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Graz, 20. Juli. Die Statthalterei löste den hiesigen deutschen Verein wegen Ueberschreitung seines statutenmäßigen Wirkungskreises aus.

Noueir, 20. Juli. Heute Vormittag brach in der Rue Annens Feuer aus, welches fortdauert. Sechs durch ihr Alter bemerkenSwerlhe Gebäude sind zerstört, kein Menschenleben ist zu beklagen.

London, 20. Juli. DerStandard" will behaupten, daß Rußland, obwohl es auf der Position bei Zulfikar bestehe, in Wirklichkeit Meruschak begehre und daß Meruschak, gegen die Anerkennung der Rechte des Emirs von Afghanistan auf Zul- sikar, an Rußland abgetreten werden dürfte.

Der ,Daily Telegraph" folgert aus seiner Behauptung, daß die numerische Stärke der russischen Truppen am Herirud das strikte Friedensbedürfniß übersteige, daß die Regierung Rußland wohl noch um weitere Erklärungen über die Truppen- verstärkuugen angehen werde.

10 Millionen Mark.

Ein Rückblick auf die Wiener Betrugs -Affairen.

Eine Reihe der großarttgften Betrugs- und Defraudations - Affairen, wie sie sonst während der Dauer mehrerer Jahre nicht zu verzeichnen gewesen sind, hat sich bekanntlich in Wien innerhalb eines Zeitraumes von kaum zehn Monaten abgespielt. Es ist sicherlich nicht unintereffant, eine statistische Zusammenstellung des hierbei in Frage gekommenen Geldbetrags in übersichtlicher und chronologischer Folge zu geben, und wir führen in Nachstehendem rekapitulirend die einzelnen Fälle an. Es ist ein überaus interessantes Tableau, das sich da entrollt. Die unselige Gier nach raschem und leichtem Gelderwerb, sie war in den meisten Fällen die treibende Kraft, welche die Verbrechen zeitigte. Noch läßt sich nicht in allen Fällen, da die einzelnen Untersuch­ungen noch nicht sämmtlich ihren Abschluß gefunden haben, die genaue Summe be­stimmen; immerhin haben wir in unserer Zusammenstellung auch dieser Affairen als dazu gehörig erwähnt.

Gewissermaßen den Beginn der großen Defraudations-Epoche machte der Unter­schleif, den der Geschäftsführer des Hauses I. und L. Lobmeyer, Namens Johann Deibele, gegen Ende October v. I. begangen hat. Derselbe hat sich nämlich eine Summe von nahezu 360,000 «X widerrechtlich angeeignet. Fast um dieselbe Zeit wurden zwei große Wiener Bankinstitute, nämlich die Unionbank und die anglo- österreichische Bank, durch die beiden Anglo - Amerikaner und berüchtigten Fälscher John Colemann und Arthur Acocks durch Eskomptirung falscher Doten der Bank von England um die Summe von 44,000 X geschädigt.

Unstreitig den ersten Rang bei diesen Angriffen auf fremdes Eigenthum nehmen aber die Niesen - Defraudationen bei dem Wiener Giro- und Kassenverein und bei der niederösterreichischen Eskomptegesellschaft ein. Am 16. December v. I. wurden bei dem Wiener Giro- und Kassenverein eine Defraudation in der Höhe von 334,000 X und sechs Tage später bei demselben Institute ein Unterschleif von 186,000 X entdeckt. Die erste dieser Defraudationen wurde von dem Bureauvorsteher Eduard Baldey, die zweite von dem Director Johann Lucas verübt. Bei der uiederösterreichischen Eskompte- Gesellschaft, bei welcher die durch den stellvertretenden Director Lucas Jauner be­gangene Defraudation am 18. December v. I. zu Tage kani, wurde der ziffermäßige Schaden mit 4,118,000 X angegeben. In dieser Summe ist aber der ganze Um­fang der geschäftlichen TranSaction nicht inbegriffen, und inan muß nothwendiger- weise den Betrag von vier Millionen werthloser Accepte, die im Portefeuille des Eskompteurs Heinrich Kuffler gefunden wurden, mit einbeziehen.

Zu Beginn des Jahres 1885 wurden die Unterschlagungen, welche Börsen- comptoir-Jnhaber zum Nachthelle ihrer Eommittcnten ausfühlten, der Reihe nach auf­gedeckt. Zuerst, und zwar am 12. Januar, erfolgte die Verhaftung des Bankgeschäfts- Inhabers Theodor Noderer. Derselbe unterschlug eine Summe von 94000 X. Nach Noderer sah sich die Polizeibehörde veranlaßt, gegen L. F. Weymann einzuschreiten. Diesem fällt der Unterschleif von 96,000 X zur Last. Am 31. März wurden die Chefs des Bankhauses Hoffmeister u. Eomp., nämlich Rudolf Hoffmeister und Moritz Reich, wegen Unterschlagung einer Summe von 260,000 X, und Anfangs April Maximilian Breitner, Börsencomptoir-Jnhaber, wegen Unterschleifs eines Betrages von mindestens 140,000 X verhaftet. Zwischen der Defraudation Weymann's und Hoff- uleister's bemächtigte man sich der Person des Eduard Beimel, Vermalter zweier Kranken- und Leichenbestattungsvereine, der 34600 X veruntreut hatte.

Am 29. April wurde die Untersuchung gegen den Obmann des Fünfhäuser AtännergesangvereinsFrohsinn", Adolph Knauer, eingeleitet, welcher mehreren Freunden eine Summe von 7200 X herausgelockt hatte. Deei Wochen später, nämlich am 15. Mai, wurde der ungarische Advocat Paul Jhupansky verhaftet, weil er auf Grund gefälschter Hypothekenscheine der österrsichischen Bodencreditanstalt ein Hypothekar- Darlehen von 240,000 X entlocken wollte. Dieser Inhaftnahme folge am 23. des­selben Monats die des Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Johann Pawlik, der die Wittwen-Societät des Wiener medicinischen Doctoren - Collegiums um eine Summe von 10,000 X schädigte. Vierundzwanzig Stunden darauf wurde Gustav Schadlbauer, Chef der FirmaLeopold Schadlbauer's Sohn", gefänglich eingezogen, weil er mit seinem Eommis Paul Hörmann der Central-Bodencreditbank ein Hypothekar-Darlehen von 120,000 X herausgelockt hatte. Am 14. Juni entdeckte man die Defraudation bei der allgemeinen Depositenbank in Höhe von 109,756 X. Der Schuldige, der interimistische Leiter der Wechselabtheilung dieses Instituts, Carl Harres, sowie seine muthmaßlichen Mitschuldigen, Carl Solterer und Paul Hübery, wurden verhaftet. Am 19. Juni machte der pensionirte Ministerialrath Joseph Mozart bei der Polizei­behörde die Anzeige, daß ihm sein Privatsecretär, der Sollizitator Franz Grill, eine Summe von 340,000 X unterschlagen habe. Am 6. Juli gelangte der Unterfchleif Michael Schiemer's, am 7. der Unterschleif des Vertreters der Uhrenfabrik JacqueS Wolff u. Sohn in Chaux de Fonds, Edmund Weiß, und des Bankgeschäft-Inhabers Ernst Steckhan zur Kenntniß der Polizeibehörde.

Schiemer wird beschuldigt, der Fragner-Genossenschaft, deren Vorstand er war, ungefähr 6000 X unterschlagen zu haben, Weiß schädigte seine Chefs um 24,000 X und Steckhan einen Hausbesitzer in Steiermark um 120,000 X.

Von den hier Angeführten sind Johann Deibele, Arthur Acocks, Ludwig Ferdinand Weymann, Adolph Knauer, Franz Grill, Michael Schiemer und Edmund Weiß flüchtig. Colemann wurde bekanntlich zu acht, Baldey zu sieben, Theodor Noderer zu fünf Jahren, Beimel zu achtzehn Monaten und Paul Zhupansky zu vier Jahren schwerem Kerker verurtheilt. Lucas Jauner und Johann Lucas entzogen sich deni strafgerichtlichen Verfahren durch Selbstmord. Gegen Heinrich Kuffler, Rudolf Hoff­meister, Moritz Reich, Maximilian Breitner, Dr. Johann Pawlik, Gustav Schadlbauer, Paul Hörmann, Karl Harres, Karl Solterer, Paul Hübery und Ernst Steckhan ist die Untersuchung noch im Zuge.

In Summa beträgt der Schaden, welchen die angeführten Institute, Vereine und sonstige Privatpersonen erleiden, mehr als 10 Millionen Mark.

In dieser Summe sind selbstverständlich .nur jene Fälle inbegriffen, die zur behördlichen Anzeige gelangten. Sehr häufig aber werden bekanntlich im Wege des Ausgleiches derleiUnregelmäßigkeiten" geordnet. Mehr als zehn Millionen in einem Jahre, das ist aber auch eine schöne Leistung.

Wir sehen darin einen schlagenden Beweis für die trostlosen Zustände in Oesterreich.

Lokale-.

Gieße«, 21. Juli. Tagesordnung für die Stadtoerordneten-Sitzung am Donnerstag -en 23. Juli 1885, Nachmittags 4 Uhr.

1. Vergebung einer Pfründe der Löber'schen Stiftung.

2. Wahl der Mitglieder der Einschätzungs-Commission für die Einkommen­steuer und Kapitalrentensteuer.

3. Gesuch des I. D. Schenk um Erlaubniß zur Abhebung eines städtischen Rains.

4. Die Unterhaltungspflicht des Fiscus in Bezug auf Pflaster und Gossen vor­dem Kreisamtsgebäude.

Gießen, 21. Juli. Bezugnehmend auf die uns noch vom vorigen Jahre in bester Erinnerung stehenden Concerte der Frankfurter Jugendcapelle in Pöschel's Bierhalle können wir constatiren, daß in dieser gut akustischen Halle die Leistungen der jugendlichen Künstler vortrefflich zur Geltung kamen. Da nun Herr

Kruse mit seiner Jugendcapelle für morgen nach Marburg engagirt ist, so wird er, um die Rückreise zu ersparen, heute in obengenanntem Local ein letztes Concert bei ermäßigten Preisen veranstalten. (Siehe Inserat.)

Gießen, 21. Juli. Gestern Nachmittag gegen 5 Uhr bot sich den Besuchern der Badeanstalten ein interessantes Schauspiel dar. Das Wasser der Lahn war circa Vr Meter gefallen und in Folge dessen so niedrig, daß man unterhalb der Brücke fast trockenen Fußes den Fluß passiren konnte. Wodurch das Wasser so niedrig wurde, stellte sich bald heraus: Die obere Mühle war eingestellt und an der unteren Thüre und Thor geöffnet.. Ob dieses Verfahren während der Badezeit so recht am Platze ist, dürfte zu bezweifeln sein. Auch sollen viele Fische bei dieser Affaire zu Grunde gegangen sein.

Der Mainzer Liederkranz, unter Direction des Herrn Capellmeifters Heinr. Rupp stehend,, veranstaltet nächsten Sonntag den 26. Juli im Kursaale zu Bad Nauheim ein großes Vocal- und Instrumental - Concert, bei welchem mehrere namhafte Solisten Mitwirken werden. Das Programm wird dieser Tage ver­öffentlicht.

Vom Turnfest in Dresden wird uns unterm 19. Juli berichtet: Der gestern Abend in der in jeder Bniehung ganz imposant erbauten Festhalle abgehaltene Commers verlief glänzend und werden wir später einen ausführlichen Bericht geben. Erwähnt sei, daß mindestens 20000 Personen in der Festhalle waren. Heute Morgen 8 Uhr fand die Sitzung des Preisgerichts statt und wurde noch bestimmt, daß beim Gewichtstemmen mit Rücksicht auf die Schwierig­keit zwei Fehler nachgesehen werden sollen. Beim Kunstturnen soll auch mit </> ge- werthet werden. Tas Musterriegcnturnen beginnt heute Mittag 5 Uhr. Der Festzug, welcher sich heute Morgen kurz nach 11 Uhr in Bewegung setzte, war in jeder Be­ziehung imposant und dürfte an Größe rc. alle vorausgehenden bedeutend übertreffen; derselbe währte ca. 3 Stunden in der größten Hitze; die Haltung aller Betheiligten war trotzdem bis rum Schlüsse eine musterhafte, wie auch das liebenswürdige Entgegen­kommen der Dresdener Einwohnerschaft ein ganz bewunderungswürdiges ist. Unter allen Turnern, deutschen als Ausländern, ist nur eine Stimme, daß die Feststadt Dresden in ihren Arrangements in jeder Beziehung alle ihre Vorgänger überboten hat und das in sie gesetzte Vertrauen vollständig rechffertigt. Soeben, 4 Uhr, werden die Freiübungen ausgeführt, welche exact ausfallen. Das Weltturnen beginnt morgen früh 6 Uhr mit 500 Wettturnern. König Albert trifft unter Jubel auf dem Fest- platze ein.__________________________________________________________________

Universität-- Chronik.

Der Archäologe vr. L. Mayer, bekannt durch seine Arbeiten mit Schlie­mann in Griechenland, weilt gegenwärtig in Freiburg, um den literarischen Nachlaß des verstorbenen Reichstags-Abgeordneten Dr. Ed. Lasker zu sichten. Die Arbeit des Dr. L. Mayer wird mehrere Wochen in Anspruch nehmen, da der verstorbene Parlamentarier eine ungemein reichhaltige Bibliothek und auch eine größere Anzahl werthooller Manuscripte hinterlaffen hat.

Verwifedte-

Darmstadt, 18. Jilli. Im Laufe des zweiten Quartals 1885 sind von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog u. A. nachstehende Stiftungen und Vermächtnisse bestätigt und hierdurch die betreffenden Behörden zu deren Annahme ermächtigt worden: Das Vermächtniß der Wittwe des Steuerraths i. P. Konrad Rötzel zu Darmstadt an die Gemeinde Eichelsachsen zu Gunsten der Schule und des ersten Lehrers daselbst, im Betrage von 3428.57 X Die Schenkung des Rentners Dr. Rieger an die evangelische Kirche zu Alsbach, zur Herstellung einer Kirchenheizungseinrichtung im Betrage von 200 X Die Schenkung zweier Ungenannten an das Institut der Englischen Fräulein zu Mainz, im Betrage von 4000 X Die Schenkung des Jakob D. Mayer in Frank­furt a. M. an die israelitische Religionsgemeinde zu Worms, im Betrage von 6000 X, zum Zwecke der Armenunterstützung. Die Vermächtnisse des zu Alzey verstorbenen früheren Apothekers Wilhelm Stamm zu Gunsten der Realschule zu Darmstadt, int Betrage von 2000 X, und der Realschule zu Alzey, im Bettage von 1000 X Die Schenkung des katholischen Pfarrers Ludwig zu Lorsch an die katholische Kirche daselbst, als Beitrag zu den Kosten des Ankaufs einer Hofraithe zu Zwecken der Kleinkinder- schnlc und der Krankenpflege, im Betrage von 1000 X Das Vermächtniß des Apothekers Wilhelm Stamm zu Alzey an die Landes-Universität Gießen, int Betrage von 10,000 X, zum Zweck der Stiftung eines Stipendiums für einen Studirendcn der Chemie aus dem Großherzogthum.

Mainz, 19.Juli. Heute Mittag kurz vor 1 Uhr brach in der an der Finther- straße in der Nähe des christlichen Friedhofs gelegenen Bauschreinerei und Kisten­fabrik der Firma Gaible u. Co. auf eine bis jetzt noch nicht aufgeklärte Weife Feuer aus. Heute Vormittag wurde noch in der Fabrik gearbeitet, um 12 Uhr begaben sich die Arbeiter nach Hause, so daß aller Wahrscheinlichkeit nach in Folge der Unachtsam­keit eines der Arbeiter der Brand, der zuerst an der an das Maschinenbaus anstoßenden Schreinerwerkstätte ausbrach, entstanden ist. Mit riesenhafter Schnelligkeit verbreitete sich das Feuer bald über das ganze ausgedehnte Fabrikgebäude, genährt durch die un­geheuren Holzvorräthe; außerdem waren in der Fabrik ein großer Vorrath von Par- quettajeln und die fertigen Schreinerarbeiten von drei Neubauten vorhanden; nur mit äußerster Anstrengung der Feuerwehr gelang es, das einige Dieter von dem Fabrik­gebäude entfernt liegende Bureau der Fabrik, welches noch rasch ausgeräumt worden war, zu retten, obwohl das einstöckige Bureaugcbäude stark in Mitleidenschaft gezogen wurde; von der Fabrik selbst konnte gar nichts gerettet werden, alles, selbst die Dampf- und Schneidemaschine sind total vernichtet und bildet das ganze Terrain ein Bild der vollständigen Vernichtung. Hinter dem Fabrikgebäude, über 50 Meter entfernt und getrennt durch den sog. Wildgraben, war die Hitze so stark, daß zwei daselbst befindliche kleine Gebäulichkeiten ebenfalls Feuer fingen und nur durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr, welche mit einer großen Anzahl Spritzen arbeitete, konnten diese Gebäu­lichkeiten, aus welchen die Einwohner bereits ihr Hab und Gut gerettet hatten, von der Zerstörung bewahrt bleiben. Ein Glück war es, daß das Fabrikgebäude vollständig isolirt stand, der Brand hätte sonst sicher größere Dimensionen angenommen, trotzdem sind eine große Anzahl Bäume verbrannt; an einem über 100 Meter entfernt gelegenen Weinberge wurden durch die Hitze die Blätter gedörrt und mehrere Feuerwehrleute, die mit Löschen beschäftigt waren, haben empfindliche Brandwunden durch die Hitze davongetragen. Der verursachte Schaden beträgt ca. 50,000 X und war die Fabrik bei der Magdeburger Feuerversicherungs-Gesellschaft versichert.

Die Freiübungen sind soeben, 5 Uhr, beendet und ausgezeichnet ausgcfübrt worden. Es betheiligten sich daran ca. 5000 Turner. König Albert nebst Geinablin und der Prinz von Altenburg nebst Gemahlin und Gefolge wurden auf dem Fest­platze unter dem Jubel aller Anwesenden empfangen. Der Königin wurden von Turnern Sträuße überreicht. Am Festzuge waren zwischen 20000 bis 25 000 Turner betheiligt.

Daß selbst ein König vor heirathslustigen Damen nicht sicher ist, mußte jüngst die braune Afrikanische Majestät Massala, welche in Antwerpen zum Besuch der Ausstellung weilt, erfahren. Massala, der sich besonderer Gunst der Damenwelt erfreut, hat kürzlich die Eroberung einer Engländerin gemacht, welche ihm schrieb, daß ihre Vermögensverhältnisse glänzende seien, sie selbst nicht mehr jung, aber wo hl- erhalten sei und sie dem Könige, falls er sie zu sich erheben wolle, eine Mitgift von fünfzigtausend Pfund zubringen könne. Der König, der sichtlich geschmeichelt war, ließ der Dame durch den Dollmetscher einen Brief schreiben, in welchem er ihr mitlheilt, daß er vor der Hand feinen neuen Ehebund schließen könne, da er für seinen Aufent­halt in Europa mehr als genug Frauen mitgebracht habe. Falls ihr aber die Dtänner dieses Stammes überhaupt gefielen, so möge sie nur eine Auswahl treffen, dieser Heirath stehe bann nichts im Wege. Da in der Eongo-Abtheilung der Antwerpener Ausstellung bis jetzt keine Verlobung gefeiert worden, scheint die englische Julia auf diesen Ausgleichsvorschlag ihres Romeo nicht eingegangen zu sein.

Der Herzog von Malborough hat kürzlich eine Galanterie gegen eine Tarne thcucr bezahlen müssen. Derselbe besuchte in Begleitung einer Lady die Gewächshäuser des Kunstgärtners Cowles in London. Plötzlich blieb die junge Tarne mit einem Schrei der Verwunderung vor einer ins Lila spielenden großen Rose stehen, die in­mitten eines Blumenparterres stand. Der Herzog pflückte sie und überreichte sie galant seiner Begleiterin; am nächsten Tage übersandte ihm der Gärtner eine Rechnung zur Zahlung von 150 Pfund Sterling für die Rose. Der Herzog weigerte sich, diese Summe zu erlegen, der Gärtner ward klagbar und sagte vor C)ericht:Die Rose wac