7. Ausbau der Ostanlage.
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Die Quellwasserleitung.
Die Erbauung eines Schlachthauses.
Einfassung des Stadtbachs in Beton.
Ausdünstungen aus dem Schoorgraben.
Anlegung neuer Schießplätze. Gradelegung der Wieseck.
Verpachtung der Wiescckböschungcn.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. Eorrespondenr - Burea«.
Ems 13 Juli. An dem gestrigen Diner bei Seiner Majestät dem Kaiser nahm Se. K. Hoheit Prinz Leopold, der Erbgroßherzog von Oldenburg, welche um | 7 Uhr nach Schaumburg an der Lahn abfuhren, ferner Prmz Nikolaus von ^Nassau 1 und der Regierungspräsident v. Wnrmb Theil. Die Ausfahrt erfolgte wegen der großen Hitze^ erst 7V, Uhr Abends und besuchte Se. Maj. dann das Theater. Heu e Morgen 8 Uhr trank Allerhöchstderselbe wieder einen Becher am Kesfelbrunnen, machte darauf in Begleitung des Oberpräsidenten Grafen zu Eulenburg und des Regierungs- Präsidenten v. Wnrmb eine Promenade und nahm später die Vortrage des Hofmarschalls Grafen Perponcher und des Wirkl. Geheimrathes von Wilmowski intgtgeiu , 13 c^uIi Der „Temps" meldet: Frepcinet wies Eourcy an, seine Action innerhalb der durch das Protcctorat gezogenen Grenze zu halten, jedoch die- jenigeii anamitischen Beamten, welche direct am Aufruhr Theil genommen hatten, streng zu destrafen^^ ^emps" meldet aus Athen: Da die Pforte sich geweigert hat, mehreren griechischen Consulii das Exequatur zu ertheilen, hob die griechische Regierung alle griechischen Eonsulate in der Türkei auf.
Amsterdam, 13. Juli. Heute fand die feierliche Eröffnung des Ryksmuseums (Museum der schönen Künste) durch den Minister des Innern, Heemskerk, statt. "Der Feier wohnten der Prinz zu Wied, die Minister, die Spitzen der Behörden und im Auftrage der französischen Regierung eine Commission von Künstlern bei.
London, 13. Juli. Im Unterhaus erklärt Bourke, die Punkte der Pendjeh- Angelegenheit, welche Seitens Englands dem Schiedssprüche unterbreitet werden sollten, würden noch erwogen. Wolseley mit seinem Stabe ist heule Nachmittag in, Victoria- Station eingetroffen und wurde enthusiastisch empfangen.
— Die „St. James Gazette" meldet gerüchtweise, Lord Lyons werde von dem Botschafterposten in Paris zurücktreten und durch Lord Lytton ersetzt werden.
Madrid, 13. Juli. Eontreadmiral Pezucla ist zum Marineminister und der Eivilgouverneur von Madrid, Villaverde, zum Minister des Innern ernannt,
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Lokales.
Gieße«, 14. Juli. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 16. Juli 1885, Nachmittags 4 Uhr.
Vergebung einer Pfründe der Löber'schen Stiftung.
Vergebung der Hast'schen Sttftungszinscn.
Kostendccreturen. r , „ , , ,
Gesuch des Architecten Ludwig .vuhn um Erlaubnis zur Anlegung eines Ableitungsrohres nach der Wieseck. . f
Gesiich des Finanzraths Dr. Muhl ui Darmstadt um Erlaubnis zur Anlegung eines Ableitungsrohres nach der Wieseck.
14. Reparaturen in der Thürmerwohnung.
15. Desgleichen in der Octtoierhebcstätte am Neuenwegerthor.
16. Gesuch des Schuhmachcrmeisters Ernst Möser um Bauerlaubniß.
17. Desgleichen des katholischen Kirchenvorstandes.
wieder ausgenommen zu werden. In der Zwischenzeit sollen die in Wien zur I E örterunq gelangten Fragen schriftlich zwischen dem österreichischen und dem ungarischen Ministerium behandelt werden- Auch verlautet, daß rm Laufe des Sommers Graf Kalnoky vielleicht eine Zusammenkunft mit dem Fürsten Bismarck haben werde, wobei es zu einer entscheidenden Erörterung der handelspolitischen Berbältniffe zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn kommen werde. ,
J Das Cabinet Salisbury scheint es doch nicht so eilig mit einer energischeren Betonung feiner egyptischen Politik^zu haben, wenigstens was die militärische Seite derselben anbelangt. Es hat den Beschluß gefaßt, die von der vorigen Regierung bezüglich des Rückzuges der englischen gruppen aus -be Sudan ertheilten Besehle nicht zurückzunehmen, nur Mllitareisenbahn am oberen Nil soll weiter ausgebaut werden. Zu diesem Beschluß hat hauptsächlich Bericht des englischen Commandanten der Stadt Dongola beigetragen, des Generals Buller, welcher dahin lautet, daß eine Wiederbesetzung der Provinz Don- gola ohne eine neue Expedition unmöglich sei. Ganz anders lautet sreüich em gleichzeitiger Bericht des Generals Wolseley, nach welchem die Engländer bei der Wiederbelebung von Dongola aus keine große Schwierigkeiten stoßen wurden und der auch einen Herbstseldzug gegen Khartum als leichtt und erfotsüerjpire^enb bezeichnet. Der Widerspruch in den Anschauungen beider Genera e ist ausfallend, noch auffallender erscheint es aber, daß sich die englischeRegierung mtzt der Ansicht des Höchstcommandirenden, Wolseley'S, sondern derjenigen seines Unter Generals angeschlosim hat, was säst daraus hindeutet, daß BMer bestimmt ist, Wolseley im Obereommando in Egypten zu ersetzen. ,
Die gemäßigten republikanischen Parteien Frankreichs sind mit einem Manifest in die Wahlbewegung eingetreten, welches knapp, aber klar die hauptsächlichsten Forderungen der republikanischen Gruppen enthält. Das Manisch spricht sich für Reduction des Militärdienstes, unbeschadtt der nationalen Verlheidigungskrast, und sür öconornische Reformen,„„TT« eine Abänderung des Abgabewesens und für ernstliche Herstellung d.« Gleichgewichts im Budget aus. Bezüglich der Frage der Trennung der Kirche vom Staat erklärt sich das Manifest für eine Politik, welche die Freiheit des Ge wissens respeetire, aber entschieden ein Priesterthum bekämpfe, dar unter der Maske der Religion nur eine Vereinigung aller der Republik feindlichen Parteien sei Rach Außen verlangt das Manisest eine würdige, seste Politik, unter Vermeidung jeglicher Politik der Abenteuer; es schließt mit einem Appell der republikanischen Union gegen die Monarchisten Diese Kundgebung wird leben- faU8 nicht verfehlen, in den Kreisen der gemaßigt-republikamschen Wähler den b.sten Eindrucks zu ^mache^eiter Nachrichten von Belang eingelausen. Eine Depesche General Courcy's vom 10. Juli meldet lediglich, daß er die geflohenen | Kaufleute und Rebellen aufgesordert habe, unter dem Schutze Frankreichs nach £>Ue zurück,ukehren. Den Aujständischen habe er eine lOtägige Frist zur Unter- werfung gegeben und die Entlassung der anamitischen Armee binnen längstens 8 ^°D"ie^p"anische Colonialpolitik plant einen kräftigeren Anlauf, als bisher. Die spanische Regierung gedenkt den übrigen Cabineten die otfmcUe Mittkeilung zu machen, alle Faetoreien, welche in den an der Westkuite Airilas zwischen den Caps Bojador und Blanco besetzten Gebieten, in W<itonal- Afrika am Munifluß und an andern Punkten von der airikamschen Glsellschast und andern spanischen Handels-Compagnien errichtet worden sind, unter ihr ^rOte$°on der'we'stlichen Hemisphäre kommen recht unerquickliche Nachrichten Im südwestlichen Kansas (Nordamerika) herrscht große Ausregung, da emiae Tausend Ansiedler aus Furcht vor den Indianern ihre Besitzungen ver- lassen haben und in die Städte geflüchtet sind. In Cleveland sind von den strikende» Eisenarbeitern bedenkliche Ausschreitungen begangen worden. Ein Ausstand ist in der süoamerikanischen Republik Venezuela ausgebrochen und end- lich ist es in Peru zwischen den Aufständischen unter General Caceres und den Reqierungstmppen bei Jauja zu einem Zusammenstoß gekommen. Nach suns- stündigem, für beide Theile verlustreichem Kampfe wuroe der durch das treffen unterbrochene Waffenstillstand einfach wieder erneuert.
Verwischtes. ,
Lich, 13. Juli. Der heutige zweite Festtag schien heute früh Morgens durch den eingetretcnen Regen nicht programmmäßig durchgeführt werden zu können, doch gegen 9 Uhr hellte sich der Himmel, so daß man um 10 Uhrmtt dem Mufterriegen- turnen beginnen konnte. Es hatten sich hierzu die Vereine Butzbach, Lich, Marburg und Wetzlar angcmeldet, die denn auch alle bei ihren Vorführungen die Note gut ms recht gut erhielten und mit Kranz und Diplom jeder Verein bedacht wurde. Am Nachmittag fand wiederum, wie Tags zuvor, ein Festzug statt und war der übrige Theil des 'Nachmittags dem Volksfeste gewidmet, an dem denn auch alle Festtheilnehmer den regsten Anthcil nahmen. Der Turnverein Wetzlar mit ca. 21 Turnern führte einen chinesischen Turnerreigen auf, welcher als gelungen bezeichnet wurde und allgemeine Bewunderung und Beifall erntete. Dem Turnvereine sowie der Emwohn - schäft von Lich für das gute Arrangement, die freundliche und liebevolle Behandlung und das Entgegenkommen während der Festtage ein „Gut Heil. .
Darmstadt. 12. Juli. Wegen der in Wiesbaden her rschendeii Epidemie wnd die daselbst garnisonirende Abtheilung des Hestischcn Feldartillcrie-Regiments Nr. - , die jetzt den Griesheimer Schießplatz verläßt, zunächst nicht in ihre Garnison zuriick- kehren, sondern in Groß - Gerau und anderen Orten in der Umgebung dieses ^rtcs einquartiert werden. Der Abtheilungsstab kommt nach Dar-mstadt
Mainz, 11. Juli. Die hiesigen Turner, soweit ste sich am dresdener ~um- feste bethciligen (ca. 30 Mann) begeben sich nächsten Freitag nach Frankfurt, um von dort aus zugleich mit den übrigen Turnern des Mittelrheiukreiics die Rei.e nach Dresden mittelst Extrazugs anzutreten. Auch die aus Paris emtreffendeu deutschen Turner werden sich dem Zuge in Frankfurt anschließen. ,
' Offenbach 10. Juli. Das plötzliche Verschwinden eines Knaben von 3 bis । 4 Jahreii veranlaßte die Bewohner der Wiesenstraßc, sich nach demselben umzuse-en. Eine Nachbarsfrau fand ihn, in einer offenstehcndenDungarube, mit dem r.ode nngend. Die Eltern desselben waren auf dem Felde beschäftigt und ließen den Kleinen ohne Beaufsichtigung zurück. Möchten die Eltern endlich dahin kommen, ihre Kinder unter keinen Umständen unbewacht zurückzulassen, die täglich bekannt werdenden Unglucksfalle mahnen wahrlich laut und eindringlich genug. - -
I Altenkirchen (Kreis Wetzlar), 11. Juli. Gestern ist unser friedliches -toif
Aum Schauplatz einer Blutthat geworden, von welcher man bis jetzt noch nicht weiß, ob sie überlegter Bosheit entsprungen oder aus einer wahnwitzigen Anwandlung hervor- gegangen ist. Mit einer Sense ausgerüstet begab sich gestern Moxgeü der Ackerer I Christian Köpke von hier zu einer nahen Wiese, um daselbst zu- mähen. Er war aber noch nicht lange damit beschäftigt, als es ihm bcificl, zwei tu der Umgebung arbeitende I Männer mit seiner Sense zu attakiren; diese sollen die gegen sie gerichteten Angriffe I werft abgewehrt, dann aber vorgezogen haben, sich zurückzuziehen. Nach diesem mik- I glückten Attentat kehrte der Mensch in das Dorf zurück; an dem^osc eines seiner I nächsten Verwandten angelangt, fragte er em daselbst stehendes Dtadchcii, ?d b''e Groß- I mutter daheim sei, worauf er den Bescheid erhielt, daß fit un Stalle mit dem Mellen I beschäftigt wäre. In diesem Augenblicke trat die Mjahrige Frau — eine Wlttwe I Rücker — in den Hof. Köpke sprang sofort auf sie zu und brachte ihr mit der Sense I solche Verwundungen am Kopfe bei, daß das arme Weib bereits eine Stunde spater I verschied. Darauf machte er sich an das Mädchen, Elisabeth Schäfer, welches er eben; I falls derart verletzte, daß es auf den Tod darniederliegt. Einem Zungen, den et ui gleicher Weise zu überfallen beabsichtigte, soll cs gelungen sem, sich noch rechtzeitig zu retten. Unser ganzes Dorf befindet sich ob dieser Vorfälle begreistichermieise ni grotzer
I Aufregung. Der Mörder, ein scheinbar stumpfstnnig-blodes ^ubfcct, ist verhattet und I nach Wetzlar übergeführt worden, wo bereits die erste Vernehmung durch den Unter- I suchungsrichter stattgcfundcn hat. .yA*
Aus dem Rheingau, 8. Juli. DieTraubenbluthe ist als beendigt anzufehcu I und hat im Ganzen einen befriedigenden Verlauf gehabt; nur die Nachzügler hatten ungünstiges Wetter. Infolge des äußerst günstigen Wetters entwickeln sich die jungen I Traubcnbecren recht schön. Auch der Weinstock geht rasch vorwärts, so daß man mi I seinem Stand in jeder Beziehung recht zufrieden fem kann. Aus einigen Orten nnro I allerdings ein starkes Durchfallen der Trauben gemeldet.
Aßmannshausen, 10. Juli. Die technischen Vorarbeiten der neuen Zahn- I rad-Bahn-Linie Aßmannshausen - Jagdschloß sind nun fo wett gediehen, das; nächste Woche mit dem Legen der Geleise begonnen werden kann. Auch diese Lime wird von Soenderop u. Eo. in Berlin erbaut und wird spater an em Acticn-Unternehmcii I ubergehm. esbndt" 10 Juli. Gestern haben in den hiesigen Schulen der Typhuserkrankungen wegen die Ferien begonnen und sollen bei den beiden Gymnasien diefelbcil heute ebenfalls beginnen, lieber die Ursachen der Entstehung der Epidemie zerbrechcir sich unsere Aerzte die Köpfe, da eine der Hauptursachen, schlechtes Trinkmaster, yicr nicht vorhanden ist, sondern gerade das Gegenthcil; wir besitzen vorzügliches Tnnk- wasser So neigen beim Einige der Ansicht zu, der ^aulbrunnen, welcher im Sommcc wegen seiner Frische gern benutzt wird, sei schuld daran, während Andere behaupten, die Verdunstung der großen Quantitäten Springwassers auf den zahlreichen nickst g-- pflasterten Straßen habe der Entstehung der Krankheit Vorschub geleistet. Eine Eoni- I Mission zur Begründung der Ursachen ist bereits in Thätigkeit. Möge cs ihr gelingen, . I den wahren Herd zu entdecken. r . . „
I Leipzig, 8. Juli. Wie die „K. Z." ans Bad Elfter erfahrt, starb daselbft a« I 7 Juli im Alter von 103 Jahren der frühere Musikdirector der dortigen BadekapeM, t I Johann Christoph Hilf, geboren am 1. November 1782 in Thonbrunn bet Asch.
I hat sich auch in weiteren Kreisen durch seine Tanzcompositionen einen Namen gemacyt
I und war bis an sein Lebensende rüstig und munter. , ,,
Hungarica. In Kosesd-Oha, im HunyaderComitate, gruben, wie „Hunyao
I erzählt, die Dorfbewohner unter Mitwirkung des Gemeinderichters am 25. v. M. o»
I Leichen des Lazar Dumitry, des Lazar Jlonucz und der Lina Dobrean, die em j»
I fünf Monate vorher gestorben waren, aus. Die Leichen der beiden ersteren zerstuckeuev I sie auf dem Kirchhofe mit eisernen Gabeln und Haueri und verbrannten sie, ar.gebut
Gieße«, 14. Juli. Wir erhielten nachstehende Zuschrift: Bezugnehmend auf den Bericht über das XIV. Gauturnftst des Gaues Hessen in Lich im gestrigen Anzeiger erklärt der Vorstand des Gießener Turnvereins Folgendes:. .
1) An dem Preiswcttturiieii hat sich von unserem Verein nur ein Vcttglied, Gg. Balser, betheiligt; derselbe errang den 1. Preis.
2) Sämmtliche übrigen 8 Gießener Preisturner turnten mept mit, da die druck) den nunniehr abgetretenen Gauturnwart, Herrn Engel-Marburg, bewirkte, ganz willkürliche Ausschließung einiger ihrer Turnbrudcr die übrigen veranlaßte, auf die Eoncurrenz zu verzichten. P k ->
3) Ein außerordentlicher Gauturntag, welcher auf Grund emeo Protcftcs des Gießener Turnvereins von dem Gau-AuSschuß dcmnächft zusamiilcubensten werden muß, wird die Unzulässigkeit des Vorgehens des gewesenen Gau- turnwarts feststellen.
Gieße«, 14. Juni. Wie man uns mitthcilt, wird die hiesige Nudergesellsckaft die in Aussifcht gestellten Regatten in Coblenz und Frankfurt a. M. nicht besuchen, da einer der Race-Manuschaft das Training trotz sttengster Verpflichtung nicht eingehalten hat und aus diesem Grunde aus der Mannschaft ausgeschlossen wurde. Für einen Ersatzmann einzustellen, ist der Termin leider schon zu nahe herangeruckt und so hat die Gesellschaft nur die nicht unbedeutenden Kosten zu decken, ohne wie gewünscht starten zu können. ________


