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Mx. 109» Dienstag -en 12 Mai 1888

icßcitct Anzeige- Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

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0^«« Schulftr.ße 7. scheint täglich imt M Msolsgl. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 60 W.

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Rußland.

Petersburg, 9. Mai. Anläßlich der von Lord Salisbury am Don­nerstag im Oberhause abgegeben Erklärung bezüglich der Schließung der Dar­danellen schreibt dasJournal de St. Pstersbourg" : Wir gestatten uns trotz der Autorität Lord Salisbury's, als Mitgliedes des Berliner Congreffes, zu glauben, daß die Frage der Schließung der Dardanellen eine europäische Frage ist und er scheint uns sehr wenig annehmbar, daß die übrigen Signatarmächte sich der Auffaffung Salisburys anschiießen werden, nach welcher es England sreistände, die Schließung der Dardanellen nicht zu respectiren, wenn der Sultan unter dem Drucks einer fremden Macht handelt. Wer sollte entscheiden, ob cm solcher Druck besteht? Sollte dies der Sultan thun, oder gar Lord Salisbury, falls er die Regierungsgewalt hätte? In diesem Moment hat er sie nicht, und weiter wollen wir die Controverse nicht sühren. Es wird uns aber erlaubt sein, unser Befremden darüber auszudrücken, daß ein Staatsmann, und noch dazu ein conservativer, ernsthast derartige Behauptungen über den Werth eines Vertrages aussprechen kann.

Lokales.

Gietze«, 11. Mai. Wie man uns mittheilt, ist die Damrf-Brauerei Pösckel zum Preise von 180,000 X an einen auswärtigen Bierbrauer verkauft worden. Die Uebernahme erfolgt sofort. ____

Deutschland,

Darmstadt, 9. Mai. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben MerMd^'gst gM^. M^llehrer Wilhelm Landmesser zu Alsfeld zum Lehrer an der Realschule zu Wimpfen a. B. zu ernennen.

Berlin, 9. Mai. In dem Abgeordnetenhause wurde heute die Vorlage wegen der Kantongefängniffe in der Rheinprovinz von der Tagesordnung abge- setzt, nachdem von dem Regierungs-Commifsar die Erklärung abgegeben war, daß die Regierung auf die Erledigung dieser Vorlage verzichte und sich eine anderweitige Regelung dieser Sache vorbehalte. Sodann wurden noch einige Petitionen lediglich localen Charakters erledigt. Der Prästdent gab nunmehr eine Übersicht über die Thätigkeit der Session, worauf der Abg. von Bockum- Dolfs dem Präsidenten, dem Vicepräsidenten und den Schriftführern den Dam des Hauses aussprach und der Präsident die Sitzung mit einem dreifachen Hoch aus Se. Maj. den König schloß. .

Das Herrenhaus nahm heute den Antrag Huene in der von dem Abgeordnetenhause beschlossenen Fassung an. - Im Laufe der Debatte erklärte der Minister von Scholz, daß die Regierung zwar einige Modificationen gerne gesehen hätte, aber bei der jetzigen Lage fürchten mußte, durch Geltend­machung ihrer Wünsche das Zustandekommen des Gesetzes zu vereiteln.

_ der heutigen Sitzung des Bundesraths wurde der Antrag Bayerns, betr den Entwurf eines Gesetzes über die Unzulässigkeit der gerichtlichen Be­schlagnahme von Eisenbahn-Fahrbetriebsmaterial, in zweüer Berathung an- genommen.^ ^rdd. Allg. Ztg." zufolge wird Prof. Koch auch ferner dem Reichsgesundheitsamt als ordentliches Mitglied, wenn auch im Nebenamte, ange­hören. Die bakteriologischen Arbeiten des hygienischen Instituts bleiben mit denjenigen des Gesundheitsamtes in naher Beziehung.

Der König ertheilte mittels Urkunde vom 1. Mai dem Bischof Roos von Limburg die landesherrliche Genehmigung.

Berlin, 10. Mai. Der Bundesrath hielt am vergangenen Samstag unter dem Vorsitze des Staatsministers, Staatssecretärs des Innern v. Bötticher, eine Plenarsttzmig ab. Der Vorsitzende legte Mittheilungen des Präsidenten des Reichstags, betr. die Beschlüsse des Reichstags: zu dem Entwurf eines Gesetzes Über die Ausdehnung der Kranken- und Unfallversicherung, zu dem Entwurf eines Gesetzes zum Schutz des Papiers der Reichskaffenscheins gegen unbefugte Nachahmung und zu dem Entwurf eines Gesetzes Über die Steuervergutung für Zucker vor. Ueber die beiden ersteren Entwürfe wird in späteren Sitzungen berathen werden; dem Gesetzentwurf Über die Steuervergütung für Zucker wurde die Zustimmung ertheilt. Das neu angefertigte Verzeichmß des als Eigenthum des Reichs festgestellten Grundbesitzes wurde vorgelegt. Hierauf erfolgte die zweite Berathung des Antrags Bayerns, betr. den Entwurf eines Gesetzes über bie Unzulässigkeit der gerichtlichen Beschlagnahme von Eisenbahn-Fahrbetriebs- material Der Entwurf erlangte die Zustimmung der Versammlung. Ebenso wurde der Vertrag mit Belgien wegen Bestrafung der von den gegenseitigen Angehörigen begangenen Forst-, Feld-, Fischerei- und Jagdfrevel genehmigt. Endlich erfolgte noch die Vorlegung von Eingaben verschiedenen Inhalts.

Oesterreich.

Wien 9 Mai. DisPolit. Gortefp." meldet aus Brüssel, daß die Ernennung Stanley's zum Gouverneur des neuen Congo-Staates als sicher anzusehen sei. Die Eongo-Regierung wird sich folgendermaßen zusammensetzen: Oberst Strauch Präsidium, Inneres und Krieg; Van Eetvelde Handel und Bannens Finanzen. Der Sitz des Ministeriums ist Brüssel.

ßvglaud.

London, 9. Mai. Heute Nachmittag fand ein mehrstündiger Mnnster- rajh statt. Die Aomiralität erhielt heute Nachmittag Befehl, die Anordnungen für'den Transport von 2000 Mann britischer Truppen nach Indien, deren Abaanq am 14. d. Mts. erfolgen sollte, wieder ansznheben.

u DiePall Mall Gazette" schreibt: Das Gerücht über angeblich ent- standsne Schwierigkeiten in den Verhandlungen zwischen England und Rußlanv entbehrt der Begründung. Es find noch gewisse Punkte zu entscheiden, aber es bestehl kein Gegensatz, welchen zu lösen die gewöhnlichen Hilfsmittel der Diplo« maiie nicht ausreichen oder welcher eine Spannung in den freundschaftlichen Beoebunaen der beiden Mächte zu erzeugen vermöchte.

"ondon, 9 Mai. DerStandard" will über einzelne Punkte des snalisch^deuischen Abkommens betreffs der L-üdsee-Jnseln Folgendes wissen: Die Unt.rhnnpn del einen Macht sollen in den Territorien der andern Macht IN stder Hinsicht gleiche Rechte genießen. Ausgleichszölle sollen nicht eingeführt werden noch foll die eine Macht die Schiffe der andern behindern dürfen. Waffm Munition und Alkohol dürfen nicht verkauft werden. Die Salomon- ^meln" die Neuen Hebriden, bie Freundschafts- und Schiffer-Inseln sollen als gemeinsame Fefoer der Action offenbleiben und die Unabhängigkeit derselben nicht beeinträchtigt werden. Die Samoastagen blewen offen.

- Auf Grund des Berichts der Fidschi-Land-Commission wurden drei deutschen Untertanen Entschädigungen von zusammen 10,000 Psund Sterling gewährt.

Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr» Eorrespondenz - Burearr.

Baden-Baden, 10. Mai. Ihre Majestät die Kaiserin empfing heute den Be­such der Kaiserin von Oesterreich, welche incogmto als Gräfin von Hohenembs von Heidelberg in Baden-Baden eintraf und von da die Rückreise nach Wien fortsetzte.

Petersburg, 10. Mai. Heute Vormittag ffndet die feierliche Ueberfuhrung der Leiche der Prinzessin Marie von Montenegro nach dem Mos^uer Bahnhofe statt. Der Kaiser und die Kaiserin, sowie sämmtliche hier airwesende Mitglieder des kaiserlichen Hauses wohnen mit ihren Hofftaaten der Ferer bet. Zum Lerchenconduct Ünd das äibgarderegiment Preobrashensk, das Chevaliergarderegiment und eine Gardebatterie command'r Journal de St. Petersbourg" meint, der von Northcote für die zweite Lesung der Bill über den Elf - Millionen - Credit angekündigte Antrag der OvPosition hätte den Zweck, wenn auch nicht einen Steg davonzutragen, Io doch lfenigstercs denr Eabinet zu beweisen, daß es nur über wemge Stimmen öerfuge. ©tejer letztere Beweis berechtige indessen nicht zu der Muthmaßung, daß bet den nächsten Wahlen die Opposition den Sieg davontragen werde, ^te thue allerdings alles, um dies glauben zu machen. Sie werde sich ohne Unterbrechung auch wahrend des noch übrigen Theiles der Session mit dem Eabinet herumstreiten. Gladstone liebe diese parlamentarischen Kämpfe, welche ihn zu verjüngen schienen. Es wäre mcht unmöglich, daß Gladstone am Montag bei Berathung des Antrags Northcote s semen Gegnern und seinen Freunden eine neue Überraschung bereitete.

Dongola, 10. Mai. sTelegramm des Reuter'schen Bureaus.j Wie gerücht­weise verlautet, hätte sich Osman Digma mit mehreren seiner Anhänger nach Berber beaeben. Der Emir von Berber soll nach Khartum gegangen sein, um Truppen zur Bekämpfung der in Suakim befindlichen englischen Truppen zu verlangen.

Köln, 11. Mai. sPrivat-Depesche.^ Der Componist Ferdinand Hiller ist gestern gestorben.

Vermischte*.

Aus Oberhessen. Die theologische Conferenz, welche im vorigen Jahre zu Gießen für das Großlerzogthum Hessen, Hessen-Nassail und Kreis Wetzlar gegründet wurde wird am 4. Juni d. I. Vormittags 10 Uhr im Cafä Ebel zu Gießen ihre Versammlung abhalten. Der Vorstand hat in diesen Tagen die EtnlMlngen dazu an die Dekanate in der Hoffnung versandt, daß dieselben gern stch der Muhe unterziehen würden, sie an die bez. Dekanatsgeistlichen auszutheilen. Wir entnehmen daraus, daß rwei ebenso zeitgemäße als interessante Gegenstände zur Behandlung vorgesehen sind. Herr Professor D?. Paasche aus Marburg wird einen Vortrag halten über die socialen Aufgaben des Pfarrainte^ An denselben werden sich sicherem Vernehmen nach auf Grund vom Vortragenden aufgestellter Thesen eingehende Besprechungen knüpfen Herr Professor Harnack in Gießen wird sodann über die neueren Entdeckungen auf dem Gebiete der älteren Kirchengeschichte und den heutigen Stand der H-orschungen refeuren. Nheinallee fand gestern Abend ein Raubanfall statt,

indem junger Man« aus Ehrenbreitstem, welcher einiges Geld bei.sich führte von zwei Kerlen überfallen wurde; auf den Hülseruf des Ueberfallenen eckte "ldchen die Schutzmannschaft herbei und gelang es derselben, auch einen der Ujatei, ein Metzger­bursche aus dem Bayerischen, m Haft zu nehmen. A. r, 9rr.pn^ r.^lb 9 Ubr

e. ^ffenba ch, 9. Mai. s8. Verbandsschießen.j Gestein Abend yaio v uyr trat das CentralcomitS für das bevorstehende 8. ^wndsschichen

Sitzung im GasthausZum Engel" zusammen, um das bisher Geschehene zu besprechen, resp. die von den einzelnen Commissionen gestellten Anträge zu berathen und darüber m beschließen Die Hauptthätigkeit liegt vorerst naturgemäß beim Fmanzconnts, das feden ^nzelrie'n Einnahme? t!nd "AusgaLposten S

haft die in Aussicht aenommcnen Summen Nicht Uderschimen weioen. uun

gestern vorgelegten Voranschlag, dem das Ergebniß ^s Hanauer Festes zu Grunds ge­legt ist rechnet das Comitä aus eine Einnahme von 73,346.J() ^L. unö auf jme gäbe von 69,041.20 M, mithin aus einen UeBerfdufo ^irc b3 eriribm MraitäMtl-to redend sind diese Ziffern nur annäherungsweise ststg-ste«t und eilnden voiaussichtlich noch manche Veränderung, spricht doch bei derarüigen Wttchk«ten Manch«!«, so z B. d<!^ mirftpi- hphpuflirfi mit Der Ivlchtlgste Punkt, Wucher fleiiun zur -peianjung uno ist die Festsetzung der Preise M. Festkarten, resp.

Eintrittskarten. ^^Nach reiflicher Aussprache, gelangte man zur Mtd)t ^eS ^1101^= Ptttf immtn Der Pre s für 1 Abonnements-Familienkarte (die des ganzenFestes) beträgt 6 1 Selbstständige

Söhne haben auf Grund dies« Karte keinen Zutritt. Abonnements-Emzelkarten kosten t, (pintrittsaeld nun Probetag am Sonntag vor dem Neste - - betragt 5(/t am Sansta, vor dem Feste (27. Juny 30 am ersten Fest-Sonntage werd 1 X iSntrie erhoben; der gleiche Bettag an allen jenen Wen, an denen großes Feuer-