Ausgabe 
13.2.1885
 
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Rr. 87 Freitag den 13. Februar 1885

Gießener Anzeiger

Amts- und Anzkigeblatt für den Kreis Gießen.

PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf mit Brinyerkohn.

Durch die Pott bezogen viertel jährlich 2 Mark 50 Pl.

Erscheint täglich mit Huönabmt des Montag».

Bert*« t Schulstraße 7.

Politische Ueberficht.

Gießen, 12. Februar.

Rach einigen ver hältnißmäßig ruhigen Sitzungen, in denen der Reichstag über Gegenstände von keinem allgemeineren Interesse verhandelte, dürfte mit der am Dienstag begonnenen ersten Lesung der Zolltarif-Novelle für den Reichstag wieder eine bewegte Woche gekommen sein. Wie sich dieNat- Zeitung" schreiben läßt, ist bie geschäftliche Behandlung der Zolltarif-Novelle bereits zur brennenden parlamentarischen Frage geworden. Heute heißt es, auch ein Theil de» Lentrums sei für Verweisung der Vorlage an eine Commission. Trifft dies zu, so wird es unwirksam sein, wenn die sog. freie wirthschastliche Vereinigung sich gegen die Verweisung an eine Commission erklären sollte, wie die» allgemein behauptet wird. Seit einigen Tagen sind au» allen Theilen des Reiches Deputationen einzelner Handels- und Industriezweige, welche von der Zolltarif-Novelle mehr oder weniger betroffen werden, in Berlin angekommen, um mit Abgeordneten wegen der Wahrnehmung ihrer Interessen bei den bevor­stehenden Debatten zu verhandeln. Anderseits wächst täglich das Material an Petitionen für und gegen die einzelnen Theile des genannten Gesetzentwurfes, so daß schon die» die Vorberathung durch eine Commission wahrscheinlich macht. Nach der vorläufigen Erledigung der Zolltaris-Novelle wird wohl endlich die dritte Lesung de» Etat» an die Reihe kommen und hierbei bei einzelnen Posi­tionen die hochwichtigen definitiven Entscheidungen bringen, denen man in Deutsch­land mit äußerster Spannung entgegensieht.

Die dem Bundesrathe zugegangene Vorlage wegen Abände­rung des GerichtSverfaffungS'Gesetzes und des Strafprocesses, wodurch eine Vermindenung der Zahl der Geschworenen beabsichtigt wird, hat nur geringe Chancen bezüglich ihres Zustandekommens. Im Bundesrathe selber begegnet die Vorlage bereit« Schwierigkeiten, da dem Vernehmen nach hauptsächlich die süddeutschen Regierungen mit der Tendenz derselben keineswegs einverstanden sind, und was die Stimmung im Reichstage gegenüber dem fraglichen Gesetz­entwürfe anbelangt, so ist dieselbe eine entschieden ungünstige, so daß man das Scheitern der Vorlage schon jetzt als fast gewiß betrachten kann.

Der König von Bayern hat dem Central-Comitö, welches sich unter dem Vorsitze de» Herzogs von Ratibor zur Veranstaltung einer Sammlung zu einer Ehrengabe für den Fürsten Bismarck gebildet hat, die Er- laubniß ertheilt, diese Sammlung auch auf Bayern auszudehnen und durch öffentlichen Aufruf zu derselben aufzufordern. Wie verlautet, soll davon abge­sehen werden, die Beiträge zu der Ehrengabe für den Fürsten Bismarck in der Oeffentlichkeit zu quittiren und soll deren Aufführung in dem dem Reichskanzler zu überreichenden Folianten geschehen.

Die dieser Tage in Berlin versammelt gewesene Delegirten- Conserenz deutscher Seestädte hat einstimmig eine Resolution angenommen, durch welche an den Reichstag die dringende Bitte gerichtet wird, die bean­tragten neuen Holzzölle abzulehnen.

lieber den Stand der neuesten Streit-As faire zwischen Deutschland und England, das Protectorat über den nordöstlichen Theil von Reu-Guinea betreffend, verlautet jetzt, daß der Conflict auf dem Wege der Ausgleichung begriffen fei. Man darf wohl annehmen, daß auch diese Affaire mit dem Rückzüge Englands enden wird, zumal sich das Recht Deutschlands auf die Nordostküste von Neu-Guinea aus den abgeschlossenen Verträgen klar und deutlich erkennen laßt.

Aus Tongking sind wiederum Siegesnachrichten in Paris eingelaufen, welche daselbst die Zuversicht aufs Neue befestigt haben, daß die Beendigung des Tongking-Feldzuges doch noch in einer die französische Waffenehre nicht dlosstellenden Weise gelingen werde. Nach heißem Kampfe ist es dem französi­schen Corvs unter General Briere De l'Zsle gelungen, das den Weg nach der Festung Langson sperrende befestigte chinesische Lager von Dongsong zu nehmen und die Chinesen zum Rückzug auf Langion zu zwingen, von welchem sich die Franzosen noch zwei Tagemärsche entfernt befinden. Der Gefechtsbericht des franz. Oberbefehlshabers selbst muß aber zugeben, daß die Verluste der Fran­zosen verhältnißmäßig bedeutende waren und daß sich die Chinesen mit zäher Energie vertheidigten. Die französischen Verluste werden auf 20 Tobte und 162 VerwunDete angegeben, eine im Verhältniß zu der Truppenzahl Brivre'S immerhin beträchtliche Ziffer. Die Pariser Blätter sind natürlich des Lobes voll über die vortreffliche Führung der Generale und die glänzende Tapferkeit der Truppen und dieses Gefühl wird noch gchoben durch den Vergleich mit den Mißerfolgen der Engländer im Sudan, zu denen die französischen Siege in Tongking eine eigenthümliche Folie bilden. Die Lammesgeduld der sranzöfi- schen Regierung gegenüber dem Treiben der Pariser Anarchisten scheint denn doch ihre Grenze zu haben. Für Montag hatten dieselben ein großes Meeting geplant, doch ist dasselbe nicht in geplanter Weise zur Ausführung gekommen, da die Regierung einige 20 Mitglieder des zu diesem Zwecke niedergesetzten Comitss wegen aufrührerischer Reden verhaften ließ und außerdem für Montag um­fassende militärische und polizeiliche Maßregeln getroffen hatte.

Nachdem sich die englische Regierung von ihrem ersten Schreck über Die Katastrophe von Khartum einigermaßen erholt hat, entfaltet sie jetzt eine fieberhafte Thätigkeit, um den häßlichen Flecken, den der ohnehin nicht zu blanke Schlld her britischen Waffenehre im Sudan durch ben Fall von Khartum erhalten hat, möglichst rasch wieder zu verwischen. 8000 Mann englischer Truppen sollen zur Verstärkung General Wolseley's unter General Newbegate

nach Egypten abgehen. Ein fpecieHer Befehl bestimmt, baß 3 Garbe-Infanterie- Badaillone und 4 Linien-Jnfanterie-Bataillonc, von Denen 2 in Malta und 2 in Gibraltar stationirt sind, nach Egypten abgehen werden, ebenso sind dorthin 2 englische Infanterie-Bataillone und 1 englisches Kavallerie-Regiment au« In­dien bestimmt. Die Admiralität trifft mit größter Eile die Vorbereitungen für den Transport, zu welchem Schiffe von mehreren großen Londoner Rheder- Firmen verwandt werden sollen. Bis aber diese Truppen im Sudan angelangt sein werden und bei dem schwerfälligen englischen MobilisirungS-Äpparat dürften hierüber noch lange Wochen vergehen ist General Wolseley auf sich selber angewiesen und da er seine Streitkräfte auf 4 oder 5 Punkte verzettelt hat und deren Verbindungen durch Die dreist vordringenden Arader-Schwärme immer mehr erschwert roerDen, wie ein allerdings erfolgloser Angriff derselben auf eine englische Proviant-Kolonne beweist, so erscheint die Lage de» englischen Oberbefehlshaber» immer kritischer.

Darmstadt, 11. Februar. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:

Am 10. Februar ben Oberrechnungs-Revifor bei der zweiten Abtheilung der Justifikatur der OberrechnungS-Kammer, Theodor Schulmayer, auf sein Nachfuchen in den Ruhestand zu versetzen.

1. Darmstadt, 11. Februar. (Evangelische LandeSsynode.) Bet Besinn der heutigen Sitzung verlas der Präsident eine Interpellation des Avg. HallwachS, welcher an Großh. Oberconfistoriuui dahin die Anfrage richtet, wie weit die Vorarbeiten zum Erlaß deS neuen ChoralbuchS gediehen feien und wann voraussichtlich die Edition desselben erfolgen werde.

Oberconsistorialrath Sell beantwortete kurz bitfe Interpellation dahin, daß vielleicht noch ttn Laufe diese« Jahre« die Herausgabe erfolgen könne und auch schon em Melodienbuch zu diesem Choralbuch in Arbeit sich befinde.

Bei Berathung de« EinnahmebudgetS gab auf Vorschlag deS Äbg. Brand die Synode bezüglich deü CapitelS »Beitrag des Staat« zu den Bedürfnissen der evanß. Kirche" ihre Anficht dahin kund, daß dieser Beittag von 174,257 J4 42 auf einer RechiSoerbindlichkrit des Staat« gegenüber der Kirche beruhe, und wurde diese Erklärung P'.stocollarisch niedergelegt, um bei evcnt. Vorkommn ssen In der Lage zu fein, daraus recnrriren zu können.

Unter Cap. 7, .Umlagen auf die Angehörigen der evangelischen Kirche" erscheint in dem diesmaligen Budget die Summe von 350,000 JL gegenüber dem seither ein» gegangenen Steuerertrag von 328,000 ES erklärt fich diese Differenz mit der Ein- führung der neuen Steuergesetzgebung und wird keine Mehrbelastung der evangelischen Bevölkerung dadurch stattfinden. Nach kurze, Debatte genehmigte die Synode auch diesen Ansatz.

AlS Cap. 8 erscheint nunmehr ein neuer E'nnahmeposten Im Budget, welcher die Ueberschüsse verschiedener StlftungSfondS im Betrage von 14,000 X umfaßt. Be­züglich dieses Posten« richtete die Synode auf Antrag deS Abg. Buchner daS Er­suchen an Großh. Oberconststorium, zu erwägen, ob und inwieweit die Stiftungen, deren Erträge dem Centralkirchenfond zufließen, mit diesem Fond selbst vereinigt werden können; im Uebrigen erklärte sie fich mit der Einstellung in daS Budget ein­verstanden.

Auch die weiteren Einnahme - Capttel sind zum ersten Male hier vertreten und ergibt sich auS denselben, daß an Capitalzinsen jährlich 4240 JL, ebenso von zurück» empfangendem Capital und Vorlagen 1800 «X eingehen und der Ertrag deS neuen Ge­sangbuchs und der biblischen Geschichte sich auf 3500 X beläuft.

Die Genehmigung dieser Posten geschah ohne wesentliche Debatte.

Die Pftngstcollectt, die seither im Betrage von 2400 *X eingestellt war, fällt hier durch den beschlossenen Uebergang derselben zur Lutherftiftung hinweg.

DaS Budget wurde sodann im Ganzen gutgeheiße«.

Auf der Tagesordnung der morgigen Sitzung steht unter andern Gegenständen auch die Beralhung und Beschlußfaßung über den Gesetzentwurf, die Veränderung der Wahlperioden für die Mitglieder der Kirchengemeindevertretnng, der KlrchenvorstSnde, der DikanatSsynoden, der DekanatSauSschüsse und der Dekane betr.

Berlin. Bericht auS dem zur Ausgabe gelangten Weißbuch: .Deutsche Interessen in der Südsee U." (Fortsetzung.) 4

In der Antwort der deutschen Regierung heißt eS, daß die beabfichtigie Aus­dehnung deS britischen ProiekioratS im Norden und Nordosten von Neu-Guinea nach ben bisherigen Äußerungen Lord Granville'« unerwartet komme und Demschland fich einstweilen Vorbehalte, zu denselben Stellung zu nehmen. Die deutschen Vorstellungen hotten zunächst den Erfolg, daß seitens England« erklärt wird, e« sei beschlossen, daS britische Protectorat auf die südliche Küste mit Einschluß der vorliegenden Inseln zu beschränken, statt ihm die anfangs beabsichtigte Ausdehnung zu geben. Die In Aus­sicht genommenen comnVffartfdjen Berathungen, welche anfangs an Ort und Stelle stattfinden sollten, werden in weiteren Verhandlungen auf Wunsch der englischen Ne­gierung nach Europa verlegt, und Dr. Krauel zu diesem Zwecke hterhergerutto. Unterm 18. November 1884 ging vom kaiserlichenGeneralconsulat in S'dney die Meldung ein, daß auf einen Theil der Insel Neu»Guinea am 6. November daS britische Protectorat proclamtrt worden sei und zwar betraf dies den ganzen Theil der Südküste von Neu Guinea, welcher an der Grenze deS von der niederländischen Regierung beanspruchten Tb-Ile« di» L-md-» beginnt und fl«> Dom 141. Grab östlicher Länge bi» ,m° Oftra» erstreckt, mit allen vorliegenden Inseln in der Goschenstraße. Am Schluß b.zugl wer Proklamation deS CapitävS ErSkine heißt eS:

.Und ich proklamier und erNäre hierdurch, daß keine Lavderwerbung innnhalb der Grenzen des hiermit errichteten ProiecioratS, wann und wie sie auch geschehen fern mögen, von Ihrer Majestät anerkannt werden wird. Für Ihre Moitst« be­fehle und schärfe ich allen Denen, die es angeht, hierdurch ein, diese Proklamation zu bC0<tfrUnfer Nr. 36 wird folgender telegraphischer Bericht de« Kommandanten Sr. Maj. Schiff ^Elisabeth" an die Kaiserliche Admiralität d'S ^a'serlichea Eom- missanuS in Neu-Britannien an daS Auswärtige Amt d. d. Sooktown, den 17. De- "^^'.Die^on Reichsangebörigen gemachten Landewerbangen find durch Abfluß von $ ertragen mtt den Häuptlingen unterstützt worden. Schutze berselben

baben unsere ÄrteaSfdJffe an einigen Punkten der Nordküste von Nm-Guinea, östlich pan ^^iIb«X0K W«ae unb im Neu - Brttannia. Archipel die deutsche Flagge 8C^f'Die Kaiserliche Regierung hat hiervon die übliche Mitthellung an die Mächte