Ausgabe 
14.5.1885 Erstes Blatt
 
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I ung ein Gutachten eines Vogelsberger Oekonomen, aus dessen Inhalt klar und deut­lich hervorgeht, daß das Gut allerdings sehr heruntergekommen, der Boden auch kein übermäßig guter sei, daß indessen bei gründlicher Bewirthschaftung ein immerhin lohnender Ertrag erzielt werden könne.

Um den zwecklosen Discussionen ein Ende zu machen, schritt man zur Ab­stimmung und es ergab dieselbe ein für die Wahl Neu-Ulrichstein's sehr günstiges Resultat, indem etwa vier Fünftel der anwesenden Vereinsmitglieder für dieses Gut stimmten.

Die Uebergabe erfolgt, wie bereits bemerkt, am 1. Juli d. I.

Städte Heibelbm Nemklters, aber HM E zu werden. Gech geschehen, Senat uni.

"gebot von Studenten-, urchaus nicht deckt und eben.

centen an der Wiener ernannt.

n für seine Gesundheit chen Vorlesungen ein-

' vom 1. April 1885/86 nversitül Greifswald bei der Univerfitat jn tfeben Physiologie bem. erliefen worden.

denkamp in Greist

BermischteS.

Darmstadt, 8. Mai. Die Erhebung einer landwirthschaftlichen Enquete betr. finden wir im Sprechfal derLandw. Zeitschrift f. d. Gr. Hessen" nachstehende Mit­theilung: Da es im allgemeinen Interesse liegend erscheint, über die Lage der land- wirthschaftlichen Enquete etwas bekannt zu geben, so glauben wir uns veranlaßt, eine an uns gerichtete Anfrage wie nachstehend zu beantworten. Die Arbeiten der land­wirthschaftlichen Enquete zerfallen in drei Abtheilungen. In die erste Abtheilung gehört die Feststellung der Grundsätze für die Ausführung der Enquete, die Abfassung einer Instruction und die Ausführung einer Erhebung in einem Orte, welche als Muster für die weiteren Erhebungen dienen kann, ferner die Wahl der Orte, in denen die Erhebungen stattfinden sollen und die Wahl der Commissäre für die Erhebungen selbst. Die Arbeiten dieser ersten Abtheilung wurden im Juni v. I. beendet und mag hierzu

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Lokales.

G. Gießen, 13. Mai. (/Sterblichkeit in Gießen.j Die Zahl der Todesfälle vermehrte sich in der Woche vom 3. bis 9. Mai wieder um, einige, es waren deren im Ganzen 10 zu verzeichnen und zwar 5 bei Kindern, 5 bei Erwachsenen. In den ersten Lebensmonaten starben 3 Kinder, eins an allgemeiner Abzehrung, eins an Blausucht, bei einem, das nicht ärztlich beobachtet worden war, blieb die Todesursache unbekannt. Von 2 etwas älteren Kindern erlag das eine der Lungenschwindsucht, das andere Krämpfen. Bei den erwachsenen Personen war Todesursache: Altersschwäche, . Rückenmarkentzündung, Bronchienentzündung', Lungenschwindsucht je einmal. Ein Mann, der auswärts in einem Bergwerke verschüttet worden war, erlag hier den er­littenen Verletzungen.

Gießen, 13. Mai. Sonntag den 17. ds., Morgens 6 Uhr. lassen am hiesigen Bahnhöfe die Brieftaubenzüchter-Vereine von Eöln und Deutz ihre Brieftauben zum Probefluge auffliegen. Freunde dieses Sports machen wir hierauf aufmerksam.

Gießen, 12. Mai. Im Kreise Gießen haben sich 43 Gemeinden veranlaßt gesehen, im verflossenen Winter eine Verminderung der Sperlinge anzuordnen. Es sind in Folge dessen etwas über 14 500 Stück getödtet worden.

Neuerdings wird von den Landwirthen auch über erheblichen Schaden durch Raben, die sich ebenfalls stark vermehrt haben, geklagt.

Gießen, 13. Mai. Die theologische Conferenz tagt nicht am 4. Juni, wie wir in Nr. 109 d. Bl. berichteten, im (Safe Ebel, sondern im großen Saale des Casö Leib.

bemerkt werden, daß diese Arbeiten nicht gerade so leicht waren, wie man vielleicht vielfach anzunehmen geneigt sein mag, weil im Laufe der Vorarbeiten die Ueberzeugung gewonnen wurde, daß die Erhebungen nicht ganz nach dem vorgesehenen Beispiel der badischen Enquete gemacht werden konnten, daß vielmehr zur Erlangung durchaus zuverlässiger Resultate und möglichst einfacher, durchsichtiger Darstellungen mannigfache, nicht unwesentliche Abweichungen von jener geboten erschienen, ohne daß hieraus für die badische Enquete ein Vorwurf entstehen soll. Seit Ende Juni v. I. befinden sich nunmehr die Arbeiten der Enquete in ihrer zweiten Abtheilung, indem die Commissäre mit den ihnen übertragenen Erhebungen beschäftigt sind. Von den 25 in Aussicht ge­nommenen Erhebungen sind z. Z. sechs vollständig fertig und dürfte es nach den, vor­liegenden Erfahrungen wohl noch bis zum Herbst d. I. währen, bis alle Commissäre ihre Arbeiten vollständig abgeliefert haben, woraus man wird entnehmen dürfen, daß die Herren Commissäre, welche ihre Aufgabe ja immer neben ihren Privatgeschäften erfüllen müssen, mit nicht1 unbedeutenden Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Nach Vollendung dieser Arbeiten tritt die Enquete in die dritte Abtheilung, die Erhebungen werden im Einzelnen nochmals durchgegangen und gedruckt und folgt hierauf die kritische Bearbeitung des eingelieferten Materials mit der Darlegung der Resultate der' Enquete, was als der schwierigste Theil der Arbeiten zu bezeichnen sein dürfte. Für die Ausführung desselben wird der nächste Winter benutzt werden müssen.

Wenn vielleicht hier und da angenommen wurde, daß die Enquete mehr hätte gefördert werden können, so wird man aus den vorstehenden Darstellungen entnehmen, daß die Dauer der Enquete fast ausschließlich davon abhängig ist, wie lange Zeit die Herren Commissäre zur Ausführung ihrer Arbeiten bedürfen.

Frankfurt a. M., 9. Mai. Wie verlautet, ist die Untersuchung gegen Julius Lieske von Zossen, Kreis Teltow bei Berlin, wegen Ermordung des Polizeirathes Dr. Numpff geschlossen und die Anklage Seitens des Staatsanwalts^erhoben worden. Ende Juni soll das Schwurgericht zusammentreten, um über diesen Fall, den einzigen der Sefsion, zu verhandeln. Wie in früheren Senfationsprocessen, so wird auch dieses Mal der Eintritt für das Publikum beschränkt sein und durch Ausgabe von Karten controlirt werden. Einige größere auswärtige Zeitungen sollen schon Anfragen wegen der Zulassimg besonderer hierher zu schickender Correspondenten an die hiesigen Behörden gerichtet haben.

lieber ein Brandunglück in Brooklyn wird der Times vom 5. d. Mts. berichtet:Die Abbott-Gebäude in Staate - Street, welche als Seifenfabrik benutzt werden, find neuerdings ausgebessert worden. Während man die Fundamente unter­suchte, wurden die oberen Mauern durch Balken von außen gestützt und der Geschäfts­betrieb wurde inzwischen von etwa 200 Arbeitern, meistentheils weiblichen Geschlechts, fortgesetzt. Heute früh um 9 Uhr gaben die Stützen nach und ein Theil des Gebäudes stürzte ein, infolge dessen die Feueressen der Fabrik die Trümmer in Brand steckten. Alsbald trat ein fürchterlicher Schrecken ein und Frauen und Mädchen sprangen in ihrer Angst aus den Fenstern. Die unverzüglich erschienene Feuerwehr konnte nicht verhindern, daß noch andere Mauern einstürzten und in ihrem Falle mehrere Personen begruben. Als getödtet werden deren 15 gemeldet und 20 sollen Verletzungen davongetragen haben, während viele der aus den Fenstern gesprungenen Arbeiterinnen gleichfalls mehr oder weniger verletzt wurden. Das Unglück hat große Aufregung verursacht."

Allgemeiner Anzeiger

empfiehlt sich zu Anlagen von

1820

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in 9 Tage«

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und dessen Agenten

beit litt, brachte sich am so baß alsbald der N

mlicher Professor in dir ub demnächst scmeVor-

Abermals stellt Herr Eduard Pöschel dahier, und zwar im An­zeigeblatt vom Heutigen, die Behauptung öffentlich auf, die auf den Namen seines Stiefsohnes August Pöschel ausstehenden Gelder seien an ihn zu zahlen. Als Verwalter der Concursmasse des flüchtig gewordenen August Pöschel bin ich verpflichtet, hiergegen nochmals alsbald nachdrücklichst zu pro- testiren und alle Diejenigen, welche aus dem lediglich unter dem Namen des August Pöschel bekannten Bierbrauereigeschäft dahier Bier, Hefe rc. bezogen haben, überhaupt alle Schuldner des August Löschet, aufzufordern, ihre Zahlungen nicht an Herrn Eduard Pöschel, sondern, bei Meidung doppelter Zahlung, nur an mich, den Curator der August Pöschel'schen Coneursmaffe, abzuführen, gleichwie ich auch sämmtliche Biervorräthe u. dgl. des August Pöschel'schen Geschäfts für die Concursmasse desselben in Anspruch nehme.

Ob Herr Eduard Pöschel, wie er sagt, den August Pöschel als seinen Verwalter ansah, wird die Schuldner des August Pöschel, denen solches jetzt erst, nach ausgebrochenem Coneurse, mitzntheilen gesucht wird, nichts angehen, ist jedoch auch, nach Allem was vorliegt, absolut nicht anzunehmen.

Es handelt sich, was die Passiven des August Pöschel anlangt, um große Summen, wie sie von sorgsamen Geschäftsleuten einem bloßen Brauerei-Ver­walter persönlich nicht creditirt zu werden pflegen, und ferner um die Frage, ob Herrn Eduard Pöschel jetzt das Recht zusteht, nach seinem Belieben den einen Theil der Schulden des August Pöschel, den er nicht für Geschäftsschulden" erklärt, kurzer Hand von der seinem Sohne zur Ver- sügung gestandenen Vermögensmaffe abzuschütteln.

Gießen, den 13. Mai 1885.

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Der Concursverwalter: Rcchtsauwalt F. Barth. Liebigstraße 9.

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des Nachlasses der Fräulein Anna Münch.

Freitag den 15. Mai d. I., Nachmittags 2 Uhr,

sollen Ludw i gsstr e 57 die zu obigem Nachlaß gehörigen Gegenstände, nament­lich mehrere vollständige gute Betten, Kleiderschrank, Ausziehtisch, 1 Bügelofen wit 4 Plättchen, verschiedenes Weiß­zeug, Puppenstuben und Küchen, Bücher, Schellenzuge, Holz, Steinkohlen, Wein la Flaschen und sonstige Gegenstände ver­steigert werden.

Nlj. Der Kaffenschrant kommt noch­mals zur Bersteigerung. 3702

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