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Nurearrr Schulstraße 7.
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Gieß en, am 20. November 1885.
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Konstantinopel, 19. November. (Telegramm der „Agence Havas.") Erwiderung ouf die Depesche der Pforte, beir. das Anjuchen des Fürsten Bulgarien um den Beistand der Türkei gegen dis Serben, hat der Fürst Bulgarien telegraphisch angezeigt, daß er, sowie das bulgarische Volk sich Sultan unterwerfe und daß Rumelien von den bulgarischen Truppen ge-
Nr. 31 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 18. d. M-, enthält:
(Nr. 1626.) Bekanntmachung, betreffend den Beitritt Japans zu der unterm 20. Mai 1875 abgeschlossenen internationalen Meterconvention. Vonr 9. November 1885.
Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann.
Gefunden: 1 Knabenhut, 1 Broche, 1 Notizbuch, 1 Taschentuch, 1 Handschuh, mehrere Schlüssel und Hundeblechmarken.
Gießen, den 21. November 1885. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Fresenius.
Vermischte-.
Marburg, 19. November. Die Leiche des in Wehlheiden Hingerichteten Lieske. wurde der hiesigen Anatomie zugeführt.
»den mit Logis in der M rmiethen- in der Exped- d- Bl.
Re. 27Z. Erstes Blatt. Sonntag den 22. November
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räumt werde. Der Sultan, durch diese Antwort befriedigt, hat unverweilt den
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Lokale-.
föieftett, 21. November. Wie wir aus sicherer Quelle erfahren, halt dte Nesorm- verbindung Adelphia wie in früheren Jahren so auch in diesem einen Ball ab und ;war findet derselbe am 12. December rm Saale des „Hötel zum Emhorn statt.
Telegraphische Depeschen.
Wolfi'S telegr. «orrespondenz - »«rea«.
Wien, 20. November. Die gestrige Meldung der „Times" über ein türkisch- lerbisckes Separatabkommen, bezüglich des künftigen Friedensschlusfes wird von hiesigen -unterrichteten Kreisen entschieden in Abrede gestellt; dieselben nehmen vielmehr an, daß es fick etwaigen serbischen Ansprüchen gegenüber bei dem Friedensschlüsse um die Zu- -stimmung der Signatarmächte des Berliner Vertrags handeln muß.
1 _ Nach Mittheilungen der Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft ift die von
-kem Widdiner Festungs - Kommandanten in den letzten Tagen angeordnete Sperrung -es Donauverkehrs aufgehoben und die Auf- und Abwärtsfahrt der Schiffe wieder
Sofia, November. Von den Deutschen in Sofia werden hier Lazarethe -errichtet und werden für dieselben Mittel erfordert, zu deren Aufbringung man sich durch Aufrufe an die deutsche Wohlthätigkeit wenden will
Sofia, 19 November. Die Serben griffen heute Vormittag den rechten Flügel der Bulgaren an, wurden aber zurückgeworfen. Sie'griffen sodann wiederholt das kentrunr und den linken Flügel an, bis bei Einbruch der Dunkelheit der Kampf eingestellt werden mußte. Eine spätere ausführlichere Meldung besagt: Der Kampf um Slivnitza wurde gestern Morgen um 7 Uhr wieder ausgenommen. .Der rechte Flügel der Bulgaren griff die Serben an, welche sich auf drei Anhohen festgesetzt hatten, und vertrieb dieselben nach einem mörderischen Kampfe. Zugleich eröffnete das Ceittrum der Bulgaren, welches die Verschanzungen betSltvmtza besetzt hielt, em heftiges Feuer aegen die Serben in der Ebene. Alsbald gingen zwei Batarllone^und zwei Batterien in einem vereinigten Angriff mit dem rechten Flügel vor. Die Serben widerstanden Anfangs muthig, mußten aber gegen Mittag ruruckgehen und wandten sich gegen den linken Flügel der Bulgaren, wobei es ihnen durch inzwischen etngetroffene Verstärkungen gelang, den Angriff der Bulgaren zum Stehen zu bringen. Die Verluste sind beiderseits beträchtlich. Die Bulgaren machten 300 Gefangene.
Belgrad, 20. November. Die Kämpfe bet Slivmtza dauern fort, ohne bis jetzt zu einer Entscheidung geführt zu haben. Die Morava-Division rückt über Permk gegen Garaschnin wurde zum König berufen uud hat sich deß-
balb in der vergangenen Nacht mittels Separatzugs nach Pirot begeben.
— Heute trafen 800 Gefangene in Belgrad ein. Der Mißerfolg der Donau- Division wurde dadurch verursacht, daß der Angriff auf die Bulgaren erfolgte, ohne dast die Vereinigung der Armee abgewartet wurde; aus diese Weise geschah es, daß 10 000 Serben gegen 20,000 Bulgaren kämpften und diese nicht zum Ausgeben der allgemeinen Angriffsbewegung zwingen konnten.
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ießener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Gießen, 21. November. sStadtverordnetensitzung vom 19. Novembers Anwesend sämmtliche Herren des Stadtvorstandes.
Das Localdaustatut, speciell die auf Revision durch das Kreisbauamt und die Polneibehörde nöthig gewordenen Ergänzungen und Abänderungen wurden, nachdem sie von der Baudeputation begutachtet worden, heute durchberathen und mit wenigeu Aenderungen nach den Commissionsanträgen angenommen.
Es wurde ein Rescript Großh. Kreisamts Gießen verlesen, nach welchem auf die vom Stadtoorstand beschlossene Aenderung der Badeordnung nicht eingegangen worden ist.
Für Unterbringung der Polizei-Arrestanten wird der Ankauf des irrt alten Arresthaus befindlichen Mobiliars im Betrage von 150.10 je genehmigt.
Die Unterhaltung des Grabes des Prof. Dr. Hundeshagen wird auf städtische Kosten übernommen.
Die Aufbesserung des sich in sehr schlechtem Zustande befindlichen Weges, Eingang Marburger Straße am Hause Nr. 15, kleiner Schwarzlachweg genannt (die darinnen befindlichen Gebäude nunimeriren in der Marburger Straße mit), wird unter Bewilligung der erforderlichen Mittel genehmigt; desgleichen die Errichtung der Aborte zur neuen Stadt-Mädchenschule, veranschlagt zu 4400 JL
Zur Bestreitung der Kosten für die Ausführung der Volkszählung am 1. Deeember dss. Js. soll der erforderliche Betrag in das nächste Budget eingestellt werden.
Sodann kommen noch verschiedene K ostend ^retur en, für Ausführung von. Grenzgängen, nöthige Herstellungen und Reparaturen in der neuen Realschule und im alten Rathhause, zur Genehmigung.
Götzen, 21. November. In der Sitzung Großh. Landgerichts der Provinz Obet Wtt vom 19. November wurden die Namen sämmtlicher, in den vergangenen drei Perioden noch nicht ausgelosten Hauptgeschworenen für die am 14. Deeember beginnenden Schwurgerichtsverhandlungen gezogen:
1. Möller, Ludwig, Mechaniker, Gießen.
2. Wörner, Andreas II., Landwirth, Hoch-Weisel.
3. Armbrust, Will). Christ., in Vilbel.
4. Jung, Caspar IV., Schreinermstr., Klein-Linden.
5. Orbig, August, Quästor, Gießen.
6. Buch, Jacob, Gemeinderath in Hungen.
7. Reif, Heinrich, Pachter in Steinfurth.
8. Halberstadt, Mayer, Fruchthändler, Stockheim.
9. Wittich, Ludw., Agent, Gießen.
10. Vie hl, Carl, Fruchthändler, Rainrod b. Schotten.
11. Schneider, Heinr. II., Landwirth, Ostheim.
12. Dey, Georg V., Landwirth, Nieder-Mörlen.
13. Wenzel, Conrad IV., Wirth, Lang-Göns.
14. Luther, Wilh. II., Landwirth, Blofeld.
15. Gros, Carl, Kaufmann, Friedberg.
16. Lang, Hch., Gemeinde-Einnehmer, Wieseck.
17. Kratz, Peter, Fürstl. Kammerrath, Lich.
18. Rupp, Conrad Jacob II., Dortelweil.
19. Philippi, Dr., Adolf, Professor, Gießen.
20. Bünding, Carl, Landwirth, Nteder-Gemündcn.
21. Hämmerle, Carl, Landwirth, Daubringen.
22. Mickel, Reinh., Ober-Mockstadt.
23. Wenzel, Leonhard, Nieder-Erlenbach.
24. Reinhardt, Aug., Verwalter auf dem Hessenbrücker Hammer.
25. Maus, jun., Heinrich, Landwirth, Lumda.
26. Zöckler, Joh. Conr., Eichelsdorf.
27. Rühl, Heinrich I., Gettenau. *
28. Bender, Heinr., Verwalter, Griedel.
29. Emrich, Theophilus IV., Kaufmann,'.Ortenbcrg.
30. Seiboldt, Wilh. I., Nieder-Eschbach.
— Die durch die Blätter gegangene Notiz, daß der Kraftturner Bohlig in Hamburg in Folge Gelenkrheumatismus an Krücken gehen müfse und ganz schwach und elend sei, ist nicht richtig; Bohlig ist gesund und bereist jetzt eben als Kraftturner Süddeutschland.
Gießen, 21. November. Gestern schon, am 20. November, sogar noch 6 Tage früher als tm vergangenen, dem Schlittschuhlauf so günstigen Winter, konnte dte Eisbahn des Gießener Eisvereins dem Publikum zum Gebrauch übergeben werden und wurde sofort am ersten Tage die Bahn sehr stark benutzt, ein Zeichen, wie glücklich der Gedanke war, diesen Verein zu gründen. An den auf dem Eise sich Vergnügenden vermißten wir fast nichts, als daß dieselben noch nicht recht Discipltn halten. Obwohl es in der am Eisvereinshaus angeschlagenen Polizeiordnung zu lesen tst und tn größter Schrift noch extra dem Publikum durch eine Tafel vor Augen geruckt tst, daß die Eiszeichen und Tagestarten sichtbar zu tragen find; fühlte sich etne große Anzahl von Besuchern nicht bewogen, dieser doch so leicht zu erfüllenden, für die Controle und daher für das Bestehen des EisvereinS, dem man letzt auch sonst noch das Leben schwer zu machen bemüht ist, so nöthigen Anordnung Folge zu leisten. Hoffen wir, daß alle Schichten des Publikums lernen werden, dem Vorstand des Ets- vereins seine Arbeit zu erleichtern, ohne daß derselbe, was sonst ntcht ausbletben kann, zu polizeilicher Erzwingung der polizeilichen Vorschriften zu greifen braucht. .
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Reichstag.
E R Berlin, 20. November. In der heutigen Sitzung des Reichstages stand Lie Wahl des Präsidiums auf der Tagesordnung. Dieselbe hätte innerhalb weniger Minuten durch Acclamation, wie es beabsichtigt war, vollzogen werden können, wenn «ben nicht die Fraction der Welfen gegen die Wiederwahl des bisherigen Präsidenten v Wedell-Ptesdorf Einspruch erhoben hätte, weil dieser in der vergangenen Zession den welfischen Abgeordneten v. Decken nicht gegen den ihm vom Reichskanzler gemachten Vorwurf des Landesoerraths geschützt hatte. Infolge dessen mußte zu der langwierigen Procedur der Zettelwahl geschritten werden, bei welcher die welsischen Abgeordneten weiße Zettel abgaben. Das bisherige Präsidium wurde wtedergewahlt 4mb zwar .«nerr v. Wedell-Piesdorff zum ersten Präsidenten mit 203 Stimmen, tunt ersten Vicepräsidenten Herr v. Franckenstein mit 224 Stimmen, zum zweiten Vicepräsidenten Herr Hoffmann mit 207. Die Gewählten nahmen dte Wahl nut Worten des Dankes an. Zu Schriftführern wurden auf Vorschlag des Abgeordneten Windthorst die Abgeordneten Francke, Porsch, Kochann und v. Kuhnicz Lesigntitt m^gigen Sitzung gelangt das Gesetz, betreffend die Fürsorge für Beamte rmd Personen des Soldatenstandes in Folge von Betriebsunfällen zur Berathung.
In dem Personalbestände des Reichstages haben sich seit dem Schlüsse der vortgen Session außerordentlich wenig Veränderungen vollzogen; die Abgeordneten Mohr, Graf zu Stolberg-Stolberg und Graf v. Saurma-Jeltsch sind gestorben; Abgeordneter v. Bunsen hat sein Mandat niedergelegt; — nach diesen Veränderungen, die durch Neuwahl der Abgeordneten Koerner, Graf Strachnttz und Dr. Barth ausgeglichen, haben die Fractionen gegenwärtig folgenden Bestand: Deutsch-Conser- wative 75 deutsche Reichspartei 28, Centrum 108, Polen 16, Nattonalltberale 50, Deutschfreisinnige 65, Volkspartei 7, Socialdemokraten 24 und Fracttonslose, mit Etn- Ichluß der 15 Elsaß-Lothringer, 23.


