Einzelbild herunterladen

Nt

Gert

Slk

ebl Bathk rche

em Wolf Fel*

®erHn, des Het ir au8 Hagen * ereins.

M.

e Orgel, :: it etc. y

-X

jj c

^Weihnächte- it H

Orgel esus bin aus fc

d Solostimmen |J

M:

)he in der Rickert ihandlung zn haben» . . 3 dl

Kirche

Mnittags Ä-

ftnft u. M

10 F

lL)

Juni 1886:

inqer-Gesellschaft öoer l Bass:W.V . Gipner und I r Pianist und 11- ^Kinder W 'neuem W* Ue Soiree in »j*

oen al®«#'31

Ichuh

Nr. 137. Mittwoch den 17. Juni 1888

Gießener Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Berten t Schulstr-ß- 7. Srlckemt Ueli» mit «»«n*6mt »e« Montag». 2 Mari -o Pf. mit SJrfogrf«jn

Durch die Poft bezogen rrerteliährltrb 2 Mark 50 Pt.

Amtlicher HHeil.

Bekanntmachung.

Von auswärts wird eine Anzahl Bullen der reinen Vogelsberger Rindviehrasse in diesem Jahre, sowie auch für die Folge jährlich regelmäßig zu kaufen gesucht. Indem ich bitte, etwaige Anmeldungen binnen 8 Tagen an mich gelangen zu lassen, mache ich wiederholt darauf aufmerksam, daß in der jetzigen für die Landwirthschaft in mancher Hinsicht ungünstigen Zeit die Züchtung der reinen Vogelsberger Rindviehraffe bei der immer mehr steigenden Nachfrage nach schönen Thieren dieses Viehschlages einen erheblichen Gewinn zu geben verspricht Insbesondere empfiehlt es sich, zu diesem Zwecke dem Vereine zur Züchtung der reinen Vogelsberger Rindviehraffe beizutreten, über welchen der Unterzeichnete zu jeder Auskunft gerne bereit ist.

Zugleich erbiete ich mich, die Gesuche sowohl zum Ankäufe, als auch zum Verkaufe von Thieren der genannten Raffe für die Folge ständig kostenfrei zu vermitteln und ich ersuche die Herren Bürgermeister, mich gefälligst hierin zu unterstützen.

Gießen, den 15. Juni 1885. Der Vorstand des Zuchtvereins.

Rover.

Politische Ueberfkcht.

Gießen, 16. Juni.

Der Kaiser hat Samstag den 20. Juni als den Tag seiner Abreise nach Ems in Aussicht genommen. Vorher gedenkt der Monarch noch den bisherigen amerikanischen Gesandten, Herrn Kaffon, und deffen Nachfolger, Herrn Penbleton, zu empfangen, um aus ihren Händen deffen Abberufungs-, dezw. Ernennungs-Schreiben entgegenzunehmen; auch der neuernannte russische Botschafter Gras Schuwaloff wird voraussichtlich noch vor der Abreise des Kaisers seine feierliche Auffahrt halten. An den Feierlichkeiten anläßlich der Vermählung des Erbgroßherzogs von Baden mit der Prinzessin Hilda von Nassau, welche gleich nach den diesjährigen großen Herbstmanöoern bei dem 14. Armee-Corps auf Schloß Hohenburg bei Lenggries in Bayern am 20. Sep­tember stattfindet, werden voraussichtlich weder der Kaiser noch die Kaiserin theilnehmen.

Unter Vorgang derjenigen von Mannheim haben sich mehrere rheinische Handelskammern an den Reichskanzler mit der Bitte gewandt, Rot­terdam oder doch Antwerpen, keinesfalls aber Vlissingen als Anlege-Station für die deutschen Postdampfer zu wählen. Andernfalls werde nach wie vor der Handels- und SchiffsahrtS'Verkehr der Rheinlande, Westfalens und Südweft- Deutschlands (Baden, Württemberg, Elsaß-Lothringen, Bayern, Heffen) über englische Häfen gehen müssen.

In der Strafsache gegen die Führer der, bei der unberechtigten Fischerei an der Nordseeküste durch den AvisoPommerania" in Hast genomme­nen beiden englischen FischkutternScheme" aus Darmouth undPet" aus London scheint vorläufig noch die Entscheidung auszustehen, von welchem Gericht das Uctheil gesprochen werden soll. Art. 36 des am 6. Mai 1882 im Haag geschloffenen internationalen Vertrags zum Zweck der polizeilichen Regelung der Fischerei in der Nordsee enthält folgende Bestimmung: Wenn Fischer eines Berlragsstaates gegen Fischer einer andern Nationalität Thätlichkeiten verübt ober denselben absichtlich Beschädigungen oder Verluste zugefügt Haden, so sollen immer die Gerichte desjenigen Landes, welchem die Fahrzeuge des Schuldigen angeboren, für die Entscheidung zuständig sein. Dieselbe Regel findet Anwendung auf die Vergehen und Uebertretungen, welche in diesem Vertrage vorgesehen nnd." Demnach wäre die englische Gerichtsbarkeit in diesem Falle zuständig. Da jedoch die im vorigen Jahre stattgefundenen Verhandlungen über den Anfall eines Geesternünder Proviant-Bootes Seitens englischer Fischer von Seiten der Engländer sehr in die Länge gezogen wurden, so ist wohl anzunehmen, daß man nach den gemachten Erfahrungen ein anderes Verfahren einleiten wird. Für einen der Schiffsführer ist durch Vermittlung des englischen Consuls in Brake eine Caution in der Höhe von 13,000 JL angeboten. Für die Zuständigkeit des Glichen Strafgerichts spricht das Strafgesetzbuch. Nach der Bestimmung des­sen nämlich werden Ausländer, welche in deutschen Küstengewäffern unbefugt ßhien, mit Geldstrafen bis zu 600 «X oder Gesängniß bis zu 6 Monaten ießrast. Neben der Geld- und Gefängnißstrafe ist auf Einziehung der Fang- «Mhe, welche der Thäter bei dem unbefugten Fischen bei fich geführt hat, in- Zeichen der in dem Fahrzeug enthaltenen Fische zu erkennen, ohne Unterschied, nb die Fanggeräthe und Fische dem Verurtheilten gehören oder nicht. Demnach Mrde die Strafe auf 1200 «X für beide Fahrzeuge festzusetzen sein. Die Netze amb Fanggeräthe sind auf 6000 JL veranschlagt, hierzu kommen die Kosten des Erfahrens und der Zeitverlust, den die Schiffe und Mannschaften erleiden, Oatz die englischen Fischerei-Gesellschaften ihren Schiffen jedenfalls mehr Vor- 'M anempsehlen werden.

Die chinesische Gesandtschaft in Berlin hat, nachdem nunmehr her Friedensoertrag Chinas mit Frankreich endlich unterzeichnet ist, den Auftrag erlitt, Vorbereitungen zum Auslaufen der beiden im Kieler Hafen liegenden He fischen Panzer-CorvettenTing Inen" undChen Auen", sowie der noch lij der Werft desVulcan" liegenden CorvetteTsi Auen", welche sämmtlich in Deutschland erbaut wurden, zu treffen. Die zur Besatzung der letzteren nöthi- »P Mannschaften werden in Stettin angemustert, während die für die beiden *.ren Corvetten erforderliche Schiffsbesatzung in Hamburg angeworben wird.

Die diesjährigen Manöver der Torpedo-Boote-Flottille «etbim den Schwerpunkt der gelammten Sommer-Uebungen der deutschen Kriegs- MNine bilden. Sämmtliche Torpedo-Divisionen treten am 1. August in Kiel M eimm gemeinsamen Verbände zusammen und manövriren unter Führung

des TorpedoschiffesBlücher" als Flaggschiff in der Nordsee bis England und in der Ostsee bis nach Memel hinauf.

Die Minister-Conferenz der thüringischen Staaten, welche am 11. und 12. Juni in Eisenach stattfand, hat eine vollständige Einigung be­züglich der Gewährung gegenseitiger Rechtshülfe bei Zwangsvollstreckungen in Verwaltungssachen erzielt.

DieReichsrathSwahlen in Oesterreich sind nunmehr bis auf einige Nachwahlen beendet. 252 Abgeordnete find gewählt, von denen 132 den Deutschliberalen und die anderen den übrigen, meist regierungsfreundlichen Par­teien angehören.

Aus der englischen Cabinetskrisis ist zu melden, daß die Königin nach einigem Zögern die Entlassung des CabinetS Gladstone angenommen und den Lord Salisbury zu sich nach Schloß Balmoral berufen hat, um die Bildung eines neuen CabinetS vorzunehmen. Daraus ergiebt sich indeffen noch nicht mit absoluter Sicherheit, daß Lord Salisbury auch das neue Cabinet über­nimmt., Daß in allen schwebenden Angelegenheiten der auswärtigen Politik, bei denen England bethelligt ist, durch die Cabinetskrise ein Stillstand eingetreten ist, ersieht man am deutlichsten aus der Pariser Meldung, laut welcher die Sub'Commission für den Suez-Kanal sich anschickt, unverrichteter Sache aus* einanderzugehen. Auch macht man sich in Petersburg darauf gefaßt, die afgha­nischen Unterhandlungen mit einem andern englischen Ministerium und voraus­sichtlich auch unter andern Bedingungen fortführen zu müffen. Rußland würde bei dem Rücktritte Gladstones wenig gewinnen, wogegen man in Deutschland glaubt, ein Tory-Minisierium werde der deutschen Colonial-Politik gegenüber gefügiger fein, als dies mit dem Ministerium Gladstone's der Fall war.

Der Abschluß desFriedens zwischen Frankreich und China ist von den Franzosen mit all' der Genugthunng zur Kenntniß genommen wor­den, welche dem vorherigen Grade des Mißvergnügens entspricht, womit die franz. Nation Zeuge des monatetangen Hinschleppens der unerquicklichen Tongking- Affaire gewesen war. Um die Bedingungen des Friedensschlusses, die Tongking und Anam Frankreich zuweisen, aber China keine Kriegskosten auferlegen, küm­mert man sich in Laienkreisen weniger; es genügt, daß die Lage in Asien für Frankreich wieder in ihr normales Gleis zurückgekehrt ist. Die französischen Deputirtenkammern beschäftigten fich vorzugsweise in den letzten Sitzungen mit den Colonial-Fragen und den Crediten für die Expedition auf Madagaskar, welche ohne Zwischenfälle genehmigt wurden.

Belangreiche politische Mittheilungen liegen aus Rußland nicht vor. Es wird nur gemeldet, daß der Kaiser Alexander im Herbst den großen Manövern in Ruff. Polen beiwohnen und bei dieser Gelegenheit wahr­scheinlich dem Kaiser von Oesterreich einen Besuch machen wird.

Eine entsetzliche Nachricht kommt aus der in Russisch- Polen am Riemen gelegenen Stadt Grodno. Diese schöne Handels- und Industriestadt, welche gegen 40,000 Einwohner zählt, ist fast vollständig von einer Feuersbrunst verwüstet worden. Drei Viertel der Staot sind vernichtet, die schönsten Straßen, viele Kirchen und die Regierungsgebäude sind zerstört. Der Schaden wird nunmehr auf 10 Millionen Rubel geschätzt. Ein Verlust an Menschenleben ist nicht zu beklagen. Grodno ist am Riemen gelegen, welcher hier ein prächtiges Thal mit hohen Rändern bildet, und an der Petersburg- Warschauer Eisenbahn, besaß ein altes und ein neues Schloß, fünf russisch- griechisch- , fünf katholische und eine lutherische Kirche, zwei Synagogen, zwei griechische und zwei katholische Klöster, eine medicinische Akademie mit botanischem Garten, eine Cadettenschule, zwei Gymnasien, eine Bibliothek, ein Theater, mehrere Fabriken für Tuch, Baumwolle, Seide, Gewehre, Bierbrauereien, Lichtfabriken, Töpfereien und eine Tabaksabrik, sowie Handel mit Getreide, Bau­holz und Flachs.

Die Sachlage auf der Insel Kreta hat, wie es aus Konstanti­nopel berichtet wird, ihren schlimmen Charakter verloren. Die widerstrebenden Elemente, welche von keiner Seite unterstützt werden, feien zu der Einsicht ge­kommen, daß an eine Action momentan umsoweniger zu denken fei, als der Militär-Commandant Edhem Pascha gemäß den ihm zugekommenen Instruc­tionen zum eventuellen energischen Einschreiten ermächtigt wurde. Ein Theil Der Bevölkerung beginnt fich sogar mit dem neuen Gouverneur Savas Pascha zu befreunden, nachdem derselbe wiederholt erklärt habe, daß er von der Pforte beauftragt fei, allen gerechten Beschwerden der Bevölkerung Rechnung zu tragen.