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Lothringer, hierzu kommen 22 zum Hören von Vorlesungen Berechtigte, so daß an den teueren überhaupt theilnehmen 822. Die theologische Fakultät zählt 77, die juristische 171, die medicinische 222, die philosophische 149 und die naturwissenschaftlich-mathe­matische 181 Zuhörer.

Erlangen, 11.Juni. Die Immatrikulationen für das gegenwärtige Sommer- Semester haben zum ersten Male seit dem Bestehen der hiesigen Universität die .Hahl 800 nicht nur erreicht, sondern auch überschritten (mit 810 gegen 720 des vorigen Sommer- und 760 des letzten Wintersemesters). Bayern und Nichtbayern sind dabei in annähernd gleichen Summen vertreten (412 Bayern, 398 Nichtbayern). Znrn weitaus größten Theile gehört der Zuwachs der theologischen Fakultät an mit 401 -Hörern (170 Bayern und 231 Nichtbayern). Auch die juristische Fakultät hat mit 103 Hörern (93 Bayern, 10 Nichtb.) etwas zugenommen. Medicinische und philo- svphische Fakultät zeigen diesmal einen fast unveränderten Präsenzstand. Die erstere zahlt 192 Studirende (100 Bayern, 97 Nichtbayern). In der philosophischen finben sich 30 studirende der Philologie und Geschichte (16 Bayern, 14 Nichtbayern), 5 Philo- fapben (Ntchtbayern), 5 Mathematiker und Physiker (4 Bayern, 1 Nichtbayer), 47 Chemiker und Studirende der Naturwissenschaften (18 Bayern, 29 Nichtbayern), 22 Pharmaceuten (11 Bayern, 11 Nichtbayern).

Jena, 13. Juni. Der verstorbene Wolfgang v. Goethe hatte seine Privat­bibliothek der Universität Jena vermacht. Dieselbe ist, wie dieWeim. Ztg." berichtet, am Mittwoch übernommen worden und gestern nach hier abgegangen.

Vermischte-.

Darurstadt, 16. Juni. Nach der amtlichen Statistik der evangelischen Landes­kirche des Großherzogthums kamen im Jahre 1883 auf hundert Eiviltrauungen 81,8 kirchliche Trauungen durch evangelische Geistliche. Die durch Geistliche anderer Gon- fci-sionen vollzogenen Trauungen, namentlich von Mischehen, konnten nicht ermittelt werden und läßt sich dieserhalb nicht genau seststellen, wie groß die Zahl derjenigen ist, dir sich mit der bürgerlichen Trauung begnügt. Aehnlich verhält es sich mit den Tnufen. Hier ist nur zu constatiren, daß die Zahl der Taufoerweigerungen durch die Eltern von den Pfarrämtern auf 6 angegeben wird.

Die Nestaurirung und innere Ausstattung des Großhcrzoglichen Schlosses Nomrod in Oberhessen, welche seither unter der Leitung des Hofbauraths Melior in Wdingen gestanden hat, ist neuerdings dem rühmlichst bekannten Architecten Seydl in München übertragen worden. Man^gibt sich daher der Hoffnung hin, daß das in baulicher Hinsicht höchst interessante Schloß aus dem Proceß des Ausbaues als ein wahres Bijou heroorgehen werde.

Frankfurt, 17. Juni. Heute Abend um ein Viertel nach neun Uhr ging über untere Stadt ein ungeheurer Wolkenbruch nieder. Schon etwa eine Stunde vorher hatte es auf fast allen Seiten in der Ferne stark gewettert. Schnell ballten sich die Wolken zusammen. Das Unwetter begann mit einem leichten Hagel; aber bald kam mir RegeN-Und in solchen Massen, daß es ganz unmöglich war, die Ströme zu durch­dringen. Sturzbäche füllten die Straßen und jn vielen Häusern drang schnell das Wasser durch die Decken und in die Keller. Im Casä 9teuf brach sich das Wasser in ungeheuren Strömen durch die Decke über dem Buffet; in wenigen Minuten war der halbe Saal überschwemmt. Gin Dachkändel war verstopft gewesen und da hatten sich bis Wassermassen auf der Saaldecke gesammelt. Im (Safe Bauer drang das Wasser biurd) einen Ganaleinlauf in eineu, Keller und plötzlich, zum Schrecken der Gäste, wurde von hier aus der Eingang vom ^>chillerplatz und die nächstliegende Ecke des Saals Überschwemmt, so daß man es für nöthig hielt, die Feuerwehr herbei zu rufen. Im Wintergarten wurde die Lichtdecke durchbrochen; vor dem hereinbrechenden Wasser wußten die Gäste auf die Galleric flüchten. In mehreren Straßen sahen wir, wie die Lrute ihre Keller leerten. Auch der Maschinenfaal der Druckerei derFranks. Zeitung" jsl Überschwemmt. Noch hören wir, daß am Friedberger Thor und auf dem Peters- kirchhofe kleinere Bäume durch' das flnthende Wasser entwurzelt morden sind und in einer Gartenwirthschaft in der kl. Eschenheimergasse hat nicht der Blitz, sondern wahr­scheinlich der kolossale Wasserdruck einen kräftigen Kastanienbaum zerstört, dessen Aeste uirb Zweige den größten Thcil bes Gartens bedecken. Wir fürchten, daß morgen noch ganz andere Hiobsposten eintreffen werden. Sind) in Mainz hat man den Wolken- ' Inmch gehabt.

Eine weitere uns gewordene Zuschrift lautet:

Alle Gewalten des Himmels fdücnen heute Abend entfesselt! Ein Gewitter von seltener Heftigkeit begann kurz nach 9V2 Uhr, um gegen 10 Uhr seinen Höhepunkt zu erreichen. Ein wolkenbruchartiger Regen sandte Wassermassen herab, die in Kurzem bie Straßen Frankfurts anfüllten sie glichen einem See, -- alle und jede Eom- iniunication war fast unmöglich. Nod) jetzt, nad) Mitternacht, arbeitet die Feuerwehr uwablässig und wird noch lange zu thun haben, um niedrig gelegene Parterreloealitäten, in denen Tische und Stühle umherschwimmen, vom Wasser zu befreien. Die Keller firab meist angefüllt.

Hanau. Die Brandstätte der bedeutenden Gauff'schen Brauerei und der Gast- ivi.rthschast zur Krone bietet ein wahrhaft erschreckliches Bild. Von der schönen Brauerei selbst ist nichts übrig geblieben als ein rauchender Trümmerhaufen, unser schöner Kronensaal, wo schon so unzählige Festlichkeiten abgehalten worden waren, ist ver- sch wunden, von der Facade nach der Krämerstraße steht nichts als im Parterre bis zuM ersten Stocke die leeren Wände, so daß von einem Wirthschastsbetrieb gar nicht mehr die Rede sein kann, denn nur ein Neubau kann auf der Stätte, wo das schreck­liche Element gehaust, entstehen. Aus den luftigen Böden, die sich über der Brauerei befanden, lagen ca. 800 bis 1000 (Beniner Malz im Werthc von ca. 10,000 X; in der

Malzdarre entstand der Braud und griff mit rasender Schnelligkeit und Gewalt turr k y* 1-1 ^eni großen Saale der Krone war reichliches Material an Bühne, Tischen unb Banken ?c. und unsere hiesige Feuerwehr, die mit bewundernswürdiger An­strengung arbeitete, konnte dem tobenden Elemente wenig Einhalt thun und den Brand eben nur lokalifiren. Wie sehr fühlbar war bei diesem schrecklichen Brandunglücke der Mangel einer Wasserleitung, um bereit Einführung unsere Einwohnerschaft schon feit fo langer Zeit lameiitirt. And) bis zu dem ersten Eingreifen unserer Feuerwehr dauerte es ziemlich lange, bis Wasser kam. Wenn auch die beiden so schwer heim- gesuchten Bierbrauer Gauff und Restaurateur Klee versichert sind, so sind doch die Verluste für beide Theile sehr groß und nod) kaum zu berechnen. G. wohnt nun bei Verwandten unb K., welcher nichts rettete, als was er auf dem Leibe trug, im Hotel Karls berg.

,sDas verschwundene Gespenst.) Eine große Anzahl Gaste sv erzählt die WochenschriftWas Ihr wollt" sind bei einem Hofbesitzer zu Besuch; die Frau vom Hause sieht sich genöthigr, einige der Gäste imSpuckzimmer", wo es um Mitter­nacht nicht richtig ist, unterzubringen. Da einige der Gäste in der Nachbarschaft Logis nahmen, blieb ein junger unverheiratheter Prediger allein übrig, dem also das vor­erwähnte Zimmer angewiesen wurde. Diesem ward jedoch nichts vom Spuck, der dort nächtlicher Weile getrieben wurde, erzählt. Der Hausherr unb seine Gattin wie die übrigen Gäste fragten alle neugierig, wie er geschlafen hatte. Am dritten Tage fragte der Prediger, weßhalb sie sich alle so angelegentlick) nach seinem Schlafen erkundigten, und erzählte nun der Hausherr, daß vor 200 Jahren einer feiner Ahnen sich in diesem Zimmer entleibt hätte.Wie sah er denn aus?" fragte der Prediger.Ein alter, hagerer Bauersmann, altmodisch gekleidet", war die Antwort.Ja, diesen sah ich; gleich in der ersten Nacht erschien er vor meinem Bette."Was thatest Du bann?" ,,Ich Wrang aus dem Bette, nahin^eine Subscriptionsliste aus der Rocktasche unb bat ihn, einen Beitrag für das neue ^chulhaus zu zeichnen. Da verschwand er und ick) sah ihn nicht wieder."

Amalie Joachim.

*** .Die allgütige Segenspenderin Natur, welche stets bemüht ist, jedem Menscheu- kinde Glücksgüter in den L>chooß zu streuen und ihren Lieblingen den Weg zum Heil zu bahnen, bat aber auch ganz besonders bevorzugte Kinder, die sie verhätschelt und mit dem köstlichsten beschenkt, was auf Erden nur zu bekommen ist.

Gin solches edles Geschenk ist des Gesanges Gabe, welches gehegt und gepflegt und mit Sorgfalt verwerthet, angethan ist, Tausende von-Herzen zu entzücken und somit eine hehre Priesterpflicht zu erfüllen, nämlid) die auf dem Altäre der Göttin Musik zu opfern.

Als eine Priesterin derselben im wahrsten Sinne des Wortes darf Frau Amalie Joachim gelten, welche sich auf der Höhe eines ruhmvollen, lorbeerreichen Lebens be­findet und zu den seltenen Künstlerinnen zählt, welche eine wirklich vortreffliche Alt­stimme ihr eigen nennen.

Wo Umfang, Kraft, Zartheit, Seele und Modulation mit einander im Gesänge Hand in Hand gehen, da kann man getrost von einer phänomenalen Erscheinung unserer Zeit sprechen; denn wenige Sängerinnen und insbesondere Altstimmen können das Maß der Vollkommenheit beanspruchen, welches der Frau Joachim von allen Seiten mit Reckt zuerkannt wird.

Die Künstlerin, zu Marburg (Oesterreich) geboren, fand schon als kaum den Kinderschuhen entwachsenes Mädchen ihres lieblichen Gesanges wegen reiche Verehrung und feierte später als Opernsängerin, besonders in Wien und Hannover, die höchsten Triumphe. Sie riualifirte mit Den besten Gesangsgrößen und konnte sid) einer Artöt, Lucca ober Mallinger würdig anreihen. Was diese mit ihren vergötterten Svpran- ftimmen zu Stande brachten, das gelang jener mit ihrem immensen und doch ge­schmeidigen Alt.

Nach ihrer Verheirathung mit Jos. Joachim, dem berühmten Geigenvirtuosen, verließ sie die Bühne, um als Concert- und Oratoriensäugerin den Ruhm ihres Gemahls zu theilen. Leider war aber die Ehe keine glückliche und mußte endlich bitrd) einen Scheidungsproceß aufgelöst werden.

lleberatt wo Amalie Joachim nunmehr erscheint, findet sie wieder enthusiastische Aufnahme und wir dürfen unserem Goncertverein Glück wünschen, daß es ihm gelungen ist, sie zum 24. Juni für die Musenstadt Gießen zu gewinnen.

Kandel und Verkehr.

Limburg, 17. Juni. Rother Weizen X 1600, weißer Weizen X 0000, Korn X 11 30, Gerste X 9.30, Hafer X 7.45, Kartoffeln ä 100 Pfund X 0.00, Erbsen ä 100 Pfund X 00.00.

Frankfurt, 17. Juni. Auf dem heutigen Markt kostete der Gentner Heu X 2.503.10, Stroh X 2.002.40, Eier das Hundert X 4105.30, Butter 1. Qualität X 0.90, 2. Qualität X 1.05, Kartoffeln per Gentner X 2.502.75, Kohlrabi 610H pr. St., Erbsen 0,50 Kg. 0.180.22 X, Rothkraut pr. St. 0000 H, awfyaX 1.502.00, 1 Ente X 2.003.50, 1 Taube 4060 H, Hahn X 1.902.50, ans X 610.00, Welsche X 5.00-10.00.

Temperatur der Lahn und der Luft

nad) Reanmur gemessen am 18. Juni, zwischen 11 unb 12 Uhr Mittags.

Wasser 161/»0, Luft im Schatten 111/2°.

L. Ehr. übfamen, Turn- und Schwimmlehrer.

Heugras- Vcrsteigermig.

Dienstag den 23. d. SRV

Vormittags 10 Uhr, fott das Heugras von den Gemeinbe- iniefen zu Inheiden an Ort und Stelle öffentlich versteigert werden.

Inheiden, den 17. Juni 1885. Großh. Bürgermeisterei Inheiden.

______________Rei tz^_________4537

Dienstag den 23. Juni d. I., Nachmittags 2 Uhr,

Derben im Hause des Herrn H. Strauß, Ecke der Flügelsgasse

Sopha, Koinmode, Kleiderschrank, Spiegel, Küd;enschrank mit Gla^auf- satz, sowie Weißzeug, Bettdeck- Unb Kissenüberzüge, Tischtücher, Servietten, Handtücher, Leintücher u. dgl.

neurfteigert. 4549

Jeikgeöotenes.

44544 Eine große Parthie ächte

Dderndarser Dicku>ur;pflan)en

abzugeben Johs. Balser, Gärtner, Wiiieseckerweg 24.

Allgemeiner Anzeiger. TEUTONIA,

AUg. Renten-, Capital- u. Lebensverfichrrungsbavk in Leipzig, errichtet 1852.

Einrichtung der steigenden Dividende- Folge davon: Fortgesetzte Erniedrigung der Beitragszahlungen bei zunehmendem Alter. Die Dividende für das Jahr 1884 beträgt beispielsweise für die Versicherungen mit Dividendeberechtigung. welche abgesdflossen wurden

im Jahre 1873: 29,93 Procent der Jahresprämie

1863: 57,14 1853 : 84,35

Dabei sind die Prämien von vornherein wesentlich niedriger als bei anderen Gesellschaften für Versicherungen mit Anspruch auf Dividende-

Alles Nähere aus den Statuten und Prospecten! 4545

Zur Vermittelung von Versicherungen empfiehlt sich

die Hauptagentur von Ferd. Hoffmann in Gießen.

Vorzügl. Exportbier aus der Brauerei Löschhorn's Nachfokaer in Frankfurt a. M., per Flasche SS Ffg. frei in's Haus geliefert, empfiehlt

J. H. Hiesselbach,

4372 Stadt Cassel,

GemüseMnzen

bei C. Fietsch,

Nahrungsberg.

4553] Dickwurzpftanzen zu haben bei P. Ruckelshausett, _ _____Schloßgasse 15.__

4481 Ein Clavier billig zu verkaufen bei Georg Noll, Gärtner,

Licherstraße 3.

Dickwurzpflanzen, im Felde gewachsen,

alle Kohlpflanzen, piquirte Selleriepflanzen

zu haben aus dem Hardthof bei Gießen-,___________________4548

Ein Halbverdeck ist zu verkaufen. Zu erfragen bei Lehr- schmied Mohrmann.____________ 4529

Schöne Dickwurzpflaiycn

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4533 Zwei Treppen, sowie drei große Oleander billig zu verkaufen. Grünbergerstraße 20. ~4546] Dickwurzpftanzen, sowie'Ge- urüsepftanzen verkauft

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