L88S
Dienstag den 17. März
Rr. 6M
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlrchn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Erscheint täglich mit Ausnahme des «ontagS.
entecm t Schullkraße 7.
Keutschland.
Darmstadt, 14. März. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:
Am 12. März dem Hosgäriner der Hofgärtnerei Beffungen 1, Martm Noack, das Ritterkreuz 2- Klaffe des Verdienst-Ordens Philipps des Groß- müthigen zu verleihen.
Darmstadt, 14. März. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Berlage Nr. 4) enthält:
1. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justrz. dre m den Provinzen Starkenburg und Oberheffen legalistrten Grundbücher betr.
2. Verzeichniß der Vorlesungen, Uebungen und Praktika, welche int Sommer-Semester 1885 in den 6 Fachabthellungen der Großherzoglichen technischen Hochschule zu Darmstadt gehalten werden.
3. Ordensverleihungen.
4. Namensveränderungen.
5. Dienstnachrichten:
Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 11. Febr. den von den sämmtlichen Riedesel Freiherrn zu Eisenbach aus die evang. Psarrstelle zu Altenschlirf präsenttrten Pfarramts - Candidaten Adolf Clotz aus Hausen bei Gießen für diese Stelle, am 16. Febr. den von dem Herrn Grafen zu Solms-Rödelheim aus die evang. Psarrstelle zu Rieder-Wöllstadt präsentirten Pfarrer Herm. Bernbeck zu Höchst an der Nidder für diese Stelle zu bestätigen; am 21. Febr. die Ernennung des Architecten Philipp Verbelle aus Mainz zum Architecten des Centralbureaus der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn» Gesellschast zu bestätigen; am 6. März dem evang. Pfarrer Johann Schneider zu Limbach in der Bayerischen Pfalz die evang. Pfarrstelle zu Neckar-Stemach zu übertragen. r P r
Am 7. Febr. wurde dem Schulamtsaspiranten Jacob Joseph Btsch aus Wörrstadt eine erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Heidesheim übertragen; am 15. Febr. wurde dem Schulamtsaspiranten Heinrich Michel aus Sörgenloch eine erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Klein-Welzheim, am 16. Febr. wurde dem Schulamtsaspiranten Georg Bernhard Magsaam aus Groß-Umstadt eine erledigte Lehrerstelle an der evang. Schule zu Wimpfen a. B., am 19. Febr. wurde dem Schulamtsaspiranten Heinrich Sturmfels aus Semd eine erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Neu-Ysenburg, an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Johann Wollemer aus Astheim eine erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lorsch, am 20. Febr. wurde dem Schullehrer Johannes Hartnagel zu Unter-Flockenbach eine erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Viernheim, am 24. Febr. wurde dem Schullehrer August Rau zu Wahlen die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lindenstruth, an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Karl Emanuel Stock aus Altenschlirf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rixfeld, an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Theodor Lutz aus Erbes-Büdesheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wonsheim, an dems. Tage wurde der Schul- amtsaspirantin Eva Bauer aus Seligenstadt eine Lehrerinnenstelle an der Gemeindeschule zu Klein-Krotzenburg, am 25. Febr. wurde dem Schulamtsaspiranten Theodor Rabenau aus Alt-Buseck die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schlechtenwegen, am 26. Febr. wurde dem Schullehrer Nikol. Ziegler zu Geilshausen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Allendorf a. d. Lda., am 5. März wurde dem Schulamtsaspiranten Adam Orschied aus Stein- Bockenheim e:ne Lehrerstelle an der Gemeindeichule zu Siefersheim übertragen; an dems. Tage wurde der von dem Herrn Grasen zu Stolberg - Wernigerode- Gedern aus die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Glauberg präsentirte Schulamtsaspirant Heinrich Zimmer aus Rieder-Weisel bestätigt.
(Schluß folgt.)
Berlin, 14. März. Das Abgeordnetenhaus genehmigte in seiner heutigen Sitzung den Etat des landwirthschastlichen Ministeriums. — Die Fortsetzung der Berathung ist aus Montag anberaumt.
Berlin, 13. März. Die Commission des Reichstags für die Unfallversicherung der land- unv forstwirtschaftlichen Arbeiter bat bekanntlich beschlossen, auch das Krankenkassevgesetz auf diese Arbeiter auszudehnen und mit dieser Formulirung dieses Beschlusses eine Subcommtsston betraut. Die Vorschläge derselben laufen auf Folgendes hinaus: Die Einführung der Krankenversicherung für den Bezirk eines Bundesstaates oder für Theile desselben soll der Landesgesetzgebung vorbehalten bleiben. Soweit die Einführung geschieht, soll die Versicherung nach den Bestimmungen des Krankenkasien- gesetzes mit gewisser, von der Subcommisston vorgeschlagenen Aenderungen erfolgen. Diesen Aenderungen liegt der Gedanke zu Grunde, in die Naturalwirthschast, da wo sie noch besteht, möglichst wenig etnzugreifen. Demnach wird beantragt: Personen, welche dem Arbeitgeber gegenüber im Falle der Krankheit oder einer durch Krankheit herbeig führten Erwerbsunfähigkeit einen klagbaren Anspruch auf eine den Bestimmungen des S 6 des Krankenverficherungsgesetzes entsprechendeoder eine gleichwerthige Unterstützung mindestens 13 Wochen nach der Erkrankung haben, sind von der Versicherungspflicht befreit. Ferner kann durch statutarische Bestimmung einer Gemeinde oder eines weiteren Communalverbandes bestimmt werden, daß dos Krankengeld solchen Personen, welche ihren Lohn oder Gehalt herkömmlich ganz oder zum Thetl in Form von Naturalleistungen (Wohnung, Feuerung, Nahrungsmitteln, Landnutzung, Kleidung re.) beziehen, in demselben Verhältniß ebenfalls in dieser Form gewährt werden kann. Solche Bestimmungen bedürfen der Genehmigung der höheren Verwaltungsbehörde. Haben Arbeitgeber auf Grund gesetzlicher oder auf Vertrag beruhender Verpflichtung ihren erkrankten Arbeitern oder Betriebsbeamten Unterstützungen in Geld oder Naturalbezügen für einen Zeitraum gewährt, für welchen dem Empfänger ein Unterstützungs-Anspruch gegen die Krankenkasse oder gegen die Gemeinde- Krankenversicherung, welcher derselbe angehört, zusteht, so geht der Anspruch des
Empfängers auf Krankengeld bis zur Höhe dieser Unterstützungen auf diese Arbeitgeber über, uns diese haben aus eigenen Mitteln mindesten« die Hälfte der Versicherungsbeiträge zu leisten, welche für ihre versicherten Arbeiter oder Betrtebsbeamten zur Gemeinde- Krankenversicherung oder zu einer Ortd-, Betriebs- lFabrikO- Bau-, JnnungS- oder Knappschaftsrasse zu zahlen sind. Im Uebrigen erhält sich die Ansicht nach wie vor, daß daS Gesetz über die Ausdehnung der Unfallversicherung auf die land- und forst- wtrthfchaftltchen Arbeiter nicht zu Stande kommen wird. (Fr. Z )
Hesterreich.
Wien, 14. März. Der frühere Secretär der persischen Gesandtschaft, Mirza Hassan, und der Bankbeamte Jsetitsch sind wegen Verkaufs von gefälschten persischen Ordens-Fermans verhaftet worden.
Arankreich.
PariS, 14. März. Der „Agsnce Havas" wird aus Shanghai vom 14. ds. gemeldet: Das Fort Siaokung von Chin-hai ist gestern zerstört worden- — Admiral Courbet bereitet einen Angriff auf Maopao Shan vor.
England.
London, 14. März. Die „Times" erblickt in der gestrigen R-ichs- tagsrede des Fürsten Bismarck ein Zeichen dafür, daß das jüngste Mißver- ständniß zwischen Deutschland und England sowohl in Berlin, wie in London als beendigt betrachtet werde. Im Verein mit den Erklärungen Gladstones werde sie alle Spuren des jüngsten beklagenswerthen Mißverständniffes sicherlich verwischen. ,,
— Aus Korti vom 13. d. Mts. wird telegraphirt: Em hier emgegan- gene« Schreiben au« Berber vom 2. d. Mts. meldet, daß dort viele Einwohner mit der Regierung des Khedive sympathistren und daß sie dem englischen General ihte Ehrerbietung zu erkennen geben. Man habe von der gerechten Behandlung der Eingeborenen Seitens der Engländer erfahren und wünsche den letzteren den Sieg über die Aufständischen, deren Gesetze und Vorschriften fehr traurige feien. Das Gerücht, daß der Mahdi eine große Armee haben solle, sei falsch die in Becher stehende Armee des Mahdi sei 3400 Mann stark und besitze etwa 7000 Remington-Gewehre, von denen indeffen viele unbrauchbar seien, außer- dem 4 Kanonen, wovon eine unbrauchbar und 2 Dampfer. Das Schreiben schließt mit der Aufforderung, den Mahdi nicht zu fürchten.
— Die „Pall Mall Gazette" erfährt aus zuverlässiger Quelle, der Prinz von Wales werde vor seiner Reise nach Irland in Begleitung des Herzogs von Edinburgh Berlin besuchen, um der Feier des Geburtstages des Kaisers beizu- wohnen. Das Blatt fügt hinzu, der Besuch werde in diplomatischen Kreisen als ein Zeichen der nunmehr zwischen England und Deutschland wiederhergestellten freundschasllichen Beziehungen betrachtet.
— In der heutigen Sitzung des Gordon-Memorial-Comrto, welcher u. A. der Prinz von Wales, die Herzöge von Edinburgh und Cambridge, sowie die Minister Granville und Harcourt beiwohnten, wurde die Errichtung eines englischen Hospitals in Port Said beschloffen. Das dazu erforderliche Bauterrain wird von der Suezkanal-Gefellschaft hergegeben.
— Nach einer bei Lloyds aus Shanghai vom heutigen Tage emgegan- genen Depesche haben die Franzosen den gestern mit Beschlag belegten englischen Dampfer gegen Bürgschaft eines Hanvelshauses wieder freigegeben. Die Fran- zosen behalten das Blei, welches einen Theil der Schiffsladung bildete.
Stoßen.
Rom, 14. März. Der König hat heute die goldene Medaille entgegen- genommen, welche der Ministerrath ihm wegen seines hochherzigen Verhaltens wegen der Cholera-Epidemie zu überreichen beschloß.
— In der Deputirtenkammer erwiderte der Minister de« Auswärtigen, Mancini, auf eine wegen der Conferenz mit österreichischen Delegirten in Görz an ihn gerichtete Interpellation, er werde demnächst ein Grünbuch mit den Sitzungs-Protokollen der Conserenz vorlegen, die bestandene Controverse habe m einer beide Theile zufriedenstellenden Weise ihre Erledigung gefunden. Der Minister gedachte dabei mit anerkennenden Worten der Thätigkeit der italiem- schen Delegirten und rühmte das Verhalten der österreichischen Delegirten, die die Billigkeit und Versöhnlichkeit, welche eine Frucht der vortrefflichen politischen Beziehungen zwischen Italien und Oesterreich seien, bei den Conferenz-Verhand- lungen hätten vorwalten taffen. Die Antwort des Ministers wurde vom Hause zur Kenntniß genommen. , r , . „_____
— Heute Nachmittag fand die feierliche Grundsteinlegung der Cavour- Denkmals statt. Der König und die Königin, sowie mehrere von den Ministern wohnten der Feier bei. . . , . .
— Der „Agenzia Stefani" wird aus Maffauah gemeldet, daß der König von Abyssinien die Verhaftung des verrätherischen Führers des Reisenden Bianchi angeordnet habe, und daß die italienische Mission Ferrans am 13. d. Mts. nach Abyssinien abgegangen sei.
Mußlavd.
Petersburg, 14 März. Der Kaiser und die Kaiserin sind gestern nach Gatschina übergesiedelt. - Der Kaiser hat dem Prinzen Albert von Sachsen-Altenburg den Alexander-NewskrpOrden verliehen.
Reval, 14 März. Die Rhede ist ganz mit Treibeis bedeckt. Der deutsche Dampser „Sirius" blieb eine halbe Werst vor dem Hafen in dem Eise
A unter
Garantie mgerkur, ohne StB- ofethätigkeit ete- etc. >n 30 H Postmarken, mann, Berlin S. izenstrasse 47.
SAS fchasg ... (..UM. y/ö
Wsr —Westanlage 11. Erling sucht Sti**
'tung!
M«it, Mn!
mo-ernen Hut ?r e,nen Een umgesormt Ä N ^Migst an ^"ergaffe 3. Daselbst
? Formen in Geflechten zu er-
» Preisen.
veste in Blumen un>
ite werden nach jeder bt- n wirklich schöner und hergestellt, prompt innen
:n, welcher einen Sirch nmandem lassen will, ift in bie richtige Quelle, iale meiner Strolchst« »fit 3, p geben- HochachtungsM j. BertranA.
Wphlk!
ich, ,bli.ÄSS*'
6. M-"?
• »ÄWst—!
q


