Ausgabe 
14.1.1885
 
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11 Mittwoch den 14. Januar 188S

Kietzener Anzeiger

Amts- und Anzeigtblatt für den Kreis Gießen.

----------------- " ~Z I . PreiA vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit vringnlcch^ @*ufÄrate 7 Erscheint täglich mit U»Snahme bei Montags. Durch die Poft bezogen vierteljLbriich 2 Marl 50 Pl.

Süsfert.

al-baldige Mittheilung an und. Gießen, am 13. Januar 1885.

Politische Ueberft

Gießen, 13. Januar.

Der Kaiser leidet in Folge einer Erkältung an leichten Verdauung«- beschwerden, die Indisposition ist indessen durchaus unerheblich unv hat der Kaiser in keiner Weise seine täglichen Arbeiten zu unterbrechen nöthig gehabt.

Die erste Reichstagssitzung im neuen Jahre vom Donnerstag bat bereits wieder zu einem scharfen Rencontre zwischen dem Reichskanzler und dem deutschsreisinnigen Theile der Opposition geführt. Anlaß dazu gab die AuswanderungSsrage, welche die in Capitel 7b des Etats des Ruchsamts des Innern enthaltene Forderung von 18,000 zur Überwachung des Auswan. derungswesens zur Erörterung gelangte und füllte die Discussion über dieses Thema den größten Theil der Sitzung aus. Das Wortgefecht zwischen dem Fürsten Bismarck und den oppositionellen Rednern, namentlich aber 6errn Richter, welche« sich über die Ursachen der Auswanderung entspann und noch eine Reihe anderer Fragen berührte, wie z. B. die steigende Belastung. der Keinen Gemeinden, die Getreidezölle, die Lage der deutschen Landuurth- schäft u. s. w., nahm wiederholt einen persönlichen Charakter an, wobei wohl bie Schuld auf beiden Seiten lag. Besonders waren die gereizten Auseinander- jetzungen zwischen dem Fürsten Bismarck und dem Abg. Richter unerquicklicher Natur und es kann daher immer wieder nur der Wunsch ausgesprochen werden, daß die Debatten frei von persönlichen Angriffen gehalten werden. Sachlich ist au- den Aeußerungen des Kanzlers die Behauptung hervorzuheben, daß das Steigen der Auswanderung ein Zeichen des Wohlstandes bedeute, welches Para­doxon allerdings von ihm selbst im Lause der Debatte wieder erheblich abge­schwächt wurde; außerdem ließ sich den Ausführungen des Fürsten Bismarck

noch entnehmen, daß die auf Erhöhung der Getreidezölle gerichtete Action der

Regierung nicht mehr lange auf sich warten läßt. Die Freitagtzsitzung brachte

bei der fortgesetzten Berathung des Etats für das Reichsamt des Innern zu- nächst eine kurze Erörterung über die Reformbedürftigkeit des Seeunfall. Gesetzes, worauf eine längere Discussion über den Etat des Gesundheitsamte« folgte, bei welcher von verschiedenen Seiten Wünsche bezüglich einer erweiterten und ener­gischeren Thätigkeit des Reichs-Gesundheitsamtes laut wurden. Auf das colonial­politische Gebiet hinübergeleitet wurde die Debatte durch die Forderung von 150,000 JL als Beihülse für die Förderung der wissenschaftlichen Erschließung Central-Afrikas und anderer Länder. Die Budget-Commission beantragte durch ihren Referenten, Abg. v. Bunsen, unter Hinweis auf die Finanzlage des Reiche«, nur 100,000 JL zu bewilligen. Von Seiten der regierungsfreundlichen Parteien traten die Abgg. v. Massow (cons.) und Römer (nat.-lib.) warm für die volle Bewilligung der geforderten Summe ein, ebenso bemerkenswerther W.ise der Elsässer Grad, während von deutsch freisinniger Seite Abg. Witte die Zurückverweisung der Position an die Budget-Commission beantragte, damit hier der Nachweis geführt werde, ob und wie bisher die bewilligten Gelder verwendet worden seien. Der Centrumsführer, Herr Windthorst, gab seine Geneigtheit zu erkennen, einer sich in gemäßigten Grenzen bewegenden Colonial­politik zuzustimmen, betonte aber, daß es sich im vorliegenden Falle nicht um coloniale, sondern um wissenschaftliche Zwecke handle und da seien die 100,000 JL hinreichend. Eine bewegtere Gestalt nahm die Debatte durch die Auseinander­setzungen zwischen dem Reichskanzler und den Rednern der Deutschsreisinnigen über die Stellung der RegierungS-Commissare in den Commissionen und speciell in der Budget-Commission an und beschuldigte Abg. Richter im Lause der lang- ausgedehnten Debatte hierüber die Regierung, daß sie Conflicte suche, was ihm von Seiten des Präsidenten einen Ordnungsruf zuzog. Zur Sache erklärte

Staat-Minister v. Bötticher, daß die Regierungs-Vertreter in den Commissionen nur nach Lage der Acten Informationen geben könnten, sie könnten aber betreff« der politischen Intentionen der Bundes-Regierungen keine Auskunft ertheilen. Schließlich wurde in namentlicher Abstimmung der Antrag, die Forderung an die Commission zurückzuverweisen, mit 135 gegen 128 Stimmen angenommen; die Minorität wurde durch die Conservativen und die Nationalliberalen gebildet, beten sich noch von der Volkspartei die Abgg. Schott, Payer und Härle, sowie der Welfe Langwerth v. Simmern anschloffen. Der Rest des Etats des Reichs- amtes des Innern fand debatteloü Genehmigung; am Samstag beschäftigte sich der Reichstag mit dem Nachtragsetat.

Das deutsche, nach Westafrika entsandte Panzergeschwa­der scheint gerade noch rechtzeitig an der westasrikanischen Küste eingetroffen zu sein, um die deutschen Besitzungen in Kamerun gegen Gewaltthätigkeiten der eingeborenen Stämme zu schützen. Contreadmiral Knorr, der Commandant de« Geschwaders, telegraphirte an die Admiralität:Bismarck" undOlga" haben am 20., 21. und 22. December aufrührerische Negerparteien mit Waffen- gemalt niedergeschlagen. Mehrere Häuptlinge, sowie eine größere Zahl Krieger sind gefallen, vertrieben oder gefangen und die Ortschaften vernichtet worden. Trotz der schwierigen klimatischen Verhältniffe ist die Haltung der Truppen vor- züglich. Diesseitige Verluste:Olga" - Matrose Bugge todt, vier schwer, vier leicht verwundet, unter letzteren Unterlieutenant v. Ernsthausen. Die Ruhe ist am Orte wiederhergestellt. Der Kaiser hat befohlen, dem Geschwader seine allerhöchste Anerkennung auszusprechen. Den näheren Berichten über diese Kämpfe darf man wohl mit Interesse entgegensehen.

Der Reichskanzler begeht bekanntlich in diesem Jahre nicht nur seinen 70jährigen Geburtstag, sondern auch fein 50jährigeS Dienstjubiläum, da er, wie dieNordd. Allg. Ztg." mittheilt, am 4. Juni 1835 als Auscultator beim Berliner Stadtgericht angestellt worden ist. Zur Vorbereitung der Feier dieses Doppeljubiläums des Fürsten Bismarck werden in den weitesten Kreisen Anstalten getroffen. r . .

In der Pariser Preise werden die Aeußerungen des gewesenen Kriegsministers Campenon, mit denen er sich von dem Personal seines Refforts verabschiedete, noch eifrigst discutirt. In denselben verurtheilt Cam- penon die ostasiatische Action, resp. die ihr zu Grunde liegende Politik des Conseilpräsidenten, als den wahren Jntereffen Frankreichs nicht entsprechend und würde eine größere Truppenentfaltung in Ostasien die Austtchterhaltung des Mobilisirungsplanes der französischen Armee unmöglich machen. Hiermit hat sich General Campenon gerade nicht in empsehlenswerther Weise von seinen viS- herigen Minister-Collegen verabschiedet, namentlich da seine Aeußerungen von der monarchistischen und der raoicalen Presse zu heftigen Angriffen aus die au«, wärtige Politik Ferry'S benutzt werden. Der vernünftig denkende T.^eU. der französischen Nation dürfte sich indessen hierdurch in seinem Vertrauen au, d,e Politik des Cabinets Ferry nicht beirren lassen. - . _

Die sich im englischen Volke immer bemerksicher machende Ver- stlinmung gegen die auswärtige Politik des Cabinets Gladstone hat dasselbe offenbar veranlaßt, sich durch neue Annerwnen in Afnka ^e Gunst der öffentlichen Meinung des Landes wiedergewmnen zu Mchem Nicht nur das Pondoland, das zwischen der Capcolonie und Natal güegene ostafrikanische Küstengebiet, sondern die ganze ostafrikanische Küste von SRatal norbroartä bis zum Beginn der portugiesischen Besitzungen ist unter mglffche Oberhoheit ge­stellt worden. Es wäre somit thatjächsich auch die Santa-Lucra-Ba, unter das Prolectorat Englands gestellt und droht d.ese Angelegenheu hierdurch nur

Betreffend: Ausführung der allgemeinen Bauordnung. Greßen, em 11. 3«mar 1885.

Das Grobherzogliche Krcisamt Gießen

an die Großherzoglichen Bürgermeistereien deS «reifes (mit Au-nahmc von Gießen).

7 Dr. Boekmann. '

-- 1 be8 ReichS-GefetzblattS, ausgegeben den 8. d. M., enthält: , ... , (Nr 1576.) Bekanntmachung, betreffend den Beitritt Großbritanniens, Serbiens und Rumänien» zu der unterm 20. Ma. 18-5 abgeschlossenen . °-° »-»..»»»- d« g.».«*« »->«- S'Mmlg-,

Dr. Boekmann._____________________________________________

Das Großherzogllchc Stcner-Conunissaliat Gießen an die Großherzoglichen OrtSgerichtsvorsteher des Bezirks. Diejenigen von Ihnen, welche die Bau- und Cultur-VeränderungS-Verzeichnisse noch nicht hierher zurückgesendet haben, ersuchen wir um deren