Ausgabe 
19.7.1885 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

n im

Utlb

Sw oblirte 2:m ~

Neigen.

irdia

^Maht. Mam ^bganüspuUle her ^iinshohe neleoen llc. ^richtunc,. auj- nS*/unbiielllr «Mitum beftens. Aner 1 oO. $er.

am Bahnhof, ^ean Mer-ard.

Mädchen aus guter ,u ^khreibeu erfaß: einem Colonial- oder In der Erp. b. Bl.

° 19. M: iWesIpUil

)n der Lahnbrucke.

er Borstand.

V- Jet-Kettr gestern lchen Badeanstall lie- en Belohnung abzu-

. »rf

in */> ' 20

eigns 16 gl

>les::

4

Weund Hausarbeit. Erped- dL.

und Blei sten'Preise >nnfN Zufall» Tei, Neven SauejL HtE-l, Zarnenstiefel iS Rothenberger, Neuemveg^^

isch, Englisch,

ST5. latuw «

n OM ßO6

3.-^

Aug«

'ZN. brauner Hund msen- Neustadl 49.

offer sucht

Hin ff, Siidanlage. igen Erde zum 'M- en. I. Lchmückn. itt gute erste , Näheres bei .erger, Lindenplah. MenZeügMe!^ auf sofort für Eng- e Hinreise, guter Lohn, s zum nächsten Mitt- r schriftlich bei Herrn a machen

Nr. 16» Erstes Blatt. Sonntag den 19. Juli 188K

Meßmer Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Erscheint mit >«$ WtenUg*.

«fritre*« : Schul'stratze 7.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

I. V.: Kraemer.

tdi viertel fährlich 2 Mork 20 Pf mit Brinqertvtz» Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 W.

1 Shawl, 1 Schürze.

zugelaufen: 1 Stallhase. Gießen, am 18. Juli 1885.

Gefunden : 2 Portemonnaies mit Inhalt, 4 Taschentücher, 1 Cigarrenspitze, 1 Henkelkorb, 1 Lebertasche mit Inhalt, 1 Lorgnette, 1 Buch,

Deutschland.

Koblenz, 16. Juli. Die Kaiser!. Majestäten unternahmen heute Abend von 7 bis 8 Uhr noch eine gemeinschaftliche Spazierfahrt; um 9 Uhr 30 Min. verlieb Se. Maj. der Kaiser Koblenz, um sich mittelst Ertrazuges direct nach Konstanz zu begeben.

Hesterreich.

Wien, 14. Juli. In der jüngsten Zeit ist von einzelnen jugendlichen Heißspornen an der Wiener Universität der Versuch gemacht worden, dem Deutschen Schulverein", der bedeutendsten und wichtigsten Errungenschaft, welche das deutsche Volk in Oesterreich bis jetzt zu verzeichnen hat, wenigstens zum Theil eine judenfeindliche Färbung zu geben. Dieakademische Ortsgruppe des Deutschen SckulvereinS" in Wien faßte nämlich in einer Vollversammlung den Beschluß, keine Juden als Mitglieder auszunehmen, und erregte durch den­selben großes Aussehen und Mißbilligung. Man muß dabei berücksichtige«, daß, wie die Rechnungen und Einnahme-Bestätigungen des Deutschen Schulvereins klar Nachweisen, das jüdische Element, besonders in Nieder-Oesterreich, nicht Unerhebliches leistet. Der Vorstand des Deutschen Schulvereins wurde, als der Beschluß der akademischen Ortsgruppe bekannt wurde, angegriffen, weil er nicht gegen denselben sofort eingeschritten sei. Heute hat nun auch Dr. Weitlof, der Präsident des Deutschen Schulvereins, im Namen des Ausschuffes die Erklärung abgegeben, daß sie, sobald die akademische Ortsgruppe nach den Ferien wieder vollständig versammelt sein werde, den Versuch machen würden, dieselbe zur Zu­rücknahme ihres Beschluffes wegen der Ausschließung d-r Juden zu veranlassen, und daß man, so lange dies nicht geschehen sei, diese akademische Ortsgruppe nicht als einen Zweigverein des Deutschen Schulvereins ansehen werde, in dem Platz sein müsse für Juden wie Judenfeinde. Damit ist die Angelegenheit soweit beigelegt, als es zur Stunde anging. Wie nothwendig und bedeutungsvoll die Thätigkeit und Unterstützung des Deutschen Schulvereins ist , beweist u. A. die traurige Leidensgeschichte einer deutschen Schule in Königgrätz, über welche die heutigeDeutsche Zeitung" einen ausführlichen Bericht enthält. Ohne das Entgegenkommen des Militär-Commandos in Königgrätz, welches für die deutsche Schule eines der militärischen Gebäude zur Verfügung stellte, und ohne bte Un­terstützung des Schulvereins wäre es den maßlosen czechischen Treibereien gewiß gelungen, der einzigen deuschen Schule in Königgrätz, die aus einer Privatschule Oervorgegangen, den Garaus zu machen. Denn was sowohl von Seiten der Gemeindebehörden, als auch von dem k. k. Bezirks-Schulinspector gegen die Fortdauer und Entwickelung dieser Schule geschehen, spottet jedweder Beschrei­bung, und man darf die ernste Erwartung aussprechen, daß sowohl das Unter­richts« Ministerium, als auch das Ministerium des Innern sich mit der Auffassung, welche die Czechen in Königgrätz über die Gleichberechtigung beider Nationen zu hegen scheinen, etwas eingehender beschäftigen werde.

Telegraphische Depeschen.

Wolsf'S telegr. Eorrefpondtnr-Bureau.

Konstanz, 17. Juli. Seine Maj. der Kaiser, Allerhöchstwelcher die Reise von Koblenz hierher obne Unterbrechung zurückgelegt, ist heute Morgen 8 Uhr im besten Wohlsein hier eiugetroffen. Ihre Kgl. Hoheiten der Großherzog und die Frau Groy- herzogin erwarteten Se. Majestät am Bahnhofe und geleiteten Allerhöchstdenselben zum Dampfschine, mittelst dessen die Fahrt nach der Mainau angetreten wurde, wo die Herrschaften um 9 Uhr landeten. .

Se. Majestät der Kaiser, Allerhöchstwelcher mittelst Extrazugs von Koblenz Punkt 8 Uhr hier eintraf, wurde am Bahnhöfe außer von dem Großherzoglichen Paare von den Spitzen der Behörden empfangen. Vom Bahnhof bis zum Hafen bildete die gesammte Schuljugend Spalier und eine vieltausendköpfige Menge begrüßte den Kaiser mit endlosen Hochrufen. Auf dem Oberdeck des reichbewimpelten Dampfbootes stehend, fuhr Se. Majestät unter den abermaligen Ovationen der zahllosen Menschenmenge um 8V2 Uhr nach der Mainau ab.

Berlin, 17. Juli. DerReichs - Anzeiger" veröffentlicht das Lehrer- pensionsgesetz. t .

Wien, 17. Juli, Nachdem die Verhandlungen zwischen der Regierung und der Nordbahn beendet sind, beschloß die Direction der Nordbahn, in der zweiten Hälfte des Monats August eine außerordentliche Generalversammlung einzuberufen, welcher ein Antrag auf Annahme des vom Reichsrathe abgeänderten Uebereinkommens vor- aelegt wird. , ,,

Bern, 17. Juli. Der Bundesrath beschloß, zu dem Eongrefie, welcher anläß­lich der Feier der 50jähriaen Eröffnung der belgischen Eiseiibahnen in Brüssel am 8. August zur Prüfung und Verbesserung der im Bau begriffenen und im Betrieb be­findlichen Eisenbahnen Zusammentritt, eine Vertretung abzuordnen.

Paris, 17. Juli. Wie es heißt, wird der Senat die Budgetberathung am 27. ds. Bits, beginnen. Die Kammern würden somit nicht vor Anfang August aus- einandergehen können. Die Zeitungen folgern hieraus, daß die allgemeinen Wahlen nicht vor Ende September stattsinden werden.

Lokale-.

Gießen, 18. Juli. lStadtverordnetensitzung vom Donnerstag den 16. Juli, Nachmittags 4 Uhr.j Anwesend: Herr Bürgermeister Bramm, von Setten der Stadtverordneten die Herren: Baist, Georgi, Gr u ne berg, Haust ein, Hornberger, Kauf, L'üdeking, Ad. Noll, L. Petri II., Scheel, Schopbach, Simon und Vogt. . ;

Der erste Punkt der Tagesordnung, Vergebung einer Pfründe aus der Löber'schen Stiftung, wurde, da 3 Eingaben Vorlagen, für welche die Abstimmung Stimmengleichheit ergab, auf eine demnächltige Sitzung verschoben, da nur emei der Petenten berücksichtigt werden kann. . , , , f .

Die Vergebung der Hast'schen Stistungszinsen wurde durch geherme Abstimmung an 10 der vorgeschlagenen bedürftigen Leute beschlossen.

Der neue Brunnen der Quellwasserleitung in der Neustadt wird anstatt an bem Pistor'schcn Garten, gegenüber an Oswald's Garten, Ecke der Nordanlage, zu errichten genehmigt. t . _ ,. < &

Bur Erbauung eines Schlachthauses werden die Bedingungen und Kosten­voranschläge genehmigt und beschlossen, die Arbeiten in Submission zu vergeben und die Submissionsausschreiben alsbald vorzunehmen. Desgl. zur Erbauung einer Turn­halle bei der neuen Schule an der Westanlage. (Ist bereits geschehen.)

Eine beider Betonirung des Stadtringgrabens an der vr. Schuler scheu Besitzung durch den Einsturz eines Theils des Eanals nothwendig gewordene Vrleoei- herstellung im Taglohn wird genehmigt. . ...

Ebenso werden die etwa 100 Jtl betragenden Kosten zur Beseitigung der 10)00-- lichen Ausdünstungen aus dem Scho or grab en auf eine Eingabe des Kiel-o- gesundheitsamtes hin, zur Genehmigung vorgelegt und von der Versammlung gut- geOetBem^ ber Ostanlage, hier die Baufluchtlinie gegenüber den Kauf'-

schen Häusern, wird nach einem vorgelegten Plane genehmigt. n , .. c

Die Anlegung neuer Schießplätze. Die Anlage soll parallel ntt den bestehenden Schießständen und dem Anneröderweg geschehen. Auch sollen m dem Pacht­vertrag die Vorschläge Großh. Oberförsterei Gießen Ausnahme finden.

Die Gradeleguiig der Wies eck hinter der Gassabrik auswärts soll, da in diesem Jahre die Pachten der anliegenden städtischen Grundstücke zu Ende gehen und dadurch etwaige Unannehmlichkeiten mit^chtern wegsallen, vorgenommen werden salls sonstige Anlieger nicht zu weitgehende Forderungen stellen: auch dieser Antrag eihalb die Zustimmung der Versammlung.

General Conrey telegraphirte gestern, daß er sich nach Haiphong zu einer Besprechung mit den Divisionsgeneralen begebe und bei der Rückkehr nach Hue werde er die Häfen Anams besichtigen. r . .

Rom, 17. Juli. Ter Papst empfing Erzbischof Melchers in besonderer Jubicn^^^ Yl. Juli. Unterhaus. Unterstaatssecretär Bourke erklärte, die Re­gierung werde ihr Möglichstes chun, um die baldige Emission der cgyptischen Anleihe herbeizusühren. Die Unterhandlungen seien noch im Gange. Hicks-Beach theilte nut, in Betreff Afghanistans seien keine weiteren ^tachrichten eingegangen. Bei dem Em pfange der Deputation der Londoner Eity unter Führung des Lordmayors äusser e der erste Lord der Admiralität, Hamilton, die englische Regierung beabsichtige, die Marine durch eine Elassificirung der Panzerschiffe und Anschaffung von mehr Torpedos zu verbessern. t t. .... .

Oberhaus. Harrowby theilte mit, dass die Regierung nut der Prüfung bet,

Vertheidigungszuftandes der Küste und der Handelshäfen Englands beschäftigt sei. Er hoffe, bald eine darauf bezügliche Erklärung abgeben zu können. Die localen Be- ftrebungen würde sie durch Torpedoboote und Kanonenboote unterstützen, ^er Zu­stand der Flotte sei ebenfalls Gegenstand sorgfältiger Erwägungen, um Verbesierungen berbeizuführen. Die Regierung hoffe, durch solche Maßnahmeii den Frieden bestens zu sichern. Die Regierungs-Vorlage, wonach der Verkauf von Pachtgutern an Pächter in Irland dadurch erleichtert werden soll, daß der Staat den Pächtern den gesainmten Kaufschilling gegen 4 Procent Zinsen vorstrcckt, wurde in erster Lesung

London, 17. Jul!.Daily Telegraph" zufolge hat fein wirklicher Vorstoss der Russen in der Nähe von Zulsikar stattgefunden imb ist der Paß selbst von Russen nicht besetzt. Die Berichte über die numerische Stärke der russischen Truppen bei Zul- fikgr seien übertrieben. Die englische Negierung habe sich von der russischen Ncgwriing Erklär erbeten uif ervorgeboben, daß jede Vermehrung der russischen streit- fräste in dieser R'iZtikn^mmöglich als freundschaftliches Dorgeheii betrachtet ,verden könne. Die meisten heutigen Morgenblätter fassen die Lage ruhiger ans und meinen, es sei keine ernste Ursache für eine Kriegsbefürchtung vorhanden. DieTimes" hofft, der Umstand daß England die Schwierigkeiten, welche Rußland in der Beilegung des afghanischen Grenzstreites in den Weg stelle, lebhaft fühle, werde einen ernüchternden Ginfluß auf die Diplomaten und militärischen Staatsmänner Rußlands ausuben. England sei verpflichtet, durch alle in seiner Macht stehenden Mittel für den Emir zur Sicherheit von Herat die Erfüllung der Zusage zu erlangen, welche Rußland machte, als Gladstone's Kabinet offen die Vorbereitungen für die Eventualität eines Kfie- 13lJ Petersburg, 17. Juli. DasJournal de St. Petersbonrg" stellt gegenüber den irrthümlichen Auffassungen über Zulficar die Thatsachen fest, indem es sagt. Wenn wir lins an die Karte des Capitäns Peacock halten, so i)t Zulficar das Zwischen Herirud und dem Fuße des Gebirges liegende Thal. 3)1011 sollte annehmen, daß ge­rade dieses der Punkt sei, in welchem sich England dem Emir gegenüber engagnt habe; Rußland wenigstens verstand in dieser Weise die Bezeichnung von Zulficar, als es im Princip zustimmte, diese Position dem Emir zu überlassen; es konnte aber Nicht glauben, daß England sich Afghaiiistail gegenüber auch in Bezug aus me Tefileen engagirt habe, welche sich von bem in Frage stehenden Punkte in der Richtuiig nach Osten erstrecken und noch den Gegenstand von Verhandlungen zwischen den beiden Regierungen bilden.