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Samstag den 14. März

Nr. 62

nzerger

Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Amts- und

Erscheint tätlich mit Ausnahme des Montag S

V«re«mr Gchulstraße 7.

Ihnen zur Kenntnißnahme und Bemeffung mit

Dr. Boekmann.

nicht hieMer berichtet haben.

Dr. Boekmann.

>n heute an wohin laueigasse 12. Wwe. Sturm, Mfrnfrau.

Gießen, 13. März.

Hochgespannte Hoffnungen und Erwartungen knüpften sich an den Regie- rnngsantntt des neuen Präsidenten der Vereinigen Staaten von Nordamerika, Grover Cleveland, der in seiner Antrittsrede am 4. März in großen Zügen die Grundsätze klargelegt hat, welche für seine vierjährige Amtsführung maßgebend sein werden. Der Beifall, welcher seine Worte aus dem Kapitol zu Washington begleitete, hat nicht nur in der ganzen Union, sondern auch in den übrigen Staaten der civilisirten Welt ein lebhaftes Echo gefunden. Cleveland hat sich dadurch nicht nur die allgemeinen Sympathien im Auslande erworben, sondern zugleich die Anerkennung, daß er sich durch seine Rede des Vertrauens seiner Wähler würdig gezeigt und auch bewiesen habe, daß er der hohen und schwierigen Ausgabe gewachsen sei, welche sein neues Amt ihm auserlegt.

Von manchen Seiten ist behauptet worden, die Antrittsrede Cleveland's erinnere in vielen Beziehungen an Lincoln. Wir finden dies ganz natürlich. Im Wesen und Charakter beider Männer finden sich viele Berührungspunkte und auch die Art der Wahl weist eine schlagende Aehnlichkeit auf. Beide Präsidenten gingen erst nach schweren Kämpfen als Sieger aus den Wahlurnen hervor und verdankten ihre Majorität dem Abfall eines einflußreichen Theils der bisher am Ruder gewesenen Gegenpartei. Für den Demokraten Cleveland stimmten viele Republikaner, welche ihr PartevJnlerefse dem Wohle des Vater­landes zum Opfer brachten. In dem Erfolge des GegemCandidaten Blaine iahen sie nur eine weitere Fortsetzung dec unter den Republikanern eingerissenen Korruption und befürchteten zugleich durch ihn Verwickelungen mit dem AuS- [ttnoe. Deshalb zogen sie ihm den Demokraten Cleoeland vor, der als Mann und Politiker Energie und Rechtschaffenheil des Charakters gezeigt hatte. Und wie Lincoln's Regierung trotz des SecessionSkriegeS sich sehr segensreich erwies, sw verspricht auch Cleveland, falls er seinem Programme treu bleibt, eine Zierde dec Reihe der amerikanischen Präsidenten zu werden.

Freilich wiffen wir sehr gut, daß eine Antrittsrede noch keine Garantie für den praktischen Erfolg der Bestrebungen des neuen Präsidenten bietet. Allein der

Drei» vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit BringerlshS Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pj.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. Boekmann. _____

gebracht.

Gießen, am 12. März 1885.

«"«tat.

Geist, welchen diese Rede athmet, die Stimmung, welche in dem amerikanischen Volke die herrschende ist, die Bürgschaft, welche in der Vergangenheit Cleveland s liegt, machen den Eindruck, als ob der 4. März 1885 ebenso wie Dasselbe Datum des Jahres 1861 den Grenz- und Markstein einer neuen Epoche in der Geschichte der Vereinigten Staaten bilden werde. Es läßt sich indessen zu­gleich ein großer Unterschied, ein entschiedener Gegensatz des Charakters m dem Ausgangspunkte der beiden Zeitabschnitte nicht verkennen. Während der Regie- rungsantritt Lincoln'« das Signal zum Ausbruch des Bürgerkrieges wurde, ladet Cleveland durch seine Antrittsrede alle wahren Patrioten ein, sich um sein friedliches Banner zu schaaren und aus dem Wege der Reformen die L>lele zu erstreben, welche in der Wohlfahrt der großen Republik aus allen Gebieten des öffentlichen Lebens ihren gemeinsamen Brennpunkt finden.

Im Anfang seiner Rede erklärt Cleveland, daß er sich ganz dem Dienste des Vaterlandes weihe, an dessen Spitze ihn die freie Wahl MNbürgtt berufen habe zugleich preist er die Stärke und Sicherheit der Volksregierung. Dann mahnt er dringend, freudig und ehrlich Me Sondervorurtheile und zeg- liches Mißtrauen aufzugeben. Die amerikanische Verfassung sei adatzErgebniß eines Geistes der Freundschaft und der gegenseitigen Zug-stmdmffe, was sich m den Hallen der nationalen Gesetzgebung stets bewahren solle. '"^Jrtereffen und locale Vortheile müßten vor dem allgemeinen Wohl! n den Lmtergrmid treten. Er selbst bleibe auch als Präsident amerikanischer Burger rote jeder Andere.

Auf die Verwaltung des Staates übergehend, betont er Einfachheit und weise Sparsamkeit und die Beschränkung der öffentlichen Ausgaben aus die thatsächlichen Bedürfnisse der Regierung, wie es besonders für eine Republik angemessen sei.

Mr hip ankeren Beziehungen hält Cleveland fest an der erprobten Politik der U^abhänqiykest d"« Friedens, de? Reutralstät, was die geographische L-ge der UnL sehr begünstige. Es sei dies die Politik Monroe's, Washingtons,

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Bekanntmachung.

Nachdem durch Entschließung Grobherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 6. März l. I. der ^Eidgenössischen TraWportverßcheruiigS- Gesellschaft Zürich die Erlaubniß^zum Geschäftsbetriebe im Großherzogthum Hessen ertheilt worden ist, so wird dies hierdurch zur öffentlichen Kenntmß

Betreffend: Den Gewerbebetrieb im Umherziehen; hier die Gewerbspatente. Gießen, am 11. März 1885.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Großherzogliche« Bürgermeistereien des Kreises (mit Ausnahme von Gießen) und an die Gendarmerie des Kreises.

Das nachstehend abgedruckte Ausschreiben Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 2. d. M. zu Nr. M- I- 4957 theilen nur

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Betreffend: Wie oben. 8- Darmstadt, anr ll^März 1885.

DaS Großhcrzoalichc Ministmum des Innern und der Justiz

an frie Großherzoglichen KreiSümter.

Das im Abdruck nachstehende Ausschreiben des Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen (Abtheilung für Steuerwesen) theilen wir Ihnen zur Kenntnißnahme, Bemeffung und sachgemäßen Bedeutung der Grobherzoglichen Bürgermeistereien und des AufstchtSpersonals mit. Rautenbustz-

Betreffend: Wie oben. , Darmstadt, am 23. Februar 1885.

Das Großherzogliche Ministerium der Finanzen, Abtheilung für ^teuetweftn,

a» die Großherzoglichen Steuercommiffariatc.

Naibdem in Folae der Bestimmungen des Gesetzes vom 1. Juli 1883, betreffend Abänderung der Gewerbeordnung , die Inländer, bzw. die nach dem Gewerbsteuergesetz als solche zu behandelnden Personen, welche ihr Gewerbe im Umherziehen betreiben, mit ihren Gehülsen bei Ausübung des Gewere r e^b"sn dem M steuerlichen Zwecken ausgefertigten Gewerbspatent bzw. der Patentabschri t auch einen W a n d er gern e r besch bk-trelfenden Kreisamt ausaestellt wird mit sich zu führen haben, ferner in Bezug aus die vom Ankauf oder Feitbreten im Umherzrehen ausgeschlossenen Gegen WMVWLWL nL cs 'sür nothwendig erachtet, für die betreffenden Gewerbspatente ein neues Formular drucken zu lassen, wovon air Sie zur Beachtung in Kenntmß setzen. Müller. ____________________________________ Hiemenz.

Betreffend: Die Verminderung der Sperlinge. Gießen, am 9. März 188o.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Grotzherzoglichen Baegeemeisteeeien des «reise».

Wir erinnern Sie an die Erledigung des Schlußsatzes unseres Ausschreibens vom 8. December v. I. - Anzeiger Nr. 290 '"soweit Sie noch

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