werk stattfindet, dagegen beträgt das Eintrittsgeld an allen übrigen Tagen 50 Außerdem wird noch ein billiger Tag eingerichtet, an dem nur 30 H Enträe zu zahlen find. Während der sämmtlichen Festtage werden Kinderbillets zu 25 ausgegeben. Wir brauchen wohl nicht besonders auf den großen Vortheil himuweisen, den die Familienkarten gewähren, indem sie den Zutritt zum Festplatz zu jeder Zeit gestatten, wohl aber darauf, daß sie auch zum Betreten des letzteren während der Zeit vom Probetage bis zum eigentlichen Feste berechtigen, wogegen die Einzelkarten nur einmaligen Eintritt gestattet, d. h. der Besitzer einer Einzelkarte hat mit dem Augenblicke, wo er den Festplatz verläßt, sein Eintrittsrecht verloren und muß, wenn er denselben wieder betreten will, eine neue Karte lösen. Hierauf machen wir heute unsere Leser ganz besonders aufmerksam, fügen aber gleich hinzu, daß dies bei allen größeren Festlichkeiten so gehalten wird, es sei nur an das Mainthal-Sängerfest erinnert. Zur Erleichterung der Geschäftsführung beschloß die Versammlung, die Abonnementslisten baldigst in Circulation zu setzen. — Auf Antrag des Herrn Minus wurde der weitere Beschluß gefaßt, die Herstellung einer Telephonleitung nach dem Festplatzc anzustreben. Der Antragsteller wird zur Verwirklichung dieses Gedankens selbst die vorbereitenden Schritte thun.
Frankfurt a. M., 9. Mai. Heute kamen die ersten Kirschen, Aprikosen und Erdbeeren zu Markt. Das Stück Kirschen kostete 1 das Hundert Erdbeeren 10 X, Aprikosen das. Stück 60
Berlin, 7. Mai. Die „Nat.-Ztg." schreibt: „Unsere bisherigen Mittheilungen über den Bubenstreich des Michael Grigoleitis, welcher am Mittlvoch Nachmittag um 3 Uhr einen Stein in das historische Eckfenster des kaiserlichen Palais warf, erhalten eine uns zuverlässig verbürgte Erweiterung, die um so erstaunlicher ist und um so befremdlicher wirken muß, als augenscheinlich polizeilicherseits zuerst die Absicht obwaltete, dem Publikum die Vorgeschichte dieses Steinwurfs vorzuenthalten. Es ist richtig, daß Grigoleitis den Stein am Mittwoch um 3 Uhr warf, aber er befand sich damals bereits in polizeilicher Haft und beging die That unter den Augen seiner Transporteure. Schon am Dienstag Abend 11 Uhr hatte er einen Stein in dasselbe Fenster geworfen und war sofort verhaftet worden. Am Mittwoch Nachmittag führte man ihn vor das Palais, um dort eine Feststellung des Thatbestandes an Ort und stelle vorzunehmen. Ob dieselbe überhaupt bei der Klarheit des Falles nothwendig war, wollen wir hier nicht entscheiden. Es mag ja immerhin sein, daß uns unerfindliche Gründe diese Maßregel nothwendig erscheinen ließ. Dies vorausgeschickt, bleibt nur eine von drei Möglichkeiten. Entweder man hatte die Taschen des Grigoleitis nicht erschöpfend genug durchsucht, so daß er einen Stein in der Tasche behielt — was kaum glaublich erscheint. Oder Grigoleitis hat den Stein unterwegs aufgehoben — ein Streich, der der Wachsamkeit seiner Transporteure kein großartiges Zeugniß ausstellen würde. Oder zum Dritten, man hat ihm das Original-6orpu8 delicti vor dem Palais in die Hand gegeben, damit er zeigen solle, wie er es gemacht habe, eine Eventualität, an die man kaum glauben könnte, da der Vorgang sich in Berlin und nicht in Schilda abspielt.
Bamberg, 4. Mai. Ein schwerer Unglücksfall hat sich gestern Abend hier ereignet. Ein Velocipedfahrer hatte, wie dem „Fränk. Kur." gemeldet wird, die tollkühne Idee gefaßt, den steilen Kaulberg herabzufahren. Kaum mar aber das Velociped im Gang, so verlor der Fahrer den Tritt und nun stürzte mit unglaublicher Geschwindigkeit das Vehikel sammt Fahrer den ganzen Berg hinab. Am Fuße des Berges zerschellte am Hause des Kaufmanns Vogtherr das Velociped in Hunderte von Stücken, der Fahrer aber flog weit ab und blieb mit zerschmetterter Hirnschale liegen, so daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.
— Aus Meckesheim bei Heidelberg wird gemeldet: In letzter Zeit klagten unsere Frauen vielfach über das Abhandenkommen von Kinderwäsche ans den Gärten. Man konnte dem Thäter nicht auf die Spur kommen und erging sich in allen möglichen Muthmaßungen, als plötzlich der den höchsten Regionen unseres Dorfes angehörende Dieb auf frischer That ertappt wurde. Eines Tages nämlich sah man mit Erstaunen unseren Dorfstorch mit stibitzten Wäschestücken auf seinen First fliegen. Eine sofort gegen den Meister Langbein eingeleitete Untersuchung nebst unvermeidlicher Haus
suchung lieferte den Beweis, daß die Früchte des Diebstahls von dem Diebe jur Polsterung seines harten Lagers im Neste verwandt morden waren. Vielleicht statter Meister Langbein damit Neugeborene aus.
SchiffSnachrichten.
Bremen, 9. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.j Der Postdampfer Oder, Capt. R. Sander, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 26. April von Bremen und am 28. April von Southampton abgegangen war, ist heute 5 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.
Bremen, 9. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.^ Der Postdampfer Fulda, Eapt. O. Heimbruch, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 29. April von Bremen und am 30. April von Southampton abgegangen war, ist heute 3 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.
Handel und Verkehr.
Grün berg, 9. Mai. (Fruchtpreise.) Weizen X 19.20, Korn X 17.00, Gerste X 16.10, Hafer X 15.10, Erbsen X 18.00. Linsen X 00.00, Lein X 00.00, Samen X 22.50, Kartoffeln X 4.00, Wicken 00.00.
Frankfurt, 9. Mai. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu X 2.60—3.00, Stroh X 1.90—2.20, Eier das Hundert X 4.20—6.00, Butter 1. Qualität X 0.90, 2. Qualität X 1.10, Kartoffeln per Centner X 2.25—2.50, Kohlrabi 30—35 H or. St-, Erbsen 0,50 Kg. 0.18—0.22 X, Rothkraut pr. St. 00—00 H, Huhn^L 1.50—2.00, 1 Ente X 2.00—3.50, 1 Taube 40—60H, Hahn «X 1.90—2.50, Gans X 6—10.00, Welsche X 5.00-10.00.
Kepertoir der vereinigten Stadttheaterzu Frankfurt a. M.
Opernhaus.
Dienstag den 12. Mai: Hochzeit des Figaro.
Mittwoch den, 13. Mai: Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Joseph in Egypten. Coppelia (II. Akt). Außer Abonnement.
Donnerstag den 14. Mai: Mign on.
Freitag den 15. Mai geschlossen.
Samstag den 16. Mai: Der Waffenschmied. (Marie: Fräulein Böhner a. G.) Hierauf: Ein Carnevalsfest.
Sonntag den 17. Mai: Gastspiel des Herrn Perotti. Aida. (Rhadamner: Herr Perotti. Aida: Fräulein Jäger a. G.)
Schauspielhaus.
Dienstag den 12. Mai: Götz von Berlichingen.
Mittwoch den 13. Mai: Die Maler. Hierauf: Die wilde Toni.
Donnerstag den 14. Mai: Der Registrator auf Reisen. Außer Abonnement.
Freitag den 15. Mai: Wallensteins Lager. Die Piccolomini.
Samstag den 16. Mai: Die große Glocke.
Sonntag den 17. Mai: Wallensteins Tod.
Montag den 18. Mai: In der Mark.
Kirchliche Anzeigen der evangel. Gemeinde.
Heute, Montag, Abend 8 Uhr, Bibelstunde in der Kleinkinderschule, Phi- lipperbrief Kap. 4, 10—23. Pfarrer Dr. Naumann.
Altkatholischer Gottesdienst.
Sonntag den 17. Mai findet um 11 Uhr in der Stadtkirche altkatholischer Gottesdienst statt.
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