7.AW ULLA in’rga” P_Ä- $mmereomia.6(p= Kaiharmengasse 13.
^“V(qor lu r‘*6t-J«Planr.gQii,
SÄ&
-sWM!°tz 13.
e
wesMädch^ welche °^Ehen kann, auf evenl.^auch nur wo! M- vchillersttatze 13.
infttnaödjtn
?Ä,.J|L'tfwam rchillerftrah, 20II.
jcküche Geburt uiiden Töchter- jilen wir hier- ,n freunden und i mit. 6106 ■n, 6. Sept. I885'
r C. Kaess u,gtb..U*"1
KWS
billlgß w
rc,s.__
Kelterobst
Birne») kaust
1 Schmall, cankfurter §of).
braves Wäbcben yiifftn, weldjti die (ft, wirb zur lieber» inen ftwbt®» ge/H/ ilnr. Schirmet jrv
W
and. Dicnstmädchen, :id) Keucht.
.eftauration Thoma. Wri!
; Kanzleiberg 9 *u Umzügen in der h außen; Verpackung )e im eigenen Wagen, Achse und per W i. Schon io 3^^ lästignng thättg, kann *w 0ata”2 ifer auf ttköninger, Gicgen^
Nr. 210
Donnerstag den 10. September
ISS»
ich euer Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
**"“•* ’ 8O-f*rot -T 6t^rint **•««> M SXS 2m ® aÄ'T
Amtlicher Aheil.
B e k a n n t m a ch u n g.
In Gemäßheit des § 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit nachstehende Durchschnittsmarktpreise vom Monat August veröffentlicht.
Hafer 13.— , Heu Jt 4.— , Stroh JL 3.50 pro 100 Kilogramm.
Gießen, am 4. September 1885. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
Politische Uebersicht.
Gießen, 9. September.
Das Act en stück, durch welches die spanische Souveränetät über sämmt- liche Karolinen- und Palao-Jnseln als über allen Zweifel erhaben hingestellt werden soll, wird von der osstciösen „Corresponoencia de Espana" veröffentlicht und lautet in wörtlicher Übersetzung: Im Namen des allmächtigen Gottes und im Namen Don Alfonso XII., Königs von Spanien: Die Unterzeichneten, Aba Thule, König von Korror, und Ereklfe, Bruder und Bevollmächtigter des Arra Klaye, Königs von Artingol, versammelt in der Kajüte des Herrn Commandanten des Kreuzers „Velasco", anerkennen feierlich vor dem Herrn Commandanten des Kreuzers „Velasco" den Schutz des Königs Don Alsonso XII. und die unzweifelhafte Souveränetät desselben über die Karolinen- und Palao-Jnseln; besagte Könige Aba Thule von Korror und Arra Klaye von Artingol schließen ferner in brüderlicher und dauerhafter Freundschaft einen Frieden aus Grund des Waffenstillstandes, den ste dem Herrn Commandanten des Schiffes Ihrer britischen Majestät „Espiegle" verdanken; also verpflichten sich besagte Könige, den Vorstellungen und Bemühungen genannten Vertreters uachgebend, in einem brüderlichen und dauernden Frieden miteinander zu leben, von dem Augenblicke der Unterzeichnung dieser in drei Exemplaren ausgefertigten Acte an. Es soll derjenige, welcher, den Schwur vergessend, den Friedensvertrag bricht, den Zorn Sr. Maj. des Königs Don Alfonso XII. auf sich laden. Nachdem gegenwärtiges Actenstück feierlich von den vertragschließenden Parteien und in Gegenwart der Ossiciere dieses Schiffes, während der englische Unterthan Mr. James Gibbon als Dolmetscher sungirte, vorgelesen war, leisteten die Con- Irahenten den Eid, sich an den Geist und Wortlaut besagter Acte zu halten und unterzeichneten dieselbe alsdann. An Bord des „Velasco" im Hafen von Korror, 19. März 1885. Aba Thule, König von Korror. (Hier befindet sich ein Kreuz.) Für Arra Klaye, König von Artingol: Ereklfe. (Hier befindet sich ein Kreuz.) Der Commandant des Kreuzers „Velasco", Emilio Jose Butron. Dolmetscher I. S. Gibbon.
Der Könige aus den Inseln des Karolinen-Archipels giebt es einige Dutzende, und man sieht leicht ein, daß, wenn wirklich zwei derselben im März dieses Jahres die spanische Oberhoheit anerkannt haben, sich daraus höchstens die Unabhängigkeit aller übrigen folgern läßt.
Die deutsche Kriegsmarine ist wiederum durch ein stattliches Schiff vermehrt worden, durch die Panzerfregatte „Charlotte", welche zur Gattung der Kreuzerschiffe gehört. Dieselbe ist am vorigen Samstag in Wilhelmshaven vom Stapel gelaufen und vollzog hierbei die erlauchte Pathin des Schiffes, Die Erbprinzefsin Charlotte von Meiningen, den Taufact. So groß nun auch die Genugthuung darüber ist, daß die deutsche Flotte abermals eine Vermehrung erfahren hat, so wird diese Freude doch einigermaßen vergällt durch die Erinnerung an den schmerzlichen Verlust der „Augusta", da es jetzt auch nicht mehr dem geringsten Zweifel unterliegen kann, daß die Kreuzer-Corvette mit ihrer ganzen wackeren Besatzung ein Opfer des Cyclones, der vom 2. bis Z. Juni an der Küste des Rothen Meeres wüthete, geworden ist. Es ist nun- m.hr auch der letzte Hoffnungsschimmer verschwunden, daß die „Augusta" noch irgendwo wieder auftauchen könne und kann man jetzt auch einer amtlichen Mittheilung über das Schicksal der Corvette entgegensehen. Die noch durch die Zeitungen gehende Antwort der Marine-Station der Ostsee aus eine Anfrage ous Schlesien ist veraltet; die Marine-Station hält fich, wie dies bisher bei allen amtlichen Äußerungen in der Sache der Fall gewesen ist, genau an den Wortlaut der bekannten halbamtlichen Mittheilung im „Reichs-Anzeiger." Heute wird Niemand mehr behaupten, es liege kein Grund zu der Annahme vor, daß die „Augusta" ihr Ziel (Albany in Australien) nicht erreichen werde, denn überall hat fich die Ueberzeugung befestigt, daß das Schiff mit Mann und Maus auf dem Grunde des Meeres ruht. Nur fehlt zur Stunde noch eine Gewißheit auch hierüber, und es kann lediglich die Frage fein, ob es möglich ist, eine solche zu gewinnen. Es ist nicht daran zu zweifeln, daß die Admiralität sehr genau erwogen hat, ob ein Suchen nach dem Schiffe oder nach seinen Trümmern irgend einen Erfolg versprechen könnte, und es ist sehr wohl möglich, daß Beschlüsse gefaßt und Anordnungen getroffen worden find, aber bekannt geworden ist hierüber noch nichts. Es steht deshalb, wie gesagt, zu erwarten, daß demnächst eine neue Kundgebung hinsichtlich der „Augusta" im „Reichs- Anzeiger" erfolgen wird. Die Besatzung des Schiffes ist zur Hälfte von der Nordsee-Station und zur Hälfte von der Ostsee-Station gestellt worden.
Die ÄifftS - Niederlegung des Prager Bürgermeisters, Dr. Czerny, darf wohl als ein erstes Zeichen betrachtet werden, daß bte czechischen Anmaßungen endlich auch in den leitenden Wiener Kreisen stutzig ge
macht haben, wenn es nämlich wahr ist, daß die Demission Dr. Czerny's birect aus den Einfluß Kaiser Franz Josefs zurückzuiühren ist. Es wird wenigstens versichert, der Kaiser habe sich über die famose Begrüßungsrede Dr. Czerny's bei der Jnstallirung des neuen Prager Erzbischofs, Grafen Schönborn, sehr mißliebig ausgesprochen und dies habe dem Dr. Czerny Anlaß zu seiner Demission gegeben. Wollte man aber aus letzterem Ereignisse folgern, baß nunmehr für bie Prager Deutschen eine bessere Zeit anbrechen und daß der Nachfolger Czerny's mehr Bürgermeister und wemger Parteimann und Politiker sein werde, so wäre dies eine arge Täuschung. In der Sitzung des Prager SLadtverordneten-Collegiums vom 5. September, in welcher sich der bisherige Bürgermeister verabschiedete, betonte Bürgermeisterei-Stellvertreter Valis in feiner Erwiderungsrebe auf bie Abschiedswarte Czerny's, daß das „goldene Mütterchen Prag" flavisch sei und slavisch bleiben werde. Auch wies Valis auf bie erwähnte Rede Dr. Czerny's beim Einzüge bes neuen Prager Erzbischofs hin bei welcher Gelegenheit jener bie geheiligten Wünsche, die jeben Czechen beseelten' verbolmelscht habe, insbesondere aber den Wunsch nach der innigsten Verbindung' Böhmens mit dem geliebten Monarchen. — Mit der Krönung Franz JosesS zum König von Böhmen, welche Forderung den vorläusigen Gipselpunkt des czechischen Programmes bildet, wird eS aber wohl noch seine guten Wege haben.
Der „Köln- Zeitung" wirb aus Madrid berichtet: Samstag und Sonntag sind im Großen und Ganzen ziemlich ruhig verlausen. Die deutsche Gesandtschaft wird durch Abtheilungen aller Truppengattungen, selbst durch Artillerie mit Geschützen bewacht und bie Regierung scheint entschlossen, alle weiteren Ausschreitungen mit Gewalt zu verhindern. Die gute Absicht ist allerbings ba, sie kommt aber etwas spät, und ebenso wie bei den frühem Kundgebungen hätte man füglich erwarten können, daß gleich nach dem Bekanntwerben ber Nachricht von ber Besetzung her Insel Dap bie nöthigen Vorsichtsmaßregeln getroffen würben, um Zwischenfälle, welche einen beiderseits befriedigenden Ausgang der deutsch-spanischen Verwicklung erschweren müssen, von vornherein unmöglich zu machen. Gleich am Samstag Morgen, noch ehe Gras Solms von La Granja eingetroffen war, beeilte sich Canovas, dem deutschen Consul Gwinner gegenüber sein Bedauern über Die jüngsten Vorgänge auszmprechen und ihn zu bitten, darüber telegraphisch nach Berlin zu berichten. Die Beamten wurden angewiesen, bie Depesche des deutschen Consuls sofort zu befördern, während alle übrigen Telegramme nach dem Auslande ber Regierung vorgelegt werden müssen. Wie vorauszusehen war, bedauert auch der größte Theil ber Mabrider Presse, daß die Menge sich zu Gewaltthätigkeiten hat hinreißen lassen, und es ist nicht unbemerkt geblieben, baß bie ministerielle „Corresponbencia" versichert, ber beutsche Gesandte lege dem Benehmen des Pöbels nur geringe Bedeutung bei und werde seinerseits Alles Ihun, um einen Bruch zwischen beiden Ländern zu vermeiden und die deutsche Regierung zu einer friedlichen Lösung der Streitfrage zu veranlassen. König Alfons, welcher am Samstag nach Madrid zurückgekehrt ist, wurde am Bahnhof von allen Ministern und höhern Militärpersonen empfangen, auf dem Wege zum Schlosse begleiteten ihn die lebhaften Hochrufe einer zahlreichen Volksmenge, Kundgebungen, die sich später unter den Fenstern des Palastes wiederholten. Der kurz nach der Ankunft des Königs zusammenberufene Ministerrath dauerte 4 Stunden, und obgleich der Presse eine Mittheilung zugestellt wurde, daß bie gefaßten Beschlüsse vorläufig geheim gehalten werden sollten, so trat doch bie Stimmung, welche bort geherrscht hatte und die zweifellos auf das persönliche Eingreifen des Königs zurückzuführen ist, in den energischen Maßnahmen gegen einige Hetzblätter, gleichgültig, welcher Parteirichtung sie angehörten, klar zu Tage. Allmälig scheint denn auch der hirnverbrannte Chauvinismus Vernunftgründen Platz zu machen, man sängt an, die Folgen eines etwaigen Krieges und bie beiberfeitigen Streitkräfte zu prüfen, unb kommt zu bem Ergebniß, baß Spanien sich doch vielleicht besser babei stehen würde, wenn es den Versuch machte, sich auf diplomatischem Wege mit Deutschland zu verständigen ; man beginnt einzusehen, baß es zwar um die nationale Begeisterung eine schöne Sache ist, daß man aber damit feine Soldaten aus bem Boden stampft und keine Panzerschiffe auf's Meer zaubert.
Die Pariser Zeitungen nehmen ben Madrider Vorfällen gegenüber einen neutralen Standpunkt ein. Die meisten Blätter bezeichnen eine Verständigung zwischen Deutschland und Spanien als wünschenswerth, glauben aber vor- ausjehen zu sollen, daß die Sache schmierig fei. Das „Journal des D6bats" betrachtet die spanische Regierung als vor bie Alternative eines diplomatischen Bruches oder einer inneren Krisis gestellt._____________________
Berlin, 8. September. Zu dem Conflict mit Spanien liegen heute neue Mittheilungen nicht vor und nicht nur die geringe Erregung, die kurze Zeit hier bestand, ist vollständig geschwunden, sondern sogar das Interesse an be$ ganzen Affaire nimmt


