dass heute Schwager
wurde.
ne».
W
aus statt.
ute Miß zu tert* akob Lön, Gr. MW
L wa,iv
'■r qarontirt-
er »>« 8 «ojiflri.,
We Anzeigen.
x lliöbl. Zimmer m. Cab. )s iÄt. Offerten baldigst unter j i Die EM d-^l._____
Hurtiger SchühmachergeskÜ!!
e f d) ä f t i g un 0J<^And ern acr
-arnung.
i warne ich Kd«»;
■ohne Georg etwas ß
’t zu bargen, da ich B ten »erbe.
Zoh. Gg. Muller,
Betteiqauien. . ,
^Hauswadcheil
nuterTTBeußTuffp1. ,D!I'j k&iiN USßiÄ
v der
nohhu^®
[en Mlsteroorlagen fe*(
Nr. K«. Mittwoch den 11. Marz 188S
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
H! v ■
Bureau r Schulstraße 7.
Erscheint tätlich mit Ausnahme des Montags.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Politische Ueberficht.
Gießen, 10. März.
Der Reichstag beschäftigte sich in seiner Freitagssitzung anläßlich der Speeialderathung des Etats des Reichsschatzamtes mit einer hochwichtigen Frage her Finanzpolitik, nämlich mit derjenigen, ob die bisherige Goldwährung für das deutsche Reich beibehalten ober die Doppelwährung eingeführt werden solle. In fast zweistündiger Rede begründete Herr v. Kardorfs, der Führer der Freicor.servativen, den von ihm im Verein mit Herrn v. Schor- lem er-Alst und Genossen eingebrachten Antrag, den Reichskanzler zu ersuchen, die Initiative zur Wiederaufnahme der 1881 abgebrochenen Münz-Conserenzen Zu ergreifen, um die Fortsetzung der Ausprägung vollwerthiger Silbermänzen Seitens der Vereinigten'Staaten, der lateinischen Münz-Convention und Deutschlands herbeizusühren. Abg. v. Kardorsf führte, nachdem er einen Rückblick aus die Geschichte unseres Münzwesens geworfen, aus, daß die Voraussetzungen, welche man an die Einführung der Goldwährnng geknüpft, sich nicht erfüllt hätten, zu denen habe die gehört, daß wir künftig immer Goldüberfluß haben würden, im Gegentheil, cs sei Goldknappheit eingetreten, auch habe Deutschland durch die eingctretene Silberentwerthung ganz bedeutende Verluste erlitten. Weiter polemistrte der Redner gegen Bamberger, den Vater der Goldwährung, der schließlich selbst von den Gefahren der Goldwährung überzeugt worden sei. Herr v. Kardorsf ging dann aus die Einzelheiten des Antrages näher ein und bezeichnete als Hauptzweck derselben, das Silber als Deckung für die Banknoten zu behalten, nicht das Gold zu verdrängen. Wer ein Aufblühen Les wirthschaftlichen Lebens in Deutschland wünsche, müsse dem Anträge zu- Ammen; die von demselben behandelte Frage sei wichtiger, als alle anderen, M» der Steller- und Colonialpolitik nicht ausgenommen. Rach einer kurzen Bemerkung des Geheimraths Sch raut nahm Abg. Dr. Bamberger das Wort, um in einer oratorrfch glänzenden Rede die Goldwährung zu verteidigen, wobei er namentlich darauf hinwies, daß es kein Land gäbe, das sich eines so geordneten Geldverkehrs erfreue wie Deutschland und daß der öffentliche Credit so hoch stehe, wie nur je zuvor. Die Einführung der Doppelwährung sei ein Sprung in's Dunkele, der die jetzige solide, in der ganzen Welt accreditirte Wahrung in eine solche verwandeln würde, die allen Erschütterungen preisgegeben wäre. Bamberger ging dann aus alle Einzelheiten des Geldverkehres und auch auf die Silberfrage näher ein und sprach schließlich die Ansicht aus, daß es auch im Falle der Annahme des Kardorfs'schen Antrages nie zu einer bimetalliftischen Convention kommen würde. Dagegen verlieh Abg. Bamberger am Schluffe seiner ebenfalls sehr langen, dabei aber äußerst anregenden Ausführungen der Befürchtung Ausdruck, daß die Welt und Deutschland selbst durch den Standpunkt allarmirt werden konnten, den die Reichsregierung bisher in der Währungsfrage eingenommen habe, wenngleich derselbe, wie man aus dem Verhalten der Regierung schließen könne, noch feststehe. Nachdem noch Frege (cons.) und Schalscha (Centrum) für, Oechelhäuser (nat.-lib.) gegen den Antrag Kardorss-Schorlemer gesprochen, wurde derselbe mit großer Majorität abgelehnt. Für Mittwoch ober Donnerstag ist die weitere Berathung der Dampser-Subveutions-Vorlage in Aussicht genommen.
Die Berufung des großen Comit6s für die Ehrengabe an den Fürsten Bismarck wird in etwa 14 Tagen erfolgen, da sich alsdann die Höhe der emgegangenen Beträge übersehen lassen wird. Wie die „Nat.-Ztg." zu melden weiß,' würde die Verwendung der Gabe an die Familien-Traditionen des Bismarck- Schönhausen'schen Stammes anknüpsen, und zwar gedenkt man hierbei einem Lieblingswunsche des Reichskanzlers entgegenzukommen.
Die Sendung des Grasen Herbert Bismarck nach London bildet in der Preffe Deutschlands wie Englands den Gegenstand lebhafter Besprechungen. Das Ereigniß mußte um jo überraschender wirken, als man nach Den scharsen Worten, mit denen Fürst Bismarck das Gebühren des englischen Cabinets gezeichnet, nicht erwarten durste, daß die Initiative zu einer Wiederannäherung zwischen Deutschland und England von deutscher Seite ausgehen würde. Man war daher ansänglich geneigt, der Mission des Grasen Herbert Msmarck andere Beweggründe unterzuschieben, aber die Auslaffungen der Londoner Blätter laffen kaum einen Zweifel daran übrig, daß Gras Herbert wirklich den Auftrag hat, eine Verständigung zwischen den beiderseitigen Regierungen herbeizusühren. Wie der „Standard" erfährt, habe der Besuch desselben und der Ideenaustausch, zu dem er geführt, der britischen Regierung große Befriedigung gewährt, in Regierungskreisen werde die Hoffnung gehegt, daß dieser persönliche Meinungsaustausch dazu beitragen werde, die jüngst entstandenen bedauerlichen Differenzen zu beseitigen und die Beziehungen zwischen England und Deutschland auf einen freundlicheren Fuß zu stellen.
Die vom braunschweigischen Regentschaftsrathe verfügte Auflösung des Kreis-Landwehr-Vereins zu Braunschweig macht viel Aufsehen. Dieselbe soll wegen angeblicher Gefährdung der gesellschaftlichen Ordnung durch den Verein erfolgt sein. Zwei Mitglieds desselben hatten öffentlich erklärt, daß ße für den sociattstischen Reichstags-Abgeordneten Blos gestimmt hätten, daraus nm vom Vorstand bei dem Verein die Ausschließung der bete. Mitglieder beantragt worden und da dies in der Generalversammlung nicht genehmigt wurde, letzten die Vorstandsmitglieder ihre Aemter nieder. Wie erinnerlich, sind auch die dem Verein angehörenden Osficiere auf Befehl des in Braunschweig com- rnmdirenden preußischen Generals v, Hilgers ausgetreten, eben weil der
Verein dem ihm von den Officieren gestellten Ansinnen, seine socialistisch gesinnten Mitglieder auszuschließen, nicht nachgekommen war.
Die bekannten Ausführungen des Finanzministers v. Dunajew Ski im österreichischen Abgeordnetenhause über die Stellung der Regierung des Grafen Taaffe zu den Parteien haben jetzt an derselben Stelle ihre volle Bestätigung durch den Mmisterpräsidenten Graf Taaffe selbst, gefunden. Letzterer erklärte - in der Freitagssitzung des Abgeordnetenhauses, daß er und seine College« mit den jüngsten Aussührungen des Finanzministers vollständig einverstanden seien. Graf Taaffe betonte aber hierbei, daß dies nur für das gelte, was Herr v. Dunajewski wirklich gesagt, nicht aber für das, was man ihm untergeschoben habe. Im Uebrigen versicherte auch der Ministerpräsident, wie neulich sein College im Finanzministerium, daß seine Regierung nicht gegen die Deutschen gerichtet sei, eine Versicherung, bie_ nach ben bisherigen Erfahrungen, welche bis Deutsch-Oesterreicher mit ber Taaffe'schen Versohnungs- politik gemacht haben, minbestens sehr eigenthümlich klingt.
Seitbem bte zwischen England und Deutschland bestehende Spannung in Folge der Mission des Grafen Herbert Bismarck anscheinend wieder zu schwinden beginnt, richtet sich die Aufmerksamkeit jenseits des Canals in erhöhtem Maße auf die englisch-russischen Grenzstreitigkeiten in Afghanistan. Man' traut in London Rußland trotz aller feiner friedlichen Versicherungen nicht und auch die Erklärung des russischen Botschafters in London, daß die russischen Truppenführer in Centralasien Befehl erhalten hätten, in ihren Bewegungen gegen Herat inne zu halten, wird bezüglich ihrer Aufrichtigkeit wohl nicht mit Unrecht angezwetselt. Jedenfalls scheint England entschlossen zu sein, sich an der afghanischen Grenze nicht überrumpeln zu lassen, heißt es doch sogar, daß wegen ber Schwierigkeiten mit Rußlanb die Südarn Campagne ganz aufgegeben werden solle und in der That haben die Truppen Wolseley's Befehl erhalten, sich noch weiter nach „rückwärts" zu concentriren, nach Dongola.
Berlin, 9. März. (Reichstag.) Der Reichstag setzte heute die am Sonnabend begonnene Berathung derjenigen Anträge fort, die sich an da8 Sperrgesetz und dessen Handhabung avschlteßen. ,
Nach fünfstündigen Erörterungen, die mit Ausnahme derjenigen des Abg. v. Retnbaben (cons.), der es sür gut befand, den OppostttonSparteteu Unfreundlichkeiten zu sagen, das sachliche Gebiet nicht verließen, wurden die Anträge zur speciellereu Berathung an die Zoll-Commission verwiesen. c m
Die bezüglichen Anträge verlangen, daß den Kaufleuten minder strenge Bedingungen zum Nachweise dafür auferlegt werden, daß ihre LieferuugSvertrSge für Getreide aus ber Zeit vor dem 15. Januar battren und verlangen weiter, daß tu Streitigkeiten über Steuererhebungen der Rechtsweg eröffnet werde.
Ftnanzmtnister v. Scholz erklärte, daß der Bundesrath von Wohlwollen für die HandelSwelt erfüllt sei und schon Remedur emtreten laffen werde, wenn bte unteren Organe irgendwo zu rigoros verfahren sollten. Die Eröffnung deS Rechtsweges bet Zollstreittgketten würde aber der Durchbrechung einer bewährten Dienstpragmatik gleichkommen.
Dem gegenüber fand der Finanzminister den einen Antrag überflüssig und den auf den Rechtsweg bezüglichen unmöglich. Der Zweck deS Antrages kann nur der sein, der Zollgrsttzgebung ein Bein zu stellen. A
Abg. o. Wedell-Malchow erklärte sich gegen dm Antrag, Abg. Struckman» und Woermann dafür, Letzterer führte ein interessantes Material zur Beleuchtung der Fälle mit sich, in denen sich da« Unzulängliche der bisherigen Bestimmungen gezeigt.
Abg. Richter (bfr.) wleS die Nothwendtgkeit deS Rechtsweges nach, der Antrag könne zwar erst mit der dritten Lesung deS Zolltarifs Gesetz werden, aber alle HanbelS- tntereffenten verlangen Beruhigung unb Sicherheit. Die Drohung beS Ministers mit einem Scheitern ber Vorlage rst nur ein Schreckschuß, ber 1879 schon einmal gelegentlich ber Frankenftein'schen Klausel gemacht sei, welche bte RetchSregierung schließlich gegen ihre voraufgegangene gegenthetlige Erklärung angenommen habe. Wie kann die Regierung denn bas Schicksal ber Lanbwirthschaft von ber Einführung eine» boch mehr ober weniger unwichtigen Paragraphen abhäng'g machen wollen? Warum soll beim bei dieser Materie kein Rechtsweg zulässig sein, wo eben erst bei ber Borsenfteuer in Streitfällen bte Ergreifung desselben beschlossen worben ist. Sollten alle diese Streitigkeiten tm BerwaltusgSverfahren unb nicht «m Rechtswege entschieden werben, so würbe ber Handel durch eine außerordentliche RechtSunstcherheit geschädigt werben- Hier will man beim beutschen Handel bmeaukratisch dazwischen fahren, während für Neu-Guinea bflS Consortilim Havsemann—Bleichröder durch ein Geschwader Reichsschutz erhalten soll. Die Majorität, die die Wtndthorst'sche Klausel geschaffen, ist verpflichtet, daraus bte Consequrnzen zu ziehen.
Nächste Sitzung morgen.
— Man meldet uns ferner aus Berlin: In der heutigen Sitzung der Holzzoll- Commission im Reichstag wurde der Antrag der Subkommission mrt einem unter- antrag des Abgeordneten Stiller angenommen, wonach für aus> Tranfttlagern aus- geführtes Holz je nach dem Grade der Verarbeitung eine Zollvergütung von 65 /3 20, 15, beziehungsweise 71/2 M. stattfinden soll. Zur Frage, wann der neue^aris in Kraft treten soll, lagen verschiedene Anträge vor und entschied sich die ^Eisswu dahin, daß der Zoll für rohis Holz vom 1. October, sur alle übrigen Sorten am 1. Juli d. I. in Wirkung treten soll. _ ,, ,,, . ,.
Die Commission beschloß schriftliche Berichterstattung über die von ihr gefaßten Beschlüsse und beauftragte damit den Abg. v. Gölen-
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. Correspondenz-Bureau.
München, 9. März. Im hiesigen H°sthe-t°r brach heute in einem Zimmer des zweiten Stockwerks Feuer aus, welches jedoch, ohne größere Dimensionen zu nehmen, sofort gelöscht werden konnte. Der Schaden ist unbedeutend, die Entftehungsurfache unbekannt.
Breme» 9 März. Ein Therl des Reismühlen-Etabliffeinents von. Anton Nielsen Gomp, am NeuMischeu Deich steht seit zwei Stunden ink


