Zipp, den Oberförster Köhler aus Beerfelden, den Krersafstsunzarzt Dr. Weibgerber aus Ulrichstein, den LandgerichtSrath Scriba, den Pfarrer Hainer au« Hungen, Die Margaretha Hildebrand aus Annerod, in Diensten der Kupferdrucker Felsing Wittwe in Besiungen; zum Vortrag den Staatsminister Finger, den Mmisterial.Präsidenten Weber.

Darmstadt, 20. Februar. Ernannt wurden: Am 14. Februar der Gerichtsvollzieher Ludwig Hohenstein zu Alsfeld zum Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgerichte Darmstadt 1, der Gerichtsvollzieher Karl Riegelmann zu Grünberg zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Alsfeld und der HülfS- gerichtsschreiber Jakob Licks zu Main; zum Gerichtsvollzieher mit dem Amts­sitze zu Bingen.

I. Darmstadt, 20. Februar. ^Zweite Kammer der ßanbftänbe.] Zu Gap. 27 (Gknsdarmerl') veS neuen BubgetS würben von Setten deS Finanzausschusses noch folgenbe Anträge grfieflt:

Auf dem vorigen Landtage waren als Besoldungen oerwilligt für den Corn- tnanbeur b<8 GenSdarmerlecorpS 5400, für bte drei DtstrtctScommanbeure je 4200, 3600 und 3300 A- Außerdem bezog der 1. DtstrtctScommandkur eine persönliche Zu­lage von 200 A. Da derselbe nun inzwischen gestorben ist. ein Grund, auch dem i'tzigen Inhaber der Stelle diese 200 A wieder zu bewilligen, nicht vorliegt, so bean­tragt der Ausschuß, die 200 A Zulage vom Budget abzusetzen.

Ebenso spricht sich der Ausschuß gegen die angeforderte Gehaltserhöhung von 1000 A für den Commandeur be« CorpS aus und führt bafür folgende Gründe an: Wenn auch nicht zu verkennen sei, daß auf die militärische Organisation der GenSdarmerie W-rth gelegt werden müsse und daß dieselbe dadurch namentlich auf dem Lande an Ansehen und Kraft gewinne, so sei doch für eine Mannschaft von 238 Mann die Zahl von 4 Difideren zu groß. SS dürfte wohl eine Einrichtung getroffen werden können, nach welcher 3 Offidere für den Dienst genügten; etwa in der Weise, daß der Com- mandeur deS CorpS zugleich dne der DlstrictScommandrurstellen versieht oder daß au» den jetzigen 3 Distrikten nur 2 gebildet werden.

Die Erwägung dieser Vorschläge deS Finanzausschusses ist von der Regierung ausdrücklich rugesagt wordem ^^bau« ja Dieburg, ist der Ausschuß damit ein­verstanden, daß die Aufseher (Beschließergehülfen) wie In bem LandeSzuchthaus und Gesängniß zu Darmstadt nach einer zur Zufriedenheit rmückgel<gten Probezeit wider­ruflich angefttllt werden, beantragt aber, die Probezeit auf 10 Jahre festzufetzen

" - Von Seiten detz Abg. v. Wedekind ist bei dem Bureau «'ne Interpellation, die Anlage einer Winterhaltestelle (Winterhafen) für Neckarfahrzeuge bei Neckarsteinach bett., cn6rtla^"ünbunfl dieser Interpellation führt der betreffende Abgeordnete die Bereit Willigkeit der nächstinteressirten hessischen Schiffer an, dafür er hebl'che Opfer aus eigenen Mitteln zu dringen, auch fden die -uweist Int-ressttten |u Neckarstrinach zu sehr wertvollen Opfern, wie Beseitigung de» FifchwehrS (Erbleihpacht) und Hin­gabe eines von der badischeu Eisenbahnverwaltung errungenen EntschSdigungSkap.talS für abgetretenes Gelände, vollständig bereit. , ..

Da auch schon eine geeignete Stelle zur Anlage einer solchen Wtnterhaltcftelle gefunden ist, erlaubt sich der Abg. v- Webekind bei Großherzoglicher Regierung anzufragen . »ertigung von Plänen und Kostenüberschlägm, die Erwägungen

und Verhandlnngen in Bettest der Anlage einer Wintnhaltestelle (W-nter, Hafens) oberhalb Neckarsteinachs am sogenannten Fischwasier soweit »e- diehen sind, daß eine deßfallsige Vorlage Großh. Regierung an die Stände baldigst erwartet werden kann?

Darmstadt, 20.Februar. Der Abg. Tecklenburg hat soeben w feiner Inter­pellation über das Beitteibungsonfahren für die Spar- und Leihkossm ^nde» einen Nachtrag eingereicht, bestehend in einem Schre'ben de» Directortz der Svar, und Leihbar.k zu Laubach, Herrn Weber, welches mittheilt, daß die zu Gießen am 12. I. m. ftattflebabtt StrbanbSDtrUmmluTig etnftimmtgm B-lchtutz gefaxt bat, bem »nttage leeflenburg aeoäbren. Dee Antrag bezweckt, denientg-n Sparkassen, welch- si<b°I« G-wet Instüllte und da« öffentliche Intereffe be« Lanbe« bezweckende »nstaltev barst , BeiireibungSverfahren im Administrotiowege zu gestatten. Sfib*na<n

Versammlung waren bte Sparkassen zu Gießen, Butzbach Fdedbera. ^un()fn n(r.A3' Ortenberg, Al-felb Lauterbach, Homberg a.d.O.. Grünberg, Laubach, Hungen, Ulrich, stein, Lang-Göns. Groß-Felda, Schotten und Ncbda.

Berlin 21, Februar. Die HMoll-Commü'ston beendete dte erste '-'ng und nahm die von der freien Vereinigung beantragten Zoll atz. nut 11 gegm 7 Stimmen an. - Leg°ti°n«rath Rudolf L.nvau gehl al« G-°-ral.C°n>ul nach Pefih. '

- Die Commiffion der C°ng°.C°ns-r-n, beendete heute ihre Berathung und genehmigte den von Lambermont über alle von der Lonseren, erledigte arbeiten verfaßten Bericht, der bereit« morgen zur Vertheilung gelangt. Am Montag oder Dienstag findet wiederum eine Sitzung statt.

Neu-Ttrelitz, 21. Februar. Bei der Reichstags-sttchwähl m Malchrn.