mehrere Tausenden Mark betragenden Geldpreise vertheilt, welche der Verein für Neupflanzung von Obstbäumen und Anlegung von Baumschulen in der Provinz Starkenburg ausgesetzt. Der Hauptpreis, 500 für eine Obstbaumschule, welche sich durch rationellen Betrieb auszeichnet, seit spätestens 1882 besteht und jährlich wenigstens 6000 tadellose Obstbäume der verschiedenen Formen, Arten und dorten — bei Obstbaum-Hochstämmen vorzugsweise in den von der Commission des landwirthschaftlichen Vereins der Provinz Starkenburg für Obst- und Weinbau und der Obstbau-Section des Gartenbauvereins dahier empfohlenen Sorten — erzieht, ist Herrn Handelsgärtner und Baumschulbesitzer Weinrich in Rüsselsheim zuerkannt worden, dessen Anlagen über 40,000 Stück Obstbäume enthalten. — Unter den Ausgezeichneten befindet sich ferner auch die Gemeinde Ginsheim, die eine goldene Medaille erhalten für Neupflanzungen von Obstbaum-Alleen an Straßen und Wegen, welche von Anfang 1880 bis Ende 1883 geschehen und bei deren Beurtheilung richtige Wahl der Sorte, gute Pflanzung und Pflege entscheidend seien, und Kernobst-Alleen den Vorzug verdienen sollen.
Usingen (im Taunus). Unser freundliches Landstädtchen, welches von jeher von Touristen gern besucht wurde, bietet als „Sommerfrische" einen höchst angenehmen und billigen Aufenthaltsort und schon mehrfach haben Fremde dahier Erholung gesucht und gefunden. Namentlich ist Usingen solchen Leuten als ^ommer-Alisenthaltsort zu empfehlen, die wegen geistiger Ueberanstrengung einige Zeit in ländlicher Zurückgezogenheit zu leben wünschen und doch der städtischen Annehmlichkeiten nicht entbehren wollen. Mehrere wohlausgestattete Gasthäuser (z. B. „Sonne", „Adler" re.) bieten gute Pension für 3—4 Mark pro Tag, und auch in der Stadt ist gutes Unterkoinmen zu finden. (Usingen ist Kreisstadt mit 2000 Einwohnern, hat ein Amtsgertcht, Lehrerseminar, Präparandenanstalt, Realschule rc.) Für Annehmlichkeiten aller Art, wie Billard, Kegelbahnen, Gartenlokale, Schwimm-Anstalt, sowie Jagd- und Fischerei- oergnügungen ist in genügender Weise gesorgt. Auch wird eine demnächst in unmittelbarer Nähe der Stadt zu errichtende Bade-Anstalt unser» Besuchern von größtem Interesse sein. Hof Stockheim, in 5 Minuten durch eine prachtvolle Baum-Allee zu erreichen, bietet schon Jahre lang Gelegenheit, die Milchkur mit bestem Erfolge zu gebrauchen. Der Taunusclub und Verschönerungsverein sind fortgesetzt bemüht, die Promenaden und Parkanlagen des früheren fürstlichen Schloßgartens — eine herrliche Zierde unseres ehemaligen Residenzstädtchens — zu erhalten und zu pflegen. Die Lage der Stadt ist in gesundheitlicher Rücksicht eine sehr günstige. 1000 Fuß über dem Meere gelegen, ist der Ort gleichwohl sehr geschützt und die umliegenden Höhen des Taunus, die das Usthal noch um 500—1000 Fuß überragen. Nach allen Richtungen ziehen sich von der Nähe der Stadt aus meilenweit prachtvolle Buchen- und Kiefernwälder hin, durch welche Chausseen und gute Fußpfade nach den beliebten Ausfstigs- orten Weilnau, Siegenberg, Cransberg, Saalburg u. s. w. führen. Einzelne Punkte, wie z. B. die „Bismarckshöhe" bieten eine prachtvolle Aussicht auf den nördlichen Taunus, die Wetterau und das Vogelsgebirge. (Der Feldberg ist in 3 Stunden auf schattigem Waldweg zu erreichen.) Die Luft ist hier stets rein und stärkend; Fabrck- anlagen mit Dampfbetrieb sind im ganzen Kreise Usingen nicht vorhanden. Von der nächsten Bahnstation Bad-Homburg ist Usingen in IVa Stunden, von Bad-Nauheim (Main-Weserbahn) in 2 Stunden zu erreichen. Postverbindung besteht mit Bad- Homburg täglich zweimal und mit Nauheim und Weilburg je einmal; für weitere Touren in das Gebirge stehen Einspänner für 6—8 Mark und Zweispänner für 10 bis 12 Mark pro Tag zu Gebote. Als Aerzte fungiren Herr Sanitätsrath Dr. Rosenkranz und Herr Dr. Braun. ~
Straßburg, 3. Juni. Das „E. I." schreibt: Als am letzten Freitag das 25. Infanterieregiment von der Festungsdienstübung, welche in der Nähe des Forts Fransecky, bei der Wanzenau, stattgefunden hatte, zurückmarschirte, wurden auf dem Rückmärsche mehrere Soldaten vom Sonnenstich getroffen. Die Bewohner der Rupprechtsau leisteten den Kranken alle möglichen Hülfsmittel: eine Milchfrau ver- theilte an mehrere unentgeltlich eine große Quantität Milch und Herr Freyß, Gast- wirth zur Linde gewährte bereitwilligst den ihm zugeführten erkrankten Soldaten alle gewünschten Dienste. Eine größere Anzahl von Soldaten wurde mittels Droschke (es sollen nämlich dem Regimente keine Ambulanzwagen gefolgt sein) in's Militärspital, einige Einjährige zu ihren Eltern gebracht. Ein Sergeant Namens Nopack, der von einem Hitzschlage betroffen wurde, blieb auf der Stelle todt; ein anderer Soldat soll am Samstag im Lazareth gestorben sein. Der Einjährige M., Sohn eines Apothekers unserer Stadt, welcher in einem fast hoffnungslosen Zustande nach Hause gebracht worden war, befindet sich heute außer Gefahr, lieber das Befinden der in das Lazareth gebrachten Soldaten ist Näheres nicht bekannt. .
Kreuz nach, 4. Juni, lieber den großen Brand, der am 3. d. M. hier ausbrach, bringt die „Elbf. Ztg." folgende Einzelheiten: „Das Feuer ist erst in der Nacht bewältigt worden. An einzelnen Stellen ist die Feuerwehr noch heute Morgen thätlg, jedoch ist jede Gefahr weiterer Ausdehnung vorüber. Niedergebrannt find 21 Gebäude. darunter 4 große Gerbereien und 6 Gerbhäuser. Der Gesammtschaden wird auf 600,000—800,000 X geschätzt. An der Versicherung sind hauptsächlich beteiligt die Provinzialfeuersocietät und München-Gladbach, ferner die Vaterländische Feuerversicherung in Elberfeld, Phönix, die Leipziger und die Thuriugia. Ein Steiger der Feuerwehr konnte sich nur durch den Sturz aus der Feuersgefahr retten; er hat sich beide Beine verstaucht und liegt nun im Hospital. Sonst ist kein Unglücksfall vor- gekommen. Gelöscht wurde schließlich mit Salzwasser aus unserer Soolwasserleitung.
— Ringkämpfe stehen in Amerika noch immer auf der Tagesordnung und erfreuen sich dort großer Beliebtheit. Im vorigen Monate fand nun in Newyork ein sehr interessanter Ringkampf statt, bei dem ein Deutscher, Carl Abs, der frühere Präsident des Hamburger Athleten-Clubs, die „Meisterschaft der Welt" errang. Carl Abs ist 6 Fuß groß, wiegt gegenwärtig 212 Pfund und mißt über die Brust 52Vr Zoll; er hebt ein ausgewachsenes Pferd von 1500—1800 Pfund. Sein Gegner war ein Amerikaner Namens Muldoon, der 5 Fuß 11 Zoll mißt und 210 Pfund wiegt; der
selbe hatte bis dahin jeden^seiner Gegner besiegt, und es wurde daher behauptet, daß Niemand in der Welt im Stande sei, ihn im Ringkampfe zu Boden zu werfen. Abs, auf den die deutschen Bierbrauer und Schlächter stark gewettet hatten, besiegte indeß seinen Gegner im dritten Gange. Der Einsatz bei dem Ringkampfe betrug je 2000 X.
— lieber den Mord in Sanitz (Mecklenburg) wird noch berichtet, daß der Pächter Fabricius und dessen Frau in oer Nacht vom Samstag auf Sonntag vou einem Manne geweckt und unter dem Vorgehen, das Vieh im Stalle fei sehr unruhig, nach dem Stalle gelockt und dort von diesem Manne mit einer Axt niedergeschlagen' worden sind. Die Frau, welche zuerst in den Stall kam, wurde auck zuerst getödtel' der Mann folgte ihr und wurde am anderen Morgen in der Stallthüre tobt ausgefunden. Als einziger Zeuge ist das kleine 9jährige Töchterchen der Ermordeten vernommen worden.
— Die Ursachen der Dämmerungs-Erscheinungen im Winter 1883—84 sind vor Kurzem in einem kleinen Werke näher auseinandergesetzt worden. Der Autor desselben ist Professor Kießling am Hamburger Johanneum. welcher die auf fast der ganzen Erde beobachteten Erscheinungen einer näheren Besprechung unterzieht. Er kommt hierbei zu dem Schlüsse, daß die Erscheinungen im Wesentlichen ihren Ursprung darin haben, daß die oonne unter gewissen Bedingungen feuchten oder trocknen Webel durchdringt. Zum Beweise seiner Behauptung hat Professor Kießling einen Apparat con- ftruirt, den er „Nebelglüh-Apparat" nennt. Mit diesem Apparat bringt er die Lichk- erscheinungen, die das „Dämmerlicht" bot, vollständig zur Anschauung, und es gelingt ihm hiermit auch die Darstellung verwandter Erscheinungen, wie das Bild des geivölm- lichen „Mondhofes", sowie auch die Erscheinung der „blauen Sonne", wie sie seinerzeit in Indien beobachtet worden ist. Die meteorologische Gesellschaft zu Berlin hat kürzlich mit dem „Nebelglüh-Apparat" Versuche angestellt, die sich in jeder Hinsicht als gelungen erwiesen haben.
— (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.^ Vor zwei Jahrzehnten haben sich einige Männer in Bremen die Aufgabe gestellt, durch Errichtung von Rettungsstationen an den deutschen Küsten der Nord- und Ostsee das Leben ihrer Mitmenschen, welches durch die Ungunst der Elemente gefährdet, aus den ihm drohenden
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I Halbvcrdkck-Wagen, (41321^%?^ Frankfurt aM.
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Altenstadt Braunfels Gießen Grünberg Lauterbach Lich
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Umgebung Nidda Schlitz Ulrichstein Weilburg Wetzlar
44.-, 3.—
15.32
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2.35
9.06
10.02
Gefahren zu retten.
Aus kleinen Anfängen ist es den Wackeren gelungen, nach und nach die deutschen Küsten mit 99 Rettungsstationen zu versehen, durch welche über 1500 Menschen dem sonst unvermeidlichen Wellengrab entrissen worden sind.
Diese erfreulichen Resultate sind nicht nur der Beharrlichkeit und Umsicht Derer, welche das Unternehmen in's Leben riefen, sondern auch der Opferwilligkeit der Küsten bewohner zu verdanken, welche keine Unbill der Jahreszeit, keine Gefahren der entfesselten Elemente scheuten, ihr Leben zur Rettung der in größter Notb befindlichen
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V'J-AkJKyJ.Aj Stiftstr. 22, fr. Assist. Prof. Eicord’s. Aus*, briefl-
Nebenmenschen zn opfern.
An unseren Seegrenzen zwischen Borkum und Memel fehlen aber immer noch Stationen; die fortlaufende Unterhaltung des Materials, die Löhnung des Personals, sowie die Versicherung des Lebens sämmtlicher Rettungsleute erfordern jährlich große Ausgaben, welche nur durch freiwillige Beiträge aufgebracht werden können.
Zu diesem Zwecke befinden sich außer an den Küstenbezirken auch in dem deutschen Binnenlande, welches, durch das stetige Heranwachsen der deutschen Marine, ein lebhafteres Jnterefse für das Seewesen neuerdings einnimmt, an einer großen Anzahl von Orten Vertretungen, welche die Bestrebungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger zu fördern suchen.
Auch in Gießen besteht seit 1867 eine solche Vertreterschaftz welcher es, Dank dem Interesse der Ein- und Umwohner gelungen ist, durch regelmäßige und vorüber gehende Beiträge ihr Scherflein zur Förderung dieses Unternehmens beizutragen.
Das abgelaufene Geschäftsjahr erbrachte aus den nachstehenden, zur Vertretung Gießen gehörenden Orten an Mitgliederbeiträgen t ™'r
786.93 und zwar aus
durch 11 Mitglieder X 22.
Mögen diese Zeilen veranlassen, daß Diejenigen, welche der guten Sache noch sernstehen, derselben ein lebhafteres Jnteresfe zuwenden, um die edlen Zwecke der Gesellschaft in gedeihlicher Weise zu fördern.
Vertreter für unsere Stadt ist Herr' Bankvorstand v. Jungenfeld, welcher recht gern jede weitere Auskunft ertheilt. D. Red.
„ 17.50,
„ 2.-, „ 106.50, X 606.10
Mittwoch den 24 Juni, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht die Immobilien des Wilhelm Wenzel Flur
XXV1I/185 1250 Mtr. Hofraithe am kleinen Steinweg, rechts, XXVII/186 2450 Mtr. Acker daselbst, XXV11/187 4969 „ XXV11/188 5737 „ XXV1I/189 1462 „ XXV11/190 669 „ XXVII/191 669 „ XXVI1/192 669 „ XXVH/2197/10 331 Mtr. Weg daselbst meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 3. Juni 1885.
Großh. Ortsgericht. 4147 Müller.
Ieisgebolenes.
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empfiehlt billigst
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Ausverkauf,
Wegen geschäftlicher Veränderung verkaufe sammtliche Artikel meines Lagers unter Einkaufspreisen.
Der Verkauf geschieht nur gegen Baar.
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