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Kirchliche Antigen der evanget. Gemeinde.
Heute, Montag, Abend 8 Uhr, Bibelstunde in der Kleinkinderschule, Phi- lipperbrief Kap. 2, 1—11. Pfarrer Dr. Naumann. ______________
'„Hofbauwesen-, Titel 1, finden die Genehmigung der Kammer. Titel 2, „Erneuerung der verrosteten Brunnenleitung bet dem Großherzogl- Jagdschloß Wolfsgarten". Abg. Schröder findet die dafür angrsorderte Summe von 31,590 M in Anbetracht der kurzen Zeit der Anwesenheit des Großh. Hosts daselbst als eine ganz enorme und bittet Großh. Regierung, den Wasserbedarf durch Fuhrwesen zu decken.
Mtntsterialpräsident Weber zieht nach diesen Ausführungen die Vorlage zurück und wird dieser Titel gestrichen.
Nächste Sitzung Dienstag den 17. März.
Berlin, 8. Marz. Aus der Sitzung der Holzzoll-Commission vom Samstag Abend wird uns berichtet:
Nach den Beschlüffen der ersten Lesung soll der Zollsatz für geschnittene Fouruiere 9 JL (gegen 6 JL bisher), sowie für hölzerne Möbel rc- 14 M (gegen 10 betragen. Diese Bestimmungen fanden auch das Etnverständntß der Commission in zweiter Lesung.
Bezüglich der Zollvergütung, über welche man sich bet der ersten Lesung für die Abfälle bet der Bearbeitung von Bau- und Nutzholz in Prtvattransitlägecn geeinigt hatte, wurde von deutschfretsinniger Sette dte Nothweudigkett betont, durch das Gesetz selbst Bestimmungen über dte Höhe der Vergütung zu treffen.
An der Ausführung deS Sperrgesetzes seitens deS BundeSraths möge ermessen werden, ob eS rathsam sei, dem Bundesrathe solche Bestimmungen einseitig zu überlassen. DaS Gleiche wurde auch von conservrttoer Seite betont; es sei zweckmäßiger, dem BundeSrathe feste Anhaltspunkte zu geben.
Die Commission entschied sich auch dementsprechend Mit allen gegen 3 Stimmen, trotzdem daß die Vertreter der Regtrung das Ersuchen stellten, nur eine prtncipielle d^^m^Subcommtssion, dte mit der Fixirung der Bestürmungen über die Höhe der Vergütungen beauftragt wurde, trat sofort zusammen und einigte sich über folgenden Antrag: k
Für Abfälle, welche bei der Bearbeitung von Bau- uH Nutzholz in den Transit- lägern entstehen, tritt, wenn die Hölzer in das Ausland c-uSgeführt werden, ein entsprechender Nachlaß an dem zur Last geschriebenen Zoll ein. Derselbe beträgt
1) für Säge- und Schntttwaaren, ein- und mehrseitig in der Richtung der Richtung der Längsachse geschnitten
a) in der ganzen Länge gleich dick und breit . 33^3 pCt.
b) nicht gleich dick oder breit .... 20pCt.
2) für ungesäumte Bretter.....2OpCt.
3) in allen übrigen Fällen.....7^/gpCt.
Die nächste Sitzung der Holzzoll Commission findet am Montag statt.
Leipzig, 7. März. Im Landesverraths'Proceß haben die öffentlich verkündeten Urtheilsgründe ergeben: Janssens lebte vom Jahre 1878 bis 1882 in der Rheinprovinz, hauptsächlich in Köln, als Generalagent des französischen Kriegsministeriums, um militärische Geheimnisse auszukundschaften; er hatte eine Anzahl Unteragenten, darunter zwei Söhne, die in Wesel, Köln, Koblenz und München wohnten. Von Unterosficier Mester beim Bezirkscommando in Deutz verschaffte er sich Abschrift der Mobilmachungs-Instruction des 8. Armee-Corps für etwa 80 den Sergeanten Schneider in Düffeldorf bestimmte er gegen ein Geschenk von 500 Jl., die Beilagen der Mobilmachungs-Instruction des 7. Armee-Corps zu liefern. Dieselben wurden während der Abwesenheit des Divisions-Generals mittelst nachgemachter Schlüffel, die Janssens lieferte, aus Schränken entwendet. Andere Agenten waren beauftragt, Abzeichnungen, Festungspläne, sowie Mobilmachungspläne des 5. und 11. Armee-Corps und des bayerischen Heeres zu beschaffen. Der Agent van Esse theilte seine Kennt- niß von den Umtrieben Janssens dem Berliner Polizeipräsidium mit. Als Janssens hinter den Verkehr van Esse's mit der Berliner Polizei kam, offerirle er Letzterem die Namen der von ihm Verführten, die falchen Schlüssel und andere Beweismitel zum festen Preise von 1200 Frcs. Bezüglich des Angeklagten Knipper ist der Beweis nicht erbracht, daß er von beabsichtigten und der erfolgten Bestechung der Soldaten gewußt.
Oesterreich. <
Wien, 7. März. Abgeordnetenhaus. Gegenüber Bemerkungen Schö- nerer's über das Verbot einer Versammlung In Schlesien sagte der Ministerpräsident Graf Taaffe, die Beamten hätten die einfache Instruction, nach dem Gesetze zu handeln. Er trage aufs Strengste Sorge dafür, daß bei Amtshandlungen niemals Partei-Anschauungen zum Ausdruck kämen. Graf Taaffe hob ferner, gegenüber Bemerkungen über den Statthalter von Böhmen, hervor, daß die Regierung mit voller Beruhigung und Befriedigung die Verwaltung Böhmens in diesen guten, vertrauenswürvigen und festen Händen wisse. Im Verlause der Debatte legte der Polizeipräsident dar, daß die Einführung von Ausnahms-Bestimmungen dringend geboten mar; er verwies auf die gegenwärtig in Wien herrschende Ruhe im Vergleiche zu den vorhergegangenen Jahren.
— DaS Sub-Comitä des Gebühren-Ausschuffes legte eine neue Gebühren- Rovelle vor. Die Bestimmungen über die Börsensteuer bleiben unverändert. Kaufmännische Correspondenzen bleiben gebührenfrei.
Wien, 7. März. In Karmin wurden bisher 65 Leichen herausgebracht. Manche Leichen waren gänzlich verbrannt, andere unversehrt. Die Todten sind zumeist in derselben Stellung gefunden, in der sie gearbeitet hatten. Nach Annahme der Aerzte haben die Unglücklichen einen plötzlichen Tod gefunden. Zwei Drittel der Verunglückten waren verheirathet. — Professor Süß vermuthet, daß die Explosion durch Entzünden von Kohlenpuloer entstanden sei. Zur Zeit der Explosion wurde an dem Wetterschachte eine mehrere Meter hohe Feuerfäule wahrgenommen. Die Angaben über die Zahl der Verunglückten differiren. Wahrscheinlich sind es 104.
— Das Sub-Counts des Eisenbahn-Ausschusses beantragt in seinem neuen Referate über die Nordbahn eine Dividende von 105 st. und Theilung des Gewinn-Ueberschusses zwischen Staat und Bahn. (Fr. Ztg.)
IrarrLreich.
Paris, 7. März. Die Bureaux des Senats wählten eine Commission für den Zolltarif auf Cerealien. Sechs Mitglieder der Commission sind der Regierungs-Vorlage günstig, drei sind für höhere Eingangszölle, als beantragt ist.
— Gegen 20 Ausländer ist wegen ihrer Betheiligung an den jüngsten
HandsL und Verehr.
Grünberg, 7. März. (Fruchtpreise.) Weizen M 18.70, Korn JL 16.40 Gerste M 16.20, Hafer JL 15.00, Erbsen JL 00.00, Linsen M 00.00, Lein JL 00.00, Samen JL. 00.00, Kartoffeln JL 0.00, Wicken 00.00.
Frankfurt, 7. März. Auf dem heuttgen Markt kostete der Centner Heu „M 2.70—3.20, Stroh M 1.90—2.20, Eier das Hundert M 5.40—7.50, Butter 1. Qualität M 0.90, 2. Qualität M 1.10, Kartoffeln per Centner JL 2.00—2.25, Kohlrabi 3-0 H pr. St., Erbsen 100 Kg. 22.00—30.00 M, Rothkraut pr. St. 2O-3O Huhn tAL 1.50—2.00, 1 Ente M 2.00—3.50, 1 Taube 40—60^, Hahn 1.90—2.50, Gans M 6-10.00, Welsche M 5.00-10.00.
Telegraphische Depeschen.
Wolff s lelegr. Correspondeirz-Birreair.
Berlin, 8. März. Fürst Bismarck leidet, der „Nat.-Ztg." zufolge, an rheumatischen Schmerzen, die ihn arsts Zimmer fesseln. Gras Herbert Bismarck kehrt heute oder morgen hierher zurück.
Paris, 8. März. Eine Meldung des Generals Briöre de ttJsle wiederholt, daß er am 3. ds. in Tuyenquan angekommen sei, und fügt hinzu, daß er in einem DeM vorwärts Tuyenquan auf die Schwarz-Flaggen und die Armee von Dünnan in stark verschanzter Stellung gestoßen fei, mit der er einen heftigen Kampf bestanden habe. In der Nacht vorher habe der Feind die Belagerung aufgehoben. Die französische Besatzung von Tuyenquan habe nach Oeffnung einer Bresche sieben Sturmangriffe ausgehalten und dem Feinde große Verluste" zugefügt. General Negrier habe die chinesischen Forts an der Grenze, sowie bedeutende Mengen von Munition und Magazine zerstört.
— Wie dem „Temps" aus Hanoi von heute gemeldet wird, sind die chinesischen Verschanzungen vorwärts Tuyenquan erst nach zweitägigen Kämpfen genommen worden. Die Chinesen, welche den hartnäckigsten Widerstand leisteten, wurden vollständig geschlagen und erlitten sehr bedeutende Verluste.
Havanna, 8. März. Acht Banachen und vier andere Insurgenten sind gestern in Santiago erschossen worden.
Buenos - AyreS, 8. März. Der Finanzminister der argentinischen Republik, de la Plaza, hat sein Entlassungsgesuch eingereicht. Der Präsident hat dasselbe angenommen.
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öffentlichen Kundgebungen vom PoliZestPräfecten die Ausweisung verfügt roorben- Darunttr sind 16 Deutsche, 2 Italiener, 1 Pole und 1 Russe.
England.
London, 7. März. Ein Connnuniquö des Kriegsministeriums Demen» Lirt das Gerücht, Wolseley's Gesundheit sei angegriffen. Dieselbe sei vielmehr vollkommen zufriedenstellend.
Aegypten.
Kairo, 7. März. In Folge der Weigerung des englischen Präsidenten des Gesundhettsrathes, Die durch Den letzteren vorgeschlagenen Maßregeln zur Berathung zu stellen, werden die General-Consuln fordern, daß die Regierung den Präsidenten zur Befolgung des Reglements anhalte.
Berlin, 7. März. sReichstas.s In der heuttgen außerordentlich spärl'ch besuchten Sitzung deS Reichstags gelangte zuerst bk Novelle zum Retchsmtlitärgesetz zur endgültigen Annahme. Sodann wurde dte dritte Berathung dcS Etats fortgesetzt und zu Ende geführt.
DaS in der zweiten Lesung verworfene Post-Dtenstgebäude in Weißenfels wurde heute, nachdem fick dte Nattonalliberalen, entgegen ihrem früheren Votum, dafür erklärt, bewilligt. Ein Betrag von 10000 der zu Vorarbeiten für daS Project des Baues eines KadettenhauseS in Stolp bewilligt worden war, wurde auf Antrag deS Abg. Rickert mit der Einschränkung bestätigt, daß dteEntschetdung, ob tn Stolp oder wie bisher In Kulm, eine offene bleiben solle.
Bet der Position Zölle führte eine Bemerkung deS Abg. v. Christen über dte schwierige Lage der Hufnägelschmiede zu einer ziemlich lebhaften Debatte hierüber, wie über dte Etsenzölle tm Allgemeinen.
Dte Abgeordneten Richter und Löwe konnten sich dem Abg. v. Kardorff und dem Staatsmintster v. Bötticher gegenüber darauf berufen, was sie 1879 voraus- gesagt hatten.
Abg. Graf Hocke beschwerte sich, daß die Steuerbehörde auf ein gänzlich unbegründetes Gerücht hin dem Besitzer einer Zuckerfabrik Im Oderbruch die Steuercredtte entzogen habe und später selbst das Unbegründete ihres Vorgehens zugegeben habe.
Ftnanzmtutster v. Scholz fand danach das Procedere der Steuerbehörde ganz correct und wteS die Beschwerde energisch zurück.
Eine Resolution an dte RetchSregierung wegen Beschränkung deS Postorrkehrs am Sonntag wurhe. nachdem sich Staatssecretär Stephan dagegen erklärt hatte, gegen dte Stimmen deS Cevtrums abgelehnt.
Zur Begründung des Antrags AuSfeld wegen der Ausführung des Sperr- gesetzeS und etnzuführenden Erleichterungen, führte Abg. Meyer aus, daß in Zollsachen ein Klagerecht vorhanden sein müsse, wie dies auch In Erkenntniffen des Reichsgerichts als Grundsatz aufgestellt sei; an drr Hand verschiedener Spectalfälle krtttstrte der Redner dte Instructionen, die der Bundesrath bezüglich deS Sperrgesetzes erlossen und behauptete, daß der vom Bundesrath geforderte Nachweis niemals erbracht werden könne. In Bezug auf einen angeführten Spectalfall, der das beinahe Unmögliche der bestehenden Verordnung bewies, erklärte Finanzmtnister von Scholz, über die getroffenen Vorschriften nicht htuwegsehen zu können, resp. dazu nicht ermächtigt zu sein.
Darauf wurde die weitere Berathung bis Montag vertagt.
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