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Erstes Blatt
Samstag den 19. December
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BreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinqrrloch«. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montag-.
Bnreanr Schulstraße 7.
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Die internationale Militär - Commission ist heute
Belgrad, 17. December.
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Darmstadt, 17. December. Se. Königl. Hoheit der Grobherzog haben Allergnädigst geruht:
Am 9. d. Mrs. den Disirictseinnehmer der Districtseinnehmerei Westhofen, Rendant Georg Göbel, aus sein Nacksiuchen wegen geschwächter Gesundheit unter Anerkennung seiner treugeleisteten Dienste in Den -Ruhestand zu versetzen;
den Districttzeinnehmer der Districtseinnehmerei Grebenhain, Philipp Adolph Kratz, und den Districtseinnehmer der Districtseinnehmerei Lauterbach, Ludw. Hohler, m gleicher Diensteigenschaft in die Districtseinnehmerei Oppenheim, bezw. Westhofen, zu versetzen;
den Finanzaccessisten Georg Schäfer aus Schaash-im und den Haupt» steueramts-Assistenten 2. Klasse bei dem Hauptsteueramte Mainz, Ph. Dieter, zu Districtseinnehmern der Distcictseinnehnlerei Fürth, bezw. Grebenhain — zu ernennen.
Italien.
Rom, 17. December. Heute sand im Vatikan in Gegenwart des Kardinal-Staatssecretärs Jakobmi und mehrerer Kardinäle die Unterzeichnung des auf Grund der Vermittelungs-Akte des Papstes in der Karolinensrage vereinbarten Protokolls durch den preußischen Gesandten v. Schlözer und den spanischen Botschafter Marquis v. Molins statt.
— Bei dem Kardinal-Staatsseccetär Jakobmi findet heute ein Diner statt, zu welchem alle bei dem Vatikan beglaubigten Diplomaten eingeladen sind und an welchem außerdem die Kardinale Simeoni, Howard, Schiasfino, Blanchi und Parocchi, sowie viele andere geistliche Würdenträger theilnehmen.
— Die „Amtliche Zeitung" veröffentlicht ein Dekret vom heutigen Tage, durch welches der Botschafter Graf Corti von Konstantinopel nach London versetzt wird.
Paris, 17. December. Es verlautet, die Regierung habe beschlossen, auf der Creditforderui'g von 75 Millionen zu bestehen und jede Reduction als Ausdruck eines
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Gotthai^.^^, 1? D^Eber. Die Mitglieder der internationalen Militär - Commission sind um Mitternacht mit einem Expreßzuge nach dem Kriegsschauplätze
Tadels anzusehen.
— In Folge Steigens der Seine senkte sich ein Brückenbogen des Pontneuf, wodurch auch eine Senkung der Fahrbahn herbeigeführt wurde. Der Verkehr auf der Brücke ist in Folge dessen untersagt, auch sonstige Sicherheitsmaßregeln sind getroffen worden. , _ . ... , ..
Petersburg, 17. December. Baron Jonnm rst anläßlich fernes heutigen fünfzigjährigen Dienstjubiläums vom Kaiser eine Tabatidre mit seinem Porträt in Brillanten verliehen worden. Die Dienstcollegen des Jubilars brachten ihm eure Schreibmappe mit den Bildnissen Resselrode's, Gortschakow's, Giers', sowie die Büsten des Kaisers Nikolaus und der beiden Alexander dar. Sämmtliche anwesenden auswärtigen Vertreter machten demselben Gratulationsbesuche.
Charkow, 17. December. Die Besserung in dem Befinden,der ^rau Paulus Lucca schreitet fort; dieselbe gedenkt demnächst, ohne ihre Concertreise zu beenden, nach Wien z^rück^ukeh^^ $eccm&en sTelegramm der „Agence Havas".j Madjid Pascha wird heute hier erwartet. Nach einem hier verbreiteten Gerücht hätte sich Oesterreich
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England.
London, 17. December. Die „Pall Mall Gazette" glaubt zu wissen, Gladstone habe bezüglich Irlands folgende Absichten: Ein irisches Parlament in Dublin, welchem die vollständige Controls der irischen Angelegenheiten zustehe, wobei die Ausübung des Vetorechts der Krone lediglich aus den Rath des irischen Ministeriums geschehen kann; die irischen Deputirten werden auch ferner- hin im englischen Parlamente ihren Sitz behalten, um an der Reichsgesetzgebung tbeilzunehmen; die englische Polizei roiro gänzlich unter irischer Controls stehen. Parnell müßte eine ausreichende Garantie für den Schutz einer loyalen Minorität geben und das legitime Recht der Grundbesitzer gewährleisten.
. Amerika.
New Bork, 17. December. Nach einer Depesche aus San Francisco entdeckte die Polizei dort eine socialistische Verschwörung zur Ermordung des Gouverneurs von Kalifornien und anderer hervorragender Bürger. Mehrere Verhaftungkn sind vorgenommen worden.
Washington, 16. December. Im Senat ist auch ein Gesetzentwurf eingebracht, betr. die freie und unbegrenzte Ausprägung von Silber-Dollars.
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Lokales.
# Gießen, 18. December. sWeitcres Verzeichniß der Sitzungen des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen vom 4. Vierteljahr 1885.]
Montag den 21. December, Vormittags 9 Uhr. Angeklagte: Elise Ulrich von Vilbel, wegen Kindesmords. Vertheidiger: Rechtsanwalt Baist. Die Anklage vertritt Gerichtsassessor Seeger.
Dienstag den 22. December, Vormittags 9 Uhr. Angeklagter: Wilhelm Jndcrthal von Rödgen, wegen Körperverletzung mit tödtlichen Erfolg. Vertheidiger: Rechtsanwalt Dr. Dittmar. Die Anklage vertritt Erster Staatsanwalt Zimm er - ni ann.
Gießen, 18. December. Schwurgerichtsverhandlu ng am 17. l. Mts., Vormittags, gegen Christian Wenzel's Wittwe von Wallernhausen wegen Kindes- tödtung.
Dieselbe war beschuldigt:
daß sie im September 1885 zu Wallernhausen als Mutter ihr uneheliches Kind in oder gleich nach der Geburt vorsätzlich rfttödtet habe.
Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage und wurde demgemäß die Angeklagte in eine Zuchthausstrafe von 4 Jahren, abzüglich 2 Monaten Untersuchungshaft ver- urthetlt, ihr auch die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren aberkannt.
— Schwurgerichtsverhandlung am 17. l. Mts., Nachmittags, gegen Jakob Menges von Pfiffligheim wegen Brandstiftung.
Menges war angeklagt:
daß er am 22. November l. I. in der Nähe von Lang-Göns einen Dorrath landwirthschaftlicher Erzeugnisse, welcher fremdes Eigenthum war, nämlich einen dem Johannes Müller XXIII. von Lang-Göns gehörigen Haufen Stroh, vorsätzlich in Brand gesetzt habe.
Die Geschworenen erklärten den Angeklagten für schuldig. Eine Frage auf mildernde Umstände war nicht gestellt. Derselbe wurde in eine Zuchthausstrafe von 2Va Jahren verurtheilt, ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren abgesprochen und auf Zulässigkeit von Polizeiaufsicht erkannt.
Gießen, 17. December. Der konservative Verein hat in seiner heutigen Sitzung bezüglich des Vorschlags: die Presse bei bedeutenderen Artikeln zur Namensnennung (resp. Unterschrift) zu verpflichten, eine Resolution einstimmig gefaßt, daß darin trotz mancher Bedenken ein erhebliches Mittel zur Verbesserung und Hebung der Press' zu erblicken sei.
' —'"In der gestrigen geheimen Sitzung der Stadtverordneten wurde der seitherige provisorische Verwalter der Stadtkasse, Herr Hch. Enders, Neffe des verstorbenen Stadtrentmeisters Enders, definitiv zum Stadtrechner erwählt.
— Ein Bettler, welcher gestern in einem Laden am Seltersthor um ein Almosen ansprach und dabei eine Tasche entwendete, wurde beigesteckt.
— Durch das Hcrunterfallen und Zerplatzen einer Petroleumlampe entstand gestern Abend in einem Geschäftslocale der Schulstraße ein kleines Schadenfeuer, welches jedoch von Nachbarn baldigst unterdrückt wurde.
— Ein geisteskranker Lehrer aus München mußte gestern Abend in Polizei- Gewahrsam genommen werden.
bei Serbien für eine Räumung des Widdingebicts seitens der Serben verwandt. Man glaubt hier, , daß im Falle einer Bestätigung dieses Gerüchts eine Beilegung des serbisch-bulgarischen Conflictcs sich leicht würde herbeiführen lassen, da die bulgarische Negierung ihrerseits alsdann zu einem beschleunigten Abschlüsse des Friedens geneigt sein würde.
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«jießener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Der Mordprozeß Herbst vor dem Mainzer Schwurgericht.
(Von unserem Special-Correspondenten.)
O. K. Mainz, 17. December, Morgens.
III.
Die gestrige Nachmittagssitzung wurde um 3'/r Uhr eröffnet und im Nu waren der imposante Schwurgerichtssaal und die Gallerien bis auf das letzte Plätzchen besetzt, während Hunderte von weniger glücklichen Neugierigen in den nächsten Straßen sich drängten und die Passage völlig versperrten, so daß ein Durchkommen kaum möglich war und die Polizei alle Hände voll zu thun hatte, den stetig sich erneuernden und verstärkenden Strom der Gaffer in seinen Schranken zu halten.
Das Zeugenverhör beginnt mit der Vernehmung des Uhrmachers Kindlinger, bei dem Herbst seiner Zeit eine Uhr für die Wothe gekauft hat. Die Staatsanwaltschaft benützt diese an und für sich unwichtige Thatsache, um auf das intime Verhältniß des Angeklagten zu der Wothe hinzuweisen, für dessen ehemalige Existenz das für die Verhältnisse des Herbst theuere Geschenk einen erneuten Beweis liefert. Es folgen zwei belanglose Zeugenaussagen. Der Zeuge Anton Lieb, ein früherer Bekannter Herbst's, sagt aus, daß er dem Angeklagten am Morgen nach dem Morde, gegen 8 Uhr„ in der Fürstenbergerhofgasse mit einer schweren Reisetasche auf der Schulter begegnet sei. Ein Gefängnißgenosfe Herbst's, der Taglöhner Adam Runkel, deponirt, daß der Angeklagte eines Tages im Zuchthause gesagt habe: „Wenn ich diesmal herauskomme, dann stelle ich was an, wie ich noch nichts angestellt habe!" Zeuge Luft, bei dem Wothe früher gearbeitet, hat bei diesem ein großes Messer mit Säge gesehen, mit dem jedenfalls die Zerstückelung der Leiche desselben Seitens des Mörders ausgeführt worden ist. Fragliches Messer war nach dem Morde verschwunden. Der Vertheidiger legt entschieden Verwahrung dagegen ein, daß die Staatsanwaltschaft sich Beweiswürdigung der Zeugenaussagen gestatte; das sei ausschließliche Sache der Geschworenen.
Der Angeklagte behauptet, das im Besitz des Wothe gewesene Messer fei nicht so groß und stark gewesen, als man es darstelle. Er verfolgt dabei jedenfalls die Absicht, der Annahme entgegenzutreten, daß die Zerstückelung der Leiche mit diesem Messer hätte vorgenommen werden können. Zeuge Möhn, Bürgermeister von Laubenheim, bespricht sehr detaillirt die Vorgänge bei der Verhaftung des Angeklagten in Laubenheim, indem er besonders betont, daß dieselbe nicht auf direeten Verdacht der Täterschaft Herbst's bei den ihm (dem Zeugen) noch gar nicht bekannten Morden, sondern auf das auffällige und verdächtige Benehmen des Angeklagten hin erfolgt fei. Tr wollte gerade den Verhafteten wieder entlassen, da machte ihm ein Laubenheimer, der in Mainz gewesen war, Mittheilung von den Morden und fügte hinzu, daß ein gewisser Herbst, der aus Mainz geflohen fei, als der Verbrechen dringend verdächtig verfolgt werde. Die Personalbeschreibung des angeblichen Thäters, die der Laubenheimer Bürger dem Zeugen machte, erweckte in demselben den Verdacht, daß der Verhaftete, der sich Müller (!) genannt hatte, mit dem Gesuchten identisch sei. Er ließ ihn vorführen und bemerkte ihm, er halte ihn für den gesuchten Herbst, den Mörder
stimmen i \\ u. auf E'mzd-11 ;r u. auswärts, ieparaturen tadelloser, feinster I durch 4834 I olph, Giessen, imenlen-Lager.
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Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. Eorresporrderrr - Brrreair.
Berlin, 17. December. Der Bundesrath nahm den Gesetzentwurf in Betreff der Regelung der Rechtspflege in den deutschen Schutzgebieten mit geringen Modi- ficationen an.
— In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten - Versammlung wurde der bisherige Vorsteher-Stellvertreter Büchtemann mit 63 von 110 Stimmen zum Vorsitzenden bis Jahresschluß gewählt. 40 Stimmen fielen auf Stryk. Büchtemann nahm die Wahl dankend an mit der Erklärung, die Geschäfte im Sinne Dr. Straßrnann's führen zu wollen. , „ r
17. December. Der iLlanderath genehmigte gleich dem Nattonal- ' rath einen erstmaligen Credit von 500,000 Francs für militärische Sicherung des
? Anzeigen.
z Dienstmädchen zum gesucht.
xyed.-d. Bl. I
ein junges Mädchen ucht von
), Ludwigsslraße 57 I
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■, her to- Belgrad, 17. December. C.v ...............—.....--- --..........— ■
Mittag hier eingetroffen und nach kurzem Aufenthalte nach Risch weitergereist.
17 ff.a nerliintet die Reaieruna habe beschlossen.


