Ausgabe 
12.7.1885 Zweites Blatt
 
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Darum vorwärts ihr deutschen Industriellen und Fabrikanten, bringt den deutschen Namen auf eure deutschen Maaren, und vermag das der Einzelne nicht, gründet Associationen und Eartellverbände. r

Wir sind Deutsche, unsere Farben sind bekannt, möge man auch auf unseren Maaren unsere deutschen Marken kennen lernen.

angefertigt. ..

Frankfurt, 8. Juli. DieKl. Pr." berichtet: Eine herzzerreißende Scene spielte sich heute Nachmittag kurz nach zwei Uhr in einem Hause der Eranachstraßc m Sachsenhausen ab. Das einzige Kind der Familie, cm hoffnungsvoller Junge von über elf Jahren, hatte sich am Morgen die Erlaubnis; zu verschaffen gewußt, mit einigen Kameraden einen Spaziergang zu machen und war nicht zum Mittagenen nach i Hause gekommen. Die Knaben waren in der Nahe der Ersenbahnbrucke m ein«! an­geketteten Kahn gestiegen und hatten darin geschaukelt, wodurch plötzlich der Vefief sende ' das Uebergewicht bekam, in den augenblicklich ziemlich hochgehenden Main stürzte unc sofort verschwand. Seine Kameraden verloren die Geistesgegenwart und hejen weg, anstatt um Hilfe zu rufen. Durch die eilige Flucht aufmerksam gemacht, lenkte ein am Ufer befindlicher Fischer seinen Kahn herüber, konnte aber m dem trüben Wasser nichts

abiliro$ereit«i hab-,, -S viele EngrvSg-schäft- säst ganze Jndustri-zw-ige erz^-MN daß ausländische Abnehmer sich der speciellen Bezeichnung des Ursprunges der Maaren als deutsche Maaren unterwerfen. Hauptsächlich sind es die Vereine der. EhocoLaden- und Hutfabrikanten, welche bahnbrechend vorgegangen find, ihnen gebührt für den ue|uiuuujci --- - - -- . ...

beachtenswerthen Vorgang entschiedenes Lob und entschlÄener Dank. - - entdecken. Die Entflohenen hatten unterdessen einen ihrer Lehrer herbeigerufen und in

Jetzt, wo Deutschland em Reich ist, fett rotr selbst.Flomen und directe Absdtz^ Gegenwart wurden sofort Nettungsoersuche angestellt, die jedoch erst gegen r Ubr

aebiete besitzen seit das eigene Bewußtsein mehr erwacht ist und der Geschmack bei uns I < - --- ----------« lf*n?n

sich mehr ausgebildet hat und Erfahrungen gemacht und gesammelt worden find, jetzt ist es wohl an der Zeit, daß alle deutschen Fabriken und alle deutschen Mus^e»wW nur eigene Marken und Etiketten anwenden, daß lie alle Packungen mtt künstlerisch ausgcführten Zeichnungen und Monogrammen Herstellen lassen, jetzt ist es an der Zeit, energisch aller falschen Etikettirung entgegenzutreten. - -f. rpfn.

Das ausländische Publikum wird sich, so wett das noch nicht geschehen ist, sehr bald von dem wahren Werth der deutschen Maaren überzeugen und belehren lassen, und der Export dürfte dadurch ganz. erheblich gefordert und der inneren Weiterent­wicklung unserer Industrie ganz entschiedener Vorschub geleistet werden. .

Wohl trägt der deutsche Name bis in die entferntesten Erdgegenden einen guten Klang, er wird noch weit Heller und lauter tönen, wenn allerorts oon feer Güte unfe Preiswürfeigkeit deutscher Maaren Kenntcktz erlangt worden ist Esist entschieden unserer unwürdig, wenn deutsche Maaren mit fremden Namen auf den Markt

Vermischtes.

Darmstadt, 6. Juli. Man schreibt ans London: Die Hochzeit der Prinzessin Beatrice und des Prinzen Heinrich von Battenberg wird nicht, so einfach vor sich gehen, wie früher beabsichtigt war, ja es scheint, als wenn die Königin sich, vorgenommen hätte, ihre jüngste Tochter mit großem Gepränge zu verheirathen. Die Komgm hat Ordre erlassen, die Hochzeitseinladungen bedeutend zu erweitern. ^-ie Trauung wird am Donnerstag den 23. Juli, um 1 Uhr Mittags, in WhlVpingham-Ehurch4tattfinden. Bei dem großen Gottesdienst werden der Erzbiscl'of von Eanterbniv, dei Bischof von Winchester, der Decan von Windsor und Eanonicus Prothero fungiren. xie Königin und der Prinz von Wales werden die Brantfübr-n" und die Kmngui wirdc fortgeben" (bekanntlich eine Eeremonie bet englischer Eheschließung >. .st Braut­jungfern sind sämmtlich Nichten der Prinzessin Beatrice, nämlich die drei Tochter des Prinzen von Wales, drei Töchter des Herzogs von Edmburg, zwei pochier des Prinzen Christian imfe zwei Prinzessinnen von Hessen-Darmstadt. Die Geschenke treffen jetzt bereits in Menge ein, auch die Bevölkerung betheiligt sich. Die Stadt "Newport schenkt eine Prachtausgabe des Shakespeare. Die Kenfingtoner Damen haben em wahres

Zurückgesetzt

und tu außergewöhnlich billigen Preisen empfehle einen großen Posten

Damen- und Kinder-Wasche

Dawenhemden in ganz schwerem Stoff mit lein- Spitze und solider Arbeit

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Wir wollen nicht verfehlen, die Leser unseres Blattes und namentlich auch die Mütter von Knaben auf die so außerordentlich practischen Mey'scheu Stosf- kragen hierdurch ganz besonders aufmerksam zu machen.

Diese Kragen kosten von 4-7 Pfennige das Stuck, find aber ti-otzdem keine bloßen Papierkragen, sondern mit einem kräftigen, leinenahnllchcn Stofs vollständig überzogen, sie gleichen also vollständig den feinsten Lcluenkragen. Gewaschen können sie natürlich nicht werden, aber da man jeden einzelnen Kragen von 3 -tagen bu cme Woche tragen kann, so sind sie thatsächlich billiger als der Waschlohn leinener Kragen. Die Kragen sitzen viel bequemer am Hals, als steif gestärkte Lemenkragen, die,«formen derselben find sehr elegant. Thatsache ist, daß wer einmal diese Kragen versucht hat, mC '^Die hiesigen Verkaufsftelle« dieser wirklich praktischen, billigen und eleganten Menschen Stoffkragen, können aus der Annonce in unserer heutigen Nummer ersehen werden.

Wunder von Piano bauen lassen, die Damen Sommersets schenken eine Spray-Decke aus Goldfäden unfe rubinroten Perlen geknüpft. Es wird das HamernPublikum gewiß intereffiren, etwas über den Troufieail der Prinzessin zu> horen.^ -tanno in erster Linie feie acht Staatstoiletten, jede einzelne cm Nttlsterstuck feer ^cbneifeerfunft. Das erste unfe hauptsächlichste ist das Hochzeitscoftüm, aus schwerem, weißem^Atlas, mit denselben Spitzen ferapirt, welche die Königin auf ihrer Hockzett trug, dem reichen Muster dominirt die königliche Krone. Die ^roitt des Kleides hat emen tteren Satin-Plifs> über welchen eine Garnitur von Orangcbluchenknospen fallt, über dick ist die obenerwähnte Spitze drapirt. Die Spitze iftjnit Straußen von ^^Ö^lutben gerafft und die linke Seite der Schleppe zeigt eine Mllung von derselben Blume. 4,ie weiße Atlastaillc ist tief ausgeschnitten, banfeeauartig nut einer Gmr ande von Orange- blüthen garnirt, welche die fehlenden Aermel ersetzt. Der Brautschleier correspondir mit der drapirenden Spitze. Tas Reisecoftüm ist aus crcmefarbenein Brocat gemacht und mit feinen irischen Points besetzt. Ein kurzer Paletot mit Dolmanarmeln, em Hut von weißem Sammet, mit ^ilbeifäben gestickt und mit vier großen Straußen­federn garnirt, vollendet die elegante Reisetoilette. Die anderen sechs Kleider find nicht

oder englischen Urfprungs gewinnen. Diese Unsitte schließt nicht nur eine Täuschung her (Soniumentoi ein, ionüern sie Mich auch auf di- Dauer das Ausehen und den Absatz der deutschen Industrie benachtheülgen und, was d,e Hauptsuch- rst,die Con- curreiufäbiqfeit des deutschen Fabrikates wird m arge Mitleidenschaft gezogen.

V Etz ist wohl nicht zu viel behauptet, wenn gesagt wird, daß alle Fabriken, alle Industriezweige in der Lage und im Stande sind, nicht nur zu rhrem eigeiieii Nutzen, sondern auch zum Nutzen des Gemeinwohles die eigene deutsche Marke un Welthandel iu Ehren zu bringen. Es müßten schlechterdings auf deutschen Maaren alle französischen und -Uglisch-N oder sonst sr-mdländisch- B-z-ich..ungm, p!°m°n, Ausdruck- v-rp°nt werden. Das gilt namentlich von Seifen, Parfumenen, -tabaEen, Gummt, Maschinei,

Uigyuci luujt: unycpcui, un -.....

zurUuffindung der Leiche führten. Der grenzenlose Schmerz der Elterti als ihnen ihr einziges Kind als Leiche ins Haus gebracht wurde, laßt sich leichter mitfuhlen, als m Worten ^Eichgewichts-Ermittelung bei lebenden Schweinen.) Beim Verkauf von fetten Schweinen ohne Waage hat der Landivirth in der Regel Schaden. Der Schlachter hat durch die langjährige Erfahrung, welche er sich durch den Vergleich des beim Schlachten ermittelten Gewichtes mit feer Schätzung, feie für ihn beim Kaufe maBgebenfe war, erworben hat, ein solch sicheres Auge erlangt, daß er selten m fernem Nachtheil einkauft. Der Lanbwirthschaftslehrer Wagner giebt nun, wie die Lfew Ztg. s. Wests berichtet, ein einfaches unfe sicheres Mittel an, wodurch das Fleischgewicht bet lebenden Schweinen ermittelt werden kann. Man mißt mit einer Schnur vorn Kopf wir bei, genau zwischen den Ohren, bis zum Ende des Rückens, wo der Schwanz anfangt und notirt die Anzahl 3oUe. Hierauf wird der Umfang des Schweines unmittelbar hinter den Vorderbeinen/aber senkrecht vom Rücken abwärts, gemessen und die Zahlen mtt einander multiplicirt. In die erhaltene Zahl wird nun bwibirt und zwar mtt 11, wenn das Schwein gut ausgemästet ist, mit 12, wenn die Mast nur rntttelbiuchig zu bezeichnen ist, und mit 13, wenn die Mast nur halb oder unvollkommen aii^gefuhrt wurde Die gefundene Zahl bedeutet dann das Fleischgewicht. Z. B.: Die Lange beträgt 50 Zoll, der Umfang 49 Zoll, b. i. = 50 x 49 = 2450. eingenommen, bas Schwein war gut gemästet, dann ist 2450 durch 11 zu iuDifciren 223, welche Zahl das Fleischgewicht in Pfunden bedeutet und wonach sich die richtige Forderung an feen Schlächter leicht berechnen läßt.

ab geholfen worben.^ ^stehende falsche Etikettirung im internen Verkehr hat aber noch einen anderen Grund. Es ist dies das vollständig unberechtigte Vorurtheil unseres Publikums gegen deutsche Jndustrieerzeugnisse, es ist die leldige Vorliebe filr alles Fremde und insbesondere für ausländische Waaren. Die Fabrikanten werden fast zur tbiK11J1 °1 wollte man jenen Industriellen, deren Erze^msse unter falscher Flagge segeln, mit Strafen drohen oder belegen. Wenn etwas Strafe verdient so ist es der Mangel an Erziehung oder Patriotismus. Es dars ivohl kaum zu unserer Entschuldigung dienen, wenn jener Mangel mchtblos ewe deutsche Stammes- eigentlümlicbEeit ist- denn es herrscht nicht weniger m England die gleiche Vorliebe für gewisse französische und in Frankreich für gewisse englische Waaren. . , ........... ------ , ,

für gei^ ^och bereits angedeutet, befindet sich die Entwickelung unserer heimischen zwischen wieder frei und der Verkehr unbehindert.

Industrie gerade in diesem Emancipationtzkampf auf dem letzten Wege. Immer mehr Berlin, 7. Juli. An Beiträgen für das, Mchtigal - Denkmal ^md bisher

saßt sie auf den inländischen Stapelplätzen festen Fuß und rechtfertigt andererseits das 3990 eingegangen. An der Spitze der Geber steht Dr. Rl^eck, der noch> kurz> v Vertrauen auf ihre Leistungsfähigkeit. Im internen Verkehr bat denn auch die frühere 1-einem Tode dem Ausschüsse 1000 JC überwiesen hat Drei Krmstler, dieV lbhmler

Gewohnheit, fremdländische Bezeichnungen zu wählen, und das muß mtt großer | Büchting, Pietsch und Freiherr von Wangenherm, haben bereits Büsten von )iachtrgal Freude bearüßt werden erheblich abgenommen. .

Namentlich mit der wieder erwachenden Entwickelung edleren Geschmackes und besseren Stiles, mit dem Ausrotten desbillig und schlecht", verschwindet auch bei unserem Publikum die Vorliebe für das Fremde. t . -

Unsere immerhin noch jung zu nennende Jndusttie stellt sich immer mehr und mehr den besten ausländischen Leistungen ebenbürtig an die Sette unfe fitzt .sich dadurch in den Stand, die falsche Hülle auch den ausländischen Kunden gegenüber

J Sind etwa unsere deutschen Schaumweine schlechter geworden, fiitdem die deutschen Fabriken am Rhein und an der Mosel ihre Fabrikate mtt deutschen Schildern versehen? Oder ist unser Post- bez. Briefpapier geringer und un^uglicher geworden, seitdem es nicht mehr mitBath- oderflneet Qaahty ausgezeichnet 1 . D0Utllucl ult clvaulu[ --------------- ------------

Th-i- noch Vorkommen, dotz von frm mtd -nM-h-u ;ninder ^uckooll^ D°,i^-ine^ aus^

(Sommiffionären eine frem^län^if^^e ^uö1tattu^g resedafarbenes Sfiilienne-Eostüm, das Unterkleid ist von glattem, weißen Safin, uber-

wirfe. Vor noch wenig Jahrzehnten mußten wohl unsere Jndrfifi^iell n fiqarmen ^1^11 Netzwerk von metallisch-grünlichen Perlen, welche nut goldbraunen Anforderungen füg-m h-u.-gehör. He8 »u ®Xn "ÄSTÄ M Ti'-°Taille'hat -in- goldene Weste die Sckck-pv-

nicht mehr in dem Matze w.e früher auf.beit SBertneb bwed) jene Comnnmonore gianb mit pxrlengesticktcn, weißen Atlaspuffen besetzt bin rotbes

gewiesen. Die Grotzmdustnellen aber^nußten solche ZunutthungenR ' Sammetkleid mit Bronccblättern gestickt, ein wcitzes Brocatklcid mtt echten Perlen-

und insgesammt. Industriezweig für Jndustrlezivelg, gegcns-itig die Verpfl.chtmig^uber. ^sfen und -in wasscrblaues Seidenkleid mit grünlichem Gold überarbeitet bilden nehmen, nur folche Maaren in den Weltverkehr zu bringen, ) m ^en Beschluß, lieber die Hunderte von eleganten Nebendingen der Ausstattung zu

und deutsches Gesicht tragen. nh?r laa auch nock darin daß viele sprechen, würde zu weit führen, nur sei noch der Euriosität halber erwähnt, daß feer

Ein Hauptgrund der falschen Etikettirung aber lag auch noch oarm, oaß me e 'Aufenthalt der Prinzessin im abergläubischen Schottland nicht ganz ohne

»scsäxrsaÄÄT.s

Bad Ems, 6. Juli. Die freiwillige Feuerwehr, verstärkt durch eme Anzahl Arbeiter, hat unter großer Anstrengung während des gestrigen Tages und 0er ver­stossenen Nacht die von dem angeschwollenen Braunebach medergeschwemmten Steine binmeggeräumt und eine Rinne geschaffen, durch welche das Wasfer "ugehinderten Ab­fluß hat. Die Pioniere, welche man aus Koblenz hierher erbeten hatte, konnten daher gleich nach ihrer Ankunft auch wieder den Rückweg antreten. Die angefchwemntten Steinmassen wurden von Sachverständigen auf oOO600 Ebm. geschätzt. B^M^en dfievern und Ems fand gestern Abend auch ein kleiner Erdrutsch tu dem Augeittficte statt, als der um 10 Uhr 45 Min. von Eoblenz abgegangene Localzug an jener toteue oorbeifuhr. Von den Eisenbahnwagen wurden die Trittbretter der reckten Sette ab­gerissen. Die Reisenden kamen mit dem Schrecken davon. Die Bahnftreae qt in-

Werler Mutterlaugen-Badesalz. Z

Unsere Niederlage befindet sich bei Herrn Andreas Euler, Gießen.

Erdsiifier Collegium zu Werl und Neuwerk.

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H. Rübsameaa.