Einzelbild herunterladen

f» g r i le T k

^zeigen. Aki« f8<ände M' « fein« Ilch Heyer.

Ms :%S"

an.

'? Sawnj erf ft

«en

»i

titn

iiani.

ernmster^^ geling ntniKg,* «bi*8 «roB fis j« ri*y aiiAll^ tSÜ?3

dampfen te n M -Reise

5 Amerika

ggSiJ

platz, Sichn. eichelsheim.

ien tz

;r Waaren.

sei, werden steil 5866

jped. d. BI.

enr-Sehtli \ nie. \

Reisende z.A- narren u- Conser- u. 600 Mk- Fixum. JJoJlamJwL- und Werkstätle neinem erkauften 642Z

ässe9 ch in allen dop erarbettev.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Sir. 220

1885

»?** t «chulstraße 7.

®rei> vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. mtt Bringers Durch die Poft bezogen vierte!jährlich 2 Mark 50 Pt

Erscheint tLgliH mit U»<4n«chme deS Ms ntag-

Deutsctzland.

J[ Darmstadt, 20. September. Wie wir bereits vor acht Tagen dl6 bevorstehend zu melden in der Lage waren, sind Seine Königliche Hoheit th?r Großherzog gestern Nachmittag o Uhr über Wien nach der Bukowina dbgereist, woselbst sich der Graf zu Erbach-Erbach bereits seit mehreren Tagen aus seinen Gütern befindet. In Begleitung des Großherzogs ist gestern Nach­mittag auch der Bruder des Grafen zu Erbach-Erbach, Gras Anhur, dorthin oLgereist- Heber die Dauer der Abwesenheit des Großherzogs ist bisher nichts Bestimmtes verlautbart worden, als was wir schon neulich andeuten konnten. Wie erinnerlich, wird demnach der Jagdausflug etwa 14 Tage nähren. Nach der Rückkehr wird der Großherzog, wenn wir anders recht unterrichtet sind, zur Auerhahnbalz nach Oberhessen kommen und in Romrod einen mehrtägigen Aufenthalt nehmen. Auch während der Abwesenheit des Großherzogs verbleibt die Großherzogliche Familie im Jagdschloß WolfS- girten. Zu den vor Kurzem aufgeführten hohen Verwandten, welche sich zu Besuch in Jagdschloß Wolfsgarten befinden, sind inzwischen noch der Schwager und die Schwägerin des Großherzogs, der Herzog und die Herzogin von Eon- niught hinzugekommen.

Die zu Herbst das hiesige Gymnasium verlassenden Abiturienten hdben sämmtlich mit einer Ausnahme die Maturitäts-Prüfung bestanden. Ter eine die Ausnahme machende Schüler war vor einem halben Jahre erst v»n einem benachbarten Gymnasium an die hiesige Anstalt übergegangen, weil er es nicht überwinden konnte, daß er dort ein halbes Jahr zurückversetzt werden sollte. Das sind die Folgen eines falschen Ehrgeizes.

Darurstadt, 19. September. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Mergnädigst geruht:

Am 26. August den außerordentlichen Professor an der Landes-Hniverfität Rostock, Dr. Konrad Hellwig, zum ordentlichen Professor in der juristischen Fikullät der Großh. Landes-Unrversität zu ernennen und in der gedachten Eigen- jchast ru berufen.

Berlin, 19. September. Fürst Bismarck ist Abends um 6 Uhr hier ein.gelroffen.

Chemnitz, 19. September. Die Verhandlung im sog. Socialisten- Srocefe beginnt vor der Strafkammer I des hiesigen Landgerichts am 28. d. Mts.; »o.ii einer Vertagung ist hierorts nichts bekannt.

Stuttgart, 19. September. Der Kaiser ist heute Vormittag 10 Uhr mit dem Königspaar per Bahn nach dem Paradeseld bei Ludwigsburg gefahren. Dos Wetter ist bei bedecktem Himmel angenehm. Der Kronprinz besuchte gestern das Kloster Maulbronn.

Die Parade in Ludwigsburg ist überaus glänzend verlaufen. Nach­dem der Kaiser und der König die Fronten der Parade abgefahren, lichen dieselben, im Wagen stehend, die Truppen defilircn. Der Kaiser fuhr sodann die Fronten der 9000 Mann starken Kriegervereine ab und wurde überall mit großem Enthusiasmus begrüßt. Außer der Königin waren auch die Prinzessinnen aus dem Paradeplatze anwesend.

Zum Parade. Diner waren 200 Personen geladen. Abends fand großer Zapfenstreich sämmtlicher Spielleute und Musik-Kapellen des ganzen Lnnee-Corps statt, welchem der Kaiser und König Karl vom Balkon beiwohnten. Die Volksmaffen brachten Dem Kaiser begeisterte Ovationen dar.

Oesterreich.

Wien, 19. September. DiePolit. Corresp." meldet: Der Erlaß des Hnterrichtsministers an den Statthalter von Böhmen und Mähren weist auf die Zeitungs-Meldungen hin, wonach in einzelnen Gemeinden, worin Volks­chulen mit böhmischer und solche mit deutscher Unterrichtssprache bestehen, be- tteifS des Besuchs einer oder der anderen Schule eine Pression ausgeübt wird mo fordert den Statthalter aus, das diesbezügliche freie Selbstbestimmungsrecht bet Eltern zu wahren, eventuell die bereits vorgenommenen Einschreibungen zu onnuttiren und über die Vorkommnisse und Verfügungen ehestens zu berichten.

Arankrcich.

. Paris, 19. September. Ein Telegramm aus Hue meldet: Heute fand tie feierliche Salbung des neuen Königs unter großen Festlichkeiten statt. kourcy wird am Sonntag nach Hanoi zurückkehren, die politissche Situation gilt als gebessert.

Toulon, 19. September. Gestern zählte man 4 Cholera-Todte.

England.

London, 19. September. DieLondon Gazette" veröffentlicht eine kcnizliche Proklamation, welche das bis zum 31. October vertagte Parlament zum 5. December weiter prorogirt. Eine zweite Proklamation verfügt iie Entlassung Der im Februar mobilisirten Miliz-Regimenter.

Dänemark.

Kopenhagen, 19. September. Der König und die Königin beabsich- bn, sofern keine Hindernisse eintreten, der in Frankreich stattfindenden Hochzeit ta Prinzen Waldemar beizuwohnen.

Kopenhagen, 19. September. Abends fand eine Gala-Vorstellung 'm Löniglichen Theater statt, welcher die königliche Familie beiwohnte. Beim

Eintritt des Hoss ertönten Hochs auf die Königsfamilie und die Gäste, das Orchester spielte die dänische, englische und russische Nationalhymne. Dieselben Ovationen wiederholten sich nach Schluß der Vorstellung und auf der Straße, als Der Hof sich nach der DachtDerschawa" begab.

Italien.

Rom, 19. September. Cholera-Bulletin von gestern: In der Provinz Palermo 221 Erkrankungen, 166 Todesfälle, Genua 1 Erkrankung, kein Todes- fall, Livorno 1 Erkrankung, kein Todesfall, Massacarrara 1 : 1, Parma 14 : 16, Reggio-Emilia 2:1.

~ Die im Golfe von Palermo für Provenienzen aus andern italienischen Häsen eingesührte Quarantäne ist ausgehoben, wenn die Hebersahrt anstandslo- erfolgte, sonst bleibt Die Quarantäne aufrecht bestehen.

Aukgarien.

Sofia, 19. September. DieAgence Havas" meldet: Ein Ukas des Fürsten befiehlt die Mobilmachung Der Armee unD beruft die Kammer auf den 22. d. Mts. nach Sofia ein. Auf die Aufforderung der provisorischen Regie­rung und der ostrumelischen Armee hat der Fürst Varna verlassen und begiebt fich in Begleitung des Präsidenten des Ministerraths nach Philippopel.

Nachrichten aus Philippopel zufolge nahmen die Aufständischen den General-Gouverneur Krestowitsch sGawril) Pascha gefangen.

DieAgence Havas" meldet: Der Gouverneur von Rumelien, Christi Pascha und dessen Regierung sind in Folge einer Erhebung durch ein provisorisches Administrativ-Comitö ersetzt worden, welches einen Aufruf an die Nord-Bulgaren gerichtet hat.

Rumänien.

Bukarest, 19. September. (Telegramm derAgence Havas.") Hier eingegangene Nachrichten sagen, die Rumelier hätten die strategisch wichtigen Punkte der türkischen Grenze besetzt, die Telegraphen-Leitungen zerstört und bie Brücke bei Muftapha Pascha in die Luft gesprengt.

Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. Correspondenz- Bureau.

Stuttgart, 20. September. Se. Majestät der Kaiser wohnte heute Vormittag in der Schloßkirche dem Gottesdienste bei, bei welchem Hofprälat Gerock die Festpre­digt hielt. Nachmittags 2 Uhr begaben sich die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften zu Wagen durch die Stadt nach dem reich geschmückten Stadtgarten. Den überaus glänzenden Zug eröffnete die berittene Stadtgarde. In dem ersten Wagen saßen Se. Majestät der Kaiser und Se. Majestät der König Karl, in dem zweiten Wagen Ihre Majestät die Königin Olga mit Sr. K. und K. Hoheit dem Kronprinzen, darauf folgten Se. K. Hoheit der Prinz Wilhelm mit der Prinzessin Wera, endlich Prinz Wilhelm von Württemberg mit der Prinzessin von Sachsen-Weimar. Auf sämmtlichen vom Zuge passirten Straßen bildete die Schuljugend Spalier. Die dichtgedrängte Bevölke­rung begrüßte Ihre Majestäten und die Fürstlichkeiten mit stürmischen Hochrufen. Im Staotgarten wurden die Allerhöchsten Herrschaften von 200 Ehrenjungfrauen empfangen, eine Deputation derselben überreichte Sr. Majestät dem Kaiser im Wagen ein pracht­volles Kornblumenbouquet. Um 4Vs Uhr fand großes Diner bei dem Prinzen Wil­helm von Württemberg im Königsbau statt. Bei dem gestrigen Paradediner im weißen Saale brachte Prinz Wilhelm von Württemberg im Wanten des Königs, welcher aus Gesundheitsrücksichten ferngeblieben war, einen Toast auf Se. Majestät den Kaiser aus.

Hannover, 20. September. Die heute hier stattgehabte Landesversammlung der national-liberalen Partei war außerordentlich zahlreich besucht. Landesdirektor v. Bennigsen besprach in längerer Rede die Stellung, die Aufgaben und die Verant­wortung der Partei in der Gegenwart und für die Zukunft, erörterte die allgemeinen und die provinziellen Parteizustände, befürwortete ein Zusammengehen aller gemäßigten Elemente und sprach sich gegen das Ueberwuchern des Fraktionsgeistes aus. Dem Reichskanzler werde die Geschichtsschreibung, seine socialpolitische Entschlossenheit, so­wohl wegen des Umfangs als der Art dieser ganz neuen, von ihm aufgerichteten und groß erfaßten Pläne, einen der ersten Ruhmeskränze um die Schläfe winden. Redner befürwortete alsdann als Aufgabe gerade der Monarchie in Deutschland die innere Kolonisation im Osten wr Festhaltung unserer Auswanderer, die Rothlage in Nord­amerika begünstige die demnächstige Wiederaufnahme dieses Planes. Bei der Größe des Pflicht- und Kraftgefiihls in unserem Königthume sei das Vertrauen auf die Zu­kunft vollberechtigt. 9kach weiteren Reden Sattler's und Struckmann's wurde ein­stimmig eine Resolution angenommen, welche sich dafür ausspricht, daß Preußen die Sozialpolitik des Reichs durch gemeinnützige Einrichtungen, durch Maßregeln zur (Sr- Haltung des Handwerks und eines kräftigen Bauernstandes ergänze, welche ferner eine gerechtere Vertheilung der direkten Steuern, sowie die Entlastung der Kommunen und die Fortbildung und allgemeine Duchführung der Selbstverwaltung verlangt. Den Machtansprüchen der römischen Hierarchie sei kraftvoll entgegenzutreten, doch erwarte man von der Initiative der Staatsregierung und ihrer fortgesetzt versöhnlichen Politik, welche die Bedürfnisse einer geordneten Seelsorge für die Katholiken berücksichtige, im geeigneten Zeitpunkte eine Beseitigung solcher als Härten empfundenen maigesetzlichen Bestimmurlgen, deren Aufrechterhaltung das Staatsinteresse nicht gebiete.

Hohenburg, 20. September. Um 10 Uhr fand im hiesigen Schlosse die standesamtliche Vermählung des Erbgroßherzoas von Baden mit der Prinzessin Hilda von Waifau durch denZiadifchen Minister Turban statt; um 11 Uhr erfolgte die kirch­liche Trauung in der Schloßkapclle durch den Wiesbadener Stadtpfarrer Köhler. Dem feierlichen Akte wohnten außer den Eltern des Brautpaares bei: Ter Kronprinz, die Kronprinzefsin sowie Prinz Oskar von Schweden, Prinzessin Friederike von Anhalt, Prinz und Prinzessin Wilhelm von Schaumburg-Lippe, Prinz Nikolaus und der Erb­prinz von Nassau und Prinz Llldwig voi^ Baden. Die jüngsten Prinzessinnen von Schaumburg-Lippe ttugen der Braut die Schleppe. Wad) der Trauung fand ein De­jeuner dinatoire statt, bei welchem der Großherzog den Toast auf das Brautpaar aus­brachte. Die Dörfer in der Umgebung von Schloß Hohenburg sind aus Anlaß der Hochzeitsfeier reich geschmückt und von vielen Fremden besucht. Das Wetter ist prachtvoll.