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cm Donnerstag Mittag seinen Sohn mit zur Eiscnbahnbrücke genommen und nachdem er denselben in den Strom hinabgestürzt, seinem Leben gleichfalls gewaltsani ein Ende gemacht hat.
Nachschrift. Soeben empfangen wir von Niedcr-Wallauf die Nachricht, daß daselbst die Leiche eines Knaben gelandet worden; die obige Vermulhung wird dadurch ihre Bestätigung erhalten. (M. A.)
Mainz, 11. August. fUnglücksfall.j Ein hiesiger Metzgermeister und ein Privatmann, welche gestern die Kostheimer Kirchweihe besuchten, haben den gestrigen Tag schlimm beschlossen. Die beiden Herren wollten auf einem Wagen, welcher einem Kostheimer Bürger gehörte, nach Hause fahren; der Wagen war mit einem noch nicht cingefahrenen jungen Pferde, welches der Kostheimer erst kürzlich für 1200 x gekauft hatte, bespannt. Ehe die Fahrt von Kostheim abging, wollte der Knecht erst die Laternen am Wagen anzünden, aber bevor das geschehen konnte, wurde das Pferd scheu und lief wie rasend nach Kastel zu. Der Privatmann sprang unterwegs aus dem Wagen und brach den Arm, in der Nahe des Eisenbahnüberganges stürzte der Metzger aus dem Wagen und brach mehrere Nippen; das Thür stürzte mit dem Fuhrwerk gegen ein Eckhaus und war sofort todt. Die beiden verunglückten Mainzer wurden später durch eine andere Droschke nach Hause gefahren.
— Nach den stattgehabten statistischen Ermittelungen umfaßten die Wiesen im Großherzoglhurn Hessen im Jahre 1883 92,509 Hcctar, wovon auf Oberhessen allein 52,776 Hectar, auf Nheinhessen dagegen nur 5736 Hectar entfallen.
Karlsruhe, 6. August. Der Orts-Gesundheitsrath erläßt folgende Bekanntmachung: „Durch Zeitungsannoncen und Eirkulare erbietet sich die „Deutsche Gesundheitscompagnie" in Berlin, Kranken verschiedenster Art ärztlichen Nath und Arzneien zu vermitteln. Die „Deutsche Gesundheitscompagnie" besteht aus dem bekannten Kurpfuscher Richard Mohrmann und dem Schriftsteller Bernhardt, dem angeblichen Verfasser des „Jugendspiegcls". Vor Richard Mohrmann haben wir schon mehrmals gewarnt. Derselbe war früher Uhrmacher, dann Photographengehülfe; bis vor Kurzem übte er sein Gewerbe als Bandmurm-Doctor im Umherziehen auS und betreibt, seitdem letzteres durch die Gewerbe-Ordnung verboten worden, das Geschäft auf brieflichem Wege. Die von Mohrmann gegen Bandwurm verabfolgten Mittel wurden früher in der Apcklheke zu Nosfen zu 1.20 X zubereitet und durch Mohrmann für 10 X verkauft. Die Broschüre „Der Jugendspiegel" verheißt Hilfe gegen Schwächezustände und dergleichen. Ihr offenbarer Zweck ist, solche, die sich durch Ausschweifung die Gesundheil zerrüttet haben, in Angst zu versetzen, um sie zur geldlichen Ausbeutung vor- zubereitcn. Nach Eapaun Carlowa, Mediz. Specialitäten, und Wittstein, Taschenbuch der Geheimmittel-Lehre, besteht das Bernhardi'sche Mittel aus 2 Flaschen Honigwasser im Werthe von 50 Pfg.; der Preis beträgt 60 X Einer Persönlichkeit, die sich von hier aus an die „Deutsche Gesundheitscornpagnic" um Rath wandte, wurde dieser unter der Bedingung zugesagt, daß sich der Patient zuvor zur Zahlung eines Honorars Don 100 X verpflichte. Wir warnen vor dieser nichtswürdigen Schwindelei."
Wiesbaden, 9. August. Als ein erfreuliches Zeichen für die entschiedene Abnahme der Typhuserkrankungcn ist es zu betrachten, daß sowohl die vom Polizeipräsidium berufene Sanitätscommission ihre regelmäßigen wöchentlichen Sitzungen nicht mehr abhält, sondern daß auch der ärztliche Verein, oer vom Beginn der Epidemie an jeden Sonnabend Abend eine außerordentliche Sitzung hielt, gestern Abend dieselbe ausfallen ließ. Statt dessen ist eine vor acht Tagen zur Bearbeitung der ganzen Epidemie eingesetzte Eommission bereits in Thätigkeit getreten, worüber s. Z. den städtischen und polizeilichen Behörden Mittheilung zugehen wird. Möge es denn gelingen, durch Beseitigung Vorgefundener Mängel und Verbesserungen unserer sanitären Einrichtungen für die Zukunft die Wiederkehr ähnlicher Heimsuchungen zu verhüten. Große Opfer werden dafür freilich der Stadt nicht erspart werden können. — Wie wir aus zuverlässiger Quelle hören, hat der Gemeinderath einmüthig beschlossen', die Herren Professor Baum ei stcr-Karlsruhe (als Eanalbau-Techniker), Geh. Hofrath
Professor Fresenius hier, Wirkl. Gcheimrath v. Langcnbeck, Excel!., hier, Professor v. Pcltcnkofer- München und Professor Geh. Rath Seitz hier cinzuladen, zu einer Eonferenz hier zusamuienzutreten und nach Kenntnißnahme aller cinschlagenben Verhältnisse sich über die muthmaßlichen Ursachen der hier vorgckommcncn Erkrankungen zu orientiren und sich demnächst gutachtlich darüber zu äußern, ob und welche Vorkehrungen von städtischer Seite getrosten werden können, um einer Wiederholung derartiger Erkrankungen wirksam vorzubeugen. Hoffen wir, daß das Resultat der Untersuchungen dieser wissenschaftlichen und technischen Autoritäten dazu beitragen wird, den im Allgemeinen vorzüglichen sanitären Ruf unserer etabt aufs Rene zu befestigen!
— Eine schaurige Geschichte von einem schwarzen Attentat, das ein paar verrottete Buben, Lateinschülcr in Speyer, gegen einen Lehrer geplant, den sie angeblich hatten ermorden wollen, machte dieser Tage die iKunbc durch verschiedene Zeitungen. Die „Pfälzer Presse" stellt nun die Geschichte dahin richtig, daß ein Schüler wegen Schwindelei bei einer Schulaufgabe eine schlechte Rote bekommen und darauf gedroht habe, e^ werde dem Lehrer die Fenster einwerfen. Ein Freund sollte ihm bei dem edlen Werke helfen. Dafür ist der Misscthäter mit Androhung des Fortjagens bestraft worden. Tas ist die Mücke, aus der auf bekanntem Wege der Elephant geworden._________________
Eingesandt.
Gießen, 13. August.
Auf das kommenden Sonntag in Röhrle's Bierhalle vom Gießener „Zitherkranz" veranstaltete (Sondert verfehlen wir nicht, hiermit aufmerksam zu machen. Wir verweisen auf das am Sonntag den 2. d. M. stattgehabte Concert, welches als ein gut besetztes zu bezeichnen war, bei welchem die Leistungen des Vereins ganz vorzügliche waren.
Wir glauben daher dem Publikum einen genußreichen Abend in Aussicht stellen zu können. N. N.
Stuttgart, 7. August. lAllgeineiner Deutscher Versicherungs-Vereins Im Monat Juli 1885 wurden 657 Schadenfälle angemeldet und zwar 542 äußere Verletzungen und 115 innerliche Erkrankungen. Von den Unfällen hatten 6 den sofortigen Tod und 49 eine gänzliche oder theilwcise Invalidität der Verletzten zur Folge. Von den Mitgliedern der Sterbekasse starben in diesem Monate 23. 9icu ausgenommen in den Verein wurden im Monat Juli 2585 Personen. Alle vor dem 1. Mai 1883 eingetretenen Schäden inet der Todes- und Jnvalidilätsfälle sind bis auf bie von 30 noch nicht genesenen Personen vollstänbig regulirt. 5823
Handel und Derked».
Limburg, 12. August. Rother Weizen X 15.50, weißer Weizen X 00.00, Korn X 1135, Gerste X 9.15, Hafer X 0.00, Kartoffeln ä 100 Pfunb X 0.00, Erbsen ä 100 Pfunb X 00.00.
Frankfurt, 12. August. Aus bem heutigen Markt kostete ber Gentner Heu X 2.50—3.00, Stroh X 1.80—2.20, Eier bas Hunbert X 4.50—5.20, Butter 1. Qualität X 1.10, 2. Qualität X 0.90, Kartoffeln per Malter X 5.00—6.00, Kohlrabi 3-5H pr. St-, Erbsen 0,50 Kg. 0-16—0.22 X, Rothkraut vr. St. 25—30 H, £>ubn x 1.50—2.00, 1 Ente X 2.00—3.50, 1 Taube 40—60,$, Hahn X 1.90—2.50, Gans X 5—10.00, Welsche X 5.00-10.00.
Temperatur der Lahn und der Luft
nach Reanmur gemessen am 13. August, zwischen 11 unb 12 Uhr Mittags. Wasser 169, Luft im Schatten 17°.
L. Ehr. Rübs am en', Turn- unb Schwimmlehrer.
i gesondert aufbmahrl nämlich Zwei-, Drei- JL Zwei Goldstücke A in Markstücken und
Allgemeiner Anzeiger.
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3 Mr. 90 Höhe.
5691
Engel, Gerichtsvollzieher.
Frkitsg den 14. d. Mls,
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J VIERTE AUFLAGE.
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