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Die finanziellen, colonialen, religiösen und administrativen Fragen bilden die wichtigsten Sorgen des Landes. Es sei erforderlich, das Budget in solider Weise herzustellen. Unglücklicher Weise berühre die Krisis gewisse Theile der öffentlichen Einnahmen. Für die Mehrausgaben, welche durch die Ausgaben zur Bestreitung der bekannten militäri­schen Expeditionen und die für die Schuldentilgung erforderlichen Summen entstanden sind, werde eine Ausgleichung geschaffen werden müssen. Die Regierung würde nicht zögern, wenn es erforderlich sein sollte, an die Steuerkraft des Landes zu appelliren. Die Colonialpolitik berührend, weist die Erklärung die Politik des Aufgebens zurück und giebt der Hoffnung Ausdruck, daß die guten Erfolge des Protectorats über Annam sich bald bestätigen und gestatten werden, einen Theil der Truppen zum Frühjahr zurückzuziehen. In Hue werde ein Resident eingesetzt werden, welcher die gleichen Befugnisse habe, wie dies in Tunis der Fall ist. Die Erklärung spricht sodann von den Gesetzvorlagen und Geschäften, welchen sich die Kammer zu widmen haben werde. Für Madagaskar werde die Regierung ungesäumt die erforderlichen Credite fordern, sie werde bei dieser Gelegenheit alle einschlägigen Details mittheilen. Die religiöse Frage anlangend, so erwähnt die ministerielle Erklärung die Einmischung des Klerus in die Wahlen. Einer Trennung der Kirche vom Staate scheine die Majorität der frönzösischen Bevölkerung nicht zugeneigt, es sei daher eine eingehende Beratung dieser Frage in der nächsten Session nothwendig. Inzwischen werde die Regierung sich bemühen, dem Clerus Achtung vor den Gesetzen aufzulegen. Die ministerielle Er­klärung erwähnt endlich die Reinigung des Beamtenstandes, die als eine schwere und langwierige Aufgabe bezeichnet wird und schließt mit der Aufforderung zur Mitwirkung an Alle, welche Frankreich und die Republik erhalten wissen wollten. Die Erklärung wurde vom Centrum mit Beifallskundgebungen, von der Linken mit Lärm ausgenommen. Die Kammer vertagte sich hierauf auf nächsten Donnerstag.

Paris, 16. November. Das Schweigen der ministeriellen Erklärung über die Amnestiefrage macht bei den Parteien der Linken ungünstigen Eindruck. Die Intran­sigenten bereiten einen Amnestieantrag vor.

Der Ministerrath beschloß heute Vormittag einstimmig, jeden Antrag auf Erlaß einer Amnestie zurückzuweisen; nur Begnadigungen einzelner Personen sollen erfolgen.

Paris, 15. November, Abends. DerTemps" erklärt es für unbegründet, daß der Minister des Auswärtigen, Herr v. Freycinet, sich in der Amnestiefrage im Gegensätze zu dem Ministerpräsidenten Brisson befinde; Freycinet habe nur verlangt, daß diese Frage vor einer definitiven Entscheidung noch weiter erörtert würde.

Sofia, 16. November. Anscheinend beabsichtigen die Serben im Laufe des gestrigen Tages die Passage zwischen den Straßen von Trn und Zaribrod zu forciren, um die schwierigen Stellungen von Trn und Dragoman im Rücken anzugreifen. Es bestätigt sich, daß den Serben an letzterem Punkte ihre Absicht theilweise gelang; viel­leicht konnten die Bulgaren auf dieser Seite heute Morgen mit den cingetroffenen Verstärkungen wieder die Offensive ergreifen, wenn nicht, sollte im Laufe des Tages eine concentrirte Stellung bei Slivnitza, hinterwärts von Dragoman, bezogen werden. In der Richtung von Trn scheint die feindliche Bewegung bisher wenig erfolgreich. Die der Zahl nach stets schwächeren Bulgaren leisteten mit dem größten Muthe Wider­stand, ein Bataillon hielt den wiederholten Angriffen zweier serbischen Regimenter Stand, wich nicht vom Platze und brachte den Serben empfindliche Verluste bei. Es heißt, den bulgarischen Truppen an der Grenze bei Widdin sei es gelungen, dort vorzudringen und die Serben auf serbisches Gebiet in den District Zajcar zurück­zuwerfen.

Sofia, 16. November. Ter Fürst begibt sich nach Slivnitza. Das Haupt­quartier bleibt in Sofia.

Sofia, 16. November. Gestern Morgen wurde die Position bei Dragoman von starken serbischen Streitkräften, die von Zaribrod vorrückten, angegriffen. Es sand ein lebhaftes Artilleriegefecht statt, welches bis in die Nacht hinein dauerte, den bulgarischen Truppen aber wenig Schaden zufügte. Ein anderes serbisches Corps, Las die Position am Dragomanpasse zu umgehen suchte, wurde zurückgeworfen. Heute wird ein erneuter Angriff erwartet. Bei Trn fand ebenfalls ein Gefecht statt; Details fehlen noch.

lieber ein Artilleriegefecht bei Dragoman wird weiter gemeldet: Die bulgari­schen Truppen, welche Dragoman besetzten, betrugen 2000 Mann. Sie hatten einen Artillerie-Angriff des sehr überlegenen Feindes auszuhalten und leisteten bis zum Dunkelwerden Widerstand. In diesem Augenblicke wurde bekannt, daß ein serbisches Eorps die Umgehung des linken Flügels der Bulgaren ausführte. Man hofft, daß rechtzeitige Verstärkungen nach diesem wichtigen Defil6 geworfen werden können. Weitere Nachrichten liegen nicht vor.

Die Serben umgingen nach erbittertem Kampfe die Positionen von Trn über Rapscha und halten in diesem Augenblick den Weg von Trn nach Brsnik besetzt. Dragoman wurde nach tapferer Vertheidigung definitiv aufgegeben. Die Bulgaren concentriren sich bei Slivnitza, wo heute ein Angriff der Serben erwartet ist. Letztere rücken mit großen Streitkräften vor.

Semlin, 16. November. Die Schumadija-Division eroberte bei ihrem Vorstoß gegen Dragoman vier Schanzen und nahm 200 Bulgaren gefangen. Die Verluste sind beiderseits stark. Die Kämpfe dauern fort. Die Timok-Armee rückte über Kula vor. Die Bulgaren verloren 300 Gefangene und 270 Todte und Verwundete

Belgrad, 16. November. Die Donaudivtsion steht bei Zaribrod, die Morava­division gegenüber Trn, die Schumadjadivision in der Richtung nach Sofia, die Eavalleriedivision bei Odorovoi. Dieselben rücken mit Umaehung des Dragoman- Passes concentrisch pegen Sofia vor. Der König ist bei dem rechten Flügel der Timok-Armce. Leschianin hatte in dem Abendgefechte bei Zaribrod nicht unbedeutende Verluste.

Belgrad, 16. November. sOfsiciell.j Die Serben machten vorgestern bei Zaribrod 200 Gefangene. Die Timok-Armee hatte bei der Einnahme von Adlie einen Verlust von 150 Mann. Der Gesammtverlust der Serben seit dem Beginn des Kriegs beträgt 50 Todte und 200 Verwundete. Der Vormarsch dauert auf allen Punkten fort.

Sonfiantinopel, 16. November. Die Konferenz ist bis morgen vertagt.

Ottawa, 16. November. Der JnsurgentenfLhrer Riel ist heute in Regina hin- gerichtet worden.

Lokale-.

Gießen, 17. November. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 19. November 1885, Nachmittags 4 Uhr.

1. Localbaustatut.

2. Die Badeanstalten in der Lahn.

3. Die Unterbringung der Polizei-Arrestanten.

4. Die Unterhaltung des Grabes des Professor Dr. Hundeshagen.

5. Den kleinen Schwarzlachweg.

6. Die Anlegung von Schülerabtritten an der neuen Stadtmädchenschule.

7. Die Volkszählung am 1. December d. I.

8. Kostendecreturen.

Vermischte-.

Mainz, 13. November. Ein sehr bedauerlicher Unglücksfall hat sich heute Vor­mittag gegen 11 Uhr am Fischthor ereignet. Dort wird soeben auf dem Terrain der hessischen Ludwigs-Eisenbahn an der crenelirten Mauer ein neues monumentales Thor errichtet. Als nun heute Morgen ein schwerer Stein aufgezogen werden sollte, ver­sagte die Aufwindmaschine ihren Dienst, der Stein stürzte herunter, gleichzeitig brach aber auch ein Theil des Gerüstes zusammen. Leider wurden demMainz. Tagebl." zufolge zwei Maurer V. Enders und H. Petzer, beide von Hechtsheim von den herabfallenden Gerüststücken und dem Steine getroffen und so schwer verletzt, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Die beiden Verunglückten waren alsbald ins Rochushospital verbracht worden.

Mainz, 12. November. Die der Abrechnung und Wahl der Wahlmänner, welche das neue ComitS zu wählen haben, gewidmete geschäftliche Sitzung des großen EarneoalvereinsNarhalla" fand gestern Abend bei ungewöhnlich zahlreicher Betheilig- ung der letztjährigen Mitglieder statt. Von der Rechnungsablage ist erwähnenswert!), daß sich die Ausgaben derNarrhalla" bet dem verflossenen Carneval auf 55,732 x und die Einnahmen auf 62,568 X belaufen haben, so daß neben einem zu 15,000 X versicherten Inventar noch ein Baarvermögen von 7032 X vorhanden ist. Nach ge-

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Als Träger des ganzen Stoffwechsels ist das Blut anzusehen. Es ist nun ge­rade die übermäßige Entwickelung des Fettes (obesitas) im Organismus, welche den regelmäßigen Blutkreislauf stört.

Außer den prädisponirenden Momenten liegt eine der häufigsten Ursachen der obesitas in der mangelnden Oekonomie, mit welcher die Einführung der verschiedenen festen und flüssigen Nahrungsmittel geschieht. Voit und Pettenkofer haben durch epochemachende Versuche erwiesen, in welcher Weise die Ergänzung und Vermehrung des Fettvorraths des Körpers erfolgt. Die eigentlichen Fettbildner sind die Eiweiß- körper und die Fette. Jndirect allerdings befördert die Ernährung mit Kohlenhydraien (Zucker, Stärke) den Fettansatz.

Zu den wichtigsten Folgen der obesitas gehört die Verfettung des Herzens. Oertel ging bei der Behandlung der obesitas davvn aus, die Kreislaufstörungen zu­nächst zu beseitigen und hatte zuerst den erleuchteten Gedanken, der Verfettung des Herzens methodisch entgegenzutreten. Als souveränes Mittel fand er die Verminderung der Flüssigkeitsmenge im Körper. Das Blut wird hierdurch dicker und an festen Bestandtheilen relativ reicher. Zur Stärkung des Herzmuskels werden Bewegungen im Freien und namentlich Besteiguna großer Höhen oder Berge verordnet.

Herr Schweninger hat sich die Grundzüge der Oertel'schen Kur vollkommen angeeignet und damit Ruhm und Ansehen errungen, während Oertel selbst noch heute kämpfen muß, daß ihm sein Recht werde.

Wiesbaden, 12. November. Der Afrikareisende Paul Reichard, der einzige überlebende Europäer der ostafrikanischcn Expedition, ist hier zum Besuche seiner Familie eingetroffen. Nach einer Mittheilung desRhein C." erklärt derselbe die vor nicht langer Zeit aufgetauchte Nachricht von seinem Tode folgendermaßen: Auf dem Wege von dem Tanganika-See nach der Küste hat der Reisende nämlich kurz vor bent Eintritte in das deutsche Gebiet von Usagara einen mörderischen Kampf mit den Ein­geborenen zu bestehen gehabt, der wahrscheinlich, da auf beiden Seiten Todte und Ver­wundete blieben, das nach Sansibar gedrungene Gerücht von der Ermordung Reichards zur Folge hatte. Es war in dem Gebiete von Ugogo, als Reichard, nachdem er mit seiner Karawane von Mlunduki aufgebrochen war, auf ein Zebra stieß und auf dasselbe einige Schüsse abgab. Die Eingeborenen jener Gegend, die Wagogo und die kriegerischen Wahumpa, glaubten, daß diese Schüsse ihnen gelten sollten und schritten zum Angriff auf die Karawane, in welcher sie außerdem einen weiter einwärts wohnenden Stamm vermutheten, mit dem sie auf Kriegsfuß standen. Vergeblich suchte Reichard durch Zusammenziehen seiner hintereinander marschirenden Leute dem Kampfe Einhalt zu thun; mit dem gellenden KriegsrufeUih!" dem Schrei der Hyäne nachgebildet, stürzten sich die Wahumpas auf die Karawane und der Kampf mar unvermeidlich. Da es den Angreifern gelang, die Leute Reichards in einen Hinterhalt zu locken, fielen 14 derselben und 4 wurden verwundet. Die eintretende Dunkelheit erleichterte den fluchtartigen Rückzug Reichards, der übrigens in derselben Nacht auch von den Angreifern angetreten wurde. Später erfuhr Reichard, daß letztere 39 Todte und 8 Verwundete hatten.

Schöllenbach (Odenw.), 12. Nov. Ein frecher Raub- und Mordanfall wurde heute Morgen zwischen 11 und 12 Uhr in der Wirtschaftzum Tannenbaum", welche sich isolirt an der Staatsstraße zwischen hier und Kailbach befindet, verübt. Zur ge­nannten Zeit kam ein feingekleideter Mann in die Wirthsstube und verlangte von der Wirthin, welche gerade allein in der Behausung war, ein Gläschen Nordhäuser, welches ihm auch von derselben bereitwilligst gereicht wurde. Zur Zahlung legte er dann ein Markstück auf den Tisch, mit welchem sich die Wirthin in das anstoßende Zimmer entfernte, um zu wechseln und das Uebrige herauszugeben. Der Fremde aber folgte ihr auf dem Fuße, worüber ihn die Wirthin zurechtweisen wollte. Der Mann drang jedoch auf die Wirthin ein, worauf diese eine Sichel, welche gerade in ihrem Bereiche lag, erwischte und dem Angreifer einen Hieb an den Kopf versetzte. Trotzdem über­wältigte dieser die Frau, indem er sie mit wuchtigen Schlägen in's Genick zu Fall brachte, so daß sie ohnmächtig liegen blieb, worauf der Räuber ihre ganze Baarschaft im angeblichen Betrag von ca. 1100 X ausraubte. Leute, welche etwas später in die Wirthschaft kamen, fanden die Frau auf dem Gesichte liegend und aus Mund und Nase blutend, brachten sie aber wieder zum Bewußtsein, worauf sie beute Mittag dem hiesigen Stationscommandanten Filsinger genaue Angaben über den Fall machen konnte. Hoffentlich wird es der Polizei gelingen, den Thäter einzufangen, damit ihm seine gebührende Strafe zu Theil wird. (N. H. V.)

Halle a. d. S., 14. November. In einem im benachbarten Stichelsdorf gestern Abend abgebrannten Strohhaufen haben 5 polnische Arbeiter ihr Leben eingebüßt. Die­selben hatten in dem Stroh ihr Nachtquartier gesucht. (F. Z.)

sVacante Stellen für Militäranwärter im Bereiche des 11. Arrnee-Corps.s Arnsberg, Magistrat, städtischer Techniker (resp. Baumeister), 1800 X jährlich, um 50 X steigend bis 2400 X, und freie Wohnung. Cassel, Postamt, Packetttäger, 750 «X Gehalt und 180 -X Wohnungsgeldzuschuß. Cassel, Königl. Polizeidirectiou, zweiter Polizeibote, 810 X Gehalt und 180 X Wohnungsgeldzuschuß. Frankfurt a. M., Postamt 4, Postschaffner, 800 «X Gehalt und 240 x Wohnungsgeldzuschuß, Postamt 1, Briefträger, und Telegraphenamt, 2 Briefträger, je 800 «X Gehalt und 240 X Wohnungsgeldzuschuß; Bahnpostamt 19, Postschaffner, 800 X Gehalt und 240 X Wohnungsgeldzuschuß. Hanau, Kuratorium der Realschule, Schuldiener, 700 X Gehalt jährlich neben freier Wohnung und Heizung, und 300 X für Besorgung der Heizung im Schulgebäude. Langenschwalbach, Postamt 2, Landbriefträger, 450 X Gehalt und 72 «X Wohnungsgeldzuschuß. Wetzlar, Postamt 1, Landbriefträger, 450 X Gehalt und Wohnungsgeldzuschuß. Worms, Postamt, Landbriefträger, 550 X Gehalt und 144 X Wohnungsgcldzuschuß. Bezirk der Großh. Hessischen (25.) Division: Darmstadt, Vorstand des chemischen Laboratoriums der technischen Hochschule, Diener, 900 X Darmstadt, Direction der technischen Hochschule, Hilfsdiener, 700 X

schehener Wahlmännerwahl wurde darüber entschieden, ob in dem nächsten Jahre wieder Carneval stattfinden soll oder nicht. Entgegen einigen Steuerungen in der Presse entschied man sich unter allgemeinem Beifall für Abhaltung des Carnevals.

sDic sogenannte Schweninger-Kur.j Während es sonst einer alten Ge­pflogenheit entspricht, daß in der wissenschaftlichen Welt die Betheiligten bei etwaigem Zweifel über die Priorität einer Entdeckung alles aufbieten, um die Sache klar- zustellen, bleibt das große Publikum in Bezug auf die neueste Entfettungsmetbode, welcher der Fürst Bismarck die Wiederherstellung seiner Gesundheit verdankt, noch immer in dem Wahne, daß dessen Leibarzt, der jetzige Professor Schweninger, der Entdecker derselben sei und gibt ihr den NamenSchweninger-Kur". Herr Schwen­inger hüllt sich in hartnäckiges Schweigen und unterläßt es, zuzugestehen, daß er sein Können Herrn Professor M. I. Oertel in München verdanke, welcher unter andern in 9tr. 1 dieses Jahrganges vonSchorer's Familienblatt" energisch gegen die Be­zeichnungSchweninger-Kur" protestirte. Die neueste Nummer dieses Familienblatts bringt nun eine für den Laien leicht faßliche Darstellung der Oertel'schen Entfettungs- methode, aus her wir Einiges hier mittheilen wollen.

Der menschliche Organismus wird hauptsächlich durch drei Gruppen von Nahrungsmitteln erhalten, von denen es wesentlich ist, daß sie alle drei in der Nahrung vorhanden sind, welche wir demselben zuführen. Es sind dies die Eiweiße, Kohlen­hydrate und Fette. Vom chemischen Standpunkte aus betrachtet ist der Mensch nichts weiter als eine Zusammensetzung aus 16 bis 17 Elementen. Erstaunlich groß ist der Procentsatz, welchen das Wasser im Körper repräsentirt. Er beträgt ungefähr 70 pCt. Das Wasser selbst besteht aus den beiden luftförmigen Elementen Wasserstoff und Sauerstoff., Letzterer ist auch ein Hauptbestandtheil der atmosphärischen Luft. Das Wasser gehört zu den unorganischen Verbindungen; die eigentlichen Leistungendes Organismus sind bedingt durch die organischen Verbindungen. Dieselben entstehen durch bie, mannigfaltigsten Zusammensetzungen der wenigen Elemente Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Kohlenstoff und Schwefel, wozu noch Phosphor kommt. In den Eiweißkörpern sind die ersten fünf immer enthalten. Die Kohlenhydrate und Fette bestehen nur ans Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff. Während bei den Kohlen­hydraten das Verhältniß des Wasserstoffs und Sauerstoffs immer dasselbe ist, wie wir es beim Wasser finden, kommt dasselbe bei den Fetten in anderen eigentümlichen Ge­stalten vor. Das Fett findet sich in allen Flüssigkeiten und Geweben des Körpers, am stärksten in dem Bindegewebe unter der Haut. Die Nahrungsstoffe werden theils zum Aufbau des Körpers, theils zur Entwickelung der Wärme und der Leistungen des Organismus überhaupt verbraucht. Der Sauerstoff der Luft ist die unerläßliche Be­dingung für das Leben; mit jeder Inspiration führen wir ihn dem Oraanismus zu, welcher ihn zu allen Functionen, selbst den höchsten, des Denkens, verwendet, mit jeder Exspiration schaffen wir die unbrauchbaren Producte wieder heraus, hauptsächlich Kohlensäure und Wasser.

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