UniverfitätS - Chronik.
__ Professor Schur in Straßburg ist zum Director der Sternwarte und Professor der Astronomie zu Göttingen ernannt. «
Der Friede Gottes waltet! — heute Horst Du den Schmerzlaut nicht deS Thiers, Nicht sticht das bange Wild die Meute, Es fiel das Joch vom Hals des Stiers. Die Vöglein leis und feiernd schlagen, So seltsam spielt der Abendwind, Als wollt' er ein Geheimniß sagen Von ew'ger Huld dem Gotteskind!
(ca ist in Deutschland Sitte oder vielmehr Unsitte, die englische >Lonntagsfeier .u „erbotten und das -ngttsch- Volk im Ganzen für scheinheilig »n erklären we.l man
Handwerker und Arbeiter die Natur genießen und die Parks der Vornehmen lullen, welche am Sonntag allen Besuchern dergestalt geöffnet sind, day ^^^okratlichen Familien gewöhnlich nur einen ganz kleinen Raum vor dem Wohnhause sich reserviren, ^während sonst überall das Volk frei herumwandelt und sich aus dem Rasen in England Sonntags auf ihre Dienstboten die größte
Rücksicht nehmen und ihren Speisezettel einschränken und dürfen ihnen nur die aller- notbmendiaste Arbeit zumuthen. Der englische Arbeiter weiß, u^s er an semem Sonntag hat, und selbst der unterste Lehrling und Bureaudittier braucht m Eng and mn Sonntag nicht im Comptoir oder in der Werkstatt zu erscheinen. Weil m England die Sonntagsruhe eine geheiligte Volkssitte ist, kommen dort an diesem.Tage auch. m der Regel keine Geschäftsbriefe und Aufträge an, wahrend man auf deutsche Geschäfts- häuf« knm solch-Rücksicht ^nehm-n Geschäftsmann sein- Arb-itsräum-
am Sonntag schließt "un^ sich selbst und seinen Mitarbeitern diejenige Ruhe unb Sammlung gönnt, welche nach btägiger Arbeit für: Körper, Geist und Gemuth noth- wendig ist, wenn die productive Kraft der Menschheit erhalten werden soll.
Vermischtes
Darmstadt, 10. September. Das Ehrengeschenk der Officiere, Aerzteund Beamte des 11. Armeecorps für den General der Kavallerie, Frerherrn v. Schloth.'iin, zu dessen am 22. August stattgehabten 50jährigen Militär-Dienstjubttaum besteht, wie wir der ,Allg. Militär-Zeitung" entnehmen, in einem Tafelaufsatze mit zwei Leuchtern zwei Frucht- und zwei Confectschalen von Silber tn reicher Vergoldung und mit vielen Emblemen von Emaille und Inschriften versehen. Das Haupt- und MMelstuck zeigt auf der unteren Platte 4 Soldatenstguren rn helloxydutem S lber. emenHusar n, einen Linien-Jnfanteristen, einen Bedienungsmann der Feld-Artillerie und emen Laiid- wehrmann der Infanterie, letztere drei in feldmarschmäßiger Ausrüstung. Der Lunen- Jnfanterist trägt die Uniform des Hessischen Füsilier-Regiments Nr. 80, des ältesten Regiments der 21. Division, der Landwehrmann die des 32. Landwehr-Regiments, des
ältesten Landwehr-Regiments des 11. Armcecorps, b^m ber 22. DivisionderArtillerist bie Uniform des 25. Feld-Artillerie-Regiments, die 25. (Groyyerzoglich hesnsche) Division und die Artillerie repräscntirend. Für dre Kavalier^ ar gewählt worden
mir Rücksicht auf den commandirenden General, welcher als Husar m die.Armee treten ist (in das heutige thüringische Husarenreglment Ni. 12). Als Hmveutung auf das Jnaenieurcorps und die Pioniere liegen zur Sette des Landwehrmanns Schanzkorb, Spitzhacke,? Spaten unb Axt. Zwischen ben vier Soldatenfiguren ziehen sich Lorbeerfestons bin, welche je in der Mitte der von ihnen gebildeten Bogen die Kricaerdenkmünrcn von 1866 und 1870/71, die Großherzoglich babnche Feldzugsmedaille von 1849 und als Hindeutung auf das Santtätscorps das rothe Genfer Kreuz zeigen Aus der Mitte der Platte, auf welcher die Soldatenfiguren stehen, erbebt sich das Postament. Dasselbe wird unterhalb von einem Stab umflossin, welcher von einem goldenen Bande in 16 Windungen umschlungen wird. Diese Windungen zeigen die Namen der Schlachten, an denen Generalv. S^lotheim
sowie die hauptsächlichsten Garnisonsorte. Das Postament selbst tratzt an ie ner vorderen Seite das Wappen des Freiherrlichen Geschlechts v. SchlotheiM , au d« Rückseite folgende Widmungs-Inschrift: „Ihrem commandirenden Geittral dem General der Kavallerie, Herrn Earl Ludwig Frerherrn v. ^chlotheim am Tage semes funfz g- jährigen Dienstjubiläums in Dankbarkeit und Verehrung die Officiere, Samtat^ officiere und Beamten des 11. Armeecorps." Außerdem sieht man dort
Diensteintritts des Generals: 1. Juli 1835, und des Jubilaumstages. 22. August 1885. Inschrift und Datum sind von goldenem Lorbeer uni) Eichenlaub umrahmt. An den beiden Seiten des Postaments befinden sich auf ornamentrrten Schilden der preußische Adler (auf der linken) und der Großh. bessischc Lowe (ailfderrechten Snte). Rach obeii zu verjüngt sich das Postamt und hier liegen die 6 wichtigsten Krlegsdeco.atwnen bes Jubilars in sauberer Emailarbeit aus (pour la nitrite, Eisernes Kreuz, kouiglich sächsischer Heiurichs-Orden, Großherzogl. hessischer Philipps-Orden, Königlich wurttcm- bergischer Militär-Verdienstorden, Großh. mecklenburg-schwenn scher DrlUüar-Lerdienst- orden) Das Postament trägt eine im Innern reich vergoldete Blumenschale. .Unterhalb derselben laufen greifengezierte Streben, welche an ihrem vorderen Veremigungs- vunkte die verschlungenen Anfangsbuchstaben des Namens des 2. Garde - Dragoner- Regiments tragen, dessen erster Commandeur der Jubilar gewesen ist. An dem aus der Blumenschale emporsteigenden Knauf befinden sich auf den vier Setten ornamentale Cartouchen. Die vordere derselben trägt auf kornblumenblauem Emattgrund das Bild Seiner Majestät des Kaisers und Königs, darüber die freistehende Kaiser, kröne die linke das Bild des hochseligen Königs Friedrich Wilhelm IN., die rechte das Bild des hochseligen Königs Friedrich Wilhelm IV die vierte enthalt auf kornblumenblauer Emaille in goldenen Buchstaben die königliche Devise des S°um cuique. Heber die letzten drei Cartouchen erheben sich freistehend preußische Konigskronen. Das Ganze wird gekrönt von einer bewehrten Borussia, welche die Linke auf den Schild mit dem preußischen Adler stützt, die rechte zur Spende des goldenen Lorbeerkranzes bock erhebt Die Größe des ganzen Mittelstückes betragt 8*. Em. Van den sechs S-it-nstück-n sind beiden Armleuchter zu je sieben Kerzen einger,chic, d,e be. en Fruchtschalen und die beiden Confectschalen sind im Innern reich vergoldet. Am ^uße aller sechs Seitenstücke befindet sich auf der emen Sette das Wappen des Jubilars, jedoch des Raumes wegen nur das eigentliche Wappenzeichen mit der Hniherilichen Krone darüber, auf der andern Seite die Jubttäumsdaten von goldenem Elchen- und Lorbeerlaub umrahmt. Zur Aufnahme der sämmtlichen Stucke ^vt em dunkel gebeizter Eichenholzschrein, in vornehm einfachem Stil gearbeitet. Das Ehrengeschenk stellt ein schönes Kunstwerk dar. Es ist ebenso sinnig entworfen wu fern Herges e und ehrt dm Jubilar wie den Geber, sowie alle Diejenigen, welche für seine Ausführung thätig warem__
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